Wäre ich gestern lieber mal nicht zu euphorisch gewesen. Heute sieht die ganze Geschichte schon wieder ganz anders aus. Ich habe asozial Rückenschmerzen; vergleichbar mit denen, die ich mit 16 damals bei meinem Bandscheibenschaden hatte. Allerdings wird es so schlimm nicht sein; mittlerweile kenne ich die Schmerzen und weiß auch den Grund dafür. Ich habe mich vor dem Laufen zu schlecht aufgewärmt, bzw. danach zu schlecht gedehnt. Das ist ärgerlich und kostet mich den heutigen Tag – hoffentlich ziehe ich die Lehren daraus...
Rückenschmerzbedingt bin ich heute schon um 5 Uhr heimgegangen und versorge mich seitdem mit heißen Kompressen und ABC-Salbe. Letztere hätte ich aber lieber weglassen sollen; das Zeug bringt mich irgendwann nochmal um! Seit ich zu Hause bin liege ich außerdem im Bett und habe mich eben nur dazu aufgerafft, mir den Laptop zu holen – zum blogen nachher muss ich dann schon wieder aufstehen. Ich könnte echt durchdrehen.
Nachher will ich aber auf jeden Fall versuchen nochmal ein paar Dehnübungen und ein paar leichte Krafteinheiten zu machen. Mit der Betonung auf LEICHT. Fahrradfahren habe ich ersatzlos gestrichen – das geht gar nicht. Soweit ich meinen Rücken aber kenne, dürfte morgen wieder mehr oder weniger alles in Ordnung sein. Das muss es auch, da morgen die nächsten 10 Kilometer auf dem Programm stehen. Dummerweise werde ich diese morgen Vormittag laufen müssen, da es ja Abends zum FCB geht (Hopp Basel!!!). Aus diesem Grund gehe ich heute auch früh pennen und hoffe mal, dass ich dann morgen einigermaßen gut aus der Kiste komme. Sollten alle Stricke reißen, fahre ich zwischen Arbeit und FCB doch noch mal kurz heim; aber das ist eigentlich nicht in meinem Sinn!
Da ich nun aber heute nicht viel zu erzählen habe, kann ich mich mal ein wenig meinen persönlichen Zielen beim sportlichen GAU am 26. Oktober 2008 widmen. Ursprünglich wollte ich einfach „nur“ den Marathon in weniger als 4 Stunden laufen, inzwischen habe ich aus verschiedensten Gründen aber entschlossen, mir mehrere Ziele zu setzen, um im Zweifelsfall nicht ganz enttäuscht zu werden. Zumal die 4 Stunden-Zeit wohl nicht mehr erreichbar ist. Mein Marathon-Buch prognostiziert bei meinem derzeitigen Fitnessstand eine erreichbare Zielzeit von etwa 4:45 Stunden. Aber egal, meine Ziele für den Marathon bauen aufeinander auf und lauten wie folgt:
- Ankommen
- Nicht Letzter werden
- Schneller als mein Chef laufen (4:22 Stunden)
- Nicht mehr als doppelt so lang brauchen wie der Sieger
- Schneller als 4:00 Stunden laufen
- Schneller als mein Schwager laufen (3:55 Stunden)
Ziel 1 & 2 würde ich WENN wohl zusammen schaffen. Ich denke mal falls ich ankomme, wird schon noch irgendein Hansel hinter mir bleiben. Notfalls lauf ich die ganze Zeit im Windschatten vom vorletzten und grätsche den dann in der letzten Runde ab. Aber mal Ernst beiseite: letztes Jahr sind 9´156 Läufer angekommen; gestartet waren rund 12´000. Das bedeutet eine Ausfallquote von knapp 15%. Macht mir schon ein bisschen Sorgen. Im Übrigen: Ankommen alleine reicht nicht ganz. Als Finisher gilt, wer (ohne Betrügereien) innerhalb von 6:15 Stunden im Ziel ist. Oh Mann, ich sehe das Reinigungsfahrzeug und mich schon nach 6:14 Stunden Kopf-an-Kopf in die Zielgerade einbiegen. Dann werden wir sehen, wer den längeren Atem hat...
Ziel 3 wäre der absolute Hammer, vor allem wenn ich mich an das überhebliche Lächeln meines Bosses erinner, als ich ihm von meinem Vorhaben berichtet habe. Die Stunde des Siegers kommt für jeden irgendwann!!!
Ziel 4 ist das Ziel auf das wohl am schwersten, aber noch realistisch ist (was für 5 & 6 nicht gilt). Könnte letztlich auch sein, dass ich Ziel 4 erreiche, die Nummer 3 aber nicht. Allerdings war die Sieger-Zeit letztes Jahr 2:07:58 Stunden und auch in den letzten 5 Jahren war kein Sieger "langsamer" als 2:10 Stunden.
Das Ziel 5 habe ich mittlerweile schon abgeschrieben, aber ganz aus den Augen lassen möchte ich es nicht. Wer weiß, vielleicht bekomme ich ja noch den totalen Flash und es kommt ein großer (um nicht zu sagen RIESIGER) Leistungssprung! Ja, und wenn ich schon am Träumen bin, dann mache ich mal gleich weiter. Sollte sich bei Kilometer 35 abzeichnen, dass ich sogar die Zeit meines Schwagers schlagen kann, würde ich natürlich ALLES dafür geben und (bei Erfolg) mit Weltfamilienbestzeit meinen Rücktritt vom Marathonsport verkünden! Oh mein Gott, WÄRE DAS EIN FEST!!!
Naja, Träumen kann ich dann immer noch; erstmal sollte ich vielleicht ein bisschen was tun. Morgen 10 Kilometer Frühlauf ohne irgendwelche Wehwehchen wären in jedem Fall ein guter Anfang...
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen