Einmal mehr kann ich nicht von einem astreinen Lauf berichten. Langsam wird es wirklich auffällig, aber was soll man machen. Und daran, dass ich wehleidig bin, habt Ihr Euch ja eh alle gewöhnt.
Am Freitag besuchte ich (mitten in der Nacht gegen 8.30 Uhr) erstmal den kleinen Ben und seine Eltern. Leider war er nicht wirklich gut auf mich zu sprechen. Total am fremdeln der Kleine, sodass er sofort mit dem Meckern angefangen hat, sobald ich auch nur in die Nähe kam. Naja, geht vorbei; hoffe ich zumindest! Nach Ben stand erstmal einkaufen auf dem Plan. Ich war auf der Suche nach Schuhen für die Hochzeit. Dies gestaltete sich praktisch als unmöglich. Nicht nur, dass ich jetzt dank der Einlagen eine Nummer grösser brauch und damit nicht mehr in den totalen Standardgrössen bin. Zudem brauche ich auch Schuhe, wo das Fussbett herausnehmbar ist, damit meine Einlagen reingehen. Wie gesagt: unmöglich! Nach den gefühlten 10 Kilometern die ich zusammen mit meiner Mama in Darmstadt abgespult habe, beschloss ich trotz Müdigkeit noch meine geplanten 2 Stunden laufen zu gehen. Ich kann schon mal vorausnehmen: es hat nicht geklappt!
Gemäss meinen neuesten Recherchen, war meine Lauftechnik bisher falsch. Wobei falsch ist eigentlich nicht ganz korrekt; eigentlich ist „ungeübt“ der richtige Begriff dafür. Und das musste ich dann auch leidvoll ertragen. Das Buch sagt, dass für diese Lauftechnik ein gewisses Grundmass an Kondition erforderlich ist. Und damit kann ich leider im Moment nicht wirklich dienen!
Ich lief los gemeinsam mit meiner Mama, da mein Lauftempo (besonders bei einem Lauf über 2 Stunden) nicht schnell sein sollte – im Gegenteil. Macht langsam eigentlich mehr Sinn. Ich merke aber schnell, dass ich die neue Lauftechnik einfach nicht langsam laufen konnte. So bin ich dann ziemlich unrythmisch gelaufen, mit kleineren Geh- und Stretching-Passagen! Wir liefen eine grosse Runde, die 42 Minuten dauerte, meine Mama verabschiedete sich dann von mir und ich lief weiter, da ich ja noch 78 Minuten vor mir hatte. Nun lief ich auch den Laufstil in dem Tempo, dass mir als angemessen erschien. Leider war das für meinen Puls zu schnell – der schnellte alsbald stark nach oben! Allerdings merkte ich regelrecht, wie ich mit der neuen Technik deutlich schneller wurde, bei einem Puls der relativ gesehen nicht so stark stieg, wie er es bei dem Tempo mit meiner alten Technik gewesen wäre. Ich habe richtig gemerkt wie deutlich schneller ich wurde und mich in einen richtig coolen Rhythmus lief.
Nach der Hälfte der zweiten Runde machte mir aber die Haut wieder zu schaffen – ich habe mir abermals 2 Blasen gelaufen; die eine sogar trotz, bzw. wegen des dämlichen Blasenpflasters. Zudem hat mein, zweiter Zeh (nennt man den „Zeigezeh“?) die ganze Zeit vorne am Schuh angeschlagen, sodass der dann auch ziemlich schnell im Arsch war. Das ist eigentlich das, was auf keinen Fall passieren darf; dass die Zehen den Schuh berühren! Aber das liegt halt an den dämlichen Einlagen; theoretisch brauch ich alle Schuhe eine halbe Nummer grösser. Nur gut, dass ich mir mein drittes Paar Laufschuhe UNMITTELBAR vor dieser behinderten Fussentzündung zugelegt habe! Naja, ich muss mal schauen wie es die nächsten Tage weiterläuft; Notfalls muss eben Paar Nummer 4 her – ich könnte kotzen…
Zurück zum Lauf, neben den Blasen und der Stelle am Zeigezeh lief ich mir auch nen Wolf am Oberschenkel – war also ein rundum gelungener Lauf. Nach etwa 1,75 Runden kam plötzlich meine Mama auf dem Fahrrad an, die die Strecke ausgemessen hat. Neben ihr lief ich die Runde dann zu Ende und brach das Training ab. Nach geeichter Messung ist eine Runde 5,350 Kilometer lang. Ich bin also 10,7 Kilometer gelaufen und habe dafür 1:13 Stunden gebraucht. Das ist für mich eine beachtliche Leistung, da ich die erste Runde getrödelt bin wie ein Weltmeister und ich in der zweiten Runde nicht gerade an meine Pulsgrenze gegangen bin. Zudem hatte ich wieder leistungshemmende Wehwehchen. Und zudem waren es ja 10,7 Kilometer also immerhin 700 Meter weiter (was etwa 3-4 Minuten ausmacht). Weiterhin hatte ich vorher schon 10 Kilometer Darmstädter Strassenpflaster in den Beinen. Ich war auf jeden Fall zufrieden: und die neue Lauftechnik ist merklich energieeffizienter!
Das Wundenlecken danach hat in etwa nochmal genausolang gedauert wie das Laufen selbst. Körperästheten sollten jetzt mal lieber weglesen… Ich habe mir zwei Blasen gelaufen; einen extrem fiesen Wolf am Oberschenkel der auch heute (Sonntag) noch da ist und dazu eine wunde Stelle am linken Zeigezeh. Dies ist besonders unangenehm, da ich nach dem Duschen mit genau der Stelle gegen eine Türzarge geknallt bin und ich nun unter Hornhaut und wunder Stelle nun auch gleich noch einen Bluterguss habe. Sieht ganz schön komisch aus der Zeh und anfühlen tut er sich noch schlimmer. Ich bin mal wieder leicht frustriert. Samstag und heute konnte ich entsprechen nicht laufen und ich kann nur hoffen, dass sich das mit dem Zeh legt; was ich aber für 100% unmöglich halte. Habe gestern festgestellt, dass tatsächlich mein Zeigezeh länger ist als mein grosser Zeh. Wusste nicht, dass so was geht, IST ABER SO. Und so eine Konstellation sieht ein Laufschuh nun mal nicht vor. Daher werde ich wohl an jedem Laufschuh damit anecken – wie gesagt: ich muss das mal beobachten. Vor allem werde ich vielleicht keinen grösseren Laufschuh nehmen können, da die Einlagen ja auch nicht rutschen dürfen. Wie gesagt: im Moment bin ich nüchtern betrachtet auf dem absoluten Tiefpunkt meiner Zuversicht. Und das Timing könnte nicht besser sein. Morgen geht der Trainingsplan los…
Nun, den Freitag-Abend verbrachte ich dann mit Conny und Markus in der Villa. Wobei ich an dem Punkte echt mal sagen muss: Conny, Markus, KOMMT MAL WIEDER RUNTER VON EUREM HOHEN ROSS!!! Naja, lassen wir das!
Am Samstag ging es dann nach Mannheim zum Schuhe kaufen; abermals gefühlte 10 Kilometer später haben wir dann auf dem Rückweg in Viernheim ein passendes Paar Schuhe für die Hochzeit gefunden. Kann man zwar nicht die Einlagen rausnehmen, aber man muss halt Prioritäten setzen; ausserdem kann ich ja auch nicht Barfuss oder in Laufschuhen auf der Hochzeit auflaufen. Ansonsten nutze ich die Tour durch Mannheim für eine paar Laufausrüstungs-Zukäufe! So kaufte ich mir zwei (radlerhosenähnliche) enge Laufhosen, die in Zukunft dafür Sorgen werden, dass ich mir keinen Wolf mehr laufe. Weiterhin kaufte ich kleinere Laufsocken, die vielleicht mein Blasenproblem lösen werden; aber da bin ich mir nicht so sicher. Notfalls laufe ich jetzt aber immer mit Blasenpflastern oder der Anti-Blasen-Creme. Als Problem bleibt nur mein „Zeigezeh“.
Abends besuchte ich dann Anna (die gerade West-Urlaub macht) und Bruno in Pfungstadt was ebenfalls ein höchst unterhaltsamer Abend war! Eigentlich war für heute Morgen wieder ein Lauf angedacht, ging aber eben wegen dem Zeh nicht. Somit ging es dann nach dem Mittagessen (ganz ohne Sport) zurück in die Schweiz wo ich nun angekommen bin. Von meinen Eltern habe ich den Monitor gezockt, sodass ich jetzt auch wieder jeden Abend blogen kann und das nicht mehr aus dem Büro machen muss!
Fazit: das Wochenende hatte lauftechnisch Höhen und Tiefen, wobei es zwar im Nachhinein 90% Höhen und nur 10% Tiefen waren; aber diese 10% könnten das Feuer ganz schnell ausgehen lassen, wenn ich mit den Flossen nicht laufen kann. Naja, wie gesagt: ich warte mal ab und sehe wie es sich in den nächsten Tagen entwickelt. Morgen laufe ich definitiv; als erste Einheit meines nun beginnenden, 12wöchigen Trainingsplans…
Lauf 15:
Zeit: 1:13 Stunden
Avr- HF: 162 / min
Geschw.: 8,22 km/h
Vergleich zum letzten Lauf:
Zeit: 1:12 Stunden (+1,4 %)
Avr. HF: 166 / min (-2,4 %)
Geschw.: 8,33 km/h (-1,4 %)
Vergleich zum ersten Lauf:
Zeit: 1:23 Stunden (-12,0 %)
Avr. HF: 157 / min (+3,2 %)
Geschw.: 7,23 km/h (+13,7 %)