Heute stand die erste Laufeinheit über 10 Kilometer auf meinem Trainingsplan. Dafür sah mein Plan vor, morgens schon um halb 7 im Büro aufzuschlagen, um zumindest annähernd auf mein Acht-Stunden-Büro-Pensum zu kommen. Feierabend wollte ich nämlich schon um 15:30 Uhr machen. Schliesslich wollte ich meine Lauf-Premiere nicht bei Dunkelheit veranstalten.
Als problematisch erwies sich das veränderte Raum-Zeit- Kontinuum, wenn man im Bett liegt (Fabian hat dazu ein paar interessante, wissenschaftliche Ansätze erarbeitet). Als ich dann gegen 7 Uhr das erste Mal aufgewacht bin, herrschte draussen ein Wetter, bei dem sich selbst Fräulein Smilla nicht aus den Federn gequält hätte. Das war ein regelrechter Schneesturm. Meine Logik: wenn Schnee liegt, kann ich nicht laufen. Also brauche ich auch nicht schon um 15:30 Uhr Feierabend machen. Nochmals also: ich brauche nicht jetzt schon aufstehen. Erst als ich dann gegen 8 Uhr die Garage verlassen habe, musste ich feststellen, dass der Schnee gar nicht liegen blieb – VERDAMMT!!!
Also schnell im Büro die paar verbleibenden Stunden abgespult (wollte erst gar nicht meine Jacke ausziehen) und pünktlich um viertel vor 4 das Büro verlassen. Um 16:05 trat ich dann, tatsächlich hochmotiviert, raus in die kalte März-Luft. Eine Frage: wieso haben wir eigentlich einen Februar mit tropischen Temperaturen und kaum will ich anfangen zu trainieren, schauen „Emma“ und diverse Schneestürme in Riniken vorbei? Bevor jetzt irgendwer wirklich diese Frage beantworten will, sei festzustellen: THERE IS NO GLOBAL WARMING! Basta!!!!
Nun gut, zurück zum Training. Bekanntlich sollte ich heute mit einem HFmax von 70-75% laufen; also einem Wert zwischen 140 und 150. Das war leider nicht möglich! Ich weiss nicht warum, aber schon nachdem ich mich umgezogen hatte, hatte ich einen Puls von 150. Nachdem ich die Treppen runtergelaufen bin, einen von 160.
Also bin ich losgelaufen; praktisch wirklich im Geh-Tempo. Das war vielleicht peinlich. Die Leute gucken einen halt mal so was von bescheuert an, wenn man zwar „läuft“ aber trotzdem nicht schneller ist, als Fußgänger. Da kann sich dann auf den Waldwegen schon mal der Überholvorgang von Fußgängern mehrere Minuten hinziehen – Gott sei Dank kam aber kein Gegenverkehr!!!
Also: trotz meines Schneckentempos wollte der Puls nicht unter die 155. Ich war ziemlich am Verzweifeln, entschloss dann aber einfach mit 160 als Maximun weiterzulaufen. Alles andere wäre total albern gewesen.
Nun, von da an lief das Laufen eigentlich sehr ereignisarm. Schon nach etwa einem Kilometer taten meine Beine und Knie weh; allerdings waren das keine Schmerzen im Sinne einer Verletzung, sonder sie waren wohl einfach noch nicht ganz regeneriert vom Wochenende! Also kein Drama. Eventuell werde ich mir aber anfangs zwei Ruhetage gönnen; also nur an jedem dritten Tag laufen! Weiterhin sei festzustellen, dass ich eindeutig zu kalt angezogen war. Sollte ich am Donnerstag laufen werde ich das sicherlich mit langer Hose und vor allem Handschuhen machen! Zuletzt hatte ich ziemlich genau ab Kilometer 5 eine asoziale Blase am rechten Fuss; vermutlich verursacht vom verrutschten Socken. Ich liess mich von diesen ganzen Wehwehchen aber nicht ablenken und hielt bis zum Ende hin durch.
Mein Puls stieg und fiel permanent mit dem Gefälle der Strecke. Ging es bergauf, stieg der Puls bis auf 167, ging es bergab, fiel er bis auf 140 runter! Auf ebenen Flächen war er bei etwa 155. Festzustellen war auch, dass sich mein Puls nach etwa 30 Minuten Lauf erkennbar abfiel – vermutlich da ich ab da meinen Rhythmus gefunden hatte! Ebenso spielt eine Rolle, dass ich heute erstmals in meinem Leben „nach Pulsuhr“ gelaufen bin und es anfangs doch sehr schwer zu verstehen ist, warum und wie der Puls auf verschiedene Faktoren reagiert. Nächstes Mal wird da sicherlich schon aussagekräftiger werden… By the way: es ist wirklich interessant, wie der Körper mit rein wissenschaftlichen Werten zu belegen ist. Gemäß meines Buches sollte in diesem aeroben Bereich (70-75% des HFmax) jederzeit möglich sein, eine Unterhaltung zu führen. Und tatsächlich war ich kaum mal außer Atem und war sogar in der Lage mit mir selbst Gespräche zu führen (die aber nicht allzu ergiebig waren…).
Am Ende des Laufes hatte ich eine durschnittliche Herzfrequenz von 157. Mit dieser bin ich überhaupt nicht zufrieden, wie ich aber inzwischen festgestellt habe, gibt es da verschiedenste Einflüsse, die diesen Wert beeinträchtigen. Dazu gehört: Training mit nicht vollständig auskuriertem Körper – JA! Zu kalt oder zu warm angezogen – JA! Sonstige Beeinträchtigungen wie z.B. kleinere Verletzungen – JA! Stress im Berufs- oder Privatleben – NÖÖÖÖ! Anyway: alle diese Punkte führen zu einer Erhöhung des Puls und wären für mich absolut nachvollziehbare Erklärungen für den schlechten Wert. Warten wir mal ab, wie sich das nächste Training anlässt…
Der ganze Lauf hat mir auf jeden Fall Spaß gemacht, meine Route gefällt mir und mit meiner gelaufenen Zeit war ich letztendlich auch zufrieden. Die 10 Kilometer im (fast) aeroben Bereich haben mich 1 Stunde und 23 Minuten gekostet (genauer gibt es die Uhr leider nicht her). Das ist zwar gnadenlos langsam, aber deutlich schneller als ich befürchtet habe (hatte zwischenzeitlich mit 2 Stunden gerechnet) und wie erwähnt: das war BEWUSST kein Wettkampftempo.
Dennoch zum Vergleich:
Meinen Marathon möchte ich in 4 Stunden laufen. 42,195 km in 4:00 Stunden bedeuten eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 10,55 km/h bzw. 5:41 Minuten Zeit die mir pro Kilometer zur Verfügung stehen!
Als Vorraussetzung für einen Marathon in 4:00 Stunden gilt, 10´000 Meter in 54 Minuten laufen zu können – wohlgemerkt im Wettkampftempo! So gesehen kann man meine 1:22 natürlich nicht mit den 54 Minuten vergleichen. Es kommt aber der Tag, an dem ich die 10 KM in Wettkampftempo laufe, dann werde ich sehen wo ich wirklich stehe…
Als positives Fazit bleibt:
-> ich bin in der Lage, 1:23 Stunden am Stück zu joggen!
-> die Herzfrequenz ist den Umständen entsprechend als zufriedenstellend zu bewerten
-> die 1:23 Stunden sind erheblich schneller als meine erste Annahme/Befürchtung
-> es hat Spaß gemacht und ich freue mich schon auf meinen nächsten Lauf
Eine Stunde nach Lauf stand dann noch das Stretching an – jetzt bin ich für heute aber fertig mit meiner Muskelqual. Morgen ist wieder Ruhetag; auch schön!
Lauf 1:
Zeit: 1:23 Stunden
Avr- HF: 157 / min
Geschw.: 7,23 km/h
Vergleich zum letzten Lauf:
Zeit: - / -
Avr. HF: - / -
Geschw.: - / -
Vergleich zum ersten Lauf:
Zeit: - / -
Avr. HF: - / -
Geschw.: - / -