Denn Sinn und Zweck dieses Blogs ist es ja nicht, Euch die Ohren (bzw. Augen) vollzuheulen, sondern knallhart auf die theoretische Vorbereitung auf den Frankfurt Marathon 2008 einzugehen.
Die ganze beginnt eigentlich mit der Entscheidungsvorbereitung, am Marathon teilzunehmen. Warum ich am Marathon teilnehmen wollte, weiß ich eigentlich selbst nicht mehr genau. Letztlich war es die Mischung aus der exzessiver Langeweile mit ich mich hier rumgeplagt hat, verbunden mit dem Wunsch wieder etwas fitter zu werden und letztlich natürlich hat es mich gereizt, mit so einer Herausforderung mal meine Grenzen auszutesten. Naja, letzteres ist mir ja auch bestens gelungen; auch wenn ich nicht erwartet hätte, dass ich diese Grenze schon so früh erreichen würde :-) Dass es dann ein Lauf über 42,195 Kilometer wurde, war maßgeblich die „Schuld“ von Marc, der den Berlin-Marathon 2003 gelaufen war und mich eines Abends mit dem Gedanken anfixte. Eine Woche später bekam ich von Andrea das Marathon-Buch geschenkt, welches ich auf der Zugfahrt gen Schweiz mehr oder weniger verschlungen habe. Insgesamt habe ich es bestimmt 2-3 Mal gelesen, die schwierigen Kapitel (vor allem Laufen in Pulsbereichen, Energiebereitstellung & Sauerstoffversorgung und Superkompensation) habe ich jeweils mindestens 20 wenn nicht sogar 30 Mal gelesen! Und am Ende dann sogar verstanden :-) Das übrigens auch nicht zuletzt aufgrund der Consulting-Dienstleistungen von Elena, Marc und Robin! An dieser Stelle noch mal vielen Dank dafür!!!
Anyway, allein die ganze Theorie aufzunehmen war wirklich total cool; zumal ich das eigentlich schon immer verstehen wollte, mir aber schlichtweg die Motivation gefehlt hat. Erst nachdem die Entscheidung für den Marathon gefallen war, und ich mich angemeldet hatte, ging die eigentliche Vorbereitung los...
Die bestand zunächst mal aus dem Einkaufen des entsprechenden Equipments (was sich ja letztlich mehr oder weniger durch den gesamten Blog zog). Der wohl wichtigste Einkauf war aber der Fahrradtachometer, mit dem ich dann meine 10 Kilometer-Heimstrecke abmessen konnte. Das Ding war sozusagen der Anlasser für den aktiven Einstieg ins Training!
Mein Trainingsplan selbst war dann eigentlich mehr oder weniger komplett aus dem Buch übernommen. Ich entschied mich als Zielzeit 4:00 Stunden auszuwählen, das erschien mir (naiverweise) als machbar. Der Plan beschrieb nur die letzten 3 Monate vor dem Wettkampf, und erforderte zu diesem Anfangszeitpunkt (also in meinem Fall am 26. Juli) die Fähigkeit, 10 Kilometer in 57:50 Minuten laufen zu können. Ich hatte also (da ich im März angefangen habe) rund 5 Monate Zeit, um mir diesen Fitnessgrad anzueignen. Klang damals (und klingt eigentlich auch heute noch) nicht gerade nach einem Ding der Unmöglichkeit!
Nun, auf die aktive Umsetzung meines Plans will ich ja erst in meinem nächsten Post eingehen. Aber soviel sei schon mal vorweggenommen (da erzähle ich auch keinem was Neues, gell?): ich hatte in den ersten 3-4 Wochen Regenerationszeiten von 5-6 Tagen, später waren es dann nurnoch 2-3 Tage aber das hätte ich sicher alles optimieren können, indem ich einfach die ersten Wochen langsam angefangen hätte. 2 Kilometer laufen, am nächsten Tag wieder 2, dann mal ein Tag Pause, dann mal 5 Kilometer, etc… Ich hätte davon vermutlich nichtmal Muskelkater bekommen; so hatte ich praktisch 5 Monate Dauermuskelkater oder andere Muskelquerelen. Die Muskelprobleme konnte ich zwar ignorieren oder zumindest verkraften, aber die Quittung dafür bekam ich jedes Training aufs Neue auf meiner Pulsuhr präsentiert. Der war ja, das kann man wirklich nicht anders sagen – eine absolute Katastrophe (um mal im typischen DSF-Sportreporter-Jargon zu sprechen).
Letztlich habe ich praktisch nicht eine einzige Woche so trainieren können, wie ich es mir vorgestellt habe. Und das ist einzig und allein meine Schuld, da ich meine Leistungsfähigkeit einfach völlig falsch eingeschätzt habe. Ich hatte ja im September Oktober 2007 meine Karriere als Raucher beendet und im Prinzip im März 2008 seit vermutlich 5-6 Jahren nicht mehr regelmäßig Sport gemacht! Im letzten Jahr vor meinem Trainingsstart habe ich vielleicht 3 Mal insgesamt Sport gemacht – wenn überhaupt. Die Chancen als Nicht-Sportler innerhalb von 8 Monaten auf einen Marathon zu trainieren sind sicherlich sehr ambitiös. Die allerdings mit meinem Trainingsplan zu machen ist wohl einfach nur als naiv zu bezeichnen! Neben den Läufen sah mein Plan auch andere Einheiten vor: Schwimmen, Krafttraining, Radfahren, Koordination. Schwimmen und Radfahren hätte ja eigentlich den Sinn von Regeneration/Kompensation (RECOM) gehabt, aber so konnte ich sie eigentlich nie durchführen. Denn zur „Entspannung“ Radfahren oder Schwimmen wäre gar nicht möglich gewesen. Letztlich habe ich sie dann als ganz normale Trainingseinheiten genutzt; waren aber trotzdem mehr oder weniger die einzigen Lichtblicke...
Umso weiter das Training fortschritt, umso offenkundiger wurden letztlich die Defizite. Spätestens während dem 25-Kilometer-Lauf in Seeheim wurde mir klar, dass ich niemals in meinem Leben einen Marathon würde laufen können! Und mein Plan sah ja eigentlich noch zwei Läufe über 32 und einen Lauf über 35 Kilometer vor! Wenn ich daran denke, kann ich eigentlich nur lachen! Oh Mann, ich lach grad wirklich :-)
Die Wettkämpfe waren ebenfalls gemäß dem Buch geplant, mit der kleinen Modifikation, dass ich einen 32km-Lauf ausfallen lassen und stattdessen einen zweiten Halbmarathon laufen wollte. Das wären in meiner Planung der Darmstadt-(Halb)Marathon und der Greifenseelauf gewesen. Letztlich konnte ich keinen laufen, was zumindest beim Greifenseelauf ziemlich ärgerlich war; da ich mich schon frühzeitig angemeldet und bezahlt hatte!
Aber neben all der schlechten Nachrichten gab es zumindest auch eine positive: denn wenigstens den prestigeträchtigsten Wettkampf habe ich gemeistert: den 9. Willi-Nickel-Stadtlauf am 14. Juni 2008 in Pfungstadt („Mitten in der Pfungstäder Innenstadt!“ wie die auf Homepage euphorisch betont wird) habe ich erfolgreich absolviert. Wobei erfolgreich relativ ist! Aber teilgenommen hab ich, dafür gibt es Zeugen!!! To be continued in 2009!!!
Tja nun, alles in allem kann ich sagen, dass die Auswahl meines Trainingsplans wohl als ein einziges, großes Missverständnis zu bezeichnen ist. Als wäre die Planung nicht schon schlimm genug, war die praktische Umsetzung dann so richtig dilettantisch. Darauf gehe ich dann aber in meinem nächsten Post ein; für heute hab ich mich selbst genug gedemütigt :-)
Wenn es gut läuft, kommt das Thema schon morgen, aber das hängt davon ab wie lang ich mich bei meinem Lieblingsarbeitgeber rumärger und ob der Parkplatz-Sheriff morgen vielleicht Nägel mit Köpfen macht und meine Karre direkt abschleppen und zu einem kleinen Würfel pressen lässt! Abwarten und Bier trinken… Spätestens bis Dienstag werde ich mich aber melden!








