Nach dem gestrigen Lauf war ein wenig Regeneration/ Kompensation angebracht. Daher war ich heute wieder in Nussbaumen (der Ort heißt immer noch WIKRLICH so) schwimmen. Lief alles reibungslos. Morgen steht damit wieder laufen an, bevor ich mich am Freitag zu einem weiteren Trainingslager aufmache!
Diesmal kann von Höhentrainingslager keine Rede sein, denn ich mache mich auf ins nur 60 Meter über NN liegende Bonn. Hier will ich mal wieder die Jungs vom „Inferno Godesberg“ (Sektion Vauban) besuchen. Wobei WOLLEN vielleicht nicht ganz das richtige Wort dafür ist, aber manchmal muss man eben auch Dinge tun, die nicht unbedingt Spaß machen. Soziale Verantwortung nenne ich sowas. Und in diesem Fall trifft das wahrlich zu. Denn die Zustände, die ich dort zu erwarten habe, sind mit „sozialer Schieflage“ noch äußerst harmlos ausgedrückt.
Die „Brigade Godesberg“ besteht namentlich aus Jonas, Joscha und Tobias.
Tobias ist wohl noch der normalste der drei. Ihn kenne ich bereits seit dem Kindergarten (wobei jetzt diskutabel wäre, wer auf wen seinen schlechten Einfluss ausgeübt hat). Tobi studiert Kommunikationswissenschaften, was ein ziemlich komplexes und anspruchsvolles Studium zu sein scheint. Zumindest wenn man bedenkt, wie lang der „ewige Student“ nun schon damit zugange ist!
Weiter gäbe es dort den guten Joscha. Der Junge ist angehender Journalist und verdient sich sein täglich Brot damit, aufregende Reportagen von lokalen Veranstaltungen zu schreiben. So z.B. vom Treffen des Taubenzüchtervereins Plittersdorf oder dem FCK-Fanclub Brühl. Naja, ich sag mal: bevor er klauen geht, ist das doch eigentlich ne gute Sache.
Last and least wäre da noch Jonas, bei dem eigentlich niemand genau weiß, was er den ganzen Tag so macht. Man munkelt, dass er irgendwo an einer Uni eingeschrieben sei – keine Ahnung ob da was dran ist. Jonas war es übrigens, der mich vor kurzem darum gebeten hat, mich in meinem Blog darauf zu beschränken, nur die Rückschläge (und nicht auch etwaige positive Dinge) zu kommunizieren!
Der ein oder andere mag sich fragen, welches Schicksal des Leben diese drei kaputten Charaktere zusammengeführt hat. Die Antwort ist letztendlich einfach. Man findet sie im sozialen Sammelbecken der Stadt: dem ersten Fußballclub Köln. Womit eigentlich auch alle weiteren Fragen über den gesellschaftlichen Absturz geklärt wären…
Zurück zum Thema: am Samstag werde ich also nach Bonn reisen und dort bis Dienstag verweilen. Am Montag steht das prestigeträchtige Derby der roten Ritter (FC) gegen die grünen Bauern (Borussia Mönchengladbach) an, für das Joscha mir dank alter Kontakte zum FC (bzw. dem Scheißbock-Echo) eine Karte ergattern konnte. Ich bin jetzt schon extrem heiß auf den Kick („Come on FC, come on FC!!!”) Das Banner der UMG habe ich dabei und werde es während dem Spiel aus meinem Rucksack zaubern; mal schauen wie die grünen Dorfbauern dann reagieren. Wird sicher lustig…
Mein Trainingsprogramm wird für die Dauer meines Bonn-Aufenthalts brach liegen. Erst wenn ich zurück in Seeheim bin, wird wieder gelaufen! Als wäre das nicht schon schlimm genug, werde ich zudem meinen (nicht existierenden) Ernährungsplan über den Haufen werfen. Habe mir selbst vor 2 Wochen ein Alkoholverbot auferlegt, dass ich dann ab Samstag mal aussetzen werde. Wobei „Alkohol“ übertrieben wäre; vermutlich trinken wir nur Kölsch; also Leichtbier, gestreckt mit Wasser!
Wie auch immer, ich freue mich auf den Trip, auf die Müsli-Ultras Vauban, die Premiere-Konferenz, Playstation-Zock-Hornhaut auf den Fingern, den historischen FC-Sieg gegen Gladbach, den ebenso historischen Sieg des Bonner SC gegen Homberg (wenns noch Karten gibt!!!) und natürlich auf Reissdorf und Gaffel Kölsch.
Ein Hoch auf den Alkohol: die Ursache und Lösung sämtlicher Lebensprobleme!!! (H. Simpson)