Samstag, 28. Juni 2008

FINDUS - † 28. Juni 2008

Heute Nacht ist unser Miezekater FINDUS leider überfahren worden und war direkt tot. Da von uns leider niemand zu Hause war, haben unsere Nachbarn ihn bereits im Wald bei uns vorm Haus begraben! Mach´s gut Kleiner!!!

Freitag, 27. Juni 2008

Medizinertour 2008 - To be continued...

Der Fuss will als noch net, daher habe ich gestern einen Termin bei einem Orthopäden und Sportmediziner in Baden ausgemacht. Da darf ich am Montag auflaufen und den Fuss inspizieren lassen. Den Auftritt hat allerdings mein zweiter Schwager in spe schon mal vorab gründlich verdorben :-). Das ist das Problem: man sollte Ärzte privat nicht um eine Diagnose bitten – das sind die grössten Schwarzmaler auf der Welt. Wie es klingt bin ich mehr oder weniger dem Tod geweiht. Meine erste Idee mit dem Abhacken und nachwachsen lassen scheint wirklich gar nicht so schwachsinnig gewesen sein. Naja, am Montag weiss ich mehr. Ich hoffe mal, sie können den Fuss noch retten!

Damit geht meine Ärztetour in eine ungeplante Ehrenrunde! Schlimmerweise habe ich noch nichtmal die Rechnung meines Gesundheitschecks bekommen. Wahrscheinlich muss ich dann jetzt spätestens nach meinem Orthopädenbesuch Privatinsolvenz beantragen. Wenn ich nicht direkt nächste Woche „betrieben“ werde oder aber direkt beim Arzt meine Autoschlüssel als Sicherheit dalassen muss!

Naja, ansonsten gibt es sporttechnisch nichts zu berichten. Mit Corneli und Clemens war ich gestern in Zürich. Diese Stadt hat es wirklich geschafft, sein Stadtbild dank den UEAF 2008 – Fanzonen komplett zu verschandeln. An der ganzen Limmat und praktisch am kompletten Zürichsee-Ufer ist der Blick aufs Wasser versperrt – von Imbissbuden. Eine absolute Schande!!!

Umso schicker in Zürich dafür die „Traumelf“ im Züricher Hauptbahnhof! Hier hat adidas einen Spielerkreis aus 11 dreizehn Meter hohen Kickern der EM aufgestellt. Die sind wirklich imposant und allesamt ziemlich gut getroffen! Ein wirkliches Highlight, auch wenn man natürlich betonen muss, dass die Visionen von Tobias und mir was den Verwendungszweck der Zürcher Bahnhofshalle angeht viel, viel spektakulärer sind!!! Trotzdem mal hier ein paar Eindrücke von der Adidas-Thekenmannschaft:

Morgen gehe ich schwimmen. Und um dann aber auch im Thema endlich etwas weiter zu kommen, werde ich Euch auch wieder („Hefte raus; Klassenarbeit!!!“) mit ein bisschen Theorie langweilen müssen. Was mir grade auffällt: könnte vielleicht mal jemand rausfinden, was der Ursprung des wortes Theorie ist? Hat der irgendwas mit Gott zu tun? Danke im Voraus!!! Wie auch immer: damit ich dann bald mal meinen Trainingsplan erklären kann, geht es morgen um das Thema: ENERGIEVERSORGUNG! Ich hoffe mal, es wird nicht zu langweilig. Sonst einfach zwischendurch eine kurze Wortmeldung!

Oh Mann, KNALLER! Soeben lese ich, dass morgen hier in Riniken die schweizer Meisterschaft im Seifenkistenrennen stattfindet! Zitat aus dem Generalanzeiger „Kommendes Wochenende geht in Riniken die Post ab. Gerade als Veranstaltungsort für das Seifenkistenderby mit über 80 Fahrerinnen und Fahrern hat Riniken nationale Bedeutung gewonnen.“ Für mehr Infos: www.sd-riniken.ch. Eieiei – das wird ein Fest. Mal sehen ob ich à la Monte Carlo auch meinen Balkon für das Wochenende für 14'000 Franken vermieten kann. Höre mich morgen mal um...

Donnerstag, 26. Juni 2008

Finale!!! - Off topic

Oh Mann, oh Mann… Es gibt doch einen Gott, und er heißt NICHT Allah!!! Aber alles der Reihe nach; und vorab: Ich werde jetzt nicht thematisieren, ob es Niederlagen gibt, für die man sich schämen muss, sondern einfach ein paar Eindrücke von der gestrigen Fußballschlacht loswerden!

Nachdem ich Corneli & Clemens morgens in Waldshut aufgesammelt hatte, machte sich der kleine deutsche Mob schon am frühen Nachmittag auf den Weg nach Basel. Gegen 14.30 Uhr waren wir dann zu Fuß in der Baseler Innenstadt unterwegs. Das Stadtbild war letztendlich ausschliesslich von den roten Türken und den weißen Deutschen bestimmt. Nur ein paar ganz clevere Jungs (ich schätze mal Offenbacher oder Ossis) hatten sich für den heutigen Tag für das rote Auswärtstrikot der Deutschen entschieden. Ich war im Derbysieger-Shirt am Start, was mir im Lauf des Tages diverse Sympathien und wohlwollende Kommentare einbrachte! Überhaupt waren ganz offensichtlich einige Frankfurter am Start. Natürlich nicht allzu verwunderlich, wenn 100.000 Deutsche Fans am Start sind, aber trotzdem fiel es mir auf...

Bei brennender Hitze konnte das ein oder andere kalte Bier leider nur gelegentlich für Abkühlung sorgen. So schnell hätte ich gar nicht trinken können, wie ich Flüssigkeit ausgeschwitzt hab. Die Fanzonen und größeren Public-Viewing-Plätze waren weitgehend fest in der Hand der Deutschen, ansonsten war die deutsch-türkische Aufteilung in etwa halb/halb. Aufgrund der „deutschen“ Fanzonen dürfte das Verhältnis wohl 60 zu 40 für die BRD gewesen sein. Meine Hoffnung war, dass im Stadion die Aufteilung etwa 50/50 sein würde – meine Befürchtung sah eher eine Überzahl der Döner-Fraktion vor! Betonen muss man übrigens: vor dem Spiel war die Stimmung zwischen Deutschen und Türken absolut brüderlich und freundlich. Ich war wirklich erstaunt, aber es war eigentlich ganz nett das zu erleben...

Um etwa 18 Uhr holten wir dann Clemens Bruder (Christian) vom Bahnhof ab und pilgerten zum Stadion. Dort angekommen war die erste Erleichterung RIESENGROSS – unsere Plätze sahen stark nach Deutschem Block aus. Wobei das letztendlich für so ziemlich jeden Platz im Stadion gegolten hätte. Alle meine Befürchtungen waren komplett unbegründet. Im Stadion war die quantitave Überlegenheit der Deutschen noch viel krasser als in meinen kühnsten Träumen erhofft. Circa 75% der Fans waren Deutsche, circa 20% Türken und 5% waren Schweizer und sonstige Nationalitäten. Ist auf dem Bild hier allerdings nicht so gut zu erkennen; war noch zu früh. Aber da links im Eck sollte sich später der türkische Block formieren:

Die Geschichte war aber eben leider nur der quantitative Teil. Qualitativ zeigten die Türken mal, wie viel Programm man auch mit 6000-7000 Leuten bei einem Quasi-Auswärtsspiel machen kann. RESPEKT!!! Auf Deutscher Seite war die Stimmung eine Schande und es ließ sich wirklich sehr, sehr schleppend an! Der erste, wirklich emotionale Moment war das Absingen der Nationalhymne, wobei man auch hier sagen muss, dass ich nicht das Gefühl hatte, dass alles Leute das aus tiefster Inbrunst gesungen haben. HALLO? ES GEHT BITTESCHÖN GEGEN DIE TÜRKEN!!! Tschuldigung für das Gewackel, hatte leider keinen Cognac dabei um die Hand ruhig zu stellen. Ach ja, jetzt dürfen alle dreimal raten, wer das Goldkehlchen im Hintergrund ist :-)

Aber zurück zum fehlenden Engagement auf den Rängen: Das Klientel, dass man so im UEFA-EURO-2008-Stadion trifft ist sowieso etwas gewöhnungsbedürftig. Man hat – ebenso wie im normalen Bundesligaspiel – etliche (wenn nicht sogar noch mehr) Trainer und sonstige Fachleute um sich rum. Schlimm ist dann aber, wenn sie ihren Fußballsachverstand schamlos offen legen und z.B. fragen, wer denn der dritte Torhüter der Deutschen sei! Die Leute beschweren sich im übrigen auch, wenn man nach einer Torchance nicht sofort wieder Platz nimmt. Und nicht zuletzt ist es halt ein gottverdammtes Kinopublikum! Ähhm, der menschliche Körper KANN auch 90 Minuten ohne Essen und Trinken auskommen. Man verhungert nicht DIREKT! Grundsätzlich ist es ja in Ordnung – ist ja ihr Geld das sie für überteuerten Billigfraß ausgeben – aber wenn man dann alle 8 Sekunden aufstehen muss, um irgendwen durch die Sitzreihen gehen zu lassen, dann fuckt das einfach übertrieben ab. Ich habe mich – wie immer im Stadion – in Enthaltsamkeit geübt. Wäre noch zu erwähnen, dass ich eine Petition für ein neues Gesetzt starten werde. Für das fehlerhafte hochhalten von Bannern und Spruchbändern sollte es per sofort die Todesstrafe geben. WIE DUMM KANN MAN EIGENTLICH SEIN??? Und zum optischen, bzw. modischen Thema lässt sich sagen: Kein Outfit ist zu peinlich und die Leute schrecken vor nichts zurück, um in jedem Fall aufzufallen! Naja, im Großen und Ganzen ist das Publikum da echt ziemlich anstrengend und leider von der UEFA schon total überzüchtet. Da wird der Jubel durchformatiert dass mir die Faust in der Tasche aufging. Überhaupt die UEFA – es ist wirklich grauenvoll. Da ist alles minutiös durchorganisiert. Nichts gegen Orga, aber wenn halt auf der Videowand kommt: 20:03 Uhr – UEFA 2008 EM Supporters, 20:11 Uhr Player´s warm up, 20:36 Team lineups, usw… da kommt einem schon das große Grauen!!!

Das Spiel ging los um 20.45 Uhr – zumindest für die Türken. Wir ließen uns noch ein wenig Zeit, griffen dann aber gegen 21.05 Uhr ebenfalls ins Spielgeschehen ein. Die Zeit davor war wirklich unglaublich. Ich habe selbst die Eintracht noch nie so verunsichert gesehen; und das soll etwas heißen. Keine Ahnung, ob das nur im Stadion der Eindruck war, oder ob man den auch im Fernsehen bekommen konnte. Aber die Deutschen waren hypernervös, unkonzentriert und total unsicher! Das Türkentor war hochverdient und glücklicherweise der – wenn auch nur zwischenzeitliche – Wachmacher für die Deutschen. Ich stand trotzdem komplett unter Schock und habe mich absolut nicht mehr bewegen können. Wir können doch nicht ernsthaft gegen die verlieren; NICHT GEGEN DIE!!! Ich war zu dem Moment schon sowas von voll mit Aggressionen, dass ich bereit war für meine erste Gewaltstraftat. Letztendlich mit der ersten guten Aktion dann der Ausgleich und ein Jubel der sich das erste Mal gehörig gewaschen hatte! Da war dann auch zu erkennen, welches Potential in diesem deutschen Anhang heute steckte. Es hat praktische das ganze Stadion gefeiert. Zunächst sah es so aus, als wären wir jetzt im Spiel, aber irgendwie verflog dieser Eindruck bald wieder und wir gingen (gut bedient, SEHR gut bedient) mit einem 1:1 in die Halbzeit!

Die Türken waren wirklich stark – ebenso wie ihr Anhang der uns die ersten 70 Minuten locker in Grund und Boden sang. Nur wenn „wir“ wirklich wollten, wurde es auch vernünftig laut. Um die 60. Minute klingelte dann ungefähr jedes Handy im Stadion und ich hörte nur Satzfetzten wie „...hä? Junge, ich zahl hier Roaming-Gebühren; da kann ich dir doch nicht das ganze Spiel kommentieren!!!“. Ganz offensichtlich gab es Übertragungsfehler vom Spiel; wie wir später zu Hause erfuhren, sogar ganze 3 Stück. Nur das Schweizer Fernsehen (an das sich das ZDF dann auch anklemmte) hatte eine Glasfaser-Hausleitung nach Basel und brachte Bilder zu Stande. A propos Bilder: Die Bilder vom Nieselregen in Wien waren auch fett, oder??? Naja, kann man als Entschuldigung wohl einigermaßen durchgehen lassen... War mir übrigens sehr unangenehm, dass ich nur mein schweizer Handy dabei hatte. Ich hoffe, es hat mich keiner versucht anzurufen um eine Live-Reportage zu erhalten!

Die zweite Hälfte war vom ersten Moment an viel entspannter, was daran lag, dass die türkischen Torraumszenen jetzt etwa 110 Meter weiter entfernt waren als noch zuvor. Trotzdem waren die Deutschen immer noch nicht richtig im Spiel und im Prinzip sollte sich das auch bis zum Schluss nicht ändern. Umso überraschender dann das 2:1 durch Klose und Rüstü. Jetzt war das Stadion erstmals richtig am Kochen, zumal wir etwa die 80. Minute hatten und man ja hätte meinen können, dass unseren Kickern jemand von der türkischen Moral erzählt hat. War aber wohl nicht so und so kamen die Schweizer zu ihrem zweiten Tor. Wie schon beim ersten Tor sieht Lehmann nicht gut aus und Lahm lässt sich nicht zum ersten mal düpieren. Den Fehler macht er dafür 6 Minuten später wieder gut – UND WIE. Selbst eingeleitet, taucht er nach einem Doppelpass mit Poldi (?) frei vor Rüstü auf, wartet bis der sich hinlegt und löffelt den Ball links oben ins Eck. Und dann aber: KOLLEKTIVSTES AUSRASTEN. EIN FREAKOUT WIE IN DIE WELT WOHL SELTEN GESEHEN HAT. ES IST EINFACH NICHT IN WORTE ZU FASSEN, WAS IM MOMENT DES TORES UND DEN MINUTEN DANACH LOS WAR. Einfach nur fett und pure Emotionen. Auch ich bin völlig durchgedreht und hab mich in den Armen von sonstirgendwelchen Leuten wiedergefunden. Unglaublich. Nicht so geil wie das 5:1 von Fjörtoft oder das 6:3 von Schur; aber es kam ziemlich nach dran! Einfach nur der helle Wahnsinn und 30.000 Deutsche Fans die halt mal SOWAS von Kopf standen!

Die Jubelfeiern wurden kurz unterbrochen von der grossen Farce des Spiels. Der Kürung des „Man of the match“. Da sieht man halt was passiert, wenn man senile, grenzdebile UEFA-Funktionäre so etwas auswählen lässt. 90jährige demenzkranke Personen können sich eben immer nur an die letzten Momente erinnern. Da werden gerne auch mal 89 Minuten vorher ausgeblendet und Philipp Lahm zum besten Kicker ernannt. Okay, er hat das 3:2 gemacht, das 2:1 vorbereitet und einen (soweit ich das sehen konnte) eigentlich klaren Elfmeter rausgeholt… Aber er hat halt auch 4-5 Mal hinten miserabel ausgesehen, von der ersten Minute an totale Unsicherheit und Nervosität ausgestrahlt und bei beiden Toren (vor allem beim zweiten) ganz schwach ausgesehen.

Schwierig für mich einen besten Mann zu finden. Aber Schweinsteiger hat zumindest die ganze Zeit Programm gemacht. Außerdem hat Frings die Truppe in Halbzeit 2 doch deutlich stabilisiert. Hitzlsperger war noch solide – ich würde mal sagen eine 3-.Aber alle anderen brachten allenfalls eine „ausreichende“ Leistung zu Stande. Wenn überhaupt!!!

Anyway, kurz später (noch ein nervenzerreibender – aber ungefährlicher - Freistoss für die Türken) war dann endlich Schluss und 30.000 Deutsche wurden ein letztes Mal dazu aufgerufen, komplett durchzudrehen. Ich war komplett fertig, körperlich wie mental. Und ich war bis zu den Knochen hin durchgeschwitzt, was nicht nur an der Hitze lag... Es folgte ein durchschnittliches Abfeiern mit der Mannschaft, war aber trotzdem pervers, da man die Mannschaft gar nicht brauchte um total abzudrehen. Trotzdem war es schade, dass mit der Mannschaft in unserem Block gar nichts ging. Das Problem war vor allem, dass die ganzen SUPERFANS um uns rum nicht mal HUMBA kennen und sich entsprechend beim Abbrüllen der Buchstaben nur fragend umgeschaut haben. Oh Mann!!! Aber naja...

Nach dem Spiel – bzw. dem etwa fünfzehnminütigen Feiern im Stadion ging es dann zurück zum Auto. Vorbei an vielen, vielen Türken. Aber es kamen weder Provokationen von Deutschen, noch Aggressionen von Türken. Unterm Strich war es absolut friedlich und am Auto angekommen wünschten uns einige Türken noch viel Glück fürs Finale! Soweit wir es nachts noch im Fernsehen mitbekamen, scheint es ja (von Ostdeutschland mal abgesehen) ziemlich cool und friedlich zwischen Türken und Deutschen zugegangen sein! Wäre ja perfekt!!!

Fazit: Das Spiel war der Knaller. Auch und vor allem durch die schwache Leistung der Deutschen, die erheblich zur Spannung beitrugen. Die Stimmung der Türken war vorbildlich, die der deutschen in bester „We only sing when we´re winning“-Manier. Trotzdem war es dann spätestens nach dem 3:2 bombastisch!!! Sportlich hat mich die Truppe nicht überzeugt, aber es hat ja gereicht. Von daher: Schwamm drüber! Alles in allem war es also ein sehr gelungener Tag, ein cooler Abend und ein absolut fantastischer Ausgang.

Trotzdem komme ich nicht umher zu betonen: Noch 3 Tage, dann ist dieses Kommerz-Fußballfest wieder vorbei und wir können uns alle freuen auf den echten Fußball, echte Fans und echte Emotionen! Am 15. August 2008 ist es soweit und die Bundesliga startet in die neue Saison. Mit dem zurückgekehrten ersten Fußballclub Köln und der glorreichen Frankfurter Eintracht! Dem Fabian sei noch gesagt, dass ich unflätiges Verhalten immerhin gegen 4 Gruppen aus deinem Kommentar begangen habe: Nicht-Frankfurter (Mainzer), UEFA-Funktionäre (die Fifa ist das andere, Fabian!), Schweizer und gegnerische Fans. Kölner habe ich sogar in Ruhe gelassen. Wobei MOMENT: Geht so, über Kölner hab ich mich auch wieder aufgeregt... Aber gut, hat jedenfalls nicht gereicht um in die ZIS zu kommen. Habs nichtmal zum ersten Recall geschafft! Hab mich aber trotzdem über deinen Kommentar totgelacht!

Das letzte Wort gilt heute Abend den großzügigen Spendern, die mir die Karte und damit diesen überragenden Tag ermöglicht haben. Corneli & Clemens: vielen, vielen Dank für dieses perfekte Weihnachtsgeschenk! Es war wirklich ein absoluter Knaller und ein totales Highlight!!!

Dienstag, 24. Juni 2008

FOR WEST GERMANY!!!

Oh Mann, lange halte ich diese Spannung nicht mehr aus. Von mir aus könnte es direkt losgehen. Um 11.14 Uhr werde ich Corneli und Clemens am Bahnhof aufsammeln und dann geht es wohl irgendwann mittags Richtung Basel. Im Gegensatz zu den ganzen Dummschwätzern von Politikern, Integrationsbeauftragten, Journalisten und sonstigen Heuchlern wünsche ich mir nicht in erster Linie ein friedliches Fußballfest, sondern einen Sieg der deutschen Mannschaft!

So geh´n die Türken, die Türken die geh´n so; so geh´n die Türken, die Türken die geh´n so. SO GEH`N DIE DEUTSCHEN, DIE DEUTSCHEN DIE GEH`N SO; SO GEH`N DIE DEUTSCHEN, DIE DEUTSCHEN DIE GEH´N SO!!!

Hier geht´s zwar um Tschechen, ist aber trotzdem nett:

Noch knapp 25 Stunden bis zur Nationalhymne. Oh Mann – ich kann nicht mehr. HURRA, HURRA, DIE DEUTSCHEN DIE SIND DA! Angeblich sollen 100.000 Landsleute morgen Abend in Basel einfallen um gemeinsam die europäische Fußballwelt aus den Angeln zu heben... Es ist angerichtet! MIT SOMBRERO AUF UND DOC MARTENS AN, SO GEHT DIE REISE LOS...

Montag, 23. Juni 2008

Eine Ausgeburt des Teufels - Equipment IV

Na wenigstens das hat geklappt. Paella schlägt Pizza und in VillaRiba und VillaBacho wird kräftig gefeiert, während Italien im Tal der Tränen versinkt. So ein Tag, so wunderschön wie gestern...

Sogar der Fabian hat mir heute berichtet, dass er gestern kurz davor war in seinem feierlichen Überschwang 14 Familienpizzen für den Mannheimer Spanisch-Deutschen Kulturverein springen zu lassen. Angeblich konnte er aber aufgrund seiner vom Umzug geplagten Finger das Telefon nicht benutzen. Tja Junge, das kommt davon wenn man zum Umziehen Kisten mit Blasenfaktor 12 benutzt...

Daran dass ich mal wieder ein bisschen was über meine Sportausrüstung erzähle, erkennt der intelligente Leser, dass ich es heute wieder nicht zum Laufen geschafft habe. Die Fußschmerzen werden praktisch immer fieser und da sie direkt am Fußballen sind, trete ich täglich auch noch ungefähr 3000 Mal drauf. Habe mir heute einen Orthopäden empfehlen lassen und werde dort vorstellig, wenn es sich bis morgen Abend nicht gebessert hat! An Laufen wäre heute aber eh nicht zu denken gewesen – das wäre absolut gesundheitsgefährdend gewesen. Es war brütend heiß und sogar im Büro schmolz man einfach nur dahin. Wir haben leider noch keine Klimaanlage und heute waren es dann tatsächlich im ersten Stock 31 Grad Celsius. Im zweiten Stock war es aber noch viel schlimmer… Aber es gibt auch gute Sachen zu berichten: als ich heute nach Hause kam hatte ich die Buchungsbestätigung für eine Ferienwohnung in Holland, die ich vom 18.-25. Juli 2008 mit Tobi und Jonas aus Bonn zwecks eines Lauftrainingslagers beziehen werde. In der gleichen Woche (ab 21. Juli) ist dann auch mal wieder die Eintracht-Sektion Helsinki in Deutschland am Start. Morris gibt sich die Ehre, wofür ich dann den Rest meines Urlaubswochenendes geblockt habe! Dumm nur, dass es noch ewig hin ist bis zum Mitte Juli...

Aber gut, solange nicht gelaufen wird, langweile ich die Bloggemeinde eben mit etwas anderem. Eigentlich wollte ich ja erstmal weiter mit eine bisschen Theorie machen (Energieversorgung, Sauerstoffversorgung, Trainingseffekte), aber diese ganzen Themen sind so komplex, dass mir heute Abend leider die Zeit fehlt, darauf einzugehen. Heute stelle ich Euch daher wieder etwas aus meiner Lauf-Ausrüstung vor; um genauer zu sein ein Paar meiner Laufschlappen! Zwar habe ich mir am Samstag vor dem Umzug ein neues Paar bei Engelhorn in Mannheim gekauft, allerdings konnte ich dieses ja fußbedingt noch nicht laufen. Stattdessen thematisiere ich heute mein zweitneuestes Paar Schuhe, dass ich mir etwa Anfang April gekauft habe.

Auch wenn sie nicht danach aussehen: ich bin mit ihnen tatsächlich schon mehrmals gelaufen. Auch bei Regen und durch schlammigen Boden. Eigentlich absolut unfassbar, dass die noch so astrein aussehen...

Im Großen und Ganzen kann man diese Schuhe mit Fug und Recht als Fehleinkauf bezeichnen; sie sind sozusagen der „Mehdi Mahdavikia“ meines Lauf-Equipments, aber leider kam ich zu diesem Entschluss erst nachdem bereits die Passform-Garantie von Engelhorn (2 Wochen) abgelaufen war. Ich bin mittlerweile mit diesem Schuh etwa 4 Mal meine Hausstrecke und 1-2 Mal sonstige kleine Distanzen gelaufen, aber leider habe ich mir ohne Ausnahme JEDES MAL eine Blase (um genau zu sein immer dieselbe) dabei gelaufen.

Die Passform-Garantie beträgt 14 Tage, in denen man die Schuhe einfach zurückgeben oder umtauschen kann. Leider konnte ich die ersten 4 Tage nach Kauf gar nicht laufen und danach habe ich mir bei der ersten Blase noch nichts gedacht – kommt schließlich bei neuen Schuhen schon mal vor, dass man eine bekommt. Tja, dazu kam, dass ich natürlich auch nicht jedes Wochenende nach Mannheim fahre und daher die Passform-Garantie verfallen ist. Das gleiche Problem droht mit im Übrigen auch mit meinen ganz neuen Schuhen – eventuell laufe ich die in den nächsten 10 Tagen kein einziges Mal. Aber gut, wollen wir den Teufel mal nicht an die Wand malen. Teufel ist das Stichwort, womit wir den Loop zurück zu meinen verhassten Adidas-Schlappen finde. Damit die Kohle nicht komplett rausgeschmissen ist, habe ich verschiedenste Dinge versucht, um die Blasenbildung zu verhindern. Ich bin mit speziellen Laufsocken oder sogar den Kompressionsstrümpfen gelaufen, habe die Adidas-Einlagen rausgenommen, habe meine alten orthopädischen Einlagen reingetan, usw. aber es hat alles nichts geholfen...

Dummerweise hat der rechte Schuh an der Innenseite des Fußballens eine raue Stelle und an ihr schlägt sich der Strumpf wellig auf und reibt auf der Haut. Spätestens nach 4-5 Kilometern konnte man dann praktisch nicht mehr laufen. Ich habe nun schon versucht, diese raue Stelle mit verschiedenem Werkzeug zu glätten, aber das wirklich richtige hatte ich leider nicht zur Hand. Ich werde nun mal mit Schmirgelpapier an die Geschichte rangehen und hoffen dass es dann geht. Zuletzt bliebe noch die Bearbeitung mit irgendeinem Schmierstoff, aber das kann ja auch nicht so ganz der Sinn sein. Naja, ich sehe mal wie es mit Schmirgelpapier klappt und dann muss ich mir gegebenenfalls nochmal Gedanken machen. Wer weiss: da Vanish™ ja bei so ziemlich jedem Problem hilft, könnte es auch in diesem Fall seinen Nutzen haben!?! Ich bin in jedem Fall schon jetzt für jede Art von Tipp dankbar… Bis dahin trage ich die Schuhe gelegentlich in meiner Freizeit und hoffe, dass mein Fuß vielleicht irgendwann ein bisschen „familiar“ damit wird.

Wie geht es die nächsten Tage weiter? Ich gehe nicht davon aus, dass der Fuß sich bessert, mache mir aber auch keine Hoffnungen auf einen baldigen Orthopäden-Termin. Ab morgen Abend habe ich erstmal wieder 3 Tage Urlaub. Am Mittwoch kommen dann meine (kinderlose) Schwester Corneli, ihr Verlobter Clemens, sowie Clemens Bruder zu mir um dann Abends gemeinsam den Baseler St. Jakobs Park zu besuchen wo hoffentlich die Deutsche Nationalelf den Ali’s und Mehmet’s die fußballerischen Grenzen aufzeigen und ins EM-Finale einziehen wird. Das wird sicherlich mal SOWAS von FETT und ich denke praktisch seit Donnerstag an nichts anderes mehr! Aber á propos Finale: Markus, du erinnerst dich hoffentlich noch, dass wir im Fall der Fälle am Sonntag nach Wien fahren? Ich habe schon mal angedeutet, dass es am Montag im Büro bei mir später werden könnte. Von Riniken nach Wien sind es gerade mal 8:30 Stunden (ohne Pause) – Katzensprung würd ich sagen, oder?

Am Tag nach dem Halbfinale gegen unsere türkischen Freunde zeige ich Corneli und Clemens dann noch ein bisschen was von dem Land in dem ich hier nun schon seit 2,5 Jahren lebe. Danach beginnt für mich wieder der sportliche Ernst. Solange ich nicht Laufen kann werde ich JEDEN TAG schwimmen gehen. Keine Ruhetage mehr, bis ich wieder Laufen kann! Den Freitag habe ich mir mal komplett dafür freigehalten, ihn notfalls komplett im Wartezimmer eines Orthopäden zu verbringen. Naja, was man in seinem Urlaub nicht so alles macht... Ich melde mich morgen nochmal; danach wohl erst wieder am Freitag!

Sonntag, 22. Juni 2008

Laktat - Theorie I

Zunächst mal: im Moment (und auch in letzter Zeit) bin ich leider garnicht in der Lage gewesen Laktat auf- und abzubauen. Denn im Augenblick ist an Laufen mal wieder nicht zu denken!. Seit Dienstag habe ich diese komischen Schmerzen im linken Fussballen, die mal kommen und gehen; seit gestern Nachmittag aber stärker denn je sind. Ich kann einfach nicht normal mit dem Fuss auftreten und werde noch diese Woche zum Orthopäden gehen, wenn es sich bis Dienstag Abend nicht verbessert hat! Wahrscheinlich ist es das Beste, wenn ich ihn abhacke und einfach nachwachsen lasse...

Wie eben erwähnt, bin ich die letzten Tage also gar nicht gelaufen; auch am Wochenende nicht. Gestern stand dafür Krafttraining im Überschuss auf dem Programm. Sanne und Fabian haben ihre verwahrlosten Haushalte aufgelöst um innerhalb von Mannheim eine neue, gemeinsame Wohnung zu beziehen. Für die beiden geht es aus der Schwetzinger Vorstadt nach Seckenheim. Im Übrigen ein weiser Entschluss, die Vorstadt endlich zu verlassen; wer will schliesslich schon hier wohnen?

Besonders sportlich wurde die ganze Aktion, da sich Sannes Freunde nicht grade loyal gezeigt haben – genau genommen haben sie sich gar nicht gezeigt. So halfen dann Tobi und ich den beiden Vorstadt-Flüchtlingen und Sannes Eltern beim schleppen. Es ging los mit Sannes Wohnung – danach rüber nach Seckenheim wo der Kram in den gefühlten 11. Stock hochgetragen wurden! Nachdem das erledigt war ging es zurück um Sannes Rest und Fabians Wohnung einzupacken. Abermals ging es zurück nach Seckenheim wo ebenfalls abermals die Sachen hoch in den gefühlten 19. Stock mussten! War zwar ordentlich anstrengend, aber sonst passierte eigentlich nichts Spektakuläres. Ach ja: Scherben bringen Glück und ich schulde den beiden einen neuen Spiegel!

Nach getaner Arbeit machte ich mich auf den Weg in die Schweiz, wo ich Riniken mit einer Null-Stopp-Strategie und einer Welt-Tagesbestzeit von 2:26 Stunden erreichte. Dabei nahm ich den Weg, den tagsüber schon komplett Holland genommen hatte. Als ich morgens nach Mannheim gefahren bin war original jedes zweite Auto auf der A5 ein Holländer auf dem Weg nach Basel. Die haben die Autobahn halt wirklich orange gefärbt… Daher wunderte es mich nicht, dass ich kurz später im Radio erfuhr, dass sich rund 250.000 Niederländer in Basel befinden. Was für eine krasse Menge! In Minute 20 kam ich an meiner Wohnung an und musste mit ansehen wie meine Holländer sich aus dem Turnier verabschiedet haben. Naja, dann sind jetzt zumindest alle Daumen frei für West-Deutschland!

Das eigentliche Thema hier und heute ist aber ein anderes. Schliesslich kann es ja nicht der Sinn sein, dass ich diesen Blog nur nutze, um mich und meine sportlichen Leistungen der Lächerlichkeit preiszugeben. Es gehört eben auch mal dazu, dass Ihr ein bisschen was über Theorie lernt!

Vermutlich hat jeder schon mal etwas von Laktat und/oder Laktattests gehört. Von Fussballspielen oder Trainingslagern kennt man ja auch gut die Bilder, in denen die Leistungssportler ihr Ohrläppchen bluten lassen müssen, damit der Mannschaftsarzt den Laktatwert der einzelnen Spieler bestimmen kann. Aber warum das eigentlich?

Laktat ist ein körpereigener Stoff, der den Zweck hat, das Herz-Kreislauf-System vor einer Überlastung zu schützen. Sobald dem Körper Leistungen abverlangt werden, die ihm zu anstrengend sind, bildet er Laktat, was zu einer Übersäuerung der Muskeln und damit mittelfristig zu einem starken Leistungseinbruch führt. Das „zu anstrengend“ hängt massgeblich von den Bereichen ab, in denen gelaufen wird. Solange der Körper gut mit Sauerstoff versorgt ist (aerober Bereich) bildet der Körper kein Laktat, sobald der zugeführte Sauerstoff nicht mehr ausreicht (anaerober Bereich), holt sich der Körper den fehlenden Sauerstoff aus der Milchsäuregärung womit er gleichzeitig anfängt, Laktat (das Anion der Milchsäure) freizusetzen!

Laktat bildet somit einen eigenen Schutz dagegen, dass der Körper auf einen längeren Zeitraum überbelastet wird und es um Kollaps kommt. Somit hält die Laktatentwicklung einen Sportler jederzeit in seinen Leistungsgrenzen!

Der Laktatwert im menschlichen Körper wird in mmol (Millimol pro Liter Blut) gemessen. Je höher der Laktatwert, desto unökonomischer ist der Stoffwechsel des Körpers. Solange der Laktatwert kleiner oder gleich 4,0 mmol beträgt ist der Körper ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Erst höhere Werte zeigen an, dass die Sauerstoffversorgung nicht ausreicht. Sobald der Sportler die Leistung aber mindert, beginnt auch der Körper direkt wieder mit dem Abbau des Laktats.

Ein Langstreckenläufer sollte in einem Marathon normalerweise einen Wert von 4,0 mmol anstreben, da dies der gerade noch der Bereich ist, in dem die Sauerstoffversorgung ausreicht. Erst auf den letzten Kilometern beim Endspurt sollte sich der Wert erhöhen. Im Vergleich dazu läuft ein 800-Meter-Läufer normalerweise mit einem Laktatwert von 25,0 mmol über die Ziellinie. Aufgrund des Laktats (bzw. aufgrund der Sauerstoffversorgung) sind auch die Interview-Leistungen der Läufer zu erklären. Ein 800-Meter-Läufer pumpt normalerseise noch 1-2 Minuten nach Zieleinlauf Luft, während Marathon-Profis bereits wenige Sekunden nach dem Zieleinlauf Interviews geben können.

Nicht zuletzt bildet Laktat für die Sportmedizin eine optimale Möglichkeit des Fitnessstands eines Sportlers zu bestimmen. So machen praktisch alle Bundesliga-Vereine zum Trainingsbeginn einen Laktattest mit den Spielern. Den Anhand dieses Tests lässt sich optimal und ohne jede Zweifel feststellen, ob die Sportler auch schön brav ihren Sommerpausen-Trainingsplan befolgt haben.

Soviel erstmal zum Thema Laktat. Leider ist es ziemlich kompliziert das Thema zu erklären, solange ich nicht ein paar andere Themen erklärt habe; insbesondere die Energieversorgung und Sauerstoffversorgung des Körpers. Aber hoffentlich komme ich dazu in den nächsten Tagen mal.

Nun schreiben wir die 108. Minute im Spiel gegen die „Petzen von 2006“ gegen die Spanier und ich brauch wohl nicht erwähnen, wem meine Sympathien hier gelten. Weiterhin fällt mal wieder auf, dass Luca Toni wohl die grösste Tussi ist, die bei diesem Turnier am Start ist. Es ist wirklich eine Schande, dass so jemand nicht längst mit gelb-rot vom Platz ist. Aufgrund von Schwalben, Theatralik und Zeitspiel! Naja, ich kann nur das beste hoffen...

¡Viva España!

Freitag, 20. Juni 2008

Pressespiegel - WNSL

Wie es sich gehört für Sportevents der Spitzenklasse möchte ich hier und heute einmal auf die Stimmen der internationalen Presse zum Willi-Nickel-Stadtlauf eingehen. 3 umliegende Zeitungen haben sich dazu herabgelassen, über den Pfungstädter Stadtlauf zu berichten. Das Darmstädter Echo, die Südhessische Woche und die Pfungstädter Woche, wobei ich praktisch all meine kriminelle Energie aufbringen musste, um in den Besitz des letzten Blattes zu kommen.

So kurvte ich gestern auf dem Heimweg von Andrea und Marc noch eine Runde durch Pfungstadt um eben eine solche „PfuWo“ aus einem Briefkasten zu klauen. Nach einiger Zeit ergab sich dann die Möglichkeit und mit einer Drive-By-Situation kam ich in den Besitz von sogar zwei „Pfungstädter Woche“(n). Zu Hause angekommen stellte sich dann bei Helligkeit heraus, dass ich aber 2 Südhessische Wochen erbeutet hatte – und die hätte ich auch auf unserem Küchentisch zu Hause gefunden. Naja, heute war ich dann noch mal in Pfungstadt und hab mir legal in einer Apotheke eine erschnorrt!

Sehr löblich sei das Darmstädter Echo zu erwähnen, dass sogar einen Bericht zum Lauf bot – bei dem sogar die Unterüberschrift (wie nennt man das?) sehr verheissungsvoll klang: „Seeheimer liegt beim Pfungstädter Stadtlauf vorn“. Allerdings leider nicht ich...Ach ja, à propos: die Schweine vom TSV Pfungstadt haben meine Zeit nicht mit 43:34, sondern mit 43:38 gemessen. Ich behalte mir rechtliche Schritte vor. Dafür konnte ich mittlerweile vernehmen, dass ich zwar in meiner Altersklasse vorletzter geworden bin, nicht aber in der Gesamtwertung der Männer. Da habe ich immerhin 2 Männer hinter mir gelassen - und 8 Frauen!Die Südhessische zeigt zwar hingegen nur ein Bild mit kurzer Unterschrift, doch ist auf diesem Bild vieles interessantes zu sehen. Es wurde gemacht beim Startschuss und zu sehen bin nicht nur ich im Hintergrund (das lange Elend, dass mal wieder in die völlig falsche Richtung guckt) sondern ganz links im Bild auch der alte Kerl der barfuss gelaufen ist (blaues T-Shirt) und mich auch überrundet hat... Zu guter letzt sieht man links neben dem Barfüsser auch eine Frau, die mit Kompressionsstrümpfen läuft. Ich bin also nicht der einzige Mensch auf der Welt, der solche Dinger hat:Von der Pfungstädter Woche werde ich (obwohl es so schwer war sie zu beschaffen) keinen Artikel abdrucken. Die haben doch tatsächlich nur zwei Photos von den Kinderläufen mit einer einzeiligen Unterschrift zu Stande gebracht. Sowas unterstütze ich natürlich nicht!

Was ist seit Mittwoch noch alles passiert? Donnerstag war mein Fuss leider immer noch nicht besser und ich konnte nicht laufen. Dafür war ich morgens mit Ben (und natürlich Andrea) in Weiterstadt beim Babyschwimmen. Der Kleine hat es überlebt – ich auch – somit ist alles gut. Nene, war wirklich total lustig und süss. Meine Schwester hat ein paar Videos gedreht. Nachdem die durch meine Propaganda-Zensur gelaufen sind werde ich vielleicht mal eins veröffentlichen; allerdings bestimmt nicht das auf dem wir singen mussten :-)

Ach ja, und die Familienplanung konnte ich da auch nicht vorantreiben wie der Fabian das so hingestellt hat. Von alleinstehenden Singlemüttern keine Spur, und selbst wenn…. Dannn doch lieber nicht! Ist glaube ich auch einfach nicht die optimale Situation, seine Lebenspartnerin zu finden, wenn man sich in einer Sprache, bestehend aus „GAGAGA“ und „HUIIIII“, bewegt!

Den ganzen Donnerstag über war ich noch bei Ben wo dann auch Abends der deutsche Halbfinaleinzug geguckt wurde. Heute stand dann wieder erstmal Passivsport auf dem Programm: die „Pro Evolution Soccer“-Europameisterschaft mit Markus. Leider schieden wir im Viertelfinale aus… Danach war dann noch mal Action angesagt. Es ging *trommelwirbel* nach Arheilgen zum Mini-Golf spielen, wo der alte Golfer Maggus Conny und mir die Grenzen aufzeigte. Mein Fuss ist immer noch im Arsch und heute habe ich clevererweise die letzte Chance verspielt, mal zu nem deutschen Orthopäden zu gehen. Aber wird schon werden; es wird jeden Tag etwas besser...

Morgen helfe ich Sanne und Fubu beim Umzug – danach geht es in die Schweiz. Am Sonntag muss ich dann allerspätestens wieder mal laufen. Bis dahin sollte das dann auch auf jeden Fall wieder gehen!

Mittwoch, 18. Juni 2008

Die Revanche

Nach den Anstrengungen des Willi-Nickel-Laufes stand der Rest des Wochenendes im Zeichen der Entspannung. Auch am Montag wurde es nicht gerade knallhart. So wurde ich als amtierender Fussballgott in Sachen Soccergolf von Markus und Fabian herausgefordert. Der Soccerpark in Dirmstein sollte zum Schauplatz des grossen Showdown werden: Vor allem gegenüber Markus kam für mich die Gelegenheit, Rehabilitation für die Badminton-Klatsche in Jugenheim (ich berichtete) zu schaffen! Dies sollte mir nach einem Kampf über zwei Runden dann auch knapp gelingen, auch wenn ich massgeblich davon profitierte, dass Markus für eine Par 3 – Bahn ganze 25 Schläge (oder besser: Tritte) brauchte.

Das Endergebnis lautete:

1. 4565 = 87 + 103 = 190
2. Markus = 110 + 89 = 199
3. Fabian = 114 + 105 = 220

Auffällig bei diesem Ergebnis ist, dass die beiden Feinde sich in der zweiten Runde signifikant verbessern konnten, während das bei mir genau umgekehrt war...

Unterm Strich war aber natürlich meine Überlegenheit mit Händen zu greifen und mein Sieg war zu keiner Zeit gefährdet *hüstel*.

Natürlich waren auch die Kollegen vom Fernsehen wieder dabei. Dabei fällt mir auf: Fabian, kann es sein dass du den Grossteil der komprimittierenden Bilder gelöscht hast? Irgendwie fehlen jede Menge Videos und Bilder, die ich gemacht habe...:

Fabian beim Abschlag:

Markus beim Abschlag:

Markus beim Kofferraum-Einlochen:


Gestern und heute habe ich Home-Office gemacht, am Freitag muss ich auch noch mal kurz aber ansonsten habe ich diese Woche jetzt wirklich Urlaub. Gestern Abend habe ich noch ein bisschen Krafttraining im Hause Sterna beim Sperrmüllschleppen gemacht. War in jedem Fall eine gute Trainingseinheit für den Umzug beim Fabian am Samstag.

Eigentlich hatte ich geplant, jetzt um 18 Uhr Laufen zu gehen. Allerdings habe ich seit gestern morgen komische Schmerzen an meinem linken Fussballen. Ein Kollege bereits hat per Ferndiagnose einen Mittelfussbruch diagnostiziert, allerdings würde mich das wundern… Ich denke mal morgen dürfte das weg sein, dann gehe ich morgen vor dem Deutschland-Spiel laufen. Morgen Vormittag gehe ich mit Ben zum Babyschwimmen; wird sicher auch lustig...

Montag, 16. Juni 2008

WNSL - Wettkampf I

Am gestrigen Samstag stand mein erster Wettkampf auf dem Plan; der 9. Pfungstädter Willi-Nickel-Stadtlauf über eine Distanz von 8,4 Kilometer. Meine Vorbereitung war kurz und erbärmlich – das kann man nicht anders sagen. Aber das sollte man nicht überbewerten, schliesslich habe ich mittel- bis langfristig ein anderes Ziel als kleine Stadtläufe. Da ich unter höchst schweren Beinen litt, war ich weder Donnerstag noch Freitag beim Schwimmen. Ich nutzte die Zeit stattdessen zum regenieren, sodass ich mich am Samstag eigentlich ziemlich gut fühlte. Von Rückenschmerzen war auch nichts mehr zu spüren. Ich war also bereit, etwas ganz, ganz Grosses zu leisten!

Ich stand gegen 9.30 Uhr auf und fuhr nach einem gesunden Frühstück nach Pfungstadt um dort meine Startunterlagen abzuholen. Auf der Homepage des TSV Pfungstadt war so ziemlich keine Info zu finden, wann die Startnummernausgabe erfolgen solle, wann man sich zum Start einfinden solle und vor allem wo!

Immerhin der Ort der Startnummernausgabe war angegeben: die Pfungstädter Volksbank. Also fuhr ich dorthin um festzustellen, dass es dort nichts gab. Ich fuhr noch zur anderen VoBa, doch auch dort war nichts von Startnummern zu sehen! Ich gab auf und besuchte erstmal Conny und Markus. Dort schauten wir gemeinsam im Internet nach und stellten fest, dass die Startnummernausgabe nun an der Lessingschule stattfinden sollte. Da die beiden auch nichts besseres zu tun hatten, fuhren wir nochmals gemeinsam hin. An der Lessingschule wurden wir an die alte Feuerwache verwiesen, dort wiederum vermeldete jemand, dass man die Startnummern bei der Volksbank bekam. Hier schloss sich der Kreis, aber kurz später stellte sich raus, dass die Nummernausgabe definitiv an der alten Feuerwache erfolgen würde. Nach einem kurzen Kaffee waren wir wieder da, wurden aber abermals auf 30 Minuten vertröstet. Diesmal nutzten wir die Zeit für das probeweise Ablaufen der Strecke. Das war schon zu gehen ziemlich übel und zog sich scheinbar endlos. Und von diesen Runden hatte ich später 6 am Stück zu laufen… Immerhin: die Idealline und sämtliche Schikanen kannte ich nun. Zurück an der Feuerwache wurde ich abermals um 10 Minuten vertröstet – erst gegen 14 Uhr erhielt ich dann endlich meine Startnummmer 13 und das obligatorische WNSL-Shirt:

Da ich zu Hause vor Nervosität bekloppt zu werden drohte, verbrachte ich die Zeit bis zum Lauf bei meiner Ersatzfamilie im Bangert. Um 16.25 Uhr (also 35 Minuten vor Startschuss) fuhren wir nach Pfungstadt, wo das Drama seinen Lauf nahm...

Als wir das Auto parkten, trafen wir auf Leute, die nicht nur hochprofessionell gekleidet waren, sondern sich auch noch warmliefen, in einem Tempo, in dem ich den Wettkampf angehen wollte. Anfangs dachte ich noch, das seien Ausnahmen, allerdings wurden es immer mehr, sodass sich sogar Markus zu einem hämischen „Du wirst Letzter!“ hinreissen liess!

Allerdings ist sonst zu betonen, dass sich meine Fans vorbildlich verhielten. Leider waren es nicht viele; die meisten waren dabei wirklich um keine Ausrede verlegen. Da wurde wirklich alles genannt: Strassenfeste, Umzugsarbeiten für die neue Wohnung, vorgeschobene Krankenhausaufenthalte, zu weite Anfahrtswege (Topic; als wären 250 Kilometer aus Bonn für solch einen Anlass zu viel...) oder eben einfach nur sonstige Verpflichtungen. Nun, ich ziehe meine Lehren daraus. Jetzt wo sich am Samstag bei meinen Fans die Spreu vom Weizen getrennt hat, weiss ich wenigstens, auf wen wirklich verlass ist. Vielen Dank jedenfalls an den ersten offiziellen Matthiosos-Fanclub (sozusagen den MFC Bangert). War wirlich cool, dass ihr die ganze Zeit dabei wart. Sowohl beim Ablaufen der Strecke, als auch bei der Vor-Wettkampfphase und nicht zuletzt natürlich während dem Rennen. Ich weiss wirklich nicht, ob ich zu Ende gelaufen wäre, wenn Ihr nicht dabei gewesen wäret!

Ich verabschiedete mich von Conny und Markus und ging direkt zum Startpunkt, wo ich dann 10 Minuten hypernervös auf und ab lief. So gesehen war ich froh, als es endlich losging und sich der Tross aus circa 35 Männer und 20 Frauen in Bewegung setzte. Nach wenigen Minuten war meine Freude aber auch schon wieder vergangen. Denn bereits nach etwa 800 Metern merkte ich, dass ich nichtmal das Leistungsniveau des Durchschnitts mitgehen konnte. Ich versuchte also, mein eigenes Tempo zu laufen, war aber damit immer noch etwas zu schnell. Was ich dringend lernen muss ist, meine Kräfte vernünftig einzuteilen. Bis heute schaffe ich das ja nichtmal bei einem 8.4-Kilometer-Lauf.

Meine Rundenzeiten wurden konstant schlechter. Die ersten Runde lief ich in 6:15 Minuten; die letzte dann in 7:48 Minuten. Schlimm war: bereits Mitte der zweiten Runde war ich komplett fertig und kurz vorm Aufgeben. Ende der vierten Runde brauchte ich dann auch noch Wasser, dass mir vom Fanclub natürlich gerne gereicht wurde!

Ziemlich cool war, dass ich so langsam war, dass der „Sprecher“ sich immerhin dreimal die Zeit nahm, mich persönlich, namentlich zu nennen. So ertönte beim Überqueren der Start/Zielliene jedes Mal ein „Und die Nummer 13, Matthias GRxxxxER – ohne Verein“ im tiefsten Pungschter-Deutsch. Das hat wirklich motiviert...

Als positiven Lerneffekt kann ich mitnehmen, dass es etwas völlig anderes ist, in Riniken zu laufen oder an einem Stadtlauf teilzunehmen. Es liefen alle möglichen Leute herum, ebenso wie Radfahrer. Es parkten Autos ungünstig auf der Strasse und nicht zuletzt hat man viele Konkurrenten um sich herum die einen einfach ablenken!

Allerdings muss ich sagen: meine Beine waren eigentlich ganz gut, mein Rücken vollkommen in Ordnung, die Schuhe machten auch keine Probleme und zu heiss war es ebenfalls nicht. Die Bedingungen waren also gut – ich konnte mich nicht beschweren!

Die 6 Runden absolvierte ich in einer Gesamtzeit von 43:34 Minuten, was zwar eigentlich zu meiner Zufriedenheit war, aber es reichte bei den Männern dann halt doch nur zum vorletzten Platz. Immerhin etwa 5 Frauen liess ich hinter mir. Das klingt eigentlich alles nicht so schlimm, aber das ist halt auch nur die halbe Wahrheit. Ich habe vielleicht schon das ein oder andere Mal hier im Blog ein bisschen übertrieben aber was ich jetzt erzähle ist nichts als die Wahrheit (NADW):

- bereits in Runde zwei wurde ich erstmals überrundet
- der Sieger lief die Strecke in 24 Minuten; ich wie erwähnt etwa mit dem Faktor 2
- es lief ein barfüssiger, alter Mann mit, der mich zweimal überrundete

Alles in allem war es trotzdem eine coole Erfahrung – zumal ich die Nervosität total unterschätzt habe und die beim Marathon wahrscheinlich noch tausendmal grösser sein wird! So gesehen bin ich im Nachhinein dann doch froh, dass ich diese Tortour über mich habe ergehen lassen. Anbei mein Zustand am Zieleinlauf: Hier ein kleines Video von meinem Lauf. Das war das Ende der vierten Runde, als ich zum Wasser holen kam. Ich verbitte mir jeden Scherz über meinen (nennen wir es ) eigenwilligen Laufstil. Ich weiss, dass das ziemlich erbärmlich aussieht, aber was soll ich machen. Ich hatte eigentlich gehofft, dass das mein Laufstil in müdem Zustand ist, und ich sonst eigentlich runder laufe. Auf Nachfrage bei meinen Fans (dass ich "ja wohl nicht immer so laufe, oder?") bekam ich allerdings nur ein betretenes Schweigen; woraus ich wohl leider die schlimmsten Schlüsse ziehen muss...



Höchst erniedrigend wurde es dann übrigens noch mal auf dem Heimweg – auch das ist nicht gelogen oder übertrieben. Mann kann sagen, dass ich nach dem Zieleinlauf praktisch DIREKT mit Conny und Markus den Weg zum Auto angetreten habe, um die beiden pünktlich zum Anpfiff Schweden-Spanien zu Hause abzuliefern. Wir fuhren dann entsprechend auch direkt von Pfungstadt nach Seeheim rüber. Auf der Hälfte des Weges (etwa 2 Kilometer) kamen uns dann einge Läufer entgegen, die gemeinsam mit mir gestartet waren – unter anderem der Barfüssige und die Siegerin der Frauen. Die waren offensichtlich beim Auslaufen und kamen mir (obwohl ich wirklich UNMITTELBAR nach meinem Zieleinlauf losgefahren war) wieder aus Seeheim entgegen. Es war wirklich deprimierend.

Umso schöner war dafür der Ausgang des Abends, der unter dem Motto „Chill and Grill im Bangert“ stand. Ja, der moderne Leistungssportller sucht die Nähe zu seinen Fans und lässt sich auch nicht lumpen, einen ganzen Abend mit ihnen zu verbringen!

So, das war es erstmal zum Thema Willi-Nickel-Stadtlauf. Nochmals ein Dank an meine Begleiter Conny und Markus, die im Übrigen auch die Bilder und das Video gemacht haben. Ich hab mich echt saumässig gefreut! VIELEN DANK!!!