Also, die Ergebnisse von meinem Gesundheitscheck bekam ich heute mitgeteilt. Im großen und ganzen ist bei mir eigentlich alles in Ordnung. Mein Blut wurde getestet auf Cholesterin, rote und weiße Blutkörperchen und auf den Zuckergehalt. Hierbei ergaben sich normale, gesunde Werte. Mein Cardiogramm war ebenso nicht zu bemängeln. Einzig mein Lungenvolumen liegt ein bisschen unter der Norm, allerdings kann das stark Tagesformabhängig sein, wie mein Arzt mir heute erklärte.
Sein Fazit war daher, dass es grundsätzlich für mich unbedenklich ist, einen Marathon zu laufen. Allerdings wies er darauf hin, dass ja kein Belastungs-EKG oder derartiges gemacht wurde und dass zudem die Belastung des Körpers beim Marathon (-Training) so hoch ist, dass er aufgrund der gemachten Tests keinen „Freifahrtschein“ ausstellen könne. Das hatte ich aber auch so geahnt…
Er liess mich allerdings nicht gehen ohne zu betonen, dass meine körperlichen Voraussetzungen nicht gerade für einen Langläufer zu gebrauchen sind, sondern eher für einen Zehnkämpfer! Langläufer sollten eher leichte, drahtige Leute sein und nicht ungedingt athletisch veranlagt wie ich.
Als weiteren Tipp (wobei Tipp untertrieben ist, er hätte wohl am liebsten gehabt, dass ich ein Versprechen abgebe) gab er mir mit auf den Weg, dass ich beim Marathon KEINE Zielzeit anstreben sollte. Bei meinem ersten Marathon sollte ich als Ziel doch ausschließlich haben, „Finisher“ zu werden!
Weiterhin riet er mir davon ab, in meinem Training Schwellen- und Intervallläufe zu machen. Dabei handelt es sich um Läufe in höheren Pulsregionen, die den Körper stärker belasten, dadurch aber auch einen höheren Trainingseffekt haben. Diese beiden Arten von Läufen sind absolut unerlässlich, wenn man seine Zeit verbessern will. So gesehen werde ich auf sie nicht verzichten können.
Zusammenfassend betonte er nochmals, dass ein Marathon nicht optimal trainiert werden kann, da man im Training niemals in der Lage sein wird, seinem Körper die Belastung zuzufügen wie er sie im Marathon erfährt. Dieser Zustand totaler Erschöpfung und Ausgelaugtheit ist nicht trainierbar und daher ist in jedem Fall während des Marathons absolute Vorsicht geboten.
Auch wenn sich das jetzt nicht so wirklich klasse anhört sollte man das Ergebnis nicht als negativ werten. Mein Arzt hat die Sache auch nicht negativ rübergebracht, sondern lediglich warnend. Letztendlich bleibt die Aussage: Meine Voraussetzungen sind suboptimal, aber grundsätzlich ist die Übung unbedenklich“. Clevererweise habe ich vergessen, nach einem Orthopäden zu fragen. Ich werde aber jetzt erst noch mal ein paar Trainingeinheiten verstreichen lassen und dann – wenn notwenig – einen Orthopäden aufsuchen. Im Moment fühlen sich Beine, Füße und Knie gut an!
Ich bleibe sicherlich bei meinem Ziel, den Marathon in einer bestimmten Zeit zu laufen. Alleine das Ziel zu „finishen“ reicht mir einfach nicht. Dazu werden dann auch einige Schwellen- und Intervallläufe notwendig sein – das ist leider unverzichtbar. Trotzdem werde ich mir die Empfehlungen meines Arztes zu Herzen nehmen. Ich werde mein Zeitziel und das dazugehörige Training nicht um jeden Preis erzwingen. Sollte ich merken, dass es nicht reicht, werde ich mein Ziel entweder nach hinten korrigieren oder aber doch nur das „finishen“ versuchen. Aber das sehe ich dann…
Viel erfreulicher als die medizinischen Meldungen aus Riniken sind allerdings die heutigen medizinischen Meldungen aus Bonn / Bad Godesberg. Joscha von den Bonner SC – Sturmtruppen scheint auf dem deutlichen Weg der Besserung zu sein nachdem er uns letzte Woche mit einer absoluten Hiobsbotschaft geschockt hatte. Das freut mich EXTREMSTENS zu hören zumal mir die ganze Geschichte in der letzen Woche tatsächlich die ein oder andere schlaflose Nacht bereitet hat. Sieh zu, dass du umgehend wieder bei voller Gesundheit bist, Junge!!!
So, jetzt muss ich packen. Mein Workshop in Todtnau (Arsch der Welt!) geht von morgen bis Freitag. Auf der Homepage von unserem Event-Veranstalter habe ich heute schlimmerweise gelesen, dass nur wenige Minuten vom Tagungsgebäude der „Kletterpark“ ist. Na da kann ich ja fast mal ahnen, woraus unser Sportprogramm bestehen wird. Klettern, fuck. Das muss doch nicht sein…
Samstag und Sonntag werde ich dann in Seeheim sein, allerdings an beiden Tagen kurze aber schnelle Läufe machen. Erst am Sonntag Abend werde ich wieder hier sein und dann auch erst wieder meinen Blog füttern. Nächster 10Km-Lauf wird am Dienstag (also gestern in einer Woche sein). Am Samstag drauf beginnt dann mein Kampf um Titel – der Pfungstädter Willi-Nickel-Stadtlauf startet. Das wird ein richtiges Desaster. Trotzdem freu ich mich drauf!
Noch 12 Tage bis zum Vorrundenaus, noch 4 Tage bis zur ersten Gruppenniederlage gegen Polen!
1 Kommentar:
Lieber Matthi,
1. Bist Du mittlerweile aus Deinem Werbevertrag mit Vanish ausgetreten oder müssen wir hier mit weiterer Schleichwerbung rechnen?
2. Gut, dass Du Dir mit den Arztbesuchen nach meinem Besuchs-Wochenende ein wenig Zeit gelassen hast. Sonst hätte der Arzt sicherlich nicht nur Warnungen ausgesprochen... :)
3. Was sollen diese anti-vaterländischen Parolen hier!?
4. Todtnau ist wicklich am Arsch der Welt. Ich habe mal Skiurlaub in Todtnauberg gemacht, das ist sogar noch dahinter (schlimm genug, dass es hinterm Arsch der Welt überhaupt noch etwas gibt).
5. Verspätet, aber nochmals vielen Dank für das mega korrekte Wochenende! Muss bald wiederholt werden.
6. Meld Dich Sonntag Abend mal, wenn Du wieder daheim bist.
Kommentar veröffentlichen