Ja, einige von Euch haben es ja mittlerweile schon mitbekommen: das Marathon-Training ist für mich beendet! Schon der erste Termin am Montag beim Sportarzt in Baden liess nichts Gutes vermuten. Am gestrigen Mittwoch stand es dann endgültig fest.
Ich leide an einem „Tractusreiben über Trochanter major mit konsekutiver Perarthropathia coxae“ und zudem (oder davon) auch an einem „Belastungsschaden“ in der Hüfte. Diesen komischen Begriff (also den ersten) hätte ich mir natürlich niemals merken können, aber der Arzt war so nett ihn mir aufzuschreiben (nachdem ich ihn 3 oder 4 Mal gebeten hatte, es nochmal zu wiederholen). Dieser Defekt tritt ausschliesslich bei grossgewachsenen Läufern auf. Das Problem ist, dass ein Muskel der Oberschenkelmuskulatur bei jeder Laufbewegung über dem Hüftgelenk „schrabbt“ und dieses dadurch entzündet. Dagegen kann man nichts machen, ausser sich alle paar Tage eine Spritze abzuholen. Das ist allerdings nicht im meinem Sinne. Zudem habe ich (vermutlich durch diesen Defekt) bereits einen Belastungsschaden an der Hüfte, der sich nicht mehr zurückerholen wird, mich aber in meinem normalen Leben auch nicht weiter beeinträchtigen sollte!
Mein Arzt hat mir am Montag davon abgeraten, den Marathon weiter anzustreben, ausser im Fall, dass mir jemand 100.000 Euro dafür bezahlt! Aber nicht wenn es mir nur darum geht, meinen Ego zu befriedigen. Am Mittwoch wurde aus der Empfehlung dann ein Quasi-Verbot. Er hat mir aufs dringenste geraten, die Finger vom Marathon zu lassen. Er hat referiert über bleibende Hüftgelenkschäden, mein suboptimales körperlichen Voraussetzungen und daraus resultierende ungesunde Belastung für Knie, Knöchel und Sprunggelenk. Sogar von einem erhöhten Krebsrisiko hat er gesprochen; ich habe aber nicht verstanden warum!
Die gute Nachricht ist: ich kann weiter Sport machen – sogar ziemlich uneingeschränkt. Nur eine Einschränkung gibt es: ich darf nicht länger als 40 Minuten am Stück laufen gehen. Am Montag hiess es noch 60 Minuten, aber 40 Minuten reichen ja notfalls auch. Wörtlich hat er gesagt: maximal 40 Minuten Laufen, maximal 6 Kilometer und NUR auf weichen Böden – NICHT Asphalt. Ich denke mal alles das sollte man jetzt nicht ZU ernst nehmen. Sollte kein Problem sein auch mal 10 Kilometer oder eine Stunde zu laufen. Aber lange Läufe sollte ich auf keinen Fall mehr machen. Stattdessen darf ich aber z.B. Fahrradfahren und Schwimmen so viel und so lang ich will! Beides dürfte ich auch locker 3-4 Stunden machen. Also wie schon gesagt: keine Einschränkung!
Ich werde daher jetzt vermehrt anfangen zu schwimmen und 2-3 Mal pro Woche meine 40 Minuten laufen gehen. Fahrradfahren finde ich einfach so behämmert, dass ich mir das wohl nicht als Disziplin aneignen werde! Weiterhin freue ich mich darauf, in Zukunft wieder am ABB-Kicken teilzunehmen, was ich wegen der erhöhten Verletzungsgefahr seit Monaten nicht mehr gemacht habe! Sportlich sollte mir also in Zukunft nicht langweilig werden, auch wenn ich mir im Moment meine Motivation noch etwas schwierig vorstelle. Ich habe zwar wirklich Lust darauf, weiter Sport zu machen und fit zu werden aber bisher hatte ich bei jedem unangenehmen Laufkilometer (und das waren einige) einfach nur das Gefühl vorgestellt, wie es ist nach 42,195 Kilometern über die Ziellinie zu laufen! Ich werde es nicht erleben…
Anyway, ich kann jetzt in Selbstmitleid versinken oder es sein lassen und irgendwie anderweitig fit werden. Ich werde mir zumindest Mühe geben und ganz aus dem Laufen muss ich ja nicht aussteigen. Ich werde mich jetzt auf die prestigeträchtigen WNSL-Distanz (8,6 Kilometer, d.Red.) spezialisieren und dann 2009 in Pfungstadt komplett abräumen…
Im Moment geht aber Lauftechnisch mal garnix. Habe am Montag eine Spritze ins Hüftgelenk bekommen, was mich die nächsten 2-3 Wochen beeinträchtigen wird. Schwimmen und Radfahren ist aber kein Problem; daher werde ich morgen in der Mittagspause auch in Nussbaumen schwimmen gehen.
Dass ich meinen Marathon nicht laufen kann ist zwar sehr ärgerlich; allerdings bin ich nach 3 Tagen Trauerzeit inzwischen eher erleichtert. Schliesslich hätte ich es definitiv nicht gewollt, dass ich zwar einen Marathon schaffe, dafür aber meine Gesundheit ruiniere! So gesehen kann ich eigentlich nur froh darüber sein, dass mich mein Körper mit den Hüftschmerzen darauf aufmerksam gemacht hat! Weiterhin positiv ist, dass ich nun wieder mehr Freizeit habe und umso früher das Verlassen dieses Drexx-Landes hier forcieren kann. Auch wenn ich jetzt schon sagen kann, dass sich das trotz Marathon-Absage noch einige Monate hinziehen wird – jetzt mit Budget und allem Drum und Dran ist es einfach zu stressig für irgendwelche Zukunftsplanungen. Zudem habe ich jetzt wieder viel mehr Zeit um mich einerseits meinem Patenkind Ben und andererseits der Frankfurter Eintracht zu widmen. Wobei man diese beiden Punkte eigentlich optimal verbinden könnte. Auf für Füßballfans gilt schliesslich: früh übt sich!!!
Das einzige was mich derzeit noch ärgert ist der finanzielle Part. Denn weder vom Marathon, noch vom Greifenseelauf nächsten Samstag kann ich zurücktreten und bekomm die Kohle wieder. Am Montag hatte ich eigentlich beschlossen, zumindest den Greifensee-Halbmarathon zu laufen, nach der gestrigen (eindringlichen) Warnung meines Arztes lasse ich es aber sein. Somit habe ich 85 Euro einfach in den Sand gesetzt, was für einen Controller besonders bitter ist! Wie ich in meinem ersten Post schon sagte: „Wenn ich 50 Euro verschwenden will, setze ich sie bei BWIN auf den 1. FC Nürnberg“. Nun, ich bin zwar nicht mehr im Spielsüchtigen-Geschäft, aber trotzdem hätte ich sinnvollere Investitionsmöglichkeiten für die Kohle gehabt! Mit einem Attest kann ich den Frankfurt-Marathon zwar Aussetzen (ich bekäme also einen Freistart 2009), aber auch das bringt mir ja nun mal nichts! Zuletzt ärgere ich mich derzeit über das Buch von Fabian, welches ich im Übrigen doch nicht in Seeheim vergessen hab. Ich kann das Buch jetzt aber im Moment wirklich nicht lesen – sonst blutet mir wirklich das Herz. Achim Achilles – dieses Arschloch – macht genau das was ich nicht darf…
Nun ja, ich will jetzt aber nicht wieder sentimental werden; wie geht das jetzt mit meinem Blog weiter? Der Jonas hat ja schön brav die Wörter gezählt. Vermutlich hat er einfach alles ausgedruckt und dann Strichlisten gemacht – denke ich mal...
Achtundsiebzigtausendfünfhundertzwölf Wörter habe ich also geschrieben, und ich kann das Gerücht dementieren, dass darunter 931 Mal das Wort „Blase“ vorkam! Naja, wie auch immer: 78'512 Wörter sind ja schon mal ein ziemlicher Klotz, zzgl. dem was ich hier jetzt grade zusammenmülle! Die nächsten Tage werde ich nochmal eine kleine Nachbetrachtung meines Trainings inklusive eines Fazits zum Besten geben. Danach werde ich den Blog dann noch mit ein paar kleinen anderen Themen und ein paar Zukunftsaussichten abmoderieren, bevor ich ihm dann endgültig die Füsse einschlafen lassen werde! Und seien wir ehrlich: jetzt, wo man nicht mehr im BLOCKSATZ posten kann, hat der Blog eh brutal an Qualität verloren! Wobei: ein neuer Blogtitel stünde schon bereit – siehe oben :-)
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