Oha, auf die Strom- und Wasserrechnung bin ich mal gespannt. Seit ner Woche bade ich (muskelbedingt) jeden Tag; heute tat ich das nach meinem Lauf sogar dreimal. Also ich liess zweimal das Wasser ablaufen und neues Wasser ein, da es mir viel zu schnell wieder zu kalt wurde. Wie auch immer: diese Badesessions habe ich dringend nötig, anders ausgedrückt: meine Beine werden es mir danken! Alle anderen Möglichkeiten, die Muskel zu wärmen haben leider versagt. Ich gehe jeden Abend mit zwei Wärmflaschen ins Bett, trage tagsüber im Büro inzwischen Radlerhosen (wohlgemerkt: ich habe schon noch eine Jeans drüber) und hantiere aktiv mit ABC-Salbe und Voltaren. Wobei ich mit ABC-Salbe jetzt aufhören werde; das Zeug hat mir heute die asozialste Nacht meines Lebens beschert.
Ja, notwendig ist das Muskelwärmen nach wie vor, da ich diese komische Sache in meinem linken Oberschenkel nach wie vor habe. Es fühlt sich aber nicht an, wie ein Zerrung, sondern eher so als sei das Oberschenkelgelenk ausgekugelt – in einer leichten Form. Also das klingt jetzt dramatischer als es ist. Aber Ihr kennt sicher dass Gefühl (z.B. aus den Armen), dass irgendwas nicht stimmt. Also dass man den Eindruck hat, es müsste irgendwie mal kurz „knack“ machen und dann ist das Gelenk wieder da wo es hinsoll. So fühlt sich das an!
Diese komische Muskel- oder Gelenkscheisse hat mich dann aber nicht davon abgehalten, heute laufen zu gehen; ich wollte es zumindest mal probieren. Nach etwa einem Kilometer waren dann diese anfänglichen (leichten) Schmerzen auch weg und ich konnte ganz „normal“ laufen; leider kann ich aber auch schon sagen: mittlerweile ist das komische „ausgekugelte Gelenk“ leider wieder am Start. Ach ja, und weil das letzte mal schon wieder so lang her ist: eine Blase habe ich mir ausnahmweise auch mal wieder gelaufen. Ist aber nicht so überraschen, hab ja erst nächste Woche meine Einlagen-Anpassung!
Vorgenommen hatte ich mir heute einen GA2-Lauf - also einen „lockeren Dauerlauf“ - über 15 Kilometer. Da ich aber eh unterwegs nicht steuern kann, ob mein Lauf nun „langsam“ oder „locker“ ist, entschied ich mich, ihn zügig durchzuführen. Mein kleiner Traum dabei war, die 15 Kilometer mit einer Kilometerzeit von 6 Minuten zu absolvieren. Dazu sei zu sagen, dass ich das bis heute noch nichtmal 10 Kilometer in einer Stunde gelaufen bin; dies also sehr herausfordernd für mich war!
Erstmals legte ich heute auch meinen Laufgürtel (mit 3 Flasks) an und nahm ein Päckchen „Power Gel“ als Wegzehrung (schwäbisch „Väschber“) mit. Zwar war es die ersten 2-3 Kilometer etwas ungewohnt mit dem Gürtel zu laufen, aber danach gewöhnte ich mich daran und später war ich einfach nur froh, dass ich ihn dabeihatte.
Wieder mal vergessen hatte ich mein Hundespray, war aber nicht so schlimm denn Jermaine war offensichtlich drinnen und/oder er hatte heute schon einen Läufer gerissen. Diesmal hatte ich sogar die Kamera dabei, aber irgendwas stimmt damit nicht. Hatte sich ja schon in Cadzand angedeutet - irgendwie spinnt der Akku. Echt saubehindert! Naja, statt wieder Stress mit Jermaine anzufangen, gab es heute mal Konfrontationen mit einem anderen Tier; das ist kein Witz. Circa 500 Meter nach dem Hunde-Bauernhof kam mir ein Bauer mit Kuh an der Leine entgegen, neben ihm lief ein Stallbursche oder was auch immer. Da der eine links, der andere rechts lief, entschied ich zwischen den beiden durchzulaufen. Erst circa zwei Meter vor den dreien bemerkte ich eine riesige Pfütze in der Mitte und machte einen ruckartigen Schritt nach rechts; dummerweise in Richtung Kuh. Zwar war zwischen Kuh und mir immer noch locker 1-2 Meter Platz, aber das Vieh erschrak komplett und beschloss ein bisschen durchzudrehen. Das Ding wäre fast komplett abgegangen und der Bauer hatte reichlich Probleme, das Amok laufende Vieh wieder zu beruhigen. Für einen kleinen Moment sah es sogar so aus als würde sich die Kuh losreissen. Aber nachdem der Bauer kurz mal durchgeschüttelt wurde, hatte er wieder die Kontrolle übernommen. Das Fluchen und seine Beschimpfungen in meine Richtung hörte ich (der ich mit Blick in Richtung des Geschehens) meinen Lauf nicht unterbrochen hatte noch locker 200 Meter später. Ich entschuldigte mich zwar lautstark, sehe aber eigentlich nicht unbedingt meine Schuld. Ganz im Ernst: ich hätte nie gedacht, dass ein 500 Kilo-Monster so schreckhaft ist, wenn ich mal ruckartig nen Meter näher komme. Anyway, ging ja alles gut und auf dem Heimweg war ich nicht ganz unglücklich darüber, dass der Kollege und ich uns auf meinem Rückweg nicht nochmal trafen!
Kurz mal was anderes: WAS IST DANN DENN für eine übel inszenierte Abschiedsfeier vom Oliver? Habt Ihr das gesehen? Wie in die Katakomben geht und einfach durch die Flure der Arroganz-Arena läuft ohne irgendwen zu treffen. Um dann in der Kabine erstmal was zu trinken und zwei Minuten stumm dazustehen und gefilmt zu werden? Naja egal, zurück zu meinem Lauf:
Ich merkte zwar, dass meine Kilometerzeiten immer etwas weiter abnahmen, versuchte aber gegen die Uhr anzukämpfen. Und bei Kilometer 10 zog ich dann meinen Joker: das Päckchen „Power Gel“. Dieses Zeug sollte man bei längeren Läufen alle 30-45 Minuten nehmen und wenige Sekunden später mit 400ml Wasser nachspülen. Letzteres liess ich mir nicht zweimal sagen, denn die Konsistenz dieses Gels ist wirklich hochgradig WIDERLICH. Das fühlt sich im Mund an wie Zahnpaste, die mit einerschimmeligen Pelzschicht überzogen. Also das Zeug im Mund zu haben ist so was von ekelhaft, dass man es automatisch runterschluckt. Die Hälfte davon bleibt aber im Hals kleben, was auch die 400ml zum runterkriegen erklärt. Geschmacklich war das Zeug zwar absolut nicht definierbar, aber es hat nicht so schlecht geschmeckt. Eben habe ich auf der Packung nachgelesen: es war Zitrone!
Zu meiner grossen Verwunderung fiel es mir auch nicht schwer, das Zeug bei mir zu behalten. Mein Magen nahm es in jedem Fall deutlich besser an als die „Power Bar“-Riegel. Das Gel sollte also eine geeignete Option für meine langen Läufe darstellen! Ich redete mir sogar ein, dass ich kurz nach Einnahme des Gels wieder mehr Kraft hatte; allerdings war das vermutlich eher ein Placebo-Effekt; keine Ahnung...
In meinem Kampf gegen die Uhr hatte ich fast die ganze Zeit eine Minute Vorsprung. Allerdings kam das Ticken immer näher und genau bei Kilometer 13 war es dann soweit und die Uhr und ich waren gleichauf. Da es bergauf ging, konnte ich leider nichts mehr entgegensetzen. Ich musste die verf**** Zeit einfach ziehen lassen. Als es dann 1,2 Kilometer vor meiner Wohnung wieder eben wurde, schlug ich zurück. Und auf diesen letzen Metern schaffte ich dank einem Kraftakt (Endspurt kann man das aber DEFINITIV NICHT nennen), die rund 15 Sekunden aufzuholen und kam tatsächlich vor der Uhr an meiner Wohnung an. Die Uhr zeigte 1:29 Stunden. Sekunden werden nicht angezeigt, aber es dürften schon so 45-50 gewesen sein. Anyway, ich habe es geschafft und meinen bisher besten Lauf abgeliefert. Wobei „bester“ natürlich relativ ist; denn meiner Zeit stand ein durchschnittlicher Puls von 175 gegenüber also über 85% von meinem HFmax. Mein höchster Puls heute belief sich auf 184 was eigentlich noch ein ganz akzeptabler Wert ist; aber wohlgemerkt: auch RELATIV!
Leider muss ich sagen, dass das heute meine absolute Leistungsgrenze war. Schneller kann ich nicht – also zumindest nicht 15 Kilometer. Ab jetzt hilft vermutlich nurnoch Beine rasieren oder so. Was den positiven Nebeneffekt hätte, dass ich auf einen Schlag sogar noch 2 Kilo abnehme (Notiz im Geiste!). Ansonsten ruht meine Hoffnung auf dem Training. Das muss aber schon richtig anschlagen, damit ich das Tempo 42,195 Kilometer laufen kann. Im Moment sehe ich das aber nicht...
Nun sitze ich hier im Wohnzimmer, trinke Wasser mit Magnesium und „Gelenk-5in1-Brause“. Das Magnesium ist mit Geschmackssorte Zitrone noch einigermassen annehmbar. Das Gelenk-Zeug (was wahrscheinlich nur für 87jährige nach der Hüftoperation gedacht ist) ist da deutlich kreativer: Rhabarber-Vanille. Das ist nicht nur von der Grundidee her schon total widerlich, sondern es schmeckt auch genauso wie man sich das vorstellt.
Nun freue ich mich aufs Bett und auf einen trainingsfreien Tag morgen. Dennoch werde ich mich morgen mal melden um meine Planungen für die langen Läufe vorzustellen. Und vor allem die Frage zu diskutieren, wo ich diese langen Läufe absolvieren sollte. Da bin ich noch immer nicht so ganz sicher, werde die Frage aber bis spätestens nächste Woche entschieden haben müssen!
Ach ja, solange noch der 2. September ist, kann ich noch 4 Zeilen aufbringen um dem Kollegen aus Kessnich herzlich zum Geburtstag zu gratulieren. Herzlichen Glückwunsch und alles Gute, mein Bester! Und morgen erkläre ich dir vielleicht mal, wie man mit seinem Mobiltelefon eingehende Anrufe annimmt!
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