Mittwoch, 3. September 2008

Wo soll ich wie laufen?

Langsam beginne ich, mir ernsthaft Sorgen zu machen. Als ich heute aufgestanden bin, konnte ich fast nicht laufen. Zwar wurde es nach einer heissen (wieder mal ist Wärme das Stichwort) Dusche besser, allerdings sind die Schmerzen deutlich präsenter als noch in den letzten Tagen. Daher suchte ich nach dem Mittagessen unsere ABB-Betriebsärztin auf. Und obwohl ich über seltsame Schmerzen im Oberschenkel klagte (die genaue Definition über Ort und Art der Schmerzen habe ich ja gestern gegeben), fragte die gute Frau direkt, ob ich schon mal Probleme mit dem Rücke hatte. Hatte ich, ja. Als ich 16 war hatte ich mal ne Bandscheibenverschiebung. Als ich das erwähnte sagte sie nur „oh-oh“. Ich verwies zwar nochmal darauf, dass ich Schmerzen im Oberschenkelgelenk habe, woraufhin sie aber nur entgegnete, dass einige Rückennerven bis in den Oberschenkel reinlaufen. Sie verwies mich daraufhin an einen Sportmediziner in Baden, wo ich nun am Montag einen Termin habe. Vorerst mache ich mir aber nun ziemliche Sorgen. Bei meiner damaligen Bandscheibenverschiebung durfte ich 12 Monate lang kein Sport machen. Das wäre definitiv das Ende meines Marathons. Und das schlimmste ist: seit heute Nachmittag habe ich nun auch fiese Rückenschmerzen. Aber kann sein, dass ich mir das jetzt nur einbilde...

Am Montag habe ich wie gesagt den Termin in Baden. Bis dahin werde ich mein Training aber normal weiter durchziehen. Das bedeutet morgen sind wieder Intervalle am Start (10 x 400m) und am Samstag kommt es dann zu einem neuen (persönlichen) Weltrekordversuch: 25 Kilometer! Und am Montag werde ich dann wissen, ob und wie es weitergeht. Ich will ja nicht zu pessimistisch sein, aber irgendwie hab ich gar kein gutes Gefühl. Das die Scheisse wohl vom Rücken kommt, hat mich reichlich geschockt!!!

Äh, wie geil ist das denn? Hier in SAT1 kommt grad ne Reportage über das Sozialamt Offenbach – Abteilung Sozialhilfebetrüger. Herrlich; sämtliche Klischees werden innerhalb von wenigen Sekunden vollumfänglich bestätigt. Und das ganze dann auch noch im Furunkel an unserem Frankfurter Ostend! Sat 1 „Gnadenlos gerecht – Sozialfahnder ermitteln“.

Im Prinzip geht es aber heute weder um „Gnadenlos gerecht“, noch um meinen Rücken, sondern um die Frage wo ich in Zukunft meine langen Läufe absolvieren werde. Bis zum Marathon werde ich jetzt dreimal täglich laufen – wenn es perfekt läuft sogar viermal, aber ich fürchte das schaffe ich nicht. Einer der drei Läufe ist ein kurz-bis-mittellanger und mittelschneller Lauf (4-15 Kilometer). Als Zweites mache ich einmal wöchentlich ein Intervalltraining – also kurz und schnell. Zuletzt werde ich jedes Wochenende einen langen, langsamen Lauf (25-35 Kilometer) absolvieren. Und mein Problem ist, dass ich nicht weiss, wo ich diesen langen Lauf absolvieren soll.

Problemstellung:

Während eines langen Laufes (z.B. über 35 Kilometer) brauche ich eine permanente Versorgung mit Trinkwasser, sowie mit konzentrierten Kohlenhydraten. Die Kohlenhydrate könnte ich einfach in die Tasche packen, aber die 4-5 Liter, die ich trinken muss, kann ich leider nicht mitnehmen. Weiterhin brauche ich eine Strecke, auf der ich ohne allzugrosse Probleme einzelne Kilometer feststellen kann. Selbstverständlich sollte die Strecke einigermassen abwechslungsreich und der Untergrund idealerweise Beton/Asphalt sein. Zuletzt wäre es gut, auch meinen anderen Stuff (Cremes, Kühlspray, Ersatzeinlagen, Ersatzschuhe, Nahrung) in der Nähe zu haben.

Folgende 3 Optionen stehen mir zum Laufen zur Verfügung:

1.) Meine Haus-Strecke

Ich könnte einfach meine 15 Kilometer lange Hausstrecke 2 1/3 mal laufen. Somit käme ich auf die 35 Kilometer und hätte von der Umgebung eine einigermassen abwechslungsreiche Strecke. Zudem habe ich genaue Kilometermarkierungen im Kopf und könnte mich an diesen orientieren. Das Problem: die Versorgung mit Wasser ist nicht gewährleistet, da mein Laufgürtel nur knapp einen Liter fasst und ich unterwegs nicht die Möglichkeit habe, Wasser zu deponieren. Weiterhin besteht das Problem, dass ich während des Trainings zweimal meine Wohnung passieren würde – und mich dann zu überwinden in die zweite, bzw. dritte Runde zu gehen stelle ich mir unmöglich vor. Zuletzt besteht meine Strecke zu 80% aus Feld- und Waldböden und hat nur einen geringen Asphaltanteil (der aber besser grösser wäre; schliesslich findet der Marathon nur auf Asphalt statt).

2.) Die Tartanbahn in Brugg

Als zweite Option könnte ich die Strecke auch auf meiner Intervalltraining-Tartanbahn in Brugg abspulen. Hier könnte ich mich perfekt mit Wasser versorgen, das ich einfach neben der Bahn in meiner Tasche deponieren könnte. Auch meine Kohlenhydrate und anderes Equipment könnte ich hier in ständiger Reichweite lagern. Mit 2,5 Runden sind die Kilometer perfekt bestimmbar. Weiterhin habe ich es jederzeit während meines Laufes nur eine Minute zu meinem Auto und 3 Minuten bis nach Hause – für den Fall, dass z.B. eine Verletzung /Krankheit oder z.B. ein Gewitter dazwischenkommt. Negativ ist, dass der Tartanboden sehr weich und gelenkschonend ist. Was ja eigentlich gut ist, aber in meinem Fall (siehe oben) eben nicht wirklich förderlich. Zudem ist die Tartanbahn natürlich komplett eben, was zwar für den Puls gut ist, aber natürlich hat es auch auf dem Frankfurter Marathon die eine oder andere Passage bergauf und bergab. Weiterhin suboptimal wirkt sich vor allem die Kulisse aus. Ein 35-Kilometerlauf auf einer 400m-Bahn bedeutet, dass ich 87,5 Runden laufen müsste. Ich glaube es gibt einfachere Wege, bekloppt zu werden. Davon mal ganz abgesehen, dass es mir fast unmöglich erschein, 90 Runden zu zählen, damit ich auch die richtige Distanz laufe.

3.) Laufband im ABB-Fitnessstudio

Die Vorteile liegen auf der Hand. Das Laufband ist im Fitnessraum, was ein Training unabhängig des Wetters zulässt. Zudem kann ich einerseits die Kilometer perfekt verfolgen – digital auf dem Display. Und der besondere Bonus: ich könnte exakte Geschwindigkeiten laufen. Schliesslich ist auf dem Laufband die Km/h-Zahl beliebig einstellbar. Der grosse Nachteil ist das triste Umfeld. 35 Kilometer auf der Tartanbahn würde ja noch gehen, aber im Fitnessraum, ohne dass sich nur irgendwas im Umfeld ändert: das geht wirklich gar nicht! Weiterhin ist auch die Versorgung nicht perfekt. Zwar könnte ich Wasser und sonstiges Equipment direkt neben mir abstellen, aber von einem Laufband kann man ja nicht mal eben absteigen, eine Flasche Wasser nehmen und einfach weiterlaufen.

Ergebnis:

Auch wenn keine der 3 Optionen optimal ist, ich habe mich für meine langen Läufe für die Tartanbahn entschieden. Kann gut sein, dass ich dort komplett durchdrehe, aber ich fühle mich (spätestens seit Ümit Özat) einfach sicherer, wenn ich permanent Wasser, mein Equipment, mein Handy und auch andere Sportler (bzw. Menschen generell) in meiner Nähe habe. Zudem hat die ebene Bahn (zumindest beim Training) bei genauerer Betrachtung natürlich schon Vorteile. Diese langen, langsamen Läufe trainieren ja insbesondere den Puls, bzw. die aerobe Leistungsfähigkeit. Und da hat eine ebene Bahn natürlich schon ein Plus. Gut ist auch, dass ich notfalls innerhalb von wenigen Momenten zu Hause bin (wenn es gewittert oder ich z.B. doch das Power-Gel nicht vertrage). Und wenn es perfekt läuft, sehe ich vielleicht ein Spiel des FC Brugg und langweile mich zumindest einen Teil (90 Minuten) meines Laufes nicht. Nicht zuletzt mache fiel die Entscheidung auch aus Rücksicht auf die vielen Kühe auf meiner Hausstrecke. Und ich bleibe im Gegenzug vor Jermaine verschont! Fürs zählen der Runden habe ich noch keine endgültige Lösung. Im Moment geht die Tendenz dahin, dass ich einfach 5-Rappen-Münzen (die sind federleicht) mitnehme; 87 Stück. Und dann werfe ich einfach jede Rund eine der Münzen in die Tasche. Was noch den perfekten Nebeneffekt hat, dass ich sogar jede Runde leichter werde! Zwar kann ich mich damit immer noch verzählen, aber im Grossen und Ganzen ist das denke ich die beste Lösung.

Dennoch werde ich auch die anderen beiden Optionen nutzen. Meine Hausstrecke nutze ich für alle normalen Läufe über 6-15 Kilometer. Das Laufband werde ich insbesondere für meine Läufe mit vorgeschriebenem Tempo nutzen. Diese Läufe im Marathonrenntempo (MRT) werden nämlich auch bald auf meiner Agenda auftauchen. Und wenn ich feststellen sollte, dass das Laufen auf der Tartanbahn GARNICHTS ist, kann ich ja immer noch auf eine der anderen beiden Alternativen zurückkommen!

Nun, das hätten wir geklärt. Jetzt widme ich mich meinem Feierabend. Morgen habe ich wieder ein Intervalltraining, wie oben erwähnt übe r10 x 400 Meter. Das mache ich natürlich auf der Laufbahn. Ich hoffe mal, mein Oberschenkel-/Hüft-/ Rückenproblem lässt das Training morgen normal zu. Aber wie ich gestern feststellen konnte, verschwinden die Schmerzen ja nach etwa einem Kilometer. Ich hoffe morgen wieder auf diesen Effekt!

1 Kommentar:

Fabien hat gesagt…

Ähm, Du wohnst in der Schweiz, richtig? Die Schweiz an sich ist ein bergiges Land, richtig? Du wohnst in diesem bergigen Land in einem Dorf, richtig? Auf Deiner Laufroute kommst Du mit Kühen in Kontakt, richtig?
Ok, fassen wir zusammen: Berge, Kühe, Landschaft und Dorf. Aber diese idyllischen Viehtröge in die die kühlen Bergbäche fließen gibts jetzt nur wieder in Österreich, oder? Ah, verstehe...LAUF DU PIENSER!
Schon mal überlegt in eine Sauna zu gehen? Mu0 nicht unbedingt so sein wie der Parkplatz Mörfelden, aber für die Muskeln ist das super.