Quizfrage: Woran erkennt man, dass die komische Muskelüberlastung vorbei ist? Genau, man spürt den „ausgekugelten“ Oberschenkel wieder! Normale Menschen würden sich vermutlich über Schmerzen im Oberschenkel beschweren, ich gehöre im Moment nicht dazu! Denn ich hatte bekanntlich Grosses vor!
Heute habe ich erstmals den Versuch gestartet, 25 Kilometer am Stück zu laufen! Nach einem ausgedehnten Frühstück, bestehend aus Obst und einem Power Gel „Strawberry/Banana“ machte ich mich gegen 9.15 Uhr auf den Weg. Ziel war, entweder 25 Kilometer zu laufen, oder aber 3 Stunden. Je nachdem was davon früher eintreten sollte!
Meine Route ging vom Seeheim am Waldrand nach Malchen, von dort runter zur B3 bei Eberstadt und wieder zurück Richtung Seeheim, wo ich dann von der Berliner Strasse wieder am Waldrand entlang zurück in die Odenwaldstrasse bin. Hier habe ich dann immer noch eine kleine Runde durch den Wald gedreht. Diese Runde nutzte ich zum Aufnehmen von Wasser, welches vor unserem Haus deponiert war. Mit der kleinen Extra-Schleife hatte die Runde eine Gesamtlänge von 5,75 Kilometern. Mein Plan war also, diese Runde 4 Mal zu laufen und dann noch 2 Kilometer ranzuhängen. Wasser konnte ich wie erwähnt jede Runde vorm Haus abholen, für die letzte Runde hatte ich mir ausserdem den Laufgürtel mit 4 Flasks bereitgelegt. Auf meinen Wasseraufnahme-Runden hatte ich zudem 4 Päcken „Power-Gel“ dabei.
Die erste Runde war relativ unangenehm, da diese Oberschenkelschmerzen leider im Gegensatz zu meinem letzten Lauf nicht nach 2 Kilometern weggingen. Erst nach etwa 5 Kilometern spürte ich es nicht mehr. Runde 2 lief dann ausgezeichnet und ich hatte das Gefühl, absolut ewig laufen zu können. Dieses „ewig“ war dann in Runde 3 gekommen. Meine Beine wurden schlagartig bleischwer und es bildete sich (welch Überraschung) wieder eine Blase am rechten Fuss; abermals trotz Blasenpflaster. In Runde 4 lief ich dann wirklich komplett auf dem Zahnfleisch, dazu kamen wieder diese Schmerzen, die ich bisher als Muskelverhärtung betitelt habe, aber vermutlich einfach nur eine Muskelüberlastung sind. Ich konnte die Füsse grade noch so über den Boden heben und stand mittlerweile leicht neben mir. Irgendwie schaffte ich es aber, die Runde zu beenden und in meine letzten 2 Kilometer zu gehen. Nach 2:53 Stunden und circa 23.5 Kilometern war dann aber endgültig Schluss und ich brach die Geschichte ab. Jetzt könnte man zwar sagen: „Boah Junge, die paar Meter/Minuten hättste jetzt ja auch noch laufen können“. Aber da kann ich nur antworten: „Nee, eben net!“. Meine Beine haben einfach aufgehört zu laufen. Ich konnte gar nichts machen. Die Beine liessen sich nicht mehr heben. Ich bin einfach stehen geblieben! Also blieb mir gar nichts anderes übrig, als mein Training für heute zu beenden und nach Hause zu gehen. Das Gehen war schon anstrengend genug, da die Muskelüberlastung meine Beine mittlerweile praktisch gelähmt hat.
Zu Hause angekommen pellte ich mich irgendwie aus meinen Klamotten und stieg in eine Badewanne mit „Kneipp Gesundheitsbad – Muskel Aktiv, Wacholder“. Das war zwar ganz okay, allerdings hätte ich die Badewanne wohl mit dem „Kneipp“-Zeug pur vollmachen müssen. Meinen Beinen hilft da keine Drehverschlusskappe von dem Zeug… Nach dem Bad brauchte ich ungefähr 30 Minuten um mich auch nur anzuziehen. Schon unglaublich, dass einem die koordinativen Fähigkeiten fehlen, um z.B. Unterwäsche anzuziehen!
Insgesamt freue ich mich zwar dass ich die knapp 24 Kilometer durchgehalten habe, aber sonst gibt es eigentlich nicht viel Gutes zu vermelden. Denn mein Puls war viel, viel zu hoch. Zahlen kann ich im Moment aber nicht nennen, die Pulsuhr liegt im Auto (und da geh ich jetzt nicht nochmal runter!). Allerdings denke ich, es waren um die 164, die ich im Schnitt gelaufen bin. Aber das noch viel grössere Problem: die Geschwindigkeit! Der Lauf heute hätte im langsamen Dauerlauf (GA1) stattfinden sollen. Im aeroben Bereich mit einer tiefen Pulsfrequenz. Fakt ist: der Lauf war absolut langsam, langsamer hätte ich nicht laufen können; das war jetzt ja schon fast Geh-Tempo. Das (viel größere) Problem ist aber: ICH KANN GARNICHT SCHNELLER! Obwohl das Ding so langsam war, bin ich wieder an meine absolute Grenze gegangen. Hätte die Geschichte keine Sekunde schneller laufen können wenn es jetzt z.B. ein GA2-Lauf gewesen wäre. Das ist im Hinblick auf meine weiteres Training (und auch die Wettkämpfe) wirklich problematisch! Man überlege sich mal: ich bin diese Woche 39 Kilometer gelaufen, wohlgemerkt NICHT am Stück. Dafür habe ich 4,5 Stunden gebraucht und war bei beiden Einheiten am Ende TOTAL FERTIG. Wie soll ich denn bitte schön das beides am Stück laufen, dazu noch 3 Kilometer mehr und das ganze dann in 4.30 Stunden? Daher korrigiere ich hiermit meine Zielzeit nochmals. Ich plane jetzt, die ganze Scheisse innerhalb von 5 Stunden hinter mich zu bringen! Und Notfalls geh ich damit nochmal hoch, aber das bleibt abzuwarten. Nach heute ist das Wichtigste für mich eh allein das „Finishen“ Eine gute Meldung gab es heute aber auch noch. Ich habe während des Laufs 3 Power-Gels zu mir genommen und mein Magen hat sie anstandslos angenommen. Zumindest dieser Kelch scheint im Training/Wettkampf also an mir vorbeizugehen…
Nach einer besonders langen Dehn-Session und einem kohlenhydratreichen Mittagessen ging es dann zurück in die Schweiz. Unterwegs war ich schon sehr froh darüber, dass ich keine Krämpfe bekam und somit einen abrupten Aufprall auf einen Brückpfeiler abwenden konnte. Hier angekommen nahm ich als erstes ein weiteres „Kneipp“-Bad. Seitdem quäle ich mich weiter mit meinem Muskeldesaster rum und werde daher jetzt direkt ins Bett gehen!
Ich hätte eigentlich noch jede Menge vom Wochenende zu erzählen, aber das hole ich dann einfach die Tage mal nach. Irgendwie bin ich auch geistig total ausgelaugt und habe wahrscheinlich auch hier die Hälfte vom heutigen Lauf vergessen. Morgen werde ich (auf Anraten von Marc) vermutlich ein kleines Auslaufprogramm machen; das soll die Muskelbeschwerden verhindern. Ich werde allerdings nicht auslaufen, sondern eher ausfahren. Werde mir morgen nach dem Aufstehen einfach mal mein Fahrrad schnappen und eine kleine Runde drehen. Morgen Mittag habe ich dann einen Termin in Baden beim Sportarzt. Den hatte ich eigentlich wegen den Rückenschmerzen ausgemacht. Die sind zwar grade mal nicht da, aber dann trage ich halt mal diese „Oberschenkel-Auskugelung“ vor. Bin mal gespannt, was sich da ergibt. Aber ich habe heute auf den ersten Kilometern mit diesem dämlichen Problemen eine Entscheidung getroffen: ich werde nicht mehr laufen, bevor diese Schmerzen nicht komplett weg sind und/oder ich weiss, was das ist! Bin in jedem Fall sehr gespannt darauf was morgen beim Arzt rauskommt!
PS: KEINE AHNUNG, WARUM MAN PLÖTZLICH DEN TEXT NICHT MEHR IM BLOCKFORMAT BLOGGEN KANN. ABER AUF DIESER KOMISCHEN PAGE KOTZT MICH INZWISCHEN EH SO EINIGES AN…
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