… center.tv allez-allez!
CENTER.TV, CENTER.TV, CENTER.TV ALLEZ-ALLEZ!!!
Am Wochenende stand der von langer Hand geplante Köln-Besuch auf dem Programm und an der Tatsache dass ich hier und heute schreibe kann man erkennen: ich habe es überlebt. Und das war nicht unbedingt immer zu erwarten. Schon der Samstag-Morgen war reichlich frustrierend als ich nach dem Aufstehen circa 5 Zentimetern Neuschnee entgegenblickte – und es wurde von Sekunde zu Sekunde mehr. Die spanischen, portugisischen und griechischen LKW-Fahrer ohne Sommerreifen entschlossen sich daher kurzerhand dazu, die A3 mit quergestellten Lastwagen zu vollsperren. Erfreulicherweise ist Südhessen so gut infrastrukturiert, dass wir spontan auf die A67 ausweichen konnten. Von den Eisschollen auf den Fahrbahnmarkierungen (die bei jedem Spurwechsel Geräusche machte, als würde sich der Unterboden jeden Moment verabschieden) mal abgesehen, konnten wir uns eigentlich nicht beschweren. Auf der Gegenspur der A67 kam es hingegen etwa 1 Stunde nachdem wir dort vorbeigefahren waren zu einer fiesen Massenkarambolage. Etwa 30 Autos sind da ineinandergerast. Der Grund war bemerkenswerter Weise nicht der Schnee, sondern die tiefstehende Sonne!
Ja ne, ist klar: ständig über den Winter motzen und wenn dann die Sonne kommt ist es auch wieder nicht recht!! Naja, hoffen wir mal das Beste für den Schwerverletzen!! Unsere Reise nach Köln verlief – gemessen an den Witterungsbedingungen – wirklich blendend. Gegen 12 Uhr kurvten wir die Karre ins Parkhaus des „IBIS Center-Süd“, ein fantastisches 1-Sterne-Hoten ganz in der Nähe des Tiebolds Ecks. Hier trafen wir wenige Minuten später auf Elena, Jona, Joscha, Peter und … äh… wer wars noch??? Egal, sehr lustige Truppe die sich von nun an dem leckeren Kölsch hingab und dem Kick des FC gegen den Rekordmeister aus München entgegenfieberte.
Gegen 15 Uhr liefen wir dann im Müngersdorfer Stadion auf, wo der Pöbel auf die Süd ging, während wir uns unseren Plätzen auf der Haupttribüne widmeten! Markus verzichtete allerdings im Lauf des Spiels nicht darauf, mehrmals zu erwähnen dass er eigentlich („jetzt wo ich ein paar Bier im Kopp hab“) viel lieber in der Süd stehen würde. Danke Mann, das nächste Mal sagst du das bitte bevor ich 120 Euro für diese Snob-Plätze raushaue :-) Mannmannmann, und für sowas verkaufe ich extra Teile von meinem Teakholzbestand in Costa Rica…!!
Zum Spiel gibt es nicht sonderlich viel zu sagen. Angeblich ist es 1:1 ausgegangen, was ich aber nicht mit Sicherheit bezeugen kann - ich persönlich habe ein 0:0 gezählt. Wirklich unglaublich: ich habe noch nie in Frankfurt im Stadion irgendwas gegessen oder getrunken. Erstens weil ich diese totale Abzocke nicht unterstütze, aber eben auch weil ich nichts vom Spiel verpassen will. Am Samstag war ich ZWEIMAL draussen um für Getränkenachschub zu sorgen. Jetzt darf mal jeder raten in welchen Minuten die beiden Tore fielen!! Oh Mann – ich bin echt der totale Trottel. Beim Tor für den FC hatte ich sogar noch den Markus mit rausgenommen. Beim zweiten Mal bin ich dann mit den Worten „geht ja nicht, dass du auch noch das zweite FC-Tor verpasst“ alleine gegangen. Naja, es kam alles etwas anders. Für mich war das Spiel also ein ödes 0:0. Immerhin ein Abseitstor von Poldi sowie einen Lattenschuss (Poldi), einen Unterlattenkopfball (Schweinsteiger) und einen Pfostenschuss (Fronck) bekam ich geboten.
Nach dem Kick ging es weiter zu „Oma Kleinmann“ um dort ein Schnitzelchen zu verzehren. Zu diesem Anlass reisten dann sogar noch Anne, Anja, Vivien, Jens und Lars (ich bleibe einfach mal bei den echten Namen…) an. Die mittlerweile 10köpfige Gruppe machte sich dann später noch auf zu…. ja… irgender Cocktailbar in der Zülpicher Straße. Ich war auf jeden Fall schonmal da, aber keine Ahnung wie der Laden heisst.
Im Verlauf des Abends verstärkte sich ein Phänomen immer mehr. Die Schwerkraft der Kölschgläser veränderte sich permanent. Es war echt eine reine Kunst, die Dinger aufrecht auf dem Tisch zu halten. Liegt vermutlich daran dass die Teile total schmal und relativ hoch konzipiert sind. Wer baut auch sowas? Anyway, die Dinger haben ganz plötzlich angefangen, ständig umzufallen. Nachdem es schon weder für den FC noch für die Eintracht zu 3 Punkten gereicht hatte, verlor ich dann auch noch den internen Kölsch-Wurf-Wettbewerb gegen Markus. Zwar konnte ich zweimal in Führung gehen (1:0 und 2:1), aber am Ende setzte sich Markus dann doch deutlich durch. Beim 2:4 hab ich gefrustet aufgehört zu zählen. Naja, halten wir zumindest fest: ich habe ihm in diesem Duell nichts geschenkt!!
Tja nun, ich glaube im Großen und Ganzen waren alle froh als wir dann endlich gegangen sind. Haben wir uns eigentlich verabschiedet oder sind wir einfach abgehauen? Ich weiß nur noch dass der Jens uns auf seinem Angeber-Handy den Weg zurück zum Hotel gezeigt hat. Einschliesslich der Worte „Ach das ist ja ganz nah; da seid Ihr in 5 Minuten!“. Tja nun, vermutlich hätte jeder einbeinige Blinde mit 12 Promille den Weg schneller gefunden als wir. Wir haben dann tatsächlich – für etwa 800 Meter – eine knappe Stunde gebraucht. Das lag aber nur zum Teil an der fehlenden Ortskenntnis. Viel mehr waren wir doch etwas… äh… unkoordiniert. So machten wir zwischendurch Rast um uns einen Döner zu kaufen, hatten aber plötzlich zwei komische, asiatische Falaffel in der Hand die sich wirklich am Rande zur Körperverletzung bewegten. Markus glänzte dann noch damit dass er irgendwelche privaten Autos die vorbeifuhren für Taxis hielt und zielsicher auf eines zuging, verbunden mit den Worten „Komm, lass uns das einfach nehmen!“. Ich konnte ihn aber im Letzten Moment noch vom Einsteigen abhalten. Überglücklich erreichten wir dann irgendwann unser Hotel – zwischendurch hatte ich schon daran gezweifelt dass wir es jemals schaffen.
Über den nächsten Tag lässt sich nicht viel sagen; zumindest nicht viel gutes. Gegen 10 Uhr verliessen wir das Hotel und besorgten zunächst mal ein paar Einheiten „Rheinisches Schwarzbrot“ – um Markus gesundheitliche Existenz auch über diesen Tag hinaus hin zu sichern. Auf dem Heimweg redeten wir maximal 20 Sätze. Bestehend aus 19 Mal: Markus: „Ich hab solche Kopfschmerzen!“, Ich: „Und mir ist schlecht!“. Nur einmal wichen wir aus auf „Was ein geiles Wetter!“, „Aber echt!“. Naja egal, reden war einfach viel zu anstrengend.
In Seeheim hab ich den Brotlieferant wieder im Bangert abgegeben und bin dann für 3 Stunden zum Schlafen zu meinen Eltern gefahren bevor es für mich zurück in die Schweiz ging. War auf jeden Fall ein ziemlich glattes Wochenende mit – wie immer! – äußerst netter Begleitung der Division Godesberg. Auf eine baldige Wiederholung – aber doch auch nicht ZU bald. Jetzt brauch ich erstmal 8 Wochen Urlaub zur Erholung!
So, und damit dieser ganze Text auch eine Berechtigung hat hier im Blog zu stehen kommen wir noch kurz auf den WNSL 2010 zu sprechen. Vom Kollgen F.G. aus Mannheim kam massive Kritik an der Auswahl des Laufes auf. Sein Wunsch wäre es weiterhin den langen Lauf zu meistern. Also Fabian, wie per Sametime schon angekündigt: wir müssen nach dem Jedermannslauf/Jedefraulauf eh 60 Minuten bis zur Siegerehrung (und zur Bierausschüttung) warten. So gesehen kannst du diese Stunde gerne mit der Teilnahme am Hauptlauf überbrücken. Die uneingeschränkte Unterstützung aller „WNSL-Finisher-2010“ während des Laufs wäre dir sicher!
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