Dienstag, 3. Februar 2009

"Was macht das zusammen?" - Marathon-Kosten

Ja, da bin ich schon wieder! Mit meinem Dasein als verarmte Persönlichkeit habe ich mich bereits bestens arrangiert. Aus Kostengründen verzichtete ich heute auf die Kantine (womit ich 8,60 Franken sparte) und ging stattdessen Schwimmen. Das ist aufgrund meiner Dauerkarte völlig kostenlos, nur der Spind (Schwyzerdütsch: Chästli) kostet 50 Rappen pro Benutzung. Und um die 5 Franken Pfand (Schwyzerdützsch: Depot) hinterlegen zu können, plünderte ich heute Morgen meine Waschkasse. Die ganze Schwimmaktion hatte neben der Kostenersparnis auch den positiven Nebeneffekt, dass ich sportlich aktiv war. Nachdem ich vorletzte Woche schon zweimal während der Mittagspause schwimmen war, kann man mittlerweile wohl getrost behaupten, dass meine Vorbereitung auf den WNSL 2009 begonnen hat! Übrigens: ich kann bald schon das nächste Kapitel zum Thema „Wettbewerbsverzerrung“ bringen – irgendwie könnt Ihr es wohl einfach nicht lassen...

Als weiteres Kosteneinsparungspotential habe ich heute mal meinen Vorratsschrank etwas genauer unter die Lupe genommen; mit zweifelsohne bemerkenswerten Entdeckungen. Was ich da so alles habe, ist wirklich hochinteressant; noch viel interessanter ist aber, seit WANN ich das Zeug habe. Ich könnte das vermutlich teilweise an Antiquitätenhändler verkaufen, absolut unglaublich. Unangefochtener Spitzenreiter ist definitiv eine Packung „Pfanni Kartoffelpüree“, mindestens haltbar bis Dezember 2004. Das bedeutet sogar, dass dieses Zeug ganze zweimal mit mir zusammen umgezogen ist – unfassbar!

Zwar theoretisch noch haltbar, aber trotzdem kurios ist eine Packung Tee, für die ich mich eigentlich nur schämen kann. Sie kommt aus dem Hause „Messmer“ und die Sorte nennt sich: „Momente der Sehnsucht – Jasmin-Kirsche / lieblich-leicht“!!! Das ist kein Witz, der heisst wirklich so! Mir war allerdings schleierhaft, wie es diese Ware bei mir in die Wohnung geschafft hat. Als ich eben am Telefon Joscha von diesem seltenen Fund erzählte (der mich übrigens mit dem Satz: „Brauchste Kohle, oder was?“ begrüßte), hatte er aber die Lösung parat! Er & Tobi haben mir mal ein… äh… lustiges, nützliches und ganz reizendes Geschenkpaket gemacht. Und in diesem Warenkorb war vermutlich auch der Tee enthalten. Joscha empfand es als sehr kränkend, dass ich den Tee bisher nicht getrunken habe. Aber man muss es ganz anders sehen: auch das Zeug ist sage und schreibe zweimal mit mir umgezogen; ich hänge also sehr daran und hebe ihn mir einfach für die ganz besonderen Momente (der Sehnsucht) auf!!!

Gegessen habe ich heute übrigens Linsen. Sonst nix, nur Linsen. Da ich in meinem Leben noch nie Linsen gekauft hatte, war ich nicht minder darüber verwundert, sie in meinem Schrank zu finden. Allerdings kam ich in dem Fall selbst auf die Lösung: die haben mit Sicherheit damals Rebecca & Ashley gekauft, als ich ihnen hier Asyl gewährt habe! Das „date of expiry“ (05.2008) untermauerte diese Vermutung! Ja, das Zeug ist zwar abgelaufen, aber hat trotzdem noch geschmeckt. Und das Beste ist: es ist sogar noch eine Portion für morgen da :-)

Das Thema Kosteneinsparung scheint übrigens derzeit sehr verbreitet zu sein. Mein Arbeitgeber hat heute sein neues „cost cut program“ kommuniziert. Es nennt sich „Target Ten“ und zielt darauf ab, die admin costs um 10% zu senken. Ich sage dazu jetzt mal gar nichts... :-)

Aber was rede ich hier eigentlich? Es geht ja weder um meine finanziellen Probleme, noch um die meines Arbeitgebers. Denn heute möchte ich das Thema Marathon mal unter dem Gesichtspunkt „Was kostet der Quatsch eigentlich?“ analysieren!

Da ich ja (wie erwähnt) kleinlich wie ein Schwabe Haushaltsbuch führe, kann ich darüber genauestens Auskunft geben. Die Frage warum ich das eigentlich mache (die ich mir im Übrigen auch schon oft selbst gestellt habe) hätte sich dann jetzt beantwortet: um auf Themen wie diese perfekt vorbereitet zu sein!!!

Die Gesamtkosten meiner Freizeitaktivitäten in 2008 sahen wie folgt aus: Auffällig ist, wie kostensparend es sein kann, nicht integriert zu sein. Ich habe nur etwa die Hälfte fürs Weggehen ausgegeben, wie einst angenommen. Auch beim Urlaub war ich sehr sparsam, was aber letztlich daran lag dass ich einmal mehr keinen richtigen Urlaub gemacht habe. Die eine Woche in der ich in Cadzand betreutes Wohnen für zwei Pflegefälle machte, kann man sicherlich nicht als Urlaub bezeichnen. Auch der großartigste Fußballverein der Welt hat mich weniger gekostet, als budgetiert. Dafür bin ich aber offensichtlich zu gutmütig, was Geschenke angeht *hüstel*. In 2009 gibt es dann mal keine Weihnachtsgeschenke, okay?

Besonders schändlich wird es dann aber was die Sportwetten angeht; hätte ich im Mai meine Karriere beendet, wäre alles super gewesen. Aber die Kurve hab ich nicht so ganz gekriegt! Nun gut, ein kleines Laster wird man mir ja schon zugestehen können! Bei den sonstigen Freizeitkosten schlägt im Oktober vor allem mein Engagement bei Elitepartner zu buche. Jaja, Matchingpunkte sind teuer…

Den aber mit Abstand größten (und schlimmerweise unbudgetierten) Posten stellt der Marathon dar. Unbudgetiert ist der Kerl natürlich deswegen, weil ich diese schwachsinnige Idee nicht schon letztes Jahre hatte, sondern sie meinem kranken Hirn erst im Februar 2008 entstieg.

Insgesamt hat mich der Spaß sage und schreibe 1'872 Euro gekostet – dafür dass ich ihn letztlich nicht mal gelaufen bin, ist das eigentlich schon ein stolzer Preis. In diesem Betrag ist dafür aber auch alles enthalten, was irgendwie mit meiner damaligen, sportlichen Karriere in Verbindung zu bringen war. Alle meine Power-Riegel und Power-Gels sind darin enthalten; ebenso wie ich z.B. meine Schwimmbadbesuche oder den neu gekauften Fahrradtachometer unter der Kostenart „8600 – Marathon“ verbucht habe.

Die Kosten teilen sich letztlich in 4 Hauptgruppen auf: 1.) Laufkleidung, 2.) Medizinische Versorgung, 3.) Antrittsgelder, 4.) Sonstiges Equipment

Die Kleidung besteht natürlich hauptsächlich aus den vielen, vielen Laufschuhen, die ich mir in den 6 Monaten gekauft habe; immerhin 4 Paare! Eigentlich hätte mir (neben meinem sowieso existenten Paar) ein weiteres Paar gereicht. Aber durch die ganze Blasenthematik kaufte ich mir immer wieder neue. Wobei ich über „City Sport Lörrach“ meine Asics habe einschicken lassen; dafür ist die Gutschrift immer noch offen. Ich habe heute mal wieder nachgefragt… Daneben fallen unter die Kleidung natürlich auch meine diversen neu gekauften Laufhosen oder die immer und immer wieder anderen, neuen (angeblichen) Anti-Blasen-Socken. Gesamtkosten: etwa 650 Euro!

Die medizinische Versorgung war der zweifelsohne teuerste Part überhaupt. Das lag maßgeblich an meinem erbärmlichen, gebrechlichen Körper, der (wehleidig wie er ist) nicht mal zwei Tage am Stück Ruhe gegeben hat! Am teuersten war mein letzter Arzttermin, 470 Franken. Der Typ dachte wahrscheinlich, wenn er schon meine Marathon-Karriere beendet, kann er auch gleich noch mal richtig tief in meine Kasse greifen. Die Einlagen (420 Franken) waren dagegen schon fast günstig, mein Gesundheitscheck in Riniken (280 Franken) geradezu ein Schnäppchen! Last but not least, war die Fussknochenwurzelköpfchenentzündungsbehandlung (was für ein phänomenales Wort) mit 180 Franken mehr oder weniger ein Witz! Mit allem anderen medizinischen Gedöns (Blasenpflaster, „Retterspitz äußerlich“, Blasenpflaster, Blasenpflaster, Entspannungsbäder, Voltaren, Blasenpflaster, etc…) komme ich insgesamt auf einen Betrag von etwa 1000 Euro.

Die Anmeldegebühren sind schnell aufgezählt. Den Marathon hatte ich direkt gezahlt; das waren die ersten Kosten, die überhaupt aufgelaufen sind; 50 Euro. Den Greifenseelauf hatte ich leider auch weit im Voraus bezahlt; das waren 50 CHF. Für beide Wettkämpfe gab es (bei verletzungsbedingter Nicht-Teilnahme) die Möglichkeit, den Start um ein Jahr nach hinten zu verschieben. Das hätte mir aber auch nichts genutzt; die Möglichkeit, das Geld zurückzubekommen gab es leider nicht! Die Teilnahme am Willi-Nickel-Stadtlauf 2008 kostete 6 Euro. Darin enthalten war sogar ein formschönes T-Shirt (ihr werdet es dieses Jahr selbst in Händen halten) und ein Freigetränk der Pfungstädter Brauerei, von dem ich allerdings keinen Gebrauch machte. Die Gesamtkosten für die Teilnahme (und Nicht-Teilnahme) an Läufen beliefen sich also auf rund 90 Euro.

In der Gruppe „Sonstiges Equipment“ kann man damit alles zählen, was sich in obige 3 Kategorien nicht einordnen lässt. Dazu zählt z.B. das Hunde-Abwehrspray, die (rege genutzte) Gymnastikmatte, der Fahrrad-Tachometer, die Nippelpflaster :-) oder die Unmengen an Power-Gels, Power-Riegeln und Mineralstoff-Tabletten! Damit es vom Betrag her aufgeht (und das MUSS es bei Controllern), behaupte ich einfach mal, dass das ganze Zeug circa 132 Euro gekostet hat!

Natürlich darf man nicht vergessen, dass ich einiges an Equipment schon von Anfang an hatte, wie z.B. die Pulsuhr oder das einzige paar Laufschuhe, von dem ich keine Blasen bekam. Darüber hinaus bekam ich freundlicherweise jede Menge an Zeug von Familie und Freunden geschenkt, z.B. die Kompressionsstrümpfe und den Flaschen-Gürtel (bzw. Flask-Gürtel). Aber andererseits habe ich ja auch z.B. mein Trainingslager in Cadzand nicht als Marathonkosten, sondern unter Urlaub verbucht. Was natürlich totaler Blödsinn ist, da in Holland das Laufen (neben Heineken) im Mittelpunkt stand...

Wenn man den zeitlichen Verlauf der Kosten betrachtet, mag man sich wundern, warum noch Kosten im November und Dezember aufliefen; da war mein Training schließlich schon längst vorbei! Der Grund ist sehr einfach: die meisten Rechnungen für meine Arztbesuche kamen schlichtweg so spät! Das ist zwar einerseits sehr verwunderlich, aber andererseits: wenn ich die gleichen Stundensätze verrechnen könnte, wie schweizer Ärzte, dann wäre ich auf die Zinsen auch nicht angewiesen... Nun gut: ich will mich nicht darüber beschweren!

Oh Mann, jetzt ist das schon wieder so ein Riesenpost geworden. War eigentlich nicht geplant; und deswegen beende ich die Sache hier jetzt auch abrupt! Das nächste Mal wenn ich mich hier melde, werde ich definitiv zum letzten Mal auf das Thema Marathon eingehen. Denn dann steht mein finales Gesamt-Fazit an!

Ach ja, Joscha. Wie am Telefon angekündigt, hier für dich noch eine Zusammenfassung vom heutigen Fernsehspiel auf Sat1 ( „Steig mir aufs Dach, Liebling“ D 2009): am Ende der Geschichte krallt sich Lilly ihren Traummann (Kai) statt ihn mit ihrer besten Freundin (Sabine) zu verkuppeln. Viel mehr gibt es eigentlich auch nicht zu sagen! Verpackt wurde die ganze Sache natürlich in einer tiefgründigen Story und vorgetragen mit beispielloser, schauspielerischer Klasse! Naja, ich hoffe du hast den Abend etwas sinnvoller verbracht – z.B. mit einer Online-Klatsche durch den FC Bury!?!

Diese Woche melde ich mich nicht mehr. Morgen Abend bin ich in Baden, übermorgen muss ich packen (und dann vielleicht mal zu einer menschlichen Zeit einen Schlafversuch unternehmen) und Freitag geht es zurück nach Deutschland, wo abends der Geburtstag vom Maggus ansteht. Samstag gebe ich mir erstmals seit 9 Monaten wieder ein Heimspiel der glorreichen Eintracht! Ich hoffe natürlich auf den „Bockschuss“, bin aber leider nicht allzu zuversichtlich... Frühestens Sonntag komm ich wieder zum blogen, wird aber eher Mitte nächster Woche werden! In jedem Fall wünsch ich Euch ein schönes Wochenende – die meisten von Euch werde ich ja Freitag und/oder Samstag sehen!

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