Montag, 26. Januar 2009

Wettbewerbsverzerrung I

Wie gestern schon angekündigt, wird mein heutiger Beitrag für den ein oder anderen eher unangenehm werden. Auf derlei Einzelschicksale kann ich allerdings keine Rücksicht nehmen! Ich habe diese Kiste hier jetzt mal bewusst „Wettbewerbsverzerrung I“ (mit der Betonung auf EINS) genannt. Denn ich fürchte was ich hier und heute präsentieren kann, ist nur die Spitze des Eisbergs der Unsportlichkeit diverser WNSL-2009-Teilnehmer. Meinem investigativen Enthüllungsjournalismus sei Dank; jetzt kommt alles auf den Tisch! Und ich brauche sicherlich nicht erwähnen: selbstverständlich ist es meine journalistische Aufgabe und Pflicht, auch die negativen Seiten der WNSL-Vorbereitung zu beleuchten!

Den Fall vom Joscha habe ich schon mal angedeutet; der wird sich in den nächsten Monaten mehreren einwöchigen Doping-Kuren unterziehen. Ich sag mal so: der Joscha ist ein wirklich schlechter Verlierer. Ich erinnere da nur an den Fall, an dem Joscha uns zwei Tage lang vorenthalten hat, wie man bei Fifa 2005 sprintet! Und er hat über uns gelacht; GELACHT HAT ER!!! Anyway, jetzt zu erwarten, dass sich der Joscha irgendwelchen legalen Mitteln bedient, um den Wettkampf fair zu bestreiten, wäre mehr als blauäugig! Ich habe ihn auf jeden Fall auf der Rechnung ganz weit oben und lasse mich entsprechend vom Tobi mehr oder weniger täglich über Joscha’s Wohlbefinden informieren!

Mindestens genauso ärgerlich ist aber, dass jetzt auch der Markus (die Sau!) versucht, uns zu hintergehen. Der Kollege hat sich nämlich für die kalten Wintermonate tatsächlich einen Hometrainer beschafft, auf dem er jetzt in aller Regelmäßigkeit trainiert. Samstag Abend vor unserem Casino-Besuch habe ich ihn sogar in flagranti erwischt:
Davon abgesehen ist der Junge vor zwei Wochen in die Vorbereitung mit der SKG Bickenbach (wie Hoffenheim – nur größer!) gestartet; er arbeitet also im Gegensatz zu uns im Rahmen eines organisierten und professionellen Trainingsplans. Als wäre das nicht schlimm genug, hat er dort sogar in der ersten Laufeinheit mehr gemacht, als gefordert! Ich sach nur: der will es wirklich wissen!!! Als Tüpfelchen auf dem „i“ achtet er jetzt sogar auf seine Ernährung. Er wiegt seine Eisportionen genauestens ab und verweigert sogar Fast Food & Snacks (wie z.B. Erdnüsse). Das entscheidende ist: damit geht er nicht offen um, sondern diese 3 wichtigen Informationen habe ich allesamt von der Conny erfahren. Ohne ihre Hilfe hätte das, im Juni ein ziemlich böses Erwachen geben können! Conny & ich werden das auf jeden Fall im Auge behalten. Besonders perfide: der Junge lässt keine Gelegenheit ungenutzt, zu behaupten, dass er vom Laufen unvermittelt Krämpfe bekommt und somit eigentlich keine Chance hat. Na klar Markus, und Christoph Daum hatte damals auch ein ABSOLUT REINES GEWISSEN...

Leider nicht viel besser sind die Meldungen aus Mannheim, wo es eine weitere Person gibt, die grade dabei ist seine Ernährung umzustellen. Glücklicherweise hat auch er eine sehr gesprächige Freundin; sodass ich jetzt nicht nur über die Tatsache informiert bin, dass Fabian neuerdings „Ernährungspunkte“ sammelt, sondern ich jetzt auch ein ausgemachter Experte in jener Punktberechnung bin! Neben seiner Ernährungsumstellung zockt der Fabian regelmässig Fußball und ganz nebenbei ist er auch im Fitnessstudio angemeldet - wo er zumindest sicherlich öfter aufläuft als ich damals in meiner Mannheimer Fitcom-Zeit...!

In Weiterstadt bei meinem Schwager ist die ganze Sache noch dreister. Von ihm höre ich seit Wochen eigentlich bei jedem Treffen, dass er derzeit nicht trainieren kann, wegen Problemen an der Patellasehne. Ja ne, st klar, bei meiner Feier mit dem „Marathonzeit-Sticker“ auflaufen aber dann angeblich nicht auf einen 8,4-Kilometer-Stadtlauf trainieren können; ich glaube kein Wort! Sieht mir am ehesten nach einem ganz billigen Versuch aus, die Quote zu erhöhen! Fakt ist: Marc wird entweder gar nicht antreten, oder aber topfit. Ich würde eher mal mit letzterem rechnen.

Jonas war immerhin so offen, zuzugeben, dass er schon mitten drin ist in seinem Trainingsplan. Selbstverständlich alles rein gedanklich; nicht aktiv – sagt zumindest der Jonas. Es gibt allerdings genug Anlass, an dieser Aussage zu zweifeln. Zum einen gibt es glaubwürdige Aussagen, dass Jonas einmal wöchentlich zum organisierten Fussballspielen geht. Und ganz nebenbei hat er von uns allen wohl die meiste Erfahrung vorzuweisen, was die Teilnahme an kurzen Stadtläufen betrifft. Ob beim Norderney-Lauf (wo er allerdings meist nicht mitläuft, weil er vorher zuviel Fischsuppe gegessen hat) oder dem 3-Brücken-Lauf in Bonn – der Junge ist ein alter Hase in Sachen Wettkampfvorbereitung und wird in Pfungstadt sicherlich auf den Punkt fit sein. Es empfiehlt sich in jedem Fall, den Jonas im Juni in den engeren Favoritenkreis aufzunehmen!

Auch von Tobi gibt es überwiegend besorgniserregende Nachrichten! Zwar laboriert der Junge noch an den Folgen einer Hautirritation an der Stirn; ausgelöst durch einen kleinen Plastiksaugnapf. Das hält ihn aber nicht davon ab, schon jetzt voll in seinen Trainingsplan einzusteigen. Er geht zweimal die Woche laufen; und einmal kicken! Diese Informationen konnte ich ihm telefonisch (durch mein energisches Nachhaken) entlocken. Zudem betont Tobi, dass er (Zitat) „das mit Abstand geilste Equipment der Welt“ hat. Wenn man seinen Aussagen glauben darf, machen ihn seine Handschuhe und seine Mütze unschlagbar. Ob ihm das im Sommer allerdings nutzt, bleibt abzuwarten. Anyway, es zeichnet sich immer mehr ab, was ich schon länger befürchte: der 13. Juni 2009 wird zu einer Materialschlacht werden!

Die einzige Person, von der man nichts, aber auch GARNICHTS hört, ist die Elena. Und das ist– das muss ich betonen – eine absolut besorgniserregende Nachricht. Denn das kann eigentlich nur bedeuten, dass sie sich 24 Stunden am Tag hochkonzentriert auf den Showdown in Pfungstadt vorbereitet. Problematischerweise ist sie zurzeit in Berlin; also völlig „out of control“. Niemand kann überwachen, wie viel sie wirklich macht. Wäre nett Jonas, wenn du da regelmäßig vorbeischauen könntest um zu checken, wie sich das Profil von Elenas Laufschuhen von Woche zu Woche verändert! Spätestens wenn sie wieder in Bonn ist (wie sieht es damit eigentlich aus?) können Tobi, Joscha und Jonas die ganze Sache vermutlich ein bisschen besser überwachen! So oder so: nicht zuletzt aufgrund ihres Sportstudiums ist sie am 13. Juni mehr als nur eine Geheimfavoritin!

Fazit: Ihr seid allesamt ziemlich hinterfotzige Wettkämpfer, aber zumindest konnte ich Euer falsches Spiel jetzt mal ansatzweise beleuchten. Ich kann nur betonen, dass man hier niemand vertrauen kann und nichts von dem glauben sollte, was einzelne Teilnehmer so alles von sich geben. Das ist wie früher in der Schule am Tag der Klausur: „Ey ohne Witz, ich hab NICHTS GELERNT, absolut NULL GEMACHT.“ Und 10 Tage später hiess es dann: „Huch, 14 Punkte, obwohl ich NICHTS gemacht habe! Verstehe ich gar nicht...“ Das wird beim WNSL nicht anders sein; es wird sicherheitshalber von allen Seiten tiefgestapelt! Ständiges Misstrauen ist in jedem Fall angebracht!!! Glaubt auch nicht den Quatsch, den jetzt wieder einige hier als Kommentar reinposten werden. Alles Tiefstapelei; sonst nichts!!! Und zusammenfassend bleibt mir eigentlich nur zu sagen: Ich bin von Euch allen menschlich tief enttäuscht! Und Ihr könnt sicher sein: ich werde Keine(n) von Euch unterschätzen!!!

Anyway, sowas lasse ich mir natürlich nicht bieten. Daher werde ich in jedem Fall sehr bald in mein Training einsteigen. Eigentlich wollte ich schon diese Woche laufen, aber ich habe im Gegensatz zum Tobic keine Handschuhe – und ohne Handschuhe ist es mir einfach zu kalt. Ich werde mich also zunächst mal ans Schwimmen halten; momentan bin ich ein bisschen am Kränkeln. Aber Mitte der Woche beginnt dann die Vorbereitung zu meinen beiden Missionen „Neue persönliche Bestzeit“ und „Den Abschaum hinter mir lassen“. Meine Ernährung werde ich auch wieder ein bisschen anpassen; allerdings nicht noch mal so einen Schwachsinn wie Alkoholverzicht durchziehen! Denn das war wirklich reichlich sinnlos…

Tja nun, die nächsten Tage werde ich (wie letzte Woche angekündigt) in diesem Blog das Thema Marathon abschließen – um mich dann endlich mental und körperlich voll und ganz dem Willi-Nickel-Stadtlauf 2009 widmen zu können!

So, das war es für heute. An dieser Stelle will ich dann noch mal die Chance nutzen, und dem Joscha ausdrücklich alles Gute wünschen! Hau rein, mein Bub – meine Theorien über die Unzerstörbarkeit von „em eeschte kölsche“ Immunsystem hatte ich dir ja schon mal dargelegt. Ich bin weiterhin von ihr überzeugt!

Nichts geht mehr...

Da die Vorbereitung auf einen Willi-Nickel-Stadtlauf natürlich nicht so trainingsintensiv ist, wie auf einen handelsüblichen Marathon, habe ich heutzutage viel mehr Zeit für die angenehmen Dinge des Lebens. Was spricht also dagegen, mal etwas zu berichten, was mit Laufen nichts zu tun hat. Konkret rede ich von meinem Versuch, mir ein zweites finanzielles Standbein aufzubauen. Zu Weihnachten habe ich nämlich von Conny und Markus das Startkapital für einen Besuch des Casinos in Wiesbaden geschenkt bekommen.

Nachdem ich den Morgen und Mittag bei Ben verbracht habe (der sich ob meiner Anwesenheit auch schonmal mehr gefreut hat), traf man sich am späten Samstagnachmittag im Bangert um ein köstliches Abendessen einzunehmen und dabei (emotional aufgepusht) Handball zu schauen. Wie immer hatte der Gegner sein Temperament nicht im Griff und vor allem haben uns die Schiri’s wieder beschissen. Wobei: das war alles ein Witz gegen die letzten 10 Sekunden im Spiel heute gegen Norwegen. So was lächerliches hab ich ja noch überhaupt nie gesehen!

Egal, extremstens in Schale geworfen (Fotos gibt es davon leider – oder Gott sei Dank – nicht) machten wir uns gegen 19 Uhr auf den Weg in die hessische Landeshauptstadt um die Spielsucht wieder aufleben zu lassen. Ganz nebenbei war das die Chance, meine finanzielle Zukunft etwas besser zu betten.

Zumal meine Eltern wohl derweil beschlossen haben, mein Erbe komplett zu verprassen. Kaum ist man mal 5 Tage nicht zu Hause, schon kaufen die sich nen Neuwagen. Echt unfassbar. Ich ruf morgem mal beim Herrn Zwegat an... Die haben einfach zu viel Zeit, das ist wirklich das Problem. Als ich mein Marathon-Training abgebrochen habe, hatte ich plötzlich auch zu viel Zeit. Und was hab ich gemacht? Aus reiner Langeweile mein Vermögen in Sportwetten und Elitepartner investiert. Naja...

Das Casino Wiesbaden ist untergebracht im „Kurhaus“, einem prunkvollen, überragenden, schlossähnlichem Gebäude mit sehr schöner Parkanlage. Anbei mal ein paar Fotos:

und noch eins:Oh Mann, pervers - ich könnte tausende Bilder von dem geilen Bau hier reinstellen:Bei diesem Bild denke man sich jetzt einfach mal die Leuchtpylonen weg, und stelle sich stattdessen hässliche, rote-weiße Fahnen von REWE vor!

Denn als wir gegen 20 Uhr am Casino ankamen, war die Verwunderung zunächst mal groß. „REWE Mitte“ hatte dort an jenem Abend seine „Jahresversammlung“. Zu diesem Zweck hatte der tolle FC-Sponsor den Eingangsbereich mit etlichen seiner hässlichen Banner plakatiert. Das hat nicht nur das (durch die Außenbeleuchtung) phänomenale Ambiente massiv beeinträchtigt, sondern in uns zunächst die Sorge ausgelöst, dass an diesem Abend nur Zutritt für die „geschlossene Gesellschaft“ sei. War aber nicht so, so dass wir unbeschadet eintreten konnten. Im Foyer musste man sich erstmal quer durch die feiernde Rewe-Belegschaft arbeiten, was sich als absolute Freak-Show herausstellte. Irgendwelche Fleischerei-Meister-Stiernacken mit weißem Hemd (mit REWE-Schriftzug) und roter REWE-Krawatte. Oh Mann, das war phasenweise schon sehr unterhaltsam (wobei wir an diesem Abend noch EINIGE schlechter gekleidete Personen antreffen sollten). Markus hatte zwischendurch die Hoffnung, dass die REWE an jenem Abend in Wiesbaden die Poldi-Finanzierung unter Dach und Fach bringen wollte. Aber ich lehne mich mal ganz weit aus dem Fenster und behaupte: der Abend hat REWE mehr gekostet als eingebracht!

Die Eingangskontrolle ging trotz intensiver Ausweiskontrolle deutlich schneller als in jedem Bundesligastadion; was aber hauptsächlich daran lag, dass es nicht ganz so voll war. Wobei mich schon interessiert, was für bundesweite Daten die in ihrem Computer so alles abgleichen. Hätte mich nicht gewunder, wenn die Dame angekommen wäre mit einem: "Na, Herr Gröpler. In der 10. Klasse nur 9 Punkte in Erdkunde; was war denn da los?". Genauso wenig hätte es mich gewundert, wenn sie mir direkt noch meine neuesten Kontoauszüge ausgehändigt hätte. Naja, egal: in die "Datei Gewalttäter Sport" haben sie offensichtlich nicht reingeguckt; denn Conny und Markus durften beide rein! Drinnen im Spieltempel erwartete uns dann (wie die Außenansicht schon erahnen ließ) ein sehr festliches Ambiente mit Kronleuchtern, gedämmtem Licht und insbesondere einer disziplinierten, seriösen Ruhe. Es ist völlig anders, als man es aufgrund von Bond- oder irgendwelchen LasVegas-Filmen erwarten würde. Und zwar "anders" im positiven Sinne! Das hatte fast schon Bibliothek-Charakter. Einzig die weibliche Computerstimme hörte man alle paar Sekunden von einem der Tische ein „Nichts geht mehr“ hauchen! Wir enterten zunächst mal die Bar und tranken uns ein bisschen Mut an, um dann direkt mit der Sichtung der einzelnen Tische zu beginnen. Vor allem versuchten wir die Taktiken der einzelnen Leute nachzuvollziehen; leider erfolglos. Warum der eine Typ ziemlich apathisch zwischen den Tischen rumgelaufen ist und gesetzt hat, um dann kurz später zu seinem Sitzplatz zurückzugehen und sich mysteriöse Notizen zu machen, haben wir bis heute nicht verstanden. Naja, ein Fall für Mulder & Scully!

Mindesteinsatz für Roulette war 2 Euro; für BlackJack 10 Euro. Damit war für uns eigentlich alle klar, dass an jenem Abend für uns kein Kartenspiel auf dem Plan stand! Zumal Rainman nicht zum vereinbarten Treffpunkt im Bangert erschienen ist; wir also auf uns allein gestellt gewesen wären!

Nach einem weiteren Drink machten wir dann einen Roulette-Einführungskurs, bei dem ich Trottel tatsächlich die Proberunde gewann und als Prämie Spielchips für 8 Euro ausgehändigt bekam! Conny holte sich den dritten Platz und bekam 4 Euro. Und der Markus… hat auch mitgespielt!

Diese 12 Euro setzten wir am nächsten Tisch auf 6 einzelne Zahlen, hatten aber leider kein Glück und mussten zum Geldtauschen. Gesagt, getan, hatten wir dann kurz später die Taschen voller Chips und waren bereit, viel, VIEL Geld zu verdienen!

Erstaunlicherweise schlug mein erhöhtes Spielsucht-Risiko nicht im Geringsten an. Ich habe tatsächlich schon nach wenigen Minuten festgestellt, dass REINES Glückspiel einfach nichts für mich ist. BlackJack hätte ich natürlich machen können, aber wie gesagt war mir das einfach zu teuer. Da kam dann halt doch der Controller in mir raus. Und wannimmer ich mal 6 Euro auf irgendwas gesetzt habe, rechnete ich sofort aus wie viel Minuten ich dafür in Turgi im Büro sitzen muss. Das trieb mir wirklcih den Schweiß auf die Stirn und machte mir das Setzen natürlich nochmal viel schwerer. Dem Markus erging es nicht anders, der hielt auch bei Einsätzen ab 5 Euro schön die Luft an während die Kugel rollte. Letztlich tauschten wir beide am Ende des Abends den gleichen Betrag zurück, den wir auch eingetauscht hatte.

Am besten erwischte es definitiv Conny. Und die ging nicht nur mit einem passablen Gewinn raus, sondern Markus und ich schienen unsere Nervosität auch kein Stück auf sie zu übertragen. Völlig abgeklärt stand die vor ihrem Lieblingstisch und schaffte es, fast nur dann zu setzen, wenn sie auch gewann. Unfassbar: kalt wie ne Hundeschnauze hat sie so ihren Einsatz innerhalb kürzester Zeit verdoppelt. RESPEKT!!!

Markus, der Gutmensch, gab sogar 2 Euro Trinkgeld an einen Croupier. Diese beziehen übrigens von der Spielbank Wiesbaden (ebenso wie die Angestellten an der Kasse, Bar, etc..) kein Grundgehalt. GARNICHTS. O Euro! Sie werden ausschließlich aus Trinkgeldern der Gäste bezahlt. Für die Berechnung dieses Trinkgeldes gibt es ein ungeschriebenes Gesetz (prozentual vom Gewinn), an das sich aber eigentlich alle halten! Entsprechend verdienen die Croupiers also auch nur Geld, wenn die Kundschaft gewinnt. Ergo: sie haben ein Interesse an gewinnenden Kunden; was natürlich dem Interesse der Spielbank komplett entgegenläuft. Deswegen werden die 3 Croupiers pro Tisch auch von einem Ober-Kontrolleur und tausenden von Kameras überwacht! Die Croupiers sind in jedem Fall absolut nett und haben (ebenso wie 95% der sonstigen Casino-Besucher) keine elitären Allüren. Selbst mit einem 2-Euro-Einsatz fällt man dort nicht als jemand auf, der im Casino nichts zu suchen hat.

Eher fällt man dort durch die Kleidordnung auf, die für Herren ein Sakko, ein Hemd und eine Krawatte (de facto) zwingend erfordert. Wenn man aber so die individuellen Interpretationen des Begriffs „Sakko“ sieht, dann relativiert sich der Sinn einer Kleiderordnung schon ein bisschen. Als Erkenntnis bleibt, dass ein Sakko und eine Krawatte Menschen nicht unbedingt schick machen! Aber gut, über Geschmäcker lässt sich ja bekanntlich (nicht) streiten!

Nach zwei Stunden passivem und zwei Stunden aktivem Gezocke verließen wir dann das Casino. Für Eintritt, Parken und diverse Getränke hatten wir knapp 70 Euro ausgegeben – insgesamt. Also gut 20 Euro pro Person! Für so einen lustigen, interessanten und natürlich exklusiv-abwechslungsreichen Abend ist das ein mehr als akzeptabler Preis. Dort herrscht eine extrem angenehme Atmosphäre, die Leute (Mitarbeiter wie Spieler) sind größtenteils völlig normal, man erlebt den Reiz und den Nervenkitzel des Spiels und ist in einem Umfeld, dass man halt nirgendwo sonst findet! Ich kann wirklich nur jedem von Euch empfehlen, das mal zu machen! Es ist einfach nur total cool!An dieser Stelle dann auf jeden Fall ein herzliches Dankeschön an Conny & Markus für den Abend. Wir fanden es glaub ich alle einen absoluten Knaller-Abend! VIELEN DANK!

Für Markus und mich hatte es noch den positiven Nebeneffekt, dass wir nachweislich nicht spielsüchtig sind (*hüstel*); wir unserer Karriere bei BWIN also problemlos wieder aufnehmen können!

So, ich hoffe ich habe nichts Wichtiges vergessen! Falls doch, kann ich nichts dafür. Der Tobi ist schuld, der hier einfach anruft und mich stundenlang vom Schreiben abgehalten hat. Ach ja, eins hab ich doch vergessen: vor dem einen Tisch habe ich auf dem Boden 5 Cent (in Cash!) gefunden und eingesteckt. Ich bin also durchaus mit einem Gewinn rausgegangen – Eintritt und Getränke mal nicht eingerechnet! So, ich hoffe es ist auch vertretbar, dass es im Blog ausnahmsweise mal nicht um Sport ging. Dafür kann ich jetzt schon ankündigen: morgen lasse ich hier eine riesige journalistische Bombe platzen. Vorausgesetzt mir flattern bis morgen Abend nicht noch irgendwelche „einstweiligen Verfügungen“ ins Haus, werde ich (gleich zu Beginn der WNSL-Vorbereitung) einen ersten großen Skandal aufdecken! Man darf gespannt sein!

Donnerstag, 22. Januar 2009

There´s a party - Rückblick 15. November 2008

Zu schade eigentlich, dass man hier keine Musik einspielen kann. Sonst hätte ich Euch diesen Hit von DJ Bobo im hinterlegt und dem Blog damit ein wenig schweizer Flair verschafft! Naja wie schon gesagt: ZU SCHADE!!!

Trotzdem gab es da ne Feier, die auch eigentlich ziemlich lustig war; mal davon abgesehen dass Ihr alle zugegen wart! Aber okay, es kann nicht immer alles perfekt sein. Besonders erfreulich war das Erscheinen vom „Rheingeschwader Bonn“. Anne, Elena, Joscha, Jonas und natürlich Tobi hatten sich allesamt in einem (!) Punto auf die Reise gen Hessen gemacht. Es war beeindruckend mit anzusehen, wie sich 5 Menschen in so einem Auto verkeilen können. Respekt, da hätte es gar keinen Anschnallgurt mehr gebraucht!

Nach einem eher durchwachsenen Bundesligaspieltag (kein Wort über dieses Spiel!!!), den wir im Bangert erlebten, ging es dann zurück in die Odenwaldstrasse wo peu à peu mehr Leute eintrudelten um meine läuferisches Versagen zu begießen und nebenbei die Grillsaison 2008 abzuschließen. Ein Dank an dieser Stelle an den familiären Catering-Service; vielen Dank für Eure Hilfe, liebe Eltern!!!

An dieser Stelle kann ich eine kleine Auswahl der besten Bilder des Abends veröffentlichen. Aus Gründen der Anonymität habe ich die Person auf dem Bild aber unkenntlich gemacht; ich verrate auch nicht wer es war:







Oh Mann, wenn ich die Bilder sehe, könnte ich mich grad wieder krank lachen. Für alle die nicht dabei waren: diesen unterhaltsamen Fleck hat... äh... der Typ auf dem Bild... sich zugefügt, indem er sich den kleinen Plastiksaugnapf einer "Ferrero Kinder Bueno" - Sonnenschutzblende (fürs Auto) circa 30 Sekunden land auf seine Strin geklebt hat. Naja, der Cleverste war er halt noch nie...

Umso überraschender war, dass er und der Rest des Bonner Anhangs mir ein überagendes Geschenk bereitete. Die Mädels und Jungs haben tatsächlich meinen Blog (wie er bis vorgestern bestand) kopiert, formatiert (sicher kein Spaß, oder?) und mir als Buch gebunden. Vielen, vielen Dank dafür. Das hat mich wirklich riesig gefreut und mir die Woche danach viele lustige Erinnerungen beschert. Ich hatte das komplette Ding echt innerhalb kürzester Zeit durchgelesen. Das ist insofern bemerkenswert, als dass z.B. „Nachtzug nach Lissabon“ seit etwa einem Jahr auf Seite 119 aufgeschlagen auf meinem Nachtisch vergammelt. Da ist inzwischen so ne hohe Staubschicht drauf, dass selbst erfahrene Archäologen einige Schwierigkeiten damit hätten, es zu bergen! Anyway, wie schon gesagt habe ich mich riesig über das coole Buch gefreut, auch wenn ich eines wirklich mal loswerden muss: was ist eigentlich der Autor für ein ERBÄRMLICHER PIENSER???

Zurück zur Feier: eigentlich hätte es ein ja netter (Achtung: Insider!!!), harmonischer Abend werden können. Allerdings glaubten einige Leute wohl, meine sportlichen Leistungen vollständig in den Dreck ziehen zu müssen. So lief mein kleines Patenkind Ben mit einem Pulli auf, auf dem der Satz „Mein Papa ist ein Finisher“ angeheftet war. Besagter Vater besaß sogar die Dreistigkeit, auf gleiche Weise seine Zeit vom Berlin-Marathon 2003 zur Schau zu tragen! Junge, das ist 5 Jahre her – die Bedingungen haben sich seitdem nunmal geändert: heute schafft das nicht mehr jeder dahergelaufene (bzw. dahergejoggte) Trottel!!!

So weit so schlecht; allerdings bin ich ja ein friedlicher, toleranter Mensch der eigentlich durch nichts aus der Ruhe zu bringen ist. Dass dann aber plötzlich Kritik an meinen Leistungen beim Willi-Nickel-Stadtlauf (WNSL) aufkam, brachte das Fass zum Überlaufen. Alles Weitere ist schnell erzählt: es war viel Bier im Spiel; zu viel für einige, die den Fehler begingen, mich für den WNSL 2009 herauszufordern. Ähhhh, pffff! Bitte??? Soll ja wohl ein Witz sein? Wieviel Runden Vorsprung braucht Ihr???

Spontan sagten folgende Personen zu, am diesjährigen Willi-Nickel-Gedächtnis-Lauf (so heißt das Ding eigentlich richtig) teilzunehmen: Tobias K., Jonas S., Joscha D., Elena M., Fabian G., Markus S. und Marc D.! Joscha hat sich aus zu diesem Zweck am Montag in eine einwöchige Medizinische Betreuung verabschiedet. Rote Blutkörperchen, weiße Blutkörperchen, Uniklinik Freiburg, Señor Fuentes, etc… Ihr wisst ja wies läuft; die Sache sollte klar sein!!! Seine Teilnahme im Juni ist noch nicht so ganz sicher, aber das sehen wir dann. Er ist im übrigen der einzige der von seiner vorschnellen geäußerten Willenserklärung noch zurücktreten darf. Für alle anderen gilt das nicht!!!

Die Quoten für das Ereignis werde ich dann in den letzen Wochen vor dem Event errechnen und Euch mitteilen. Wenn ich im letzten halben Jahr was gelernt hab, dann dass man beim Zocken nicht gewinnt; sondern immer die Bank. So gesehen sollte es für mich als Buchmacher ja mehr oder weniger von selbst laufen!

Übrigens: familienintern laufen schon die ersten Wetten gegen mich. Meine Schwestern haben meiner Mutter (die möglicherweise auch mitlaufen wird) schon eine sehr motivierende Prämie geboten, wenn sie mich beim WNSL 2009 überrundet! Ich kann mir zwar absolut nicht vorstellen, dass das passieren könnte. Aber ich hätte bis vor 8 Monaten auch nicht geglaubt, dass mich ein 70jähriger Barfüssiger überrundet. Also sollte ich vielleicht lieber meine Klappe halten!

Ich mache das zwar nur ungern, aber es ist eben auch meine journalistische Aufgabe und Pflicht die negativen Dinge eines Wettkampfes zu thematisieren. Daher hier noch mal der Link zum WNSL 2008-Bericht, sowie dem Pressespiegel! Damit auch jede/r gleich schon mal weiß worauf er/sie sich einlässt und es dann später kein Geheul gibt!!! Ich bin ja sehr gespannt, ob ich dann nächstes Jahr mit diesen T-Shirts hier in Serie gehen kann...



So, bitte einmal Kalender rausholen und notieren: Der 10. (war das nicht 2008 schon der zehnte???) Willi-Nickel-Stadtlauf startet am 13. Juni 2009!!! Das ist natürlich ein Samstag. Allen von Euch die mitlaufen werde ich wie angekündigt die Anmeldung spendieren. Inklusive (vermute ich zumindest) einem feschen T-Shirt und einem Freigetränk der Pfungstädter Brauerei (z.B. Weizen alkoholfrei). Den Bonnern habe ich an jenem Wochenende vom 12.-14. Juni die Gästezimmer gebucht; das sollte also kein Problem sein! By the way: Liebe Bonner und Bonnerinnen: von Eurem letzten Besuch sind anscheinend noch ein paar Rechnungen offen. Einige haben wohl das Frühstück nicht bezahlt und in den Minibars fehlten auch ein paar Sachen! Klären wir dann einfach im Juni!

Alle Läufer und Nichtläufer (unter Euch) sind dann am 13. Juni 2009 abends in die Odenwaldstrasse eingeladen um bei hopfenhaltigen Elektrolytgetränken und Kohlenhydraten (vom Schwein und vom Rind) dieses sportliche Großereignis aufzuarbeiten und ausklingen zu lassen. Diesmal brauch ich dann auch nicht ne Stunde um den Grill zu befeuern; VERSPROCHEN!!!

So, das war es für diese Woche auch schon wieder mit dem Bloggen. Morgen Abend wird es zu ner Nachtschicht bei mir kommen und Freitag fahr ich direkt nach der Arbeit in deutsche Gefilde. Am Wochenende werde ich dann mit Conny und Markus die (Spiel-)Bank in Wiesbaden sprengen. Ja, Ihr habt richtig gehört: Zocken. Echt cool, kaum gewöhnt mir Conny meine BWIN-Spielsucht einigermaßen ab; schon fixt sie Markus und mich wieder neu an. Naja, das verstehe wer will… Mal gucken was ich mit der ganzen Kohle dann mache. Als erstes werde ich wohl Kaka zur Eintracht holen; da wurde ja die Woche über schon mal grob abgesteckt, wie hoch man mindestens bieten sollte. Wenn noch was übrig bleibt, werde ich mir wahrscheinlich noch Godesberg kaufen; kann ja so teuer nicht sein…

So, 0:10 Uhr – auf in die Schlaflosigkeit! Nachdem ich eben Michel Friedmann bei „Hart aber Fair“ erleben durfte, werde ich wahrscheinlich noch schlechter schlafen als sowieso schon. Mein Güte, was für ein bigottes A********!!!

Gut Nacht!

Dienstag, 20. Januar 2009

....es geht wieder los - Blog reloaded!

So, Tag zusammen!!!

Jaja, es ist schon eine Weile her und der ein oder andere weiss schon gar nicht mehr, wie meine Stimme klingt. Daher dachte ich mir, lasse ich diesen Blog zumindest mal wieder halbwegs aufleben!

Wie schon in meinen letzten Posts (die unglaublicherweise ganze 4 Monate her sind) angekündigt, werde ich hier zunächst mal das Thema Marathon abschliessen. Ich lasse also zunächst meine Vorbereitung, bzw. meinen Trainingsplan revue passieren. Danach gehe ich auf die aktive Umsetzung des Plans; also auf mein Training (oder wie man es nennen will), ein. Es folgen ein paar Infos zum Frankfurter Marathon 2008, den ich Versager ja bekanntlich leider nicht geschafft habe, gefolgt von einem finanziellen Rückblick auf das Abenteuer Marathon (in dem Thema blüht ein Controller natürlich auf...). Last but not least ziehe ich dann ein allumfassendes Gesamtfazit zu meinem erbärmlichen Versuch, einen Marathon zu laufen!

Dann endlich kann sich dieser Blog den sportlich wirklich wichtigen Dingen und vor allem den ECHTEN HERAUSFORDERUNGEN widmen. 42 Kilometer rennen kann schliesslich jeder. Aber dem mentalen Druck standzuhalten, einen 8,6-Kilometer langen Gewaltlauf durch die sengende Hitze Pfungstadts zu überstehen; das sind die WIRKLICHEN psychischen und physischen Grenzen, an die menschliche Lebewesen stossen können!

Die Vorbereitung gilt also ab sofort diesem Event. Also: geistig; nicht körperlich. Mit dem körperlichen kann ich noch ein paar Wochen warten – schliesslich bin ich jetzt Leistungssportler, da ist es auch kein Problem, dass ich in den letzten 4 Monaten KEIN EINZIGES Mal Sport gemacht habe. Ich klotz dann einfach in den letzten Wochen ran – wird schon passen! „Wird schon passen“ ist ja eh seit jeher mein Lauf-Motto…

So, morgen startet dann meine Marathon-Aufbereitung – mit einem Rückblick auf den erfreulichsten Teil der ganzen Quälerei: das gesellige Beisammensein am 16. November 2008 (oder wann das war...). Tja nun, in jedem Fall ein fröhliches: Willkommen zurück bei „Lauf – du Pienser!“

Pünktlich zum Amtsantritt von Barack Obama kann ich hier noch einen kleinen Beitrag von unserem Quoten-Schwaben Fabian posten, der mich heute im Büro mal wieder an den Rande des totlachens gebracht hat(ich lach mich immer noch tot...). Ach ja, meine Kollegen halten mich jetzt wirklich ALLE für bescheuert:



Wem das gefällt, der sollte sich auch dringend noch das hier reinziehen. Wie Fabian mich aufgeklärt hat, ist das Ding vom gleichen Typ und mindestens genauso der Knaller:



Anyway, machts gut und hoffentlich hören wir uns hier von jetzt an wieder öfter!

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Montag, 29. September 2008

...dauert noch!

Tach,

ganz locker. Ich baumel nicht (wie diverse Leuten vermuteten) im Gröpplimatt an einem Strick. Allerdings hat sich meine Gemütslage nicht sonderlich verbessert! Fuckt alles immer noch ziemlich ab. Gerade jetzt wo Haile am Wochenende in Berlin nen neuen Rekord aufgestellt hätte. Den hätte ich natürlich schon gerne am 26. Oktober attackiert. Aber geht ja nicht...

Meine "Nachbetrachtung" werde ich machen, sobald ich dazu in der Laune bin. Wird noch so 1-2 Wochen dauern; dann dürfte der ganze Frust eigentlich weg sein! Dann werde ich zunächstmal auf die Qualität meiner Vorbereitung eingehen, später dann eine finanzielle Abrechnung aufstellen und zuletzt ein Gesamtfazit ziehen!

Wie gesagt: noch ein paar Tage, dann bin ich sicher wieder ganz der Alte (und damit lasse ich mal offen, ob das jetzt gut oder schlecht ist...).

Donnerstag, 11. September 2008

so schnell kann's vorbei sein...

Man soll aufhören wenn’s am schönsten ist. Zwar war/ist es jetzt nicht grade am schönsten, aber ich höre trotzdem auf und hänge meine Marathon-Schuhe an den Nagel!

Ja, einige von Euch haben es ja mittlerweile schon mitbekommen: das Marathon-Training ist für mich beendet! Schon der erste Termin am Montag beim Sportarzt in Baden liess nichts Gutes vermuten. Am gestrigen Mittwoch stand es dann endgültig fest.

Ich leide an einem „Tractusreiben über Trochanter major mit konsekutiver Perarthropathia coxae“ und zudem (oder davon) auch an einem „Belastungsschaden“ in der Hüfte. Diesen komischen Begriff (also den ersten) hätte ich mir natürlich niemals merken können, aber der Arzt war so nett ihn mir aufzuschreiben (nachdem ich ihn 3 oder 4 Mal gebeten hatte, es nochmal zu wiederholen). Dieser Defekt tritt ausschliesslich bei grossgewachsenen Läufern auf. Das Problem ist, dass ein Muskel der Oberschenkelmuskulatur bei jeder Laufbewegung über dem Hüftgelenk „schrabbt“ und dieses dadurch entzündet. Dagegen kann man nichts machen, ausser sich alle paar Tage eine Spritze abzuholen. Das ist allerdings nicht im meinem Sinne. Zudem habe ich (vermutlich durch diesen Defekt) bereits einen Belastungsschaden an der Hüfte, der sich nicht mehr zurückerholen wird, mich aber in meinem normalen Leben auch nicht weiter beeinträchtigen sollte!

Mein Arzt hat mir am Montag davon abgeraten, den Marathon weiter anzustreben, ausser im Fall, dass mir jemand 100.000 Euro dafür bezahlt! Aber nicht wenn es mir nur darum geht, meinen Ego zu befriedigen. Am Mittwoch wurde aus der Empfehlung dann ein Quasi-Verbot. Er hat mir aufs dringenste geraten, die Finger vom Marathon zu lassen. Er hat referiert über bleibende Hüftgelenkschäden, mein suboptimales körperlichen Voraussetzungen und daraus resultierende ungesunde Belastung für Knie, Knöchel und Sprunggelenk. Sogar von einem erhöhten Krebsrisiko hat er gesprochen; ich habe aber nicht verstanden warum!

Die gute Nachricht ist: ich kann weiter Sport machen – sogar ziemlich uneingeschränkt. Nur eine Einschränkung gibt es: ich darf nicht länger als 40 Minuten am Stück laufen gehen. Am Montag hiess es noch 60 Minuten, aber 40 Minuten reichen ja notfalls auch. Wörtlich hat er gesagt: maximal 40 Minuten Laufen, maximal 6 Kilometer und NUR auf weichen Böden – NICHT Asphalt. Ich denke mal alles das sollte man jetzt nicht ZU ernst nehmen. Sollte kein Problem sein auch mal 10 Kilometer oder eine Stunde zu laufen. Aber lange Läufe sollte ich auf keinen Fall mehr machen. Stattdessen darf ich aber z.B. Fahrradfahren und Schwimmen so viel und so lang ich will! Beides dürfte ich auch locker 3-4 Stunden machen. Also wie schon gesagt: keine Einschränkung!

Ich werde daher jetzt vermehrt anfangen zu schwimmen und 2-3 Mal pro Woche meine 40 Minuten laufen gehen. Fahrradfahren finde ich einfach so behämmert, dass ich mir das wohl nicht als Disziplin aneignen werde! Weiterhin freue ich mich darauf, in Zukunft wieder am ABB-Kicken teilzunehmen, was ich wegen der erhöhten Verletzungsgefahr seit Monaten nicht mehr gemacht habe! Sportlich sollte mir also in Zukunft nicht langweilig werden, auch wenn ich mir im Moment meine Motivation noch etwas schwierig vorstelle. Ich habe zwar wirklich Lust darauf, weiter Sport zu machen und fit zu werden aber bisher hatte ich bei jedem unangenehmen Laufkilometer (und das waren einige) einfach nur das Gefühl vorgestellt, wie es ist nach 42,195 Kilometern über die Ziellinie zu laufen! Ich werde es nicht erleben…

Anyway, ich kann jetzt in Selbstmitleid versinken oder es sein lassen und irgendwie anderweitig fit werden. Ich werde mir zumindest Mühe geben und ganz aus dem Laufen muss ich ja nicht aussteigen. Ich werde mich jetzt auf die prestigeträchtigen WNSL-Distanz (8,6 Kilometer, d.Red.) spezialisieren und dann 2009 in Pfungstadt komplett abräumen…

Im Moment geht aber Lauftechnisch mal garnix. Habe am Montag eine Spritze ins Hüftgelenk bekommen, was mich die nächsten 2-3 Wochen beeinträchtigen wird. Schwimmen und Radfahren ist aber kein Problem; daher werde ich morgen in der Mittagspause auch in Nussbaumen schwimmen gehen.

Dass ich meinen Marathon nicht laufen kann ist zwar sehr ärgerlich; allerdings bin ich nach 3 Tagen Trauerzeit inzwischen eher erleichtert. Schliesslich hätte ich es definitiv nicht gewollt, dass ich zwar einen Marathon schaffe, dafür aber meine Gesundheit ruiniere! So gesehen kann ich eigentlich nur froh darüber sein, dass mich mein Körper mit den Hüftschmerzen darauf aufmerksam gemacht hat! Weiterhin positiv ist, dass ich nun wieder mehr Freizeit habe und umso früher das Verlassen dieses Drexx-Landes hier forcieren kann. Auch wenn ich jetzt schon sagen kann, dass sich das trotz Marathon-Absage noch einige Monate hinziehen wird – jetzt mit Budget und allem Drum und Dran ist es einfach zu stressig für irgendwelche Zukunftsplanungen. Zudem habe ich jetzt wieder viel mehr Zeit um mich einerseits meinem Patenkind Ben und andererseits der Frankfurter Eintracht zu widmen. Wobei man diese beiden Punkte eigentlich optimal verbinden könnte. Auf für Füßballfans gilt schliesslich: früh übt sich!!!

Das einzige was mich derzeit noch ärgert ist der finanzielle Part. Denn weder vom Marathon, noch vom Greifenseelauf nächsten Samstag kann ich zurücktreten und bekomm die Kohle wieder. Am Montag hatte ich eigentlich beschlossen, zumindest den Greifensee-Halbmarathon zu laufen, nach der gestrigen (eindringlichen) Warnung meines Arztes lasse ich es aber sein. Somit habe ich 85 Euro einfach in den Sand gesetzt, was für einen Controller besonders bitter ist! Wie ich in meinem ersten Post schon sagte: „Wenn ich 50 Euro verschwenden will, setze ich sie bei BWIN auf den 1. FC Nürnberg“. Nun, ich bin zwar nicht mehr im Spielsüchtigen-Geschäft, aber trotzdem hätte ich sinnvollere Investitionsmöglichkeiten für die Kohle gehabt! Mit einem Attest kann ich den Frankfurt-Marathon zwar Aussetzen (ich bekäme also einen Freistart 2009), aber auch das bringt mir ja nun mal nichts! Zuletzt ärgere ich mich derzeit über das Buch von Fabian, welches ich im Übrigen doch nicht in Seeheim vergessen hab. Ich kann das Buch jetzt aber im Moment wirklich nicht lesen – sonst blutet mir wirklich das Herz. Achim Achilles – dieses Arschloch – macht genau das was ich nicht darf…

Nun ja, ich will jetzt aber nicht wieder sentimental werden; wie geht das jetzt mit meinem Blog weiter? Der Jonas hat ja schön brav die Wörter gezählt. Vermutlich hat er einfach alles ausgedruckt und dann Strichlisten gemacht – denke ich mal... Achtundsiebzigtausendfünfhundertzwölf Wörter habe ich also geschrieben, und ich kann das Gerücht dementieren, dass darunter 931 Mal das Wort „Blase“ vorkam! Naja, wie auch immer: 78'512 Wörter sind ja schon mal ein ziemlicher Klotz, zzgl. dem was ich hier jetzt grade zusammenmülle! Die nächsten Tage werde ich nochmal eine kleine Nachbetrachtung meines Trainings inklusive eines Fazits zum Besten geben. Danach werde ich den Blog dann noch mit ein paar kleinen anderen Themen und ein paar Zukunftsaussichten abmoderieren, bevor ich ihm dann endgültig die Füsse einschlafen lassen werde! Und seien wir ehrlich: jetzt, wo man nicht mehr im BLOCKSATZ posten kann, hat der Blog eh brutal an Qualität verloren! Wobei: ein neuer Blogtitel stünde schon bereit – siehe oben :-)

Montag, 8. September 2008

Achilles Verse - Equipment IX

Heute stand logischerweise kein richtiger Sport auf dem Programm. Ich hatte ja den Plan, morgens Fahrradfahren zu gehen, aber das verwarf ich dann als der Wecker klingelte wieder; ich war einfach noch viel zu müde von gestern. Heute Mittag war ich dann beim Sportarzt in Baden, der leider keine allzu guten Nachrichten für mich hatte. Darauf will ich jetzt aber nicht weiter eingehen. Ich muss am Mittwoch nochmal zum röntgen hin; bis dahin werde ich noch abwarten. Dann werde ich Euch informieren was ich habe und wie es weitergeht. Allerdings habe ich auch so noch genug zu erzählen.

Denn nachdem ich gestern auch geistig ziemlich fertig war und ins Bett musste kann ich heute mal nachholen, was ich eigentlich gestern noch berichten wollte. Dank meines neulichen Geburtstages ist am Wochenende ein reiches Angebot an Marathon-/Laufequipment in meinen Besitz und Eigentum übergegangen. Das ist das Gute wenn man sich Hals über Kopf in ein neues (nicht immer günstiges) Hobby stürzt, für das man überhauptnicht ausgerüstet ist. Ich glaube es war noch nie so „einfach“, mir etwas zu schenken! Am reichlichsten machte von dieser Option der Kollege Giertz gebrauch, der tief in die unendlichen Weiten des Lauf-Kommerzes einstieg. So konnte ich mich vor allem über diverse Muskelentspannungsmaterial freuen. Tabletten, Salben und Entspannungsbäder. Es war für jede Gelegenheit etwas dabei. Dazu kam noch verschiedene Powernahrung, die man auf langen Läufen jederzeit braucht. Den Vogel abgeschossen hat er allerdings mit dem Buch „Achilles Verse“ von Achim Achilles. Dahinter verbirgt sich das Pseudonym eines Kerls, der wöchentlich (oder monatlich?) auf spiegel-online.de über seine Lauferlebnisse schreibt. Der Typ hat mittlerweile diverse Marathons und auch einen Ironman hinter sich gebracht, obwohl auch er im späten Alter bei Null angefangen hat.

Ey, ich kann echt nur jedem von Euch empfehlen sich dieses Buch zu kaufen. Ich habe es am Samstag Abend angefangen zu lesen und mich permanent totgelacht. Vermutlich hätte ich es komplett gelesen, wenn ich am Sonntag nicht meinen grossen Lauf geplant hätte. Was der in seinem Buch schreibt ist einfach nur 99% Deckungsgleich zu meinen Erlebnissen & Empfindungen. Zum Beispiel was die Gedanken betrifft wenn man andere Läufer überholt, bzw. von andern Läufern überholt wird. Läufer die man selbst überholt verachtet man; Läufer, die einen überholen, hasst man. Wobei man bei letzteren immer feststellt, dass die Person über dem Limit gelaufen ist. „Boah, wie der geschnauft hat; der Arme!!!“.

Aber auch seine Aussage, dass Läufer super Kopfrechner sind, teile ich zu 100%. Denn sie wissen immer und jederzeit wie schnell sie laufen, wie lang sie laufen, wie lang sie noch laufen müssen, wie weit sie schon gelaufen sind und/oder noch laufen müssen, ab welchen Werten man eine Verbesserung erkennen kann, etc… Ich verbringe auch mindestens 60-70% meiner Läufe mit rechnen. Und so war dann (ohne Witz) nichtmal der 3-Stunden-Lauf gestern langweilig. Ganz im Ernst. Obwohl ich ohne Musik laufe und ohne sonstige Ablenkungen. Ich gucke eh 98% der Zeit auf die Uhr und rechne immer alles permanent neu durch!

Auch teile ich seinen Zweifel, dass dieses ganze Equipment und diese ganzen Mittelchen wirklich leistungssteigernd sind. Wie z.B. meine Kompressionsstrümpfe, die ja im Schnitt zu einer Leistungssteigerung von 10% führen sollen. Wohlgemerkt: IM SCHNITT. Dann muss irgendwo jemand rumlaufen, der ne Leistungssteigerung von 18% hat, denn bei mir sind es allenfalls deren zwei. Der Typ denkt einfach nur 100% wie ich! Auch wenn es um Ausreden, bzw. Erklärungsversuche für schlechtere Leistungen geht lebt der Typ einfach nur mein Dasein!

Am auffälligsten wird das aber in einer kleinen Passage, in der er sich darüber ärgert, dass einem in irgendwelchen Büchern, irgendwelche Klugscheisser vorschreiben wann man wie zu trainieren hat: „Ein ewig nörgelnder Guru der mir sagt: Steh früher auf! Friss nicht so viel! Ruinier deine Beziehung und all deine Freundschaften! Leiste mehr! Verkneif dir das Bier! Halt die Klappe, laufe schneller! Öfter! Länger! Verschwende deine Wochenenden. Kaufe immer neue Schuhe und Pillen. Fülle Tabellen aus! Zweifle an dir. Quäl dich du Sau! Ich sach nur: „es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur falsche Kleidung“ oder „Keine Zeit zum Trainieren? Das gibt es ab jetzt nicht mehr“.

Bezeichnend ist allein schon der Text auf der Buchrückenklappe: „Läufer sind wie Sportangler. Sie verbringen nur wenige Stunden die Woche mit ihrem Hobby. Aber dann quatschen sie endlos darüber!“. Ich denke das dürfte auch bei mir so das Stichwort sein: vielleicht mache ich mir mal die Mühe und rechne meine Blogwörter pro gelaufenem Kilometer aus – wäre sicherlich ein verheerendes Ergebnis!

Ja, wie schon gesagt: ob für Läufer oder Nicht-Läufer, das Buch ist der absolute Knaller und ich kann es nur jedem empfehlen!!! Ich könnte praktisch das komplette Buch „Copy-Paste“ hier reinkopieren, es spricht mir einfach nur aus der Seele! Hier gibt es mal einen Auszug von circa 20 Seiten. http://images.libri.de/shop/magazine-pictures/3453600347_0.pdf Ich empfehle: mal reinlesen und dann das Buch zulegen. Es ist der totale Knaller! Von dem Buch gibt es auch schon nen zweiten Teil und weitere (absolut sinnvolle!!!!) Bücher wie: „Das Walker-Hasser-Manifest!“.

Von meinem Patenkind Ben und dessen Eltern bekam ich ebenfalls ein cooles Geschenk: einen Tag mit einem Personal-Trainer meiner Wahl. Das ist zwar sehr nett, allerdings auch das absolut mindeste, da mir die drei gestern offenbarten, dass sie mein ganzes Marathon-Vorhaben bereits seit dem ersten Tag an zu sabotieren versuchen! Egal ob Blasen oder sonstige Aktionen um mich vom Training abzuhalten! An allem waren Andrea, Marc und Ben schuld – und sie haben es aus purer Absicht gemacht. Das haben sie alles zugegeben; ich habe es sogar schriftlich! Anyway, ich will es mal durchgehen lassen; denn der Tag mit dem Personal-Trainer ist absolut aalglatt. Wann dies aber realisierbar wird, bleibt abzuwarten!

Bezüglich Geschenken sei noch eines gesagt: ich bin nach wie vor der absolute Obertrottel. Denn ich habe sowohl den Trainer-Gutschein, als auch das Buch von Fabian zu Hause vergessen. Und das alles nur, weil ich meinen Schlüssel gesucht habe und deswegen nochmal meinen kompletten Koffer ausräumen musste. Mir fiel dann auch in Höhe Karlsruhe plötzlich ein, dass ich alles vergessen hatte – ich sah es förmlich vor mir liegen. Naja, dafür entschädigten dann nur die neuesten Meldungen aus der SPD. „Mäcki der Igel“ ist zurückgetreten, Münte übernimmt! Steinmeier wird Kanzler(kandidat). Na also, ich würde mal sagen „wir“ sind langsam aber sicher wieder im Geschäft. Jetzt noch irgendwie Ypsilanti und Nahles loswerden und die Macht wird mit uns sein! Weiter hatte „Radio Regenbogen“ noch einigermassen erfreuliche Sportmeldungen zu verbreiten: die gute Nachricht war: Der Waldhof hat das Derby gegen Darmstadt gewonnen! Die schlechte Nachricht: es blieb friedlich!

In diesem Sinne verabschiede ich mich für heute. Laufen möchte ich lieber nicht denn ich habe eine Spritze in meinen Oberschenkel-/Hüftbereich bekommen. Zwar sind die Schmerzen beim Laufen jetzt weg, dafür habe ich aber ein komisches Taubheitsgefühl an der Stelle. Naja, anyway: morgen soll ich auf jeden Fall 30-40 Minuten laufen gehen; hat der Arzt gesagt! Werde ich dann nach der Arbeit machen!

Sonntag, 7. September 2008

25 Kilometer - Also fast zumindest...

Quizfrage: Woran erkennt man, dass die komische Muskelüberlastung vorbei ist? Genau, man spürt den „ausgekugelten“ Oberschenkel wieder! Normale Menschen würden sich vermutlich über Schmerzen im Oberschenkel beschweren, ich gehöre im Moment nicht dazu! Denn ich hatte bekanntlich Grosses vor!

Heute habe ich erstmals den Versuch gestartet, 25 Kilometer am Stück zu laufen! Nach einem ausgedehnten Frühstück, bestehend aus Obst und einem Power Gel „Strawberry/Banana“ machte ich mich gegen 9.15 Uhr auf den Weg. Ziel war, entweder 25 Kilometer zu laufen, oder aber 3 Stunden. Je nachdem was davon früher eintreten sollte!

Meine Route ging vom Seeheim am Waldrand nach Malchen, von dort runter zur B3 bei Eberstadt und wieder zurück Richtung Seeheim, wo ich dann von der Berliner Strasse wieder am Waldrand entlang zurück in die Odenwaldstrasse bin. Hier habe ich dann immer noch eine kleine Runde durch den Wald gedreht. Diese Runde nutzte ich zum Aufnehmen von Wasser, welches vor unserem Haus deponiert war. Mit der kleinen Extra-Schleife hatte die Runde eine Gesamtlänge von 5,75 Kilometern. Mein Plan war also, diese Runde 4 Mal zu laufen und dann noch 2 Kilometer ranzuhängen. Wasser konnte ich wie erwähnt jede Runde vorm Haus abholen, für die letzte Runde hatte ich mir ausserdem den Laufgürtel mit 4 Flasks bereitgelegt. Auf meinen Wasseraufnahme-Runden hatte ich zudem 4 Päcken „Power-Gel“ dabei.

Die erste Runde war relativ unangenehm, da diese Oberschenkelschmerzen leider im Gegensatz zu meinem letzten Lauf nicht nach 2 Kilometern weggingen. Erst nach etwa 5 Kilometern spürte ich es nicht mehr. Runde 2 lief dann ausgezeichnet und ich hatte das Gefühl, absolut ewig laufen zu können. Dieses „ewig“ war dann in Runde 3 gekommen. Meine Beine wurden schlagartig bleischwer und es bildete sich (welch Überraschung) wieder eine Blase am rechten Fuss; abermals trotz Blasenpflaster. In Runde 4 lief ich dann wirklich komplett auf dem Zahnfleisch, dazu kamen wieder diese Schmerzen, die ich bisher als Muskelverhärtung betitelt habe, aber vermutlich einfach nur eine Muskelüberlastung sind. Ich konnte die Füsse grade noch so über den Boden heben und stand mittlerweile leicht neben mir. Irgendwie schaffte ich es aber, die Runde zu beenden und in meine letzten 2 Kilometer zu gehen. Nach 2:53 Stunden und circa 23.5 Kilometern war dann aber endgültig Schluss und ich brach die Geschichte ab. Jetzt könnte man zwar sagen: „Boah Junge, die paar Meter/Minuten hättste jetzt ja auch noch laufen können“. Aber da kann ich nur antworten: „Nee, eben net!“. Meine Beine haben einfach aufgehört zu laufen. Ich konnte gar nichts machen. Die Beine liessen sich nicht mehr heben. Ich bin einfach stehen geblieben! Also blieb mir gar nichts anderes übrig, als mein Training für heute zu beenden und nach Hause zu gehen. Das Gehen war schon anstrengend genug, da die Muskelüberlastung meine Beine mittlerweile praktisch gelähmt hat.

Zu Hause angekommen pellte ich mich irgendwie aus meinen Klamotten und stieg in eine Badewanne mit „Kneipp Gesundheitsbad – Muskel Aktiv, Wacholder“. Das war zwar ganz okay, allerdings hätte ich die Badewanne wohl mit dem „Kneipp“-Zeug pur vollmachen müssen. Meinen Beinen hilft da keine Drehverschlusskappe von dem Zeug… Nach dem Bad brauchte ich ungefähr 30 Minuten um mich auch nur anzuziehen. Schon unglaublich, dass einem die koordinativen Fähigkeiten fehlen, um z.B. Unterwäsche anzuziehen!

Insgesamt freue ich mich zwar dass ich die knapp 24 Kilometer durchgehalten habe, aber sonst gibt es eigentlich nicht viel Gutes zu vermelden. Denn mein Puls war viel, viel zu hoch. Zahlen kann ich im Moment aber nicht nennen, die Pulsuhr liegt im Auto (und da geh ich jetzt nicht nochmal runter!). Allerdings denke ich, es waren um die 164, die ich im Schnitt gelaufen bin. Aber das noch viel grössere Problem: die Geschwindigkeit! Der Lauf heute hätte im langsamen Dauerlauf (GA1) stattfinden sollen. Im aeroben Bereich mit einer tiefen Pulsfrequenz. Fakt ist: der Lauf war absolut langsam, langsamer hätte ich nicht laufen können; das war jetzt ja schon fast Geh-Tempo. Das (viel größere) Problem ist aber: ICH KANN GARNICHT SCHNELLER! Obwohl das Ding so langsam war, bin ich wieder an meine absolute Grenze gegangen. Hätte die Geschichte keine Sekunde schneller laufen können wenn es jetzt z.B. ein GA2-Lauf gewesen wäre. Das ist im Hinblick auf meine weiteres Training (und auch die Wettkämpfe) wirklich problematisch! Man überlege sich mal: ich bin diese Woche 39 Kilometer gelaufen, wohlgemerkt NICHT am Stück. Dafür habe ich 4,5 Stunden gebraucht und war bei beiden Einheiten am Ende TOTAL FERTIG. Wie soll ich denn bitte schön das beides am Stück laufen, dazu noch 3 Kilometer mehr und das ganze dann in 4.30 Stunden? Daher korrigiere ich hiermit meine Zielzeit nochmals. Ich plane jetzt, die ganze Scheisse innerhalb von 5 Stunden hinter mich zu bringen! Und Notfalls geh ich damit nochmal hoch, aber das bleibt abzuwarten. Nach heute ist das Wichtigste für mich eh allein das „Finishen“ Eine gute Meldung gab es heute aber auch noch. Ich habe während des Laufs 3 Power-Gels zu mir genommen und mein Magen hat sie anstandslos angenommen. Zumindest dieser Kelch scheint im Training/Wettkampf also an mir vorbeizugehen…

Nach einer besonders langen Dehn-Session und einem kohlenhydratreichen Mittagessen ging es dann zurück in die Schweiz. Unterwegs war ich schon sehr froh darüber, dass ich keine Krämpfe bekam und somit einen abrupten Aufprall auf einen Brückpfeiler abwenden konnte. Hier angekommen nahm ich als erstes ein weiteres „Kneipp“-Bad. Seitdem quäle ich mich weiter mit meinem Muskeldesaster rum und werde daher jetzt direkt ins Bett gehen!

Ich hätte eigentlich noch jede Menge vom Wochenende zu erzählen, aber das hole ich dann einfach die Tage mal nach. Irgendwie bin ich auch geistig total ausgelaugt und habe wahrscheinlich auch hier die Hälfte vom heutigen Lauf vergessen. Morgen werde ich (auf Anraten von Marc) vermutlich ein kleines Auslaufprogramm machen; das soll die Muskelbeschwerden verhindern. Ich werde allerdings nicht auslaufen, sondern eher ausfahren. Werde mir morgen nach dem Aufstehen einfach mal mein Fahrrad schnappen und eine kleine Runde drehen. Morgen Mittag habe ich dann einen Termin in Baden beim Sportarzt. Den hatte ich eigentlich wegen den Rückenschmerzen ausgemacht. Die sind zwar grade mal nicht da, aber dann trage ich halt mal diese „Oberschenkel-Auskugelung“ vor. Bin mal gespannt, was sich da ergibt. Aber ich habe heute auf den ersten Kilometern mit diesem dämlichen Problemen eine Entscheidung getroffen: ich werde nicht mehr laufen, bevor diese Schmerzen nicht komplett weg sind und/oder ich weiss, was das ist! Bin in jedem Fall sehr gespannt darauf was morgen beim Arzt rauskommt!

PS: KEINE AHNUNG, WARUM MAN PLÖTZLICH DEN TEXT NICHT MEHR IM BLOCKFORMAT BLOGGEN KANN. ABER AUF DIESER KOMISCHEN PAGE KOTZT MICH INZWISCHEN EH SO EINIGES AN…

Donnerstag, 4. September 2008

Nix Intervalle

Gestern war das Stichwort “Besorgnis”, heute ist es definitive “Verzweiflung”. Was auch immer ich da vor zwei Wochen schon mal hatte: es ist wieder da! Und mittlerweile glaube ich nicht mehr, dass das wirklich eine Muskelverhärtung ist. Es ist vielleicht doch ein sehr starker Muskelkater. Auch wenn es sich weiterhin nicht nach Muskelkater anfühlt. Anyway, als heute vom Büro (im Regen) zum Auto joggen wollte, spürte ich schon, dass nix geht. Dennoch machte ich dann zu Hause ein ausgedehntes Stretching-Programm und fuhr zum Stadion. Dort angekommen machte ich nochmal ein kurzes Dehnen und lief los. Nach nichtmal zwei Metern (!) brach ich aber auch schon wieder ab. Vielleicht waren es 1,75 Meter; mehr auf keinen Fall. Ich mimte jemanden, der etwas vergessen hatte und nochmal zurück zum Auto musste. Schliesslich wollte ich nicht von den anderen Läufern für bekloppt gehalten werden… Auch auf dem Weg zum Auto musste ich das „joggen“ nach einer Sekunde beenden; meine Oberschenkel sind wirklich TOTAL HIN! Daher habe ich eine weitere Entscheidung getroffen:

Die Intervallläufe haben den Zweck, meine Tempo-Fähigkeiten zu verbessern, sodass ich am Ende dann auch wirklich die Zeit von 4:30 Stunden laufen kann. Die langen Läufe (25-35 Kilometer) sind notwendig um diese verdammten 42 Kilometer überhaupt zu schaffen. Da es mir wichtiger ist, das Ding überhaupt zu schaffen, als dies in 4:30 Stunden zu schaffen, werde ich jetzt meinen absoluten Fokus auf die langen Läufe setzen. Wenn es nicht anders geht, werde ich also nurnoch einmal die Woche laufen – dann aber das volle Programm; also die langen Läufe. Zwar ist das dann keine perfekte Vorbereitung, aber es bringt mich dem Ziel näher als wenn ich jetzt am Ende sogar lange Läufe weglassen muss, weil ich muskuläre Probleme habe. Ich habe sowieso schon grosse Zweifel, dass ich überhaupt am Samstag meine 25 Kilometer laufen kann. Allerdings halte ich es für möglich. Und wenn meine Muskeln schon nach den 15 Kilometern (von vorgestern) so rumheulen, wie soll das dann erst nach 25 werden? Ich nehme also mal an, dass ich dann ne komplette Woche Regeneration brauche. Dann käme ein Lauf über 32 Kilometer, dann schätze ich mal (abermals) mit einer Woche Regenerationszeit und dann käme schon mein Halbmarathon. Die Zeit würde zwar darunter leiden, aber zumindest würde ich den Halbmarathon sicherlich überstehen!

Und wenn ich zwischendurch doch merken sollte, dass meine Muskeln mitmachen, kann ich ja immer noch den ein oder anderen kurzen bis mittellangen Lauf einstreuen – aber warten wir das doch einfach ab! Am heutigen Tag konnte ich mich endlich mal wieder gehörig über den deutschen Fussball-Bund aufregen. Denn heute wurden die nächsten Spieltage terminiert. Alle bis hin zu dem Spieltag an meinem Marathon-Wochenende! Was natürlich ziemlich ungünstig ist, da ich am liebsten Klarheit darüber hätte, dass sowohl die Eintracht als auch der FC schon am Samstag gegen den Ball treten. Aber das war noch nicht alles: bis einen Spieltag vor dem Marathon hat der DFB die Tage nun festgelegt; und das wirklich RICHTIG beschissen! Für das Wochenende nach meinem Halbmarathon hatte ich mit dem Markus abgemacht, zum FC gegen Schalke zu fahren. Wir haben sogar schon die Karten, die Markus (für eine Frechheit von 51 Euro) besorgt hat. Nun findet das Spiel aber schon am Freitag Abend statt. Leider nicht irgendein Freitag-Abend, sondern der drittletzte Werktag-Abend des Quartals und damit wohl ein langer Abend für mich: dummerweise im Büro und nicht in Müngersdorf!

Zumindest eine kleine gute Nachricht gibt es aber auch. Der Kick in Mannheim (gegen die Scheiß Milliardäre vom Hopp) steigt am Samstag. Ob ich da allerdings mit dem Fabian hinwill, ist die andere Frage. Nicht nur, dass der im Stadion sein Maul nicht aufkriegt; nein: jetzt hat er es gestern sogar gewagt, meine Trainingsvorbereitung zu kritisieren. Vorsicht Junge, hier in meinem Blog herrscht Meinungsfreiheit á la China & Russland! Fuck, eben stelle ich fest, dass Donnerstags auf RTL nicht mehr „Die Anwälte der Toten“ kommt. Ebenso haben die Wichser „Im Namen des Gesetzes“ gestrichen. Ich habe also Zeit und kann nun in aller Ruhe packen, denn morgen nach der Arbeit geht es mal wieder in die hessische Heimat. Am Samstag plane ich (derzeit noch) meinen Lauf über 25 Kilometer. Den werde ich allerdings nicht im Christian-Stock-Stadion durchführen, sondern auf meiner 5-Kilometer-Waldstrecke. Die Wasserversorgung werde ich schon irgendwie handeln können. Ich denk mir was aus. Zum Beispiel meine Mutter auf dem Begleitfahrrad oder so. Läuft schon irgendwie... Am Samstag mache ich also das nächste Mal Meldung, ob und wie es gelaufen ist!