Montag, 11. August 2008

verlängertes Lauffrei-Wochenende

In einer Stunde geht mein dritter fauler Tag in Folge zu Ende. Langsam werde ich ziemlich nervös, ganz davon zu schweigen, dass ich ein ziemlich schlechtes Gewissen habe. Morgen Abend muss ich auf jeden Fall wieder rausgehen laufen. Vielleicht auch drinnen; für morgen sind Gewitter angesagt. Demfall gehe ich nach der Arbeit ins Fitnessstudio meines Arbeitgebers und versuche dort mein Glück. Seh ich dann. Inzwischen überkommt mich aber auch schon wieder leichte Skepsis mit meiner Gesundheit. Seit heute habe ich phasenweise wieder die Schmerzen wie bei der Fußentzündung vor 6 Wochen. Ich fürchte irgendwie, dass die Einlagen möglicherweise doch nicht zu einer richtigen Entlastung des Fußballens führen. Zudem hatte ich das ganze Wochenende (nach meinem Knallerlauf am Freitag) ein komisches Gefühl im Fuß. Es waren nicht wirklich Schmerzen, aber zumindest das Gefühl, dass mein Fuß falsch belastet wurde und nun ein wenig rebellierte. Nun ja, ich will den Teufel mal nicht an die Wand malen – die nächsten Tage werden schon Aufschluss geben…

Am Samstag morgen klingelte schon um 5.30 Uhr mein Wecker. Noch im halben Tiefschlaf vervollständigte ich mein Reisegepäck und machte mich auf den Weg nach Hamburg, wo meine Cousine ein Jahr nach der standesamtlichen Hochzeit nun kirchlich geheiratet hat. Nach wenig spektakulärem Flug von Zürich nach Hamburg und einer ÖPNV-Tortour durch Hamburg kam ich dann endlich an der Reeperbahn an, wo ich aufgrund meiner glänzendes Ortskenntnisse nochmal circa 30 Minuten zum Hotel brauchte. Später merkte ich, dass man es auch in 5 Minuten hätte schaffen können. Naja, das nächste mal weiß ich bescheid! Das Hotelzimmer im „Empire Riverside Hotel“ entschädigte dann doppelt für die stressige Reise. Die eine Wand hatte bodentiefe Fenster mit Blick auf den Hamburger Hafen – ALTER SCHWEDE! Das war wirklich ein absoluter Knaller. Ich hätte auch locker einfach nur das ganze WE im Zimmer bleiben und rausschauen können – es war der totale Hammer! Allerdings ging es schon nach wenigen Minuten Verschnaufpause zur Trauung, die (obgleich meine Meinung zur Kirche hinlänglich bekannt sein dürfte) ausgesprochen schön war! Der viel größere Knaller war aber die Feier danach, die direkt neben unserem Hotel ebenfalls in einer Location mit Hafenblick stattfand. Unser Hotel war bei "K", die Location bei "J".Es war der oberste Stock eines 20 Stock hohen Gebäudes. Dieser Stock war komplett verglast und mit zwei riesigen Dachterrassen ausgestattet. Da konnte man sich einfach nur sattsehen an Hamburg und vor allem am Hafen. Wie der Brautvater später auch sagte: „Mehr Hamburg geht nicht!“. Man hatte einen perfekten Blick auf den Hafen, die Landungsbrücken befanden sich direkt am Fuß des Gebäudes (kleiner Tipp: bei "L"). Es ist schwer zu sagen, ob es bei Helligkeit oder bei Dunkelheit besser war. Es war beides der totale Hammer!

Dazu gab es eine spektakulär schöne Hochzeitsfeier; wie es immer so ist hauptsächlich dank diverser kreativer Beiträge von Verwandtschaft und Freunden. Ach ja, und die Eintracht hat auch gewonnen - 3:0. Bis circa 22.30 Uhr hielt ich sogar (entgegen meines eigentlichen Vorhabens) an meiner Alkoholabstinenz fest. Dann allerdings überkam mich die Lust auf ein Hopfenhaltiges Elektrolytgetränk. Allerdings habe ich maximal 4-5 von Dingern getrunken. Habe mich also keineswegs weggeräumt! Am Sonntagmorgen stand dann noch ein gemeinsames Frühstück an, bevor ich mit Corneli & Clemens zu einer kleinen Stadttour aufbrach. Eigentlich war die Eisenbahn-Miniatur-Wunderwelt angedacht, aber 50 Minuten Wartezeit schreckten da ziemlich ab. Leider taten wir uns schwer, ein adäquates Ersatzprogramm zu finden; daher schlugen wir dann (mehr schlecht als recht) ein paar Stunden die Zeit in Hamburg (bei Hamburger Wetter) tot, bevor ich dann zum Flughafen pilgerte. Dort traf ich – Sicherheitsfanatiker wie ich bin – ungefähr 2,5 Stunden vor Abflug ein und musste feststellen wie langweilig ein Flughafen so sein kann. Immerhin machte ich bei „Nachtzug nach Lissabon“ entscheidende Fortschritte. Oh Mann, ich mach echt drei Kreuze, wenn ich das Buch endlich hinter mich gebracht habe. Mein Plan war eigentlich, nach Ankunft in Turgi noch Laufen zu gehen. Daher hatte ich auch in meinem Auto auf dem ABB-Parkplatz meine Sportsachen zurechtgelegt. Da ich allerdings schon im Flugzeug und im Zug jeweils mehrfach eingeschlafen bin, verabschiedetet ich mich von dem Plan. War auch gut so; als ich gegen 21 Uhr am Auto ankam war ich stehend KO und wollte nurnoch ins Bett.

Nachdem ich auf Samstag und auf Sonntag nur 5 Stunden geschlafen hatte, bekam ich auf heute wenigstens 7 Stunden – ich hätte aber auch noch 4-5 mehr vertragen. War immer noch total platt vom Wochenende als ich im Büro auflief. Dazu sollte heute mal so ziemlich alles schief gehen, was irgendwie schief gehen konnte. Eben ein Tag an dem man lieber im Bett geblieben wäre. Zur Krönung erfuhr ich spontan, dass morgen die Revision bei uns aufläuft. Bzw. eher gesagt bei mir; meine beiden Kollegen sind urlaubsbedingt „out of office“. Für meine Freunde von der Revision kann ich nun morgen schon um 7.00 im Büro auflaufen und wahrscheinlich den ganzen Tag für irgendwelche Dokumente durch die Firma rennen. Naja… Anyway, da ich heute noch einiges für die Revision morgen (Dienstag) vorbereiten musste, kam ich erst spät heim und kümmerte mich um meinen Waschtag. Spätestens jetzt hatte ich das Laufen gestrichen; hätte niemals geklappt. Stattdessen kümmerte ich mich um meinen vernachlässigten Haushalt; und später noch um meine vernachlässigten Freunde aus Hahn und Seeheim.

Nastja und Morris werden sich morgen dreisterweise anschauen, wie die Eintracht gegen das weiße Ballett Europas ein Ergebnis von 1960 korrigiert. Es gibt echt Tage, da verfluche ich so dermaßen, dass ich hier unten arbeite... Naja, bin auf jeden Fall KAUM neidisch. Viel eher neidisch bin ich da auf die Conny, die vorhin von ihren kleinen Engeln aus der Eberstädter Schule geschwärmt hat. Das scheinen echt 16 ganz liebe, kleine Lämmer zu sein!!!

Nach meinem morgigen Lauf werde ich dann hoffentlich auch neue Erkenntnisse über die Dringlichkeit neuer Laufschuhe haben. Ich hoffe schon, dass ich irgendwie die nächsten 11 Tage mit meinen bisherigen Schuhen überstehe. Mittlerweile habe ich nämlich herausgefunden, dass es in der Schweiz praktisch keine Schuhgeschäfte mit Laufbandanalyse gibt, ebenso wenig auf der näheren deutschen Seite (Lörrach, Freiburg…). Ich werde mir also wohl wieder bei Engelhorn in Mannheim neue Schuhe holen. Dafür will ich dieses Wochenende aber nicht unbedingt extra in die Heimat fahren. Wie auch immer, ich hoffe meine Füße halten die alten New Balance wenigstens noch eine Woche aus!

Oh Mann, ich kann es gar nicht erwarten, bis ich endlich wieder laufen kann. Kann nur hoffen, dass das Wetter einigermaßen ist. Wetter.com kündigt für Riniken morgen Abend Gewitter an – aber wer glaubt schon Meteorologen?!? So, jetzt muss ich schlafen. In 7 Stunden kommt die Revision. Huschhusch ins Bett...

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