Montag, 14. Juli 2008

Terminplanung: Eintracht vs. Marathon

Es gibt Tage, an denen ich das Gefühl habe, letzte Woche eine gute Entscheidung getroffen zu haben. Man kann nicht gerade behaupten, dass dieses Land hier alles tut, um mich zu halten. Soeben habe ich die Entscheidung getroffen, dieses verhurte Drexxland definitiv zu verlassen. Hatte heute Post von der Stadtpolizei Brugg im Briefkasten. Ich soll angeblich letzten Dienstag um 18:22 Uhr zu schnell unterwegs gewesen sein, was ich allerdings bezweifle. Jetzt mal ganz im Ernst: Falls irgendwer von Euch weiss, was ich letzten Dienstag gemacht hab, bitte sagen. Hab ich zufällig mit irgendwem telefoniert oder so? Naja, wie auch immer. Ich darf auf jeden Fall 120 Franken berappen – 20 Franken pro zu schnell gefahrenem Kilometer. Ja, die Mathe-Genies unter Euch haben gut gerechnet; der Matze ist 6 km/h zu schnell gefahren. Auf der Ortsausfahrt (!) Richtung Rüfenach. Das sind solche Hurensöhne hier, das kann alles gar nicht sein. Nun, zumindest habe ich die Strafe pro Kilometer im Gegensatz zum letzen Mal halbiert. Da musste ich für 1 (in Worten EINEN) km/h zu viel 40 Franken bezahlen. Das ist einfach nur die totale Verarsche hier…

ACAB – Automobilclub Aschaffenburg

ACAB – Acht Cola, acht Bier

ACAB – All christians are brothers

Hab meinen Plan fürs Hoffenheim-Spiel geändert. Meine Straftat wird sich dann doch eher gegen die Narrenzunft Grün-Weiss Wiesbaden richten. Ich sammel jetzt schon Spucke!!!

Ja, womit wir eigentlich auch schon beim Thema wären. Denn seit der Bundesliga-Spielplan raus ist, erkenne ich erst so richtig, was ich mir mit meinem Marathon-Plan eigentlich so alles eingebrockt habe! Ein durchschnittlicher Bundesligaspielplan ist mit einem Marathon-Trainingsplan praktisch nicht vereinbar. Vor allem da am Wochenende die langen GA1-Läufe über 35 Kilometer anstehen. Auffällig dabei ist, dass ich trotz eigentlichem Trainingsplan an fast jedem Wochenende irgendwas geplant habe, und dabei handelt es sich leider nicht immer nur ums Laufen.

26.27. Juli: Auftakt Trainingsplan „Marathon Frankfurt 2008“
2./3. August: Trainingsplan
9./10 August: Hochzeit meiner Cousine in Hamburg
16./17. August: Halbmarathon Lampertheim
23./24. August: Wochenende in Köln inklusive FC – SGE
30./31. August: Evtl. Geburtstag feiern, Trainingsplan
6./7. September: Halbmarathon Darmstadt
13./14. September: Trainingsplan
20./21. September: Greifenseelauf, statt S04 Away
27./28. September: Trainingsplan
4./5. Oktober: Hoffenheim Away im CBS (ACAB!!!!) -> AUF JEDEN FALL!!!
11./12. Oktober: Trainingsplan
18./19. Oktober: Trainingsplan
25./26. Oktober: Frankfurt Marathon 2008

Wie man sieht, habe ich die Eintracht nur zweimal meinem Trainingsplan vorgezogen – und das sind zwei Fälle die absolut UNVERZICHTBAR sind. Ansonsten steht noch ein Familienangelegenheit an, die ich auch nicht werde verhindern können. Ob ich wirklich alle drei geplanten Halbmarathons mache, bleibt abzuwarten. Nur für den Greifenseelauf habe ich bisher gemeldet. Wenn ich aus Cadzand heimkomme, werde ich abhängig von meinen Füssen, entscheiden ob ich schon 3 Wochen später einen Halbmarathon laufen kann oder es lieber sein lasse. So gesehen könnte Lampertheim noch kippen, aber Darmstadt und den Greifenseelauf nehme ich auf jeden Fall mit. Aber selbst wenn ich auf Lampertheim verzichte bleiben nur maximal 6 Wochenenden die ich rein zum Laufen habe, davon sogar nur 4 in meiner Haupttrainingszeit (die letzten 3 Wochen vor dem Marathon gibt es keine langen Läufe mehr). Besonders tragisch ist allerdings die Terminierung des Greifenseelaufs, oder eben die Terminierung des Spiels Schalke-Eintr8; je nachdem wie man´s sieht. Tja, leider leider werde zu unserem Kick in der Gelsenkirchner Turnhalle gegen das Ghettokind und seine neuen Freunde nicht vor Ort sein können. Der Greifenseelauf stellt - da nur 4 Wochen vor dem Marathon - meinen mit Abstand wichtigsten Vorbereitungswettkampf dar. Nach diesem Lauf werde ich ziemlich genau einschätzen können, wie meine Zeit im Marathon aussehen wird. Allerdings: für solche Rechnereien habe ich nach dem Lauf erstmal keine Zeit. Der ganze Spass geht um 12.30 Uhr los. Wenn ich 2 Stunden brauche wäre ich um 14.30 Uhr fertig und könnte genau zum Anpfiff S04-SGE bei mir zu Hause vorm Teleclub sitzen. Dummerweise bin ich in einer der hintersten Startkategorien; das bedeutet um 12.30 Uhr werde ich nicht zu den Loslaufenden gehören. Oh Mann, da könnte ich jetzt schon wieder kotzen...

Einzig erfreulich ist, dass die DFL mir zumindest einen grossen Gefallen getan hat. Der Kick unserer glorreichen SGE gegen die den FC Bauern steigt am 28. oder 29. Oktober 2008 im Frankfurter Waldstadion. Der geneigte Leser merkt: eine englische Woche. Eigentlich bei jedem normalen Fussballfan verhasst, in meinem Fall aber ein absolutes Geschenk. Habe nach meinem Marathon noch 3 Tage Urlaub, d.h. ich kann den Kick gegen Klinsis Shaolin-Buddha-Fighter im Stadion sehen! Da ich da aber mit meinem Ex-Chef aus ABB-Mannheim-Zeiten auflaufen werde, kann ich meine Dauerkarte hiermit bis Ende Oktober zur Verfügung stellen. Wer von Euch also Bedarf hat, kann sich einfach melden!

Soooooooooo, das war es von meiner Seite erstmal. Sollte wir nicht überraschenderweise in unserer Ferienwohnung ein W-LAN-Netzwerk vorfinden, werde ich mich mal blogtechnisch für die nächsten 10 Tage stummschalten. Morgen wird gepackt und Mittwoch geht es dann endlich los. Ich melde mich nach dem Urlaub wieder, dann mit hoffentlich jeder Menge Laufeindrücken!

Alla gut, ich wünsch mir nen schönen Urlaub, macht’s gut und bis bald!

Sonntag, 13. Juli 2008

Ernährungsplan II - Salat für Caio, Gegrilltes für uns...

...wir sind alles Frankfurter Jungs! Ja, damit mir nicht das gleiche passiert wie unserem brasilianischen Dickerchen, werde ich mir einen strengen, aber nicht zu strengen, Ernährungsplan auferlegen. Übrigens: Als Mitgestalter dieses Bildes und des Spruchs „Salat für Caio, Schnitzel für uns – wir sind alle Frankfurter Jungs!“ hat es Fabian sogar in die Bild-Zeitung geschafft. Die Frankfurter Zweigstelle hat es tatsächlich aus dem Forum kopiert und in seiner Ausgabe abgedruckt!

Mein Ernährungsplan enthält eigentlich keine sonderlichen Überraschungen. Es läuft unter dem, was generell einfach als gesunde Ernährung läuft. Mein Trainingsplan beginnt am 26. Juli 2008. Vorher werde ich im Urlaub in Holland zwar noch das ein oder andere Mal (wortwörtlich) in die Vollen gehen, aber danach werde ich mich in verschiedenen Bereichen deutlich einschränken!

Das Wort Ernährungsplan ist vielleicht nicht ganz richtig, da ich mir nicht einen täglichen Menüplan erarbeiten werde. Mir geht es eher darum, einen Rahmenvertrag mit mir selbst zu schliessen. Ab 26. Juli werde ich bis zum Marathon folgende Ernährungsveränderungen vollziehen:

1.) Alkohol:

Alkohol ist von nun an gestrichen. Entgegen meinen eigentlichen Planungen werde ich meinen Alkoholkonsum nicht einschränken, sondern vollkommen einstellen. Das bedeutet, auch nicht mehr 1-2 Bier im LA oder sonstwo zum Grillen. Ganz oder eben gar nicht. 3 Ausnahmen von meiner Alkoholabstinenz kann ich jetzt aber schon ankündigen. Am 9. August heiratet meine Cousine aus Hamburg und ich treffe auf Verwandtschaft, die nüchtern unmöglich zu ertragen ist. Da werde ich mir also biertechnisch keine Grenzen setzen. 2 Wochen später spielt die Eintracht in Köln und an dem Wochenende hat auch noch Joscha Geburtstag. Da werde ich also das ganze WE in Köln sein und die Nähe zum Kölsch wird da schon ihre Wirkung nicht verfehlen. Zu guter letzt fällt auch das Auswärtsspiel bei Hoffenheim (im CBS in Mannheim) in meine Trainingszeit. Bei diesem Spiel plane ich ja mindestens eine Gewaltstraftat gegen einen Hoffenheimer Zuschauer („Fan“ wäre wahrlich das falsche Wort). Und zu so was bin ich nüchtern natürlich nicht in der Lage. Ausserdem werde ich wohl mindestens einmal bei Sanne und Fabian übernachten, und auch diese beiden sind nüchtern kaum zu ertragen; dagegen wird die Hochzeit echt Ponyhof...

2.) Fett

Soweit das geht werde ich meinen Fett-Konsum auf eine Mindestmass minimieren. Das bedeutet NICHT, dass ich in der Kantine nurnoch gedünstetes Gemüse essen werde, aber unnötige Fette wie z.B. Butter auf Brötchen, grössere Mengen Grillfleisch oder Saucen (Ketchup, Mayonaise…) und Schokolade werde ich vermeiden!

3.) Zucker

Zucker ist in direkter Form praktisch vollständig gestrichen. Auch hier natürlich wieder mit Einschränkung. Ein Glas Kakao werde ich auch weiter gerne trinken, aber Süssigkeiten aller Art, Eis, Kuchen und z.B. Zucker in Tee oder Kaffee werde ich nicht mehr zu mir nehmen. Sollte ich das Gefühl bekommen, dass sich bei mir Unterzuckerung einstellt, kann ich ja immer noch Fanta trinken oder etwas kleines Süsses essen, aber von nun an passiert das nicht mehr konsequent!

4.) Coffein

Coffeinhaltige Getränke gibt es von nun an nicht mehr; was ich allerdings schon etwa 2 Monate beherzige. Zwar ist Coffein in geringen (bzw. „normalen“) Mengen kein Problem, allerdings stelle ich schon nach 1-2 Tassen Kaffee am Tag erhebliche Schlafstörungen fest. Wahrscheinlich vertrage ich das Zeug einfach nicht. Problematisch an Coffein ist, dass es zu einer Erhöhung des Blutdrucks und der Pulsfrequenz führt. Dazu kommt, dass Coffein bis 2004 noch auf der Doppingliste stand und im Jahr 2000 sogar Radfahrer positiv auf Coffein getestet und daraufhin gesperrt wurden...

5.) Fazit

Ein Ernährungsplan hat natürlich den Sinn, die Bedingungen für den Marathon zu optimieren. Das bedeutet nicht unbedingt, dass es bei mir auf eine Diät rausläuft, allerdings muss ich bis zum Wettkampf einiges an Gewicht verlieren; mindestens 6 Kilo, besser mal 8. Wenn ich auf oben genanntes ein bisschen achte und dazu meine Trainingspensum normal durchziehe, sollte sich das aber von selbst ergeben. Die oben genannten Energien werde ich hauptsächlich über Kohlenhydrate (Kartoffeln und Nudeln) und aber auch vermehrt Obst und Gemüse ersetzten. Oh mein Gott, das wird echt eine Qual… Getränketechnisch werde ich mich auf Mineralwasser verlassen und natürlich werde ich meinem Körper auch weiterhin kein Nikotin zumuten. A propos: seit eben bin ich 9 Monate; also praktisch eine komplette Schwangerschaft rauchfrei:

Und à popos Schwangerschaft. Da Fabians Vorstellungen von der „Singlebörse Babyschwimmen“ nicht so ganz zutreffen waren, hab ich neulich mal den Persönlichkeitstest bei „Elitepartner.de“ gemacht. Unterm Strich kam raus, dass ich, bzw. meine Persönlichkeit im Prinzip der totale Knaller ist. Aber vielleicht sagt „Elitepartner.de“ das auch nur, damit ich mich für einen Monatsbeitrag zwischen 20 und 50 Euro (!!!) anmelde. Ja ne, lass mal gut sein! Wobei ich neulich bei GMX gelesen habe, dass die Singe-Internet-Flirtportale voll sind mit überdurchschnittlich schlecht gebildeten Männern und überdurschnittlich gut gebildeten Frauen. Konnte mich aber auch nicht überzeugen. Aber was rede ich hier eigentlich, bin ja total am abschweifen!

Sportlich gibt es wieder gute Nachrichten. Mein Oberschenkel hat wohl doch nix, konnte heute problemlos meinen Kilometer schwimmen. Ich war dabei original die einzige Person im ganzen Schwimmbad. Nicht mal einen Bademeister habe ich gesehen. Das Kassenhäuschen war nicht besetzt, sondern es hing nur ein Zettel „Bitte beim Bademeister melden“. War zum Schwimmen zwar überragend, aber schon irgendwie komisch. Das komplett leere Becken bei (dank dunkler Regenwolken) düsteren Lichtverhältnissen; war schon eigentlich die perfekte Kulisse für nen Horrorfilm. Naja, das sind so die Tage an denen ich dann froh darüber bin, dass ich letzten Sommer nichts getan habe. Erst im nächsten Jahr muss ich aufpassen, wenn dann Sanne ihren Rachefeldzug für den beim Umzug zu Bruch gegangenen Spiegel startet...

ISBN 978-3767910003 - Equipment VI

Im Moment habe ich wirklich die Seuche. Heute war ich schwimmen und irgendwas habe ich mir beim Aus dem Becken steigen am Oberschenkel zugezogen. Es fühlt sich an wie ne Zerrung, aber ich fühl sie nur bei manchen Bewegungen. Konnte z.B. locker Autofahren, aber Treppensteigen oder einfach nur die Beine übereinander legen geht damit nicht. Ich könnte echt ausflippen, das ist das letzte was ich jetzt gebrauchen kann.

Es gibt aber auch mal wieder gute Nachrichten: Gestern war ich schon wieder bei Pompa Rehatechnik; dort verbringe ich inzwischen fast soviel Zeit wie im Büro. Aber das sollte jetzt dann demnächst auch wieder aufhören. Ich war da um meine linke Einlage ein wenig abschleifen zu lassen. Seitdem fühlt sich eigentlich alles ziemlich angenehm an. Den gestrigen Tag hatte ich keine Schmerzen mehr, heute ebenfalls nicht. Dafür wandern die Probleme jetzt langsam nach oben. Nachdem die Füsse sich an die Einlagen gewöhnt haben, fangen jetzt Scheinbein, Wade und Knie an, gegen das Ding zu rebellieren aber das wird schon werden. Joggen kann ich leider noch nicht, da ich mir vor dem Abschleifen mit meinen Einlagen schon ne Blase gelaufen hatte. Ich möchte jetzt auch meine ganze Fuss- und Beinmotorik erstmal an meine Einlagen gewöhnen. 10 Tage habe ich dafür insgesamt geplant (letzten Dienstag beginnend). Das bedeutet: Das nächste Training (nach dann 5wöchiger Pause) startet in Cadzand Bad auf der Strandpromenade!

Da ich weiterhin (unfreiwillig) trainingsfrei habe, kann ich getrost noch mal etwas von meiner Ausrüstung vorstellen. Diesmal habe ich mir dafür mein Marathon-Buch ausgesucht. Wie ungefähr 90% meiner ganzen Ausstattung habe ich auch dieses Buch geschenkt bekommen. Andrea hat es mir damals geschenkt, als die Entscheidung für den Marathon noch gar nicht getroffen war. Als ich es dann auf einer Zugfahrt Mannheim-Turgi gelesen habe, war ich endgültig angefixt! So gesehen hat mein grosses Schwesterchen Schuld an der ganzen Geschichte hier...

Das Buch ist aus meiner Sicht ein totaler Knaller! Eigentlich ist es ja nicht mein Ziel, für all meine Ausrüstung hier Werbung zu machen, aber wenn es irgendwas wirklich verdient hat, dann dieses Buch und dessen Autor (Hubert Beck).

Es gibt Antworten auf so ziemlich alles, was einen beim Marathon(-Training) interessiert, und darüber hinaus sogar noch mehr. Alles was ich an Theorie hier in diesem Blog zu Papier (bzw. zu Bildschirm) gebracht habe, entstammt mehr oder weniger genau dem was auch im Buch steht. Das ein oder andere habe ich etwas zusammengekürzt und (wie damals erwähnt) etwas vereinfacht. Aber im Grossen und ganzen stammt mein komplettes Wissen aus diesem Buch. Über diverse Foren habe ich erfahren, dass auch erfahrene Marathonis auf „Das grosse Buch vom Marathon“ schwören, was mich als Laie natürlich freut, da ich das Gefühl habe, gut informiert und perfekt vorbereitet zu werden!

Die wichtigen Passagen musste ich zwar mehrfach lesen. Energieversorgung habe ich ohne Übertreibung mindestens 25 Mal komplett von vorne bis hinten gelesen, aber auch die Kapitel Ernährung und Superkompensation, sowie die verschiedenen Arten von Läufen habe ich alle mindestens 5-10 Mal gelesen. Dennoch kann man sagen, dass das Buch sehr angenehm geschrieben und eigentlich auch für Anfänger zu verstehen ist. Ausnahmen bestätigen die Regel.

Einzig etwas demotivierend sind, die Weisheiten des Autors. „Es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur falsche Kleidung“ kann ich ebenso wenig bestätigen wie „Keine Zeit zum Laufen? Das gibt es von nun an nicht mehr“. Aber auch seine saloppen Berichte, wie er die Marathons mittlerweile in 2:30 Stunden läuft und auch schon am Ironman in Hawai mitgemacht hat, obwohl er noch vor wenigen Jahren ein übergewichtiger Laufanfänger war, machen mich nicht immer glücklich. Auch wenn es natürlich cool zu sehen ist, dass man es offensichtlich durch Training und Disziplin auch mit nicht allerbesten Voraussetzungen weit bringen kann!

Wer von Euch also mit dem Gedanken spielt, ebenfalls in das Geschäft einzusteigen, dem empfehle ich aufs HEFTIGSTE, sich dieses Buch zuzulegen. Selbstverständlich kann man es sich auch bei mir mal vorübergehend ausleihen. Allerdings kann man es sich – entsprechend den Regelungen an der UB Mannheim in meinen früheren Tagen – derzeit nur vormerken lassen! Denn derzeit hab ich es an meinen Baseler Kollegen Thomas, der sich auf einen Halbmarathon vorbereitet, verliehen.

Huch! 0:53 Uhr. Wird Zeit den Quatsch hier zu blogen und dann aber ab ins Bett. Morgen ist, je nach Zustand meines Oberschenkels, wieder Schwimmen auf dem Programm. Danach geht es dann irgendwann nach Basel zu Thomas. Ihr kennt ja sicherlich alle Aufgabe 42 vom „Das traust du dich eh nicht“-Spiel: „Wenn du Leuten etwas ausleihst, ruf sie täglich an und erinnere sie daran, dass sie im Falle eines Defektes das Gerät zahlen müssen“. Ich mache es noch penetranter und komme persönlich vorbei…

Freitag, 11. Juli 2008

Wundereinlagen - Equipment V

Tja, noch immer gibt es von mir aus sportlicher Sicht nichts neues zu berichten. Am Mittwoch habe ich versucht mit meinen Einlagen erstmals zu laufen. Der Arzt hatte gesagt, ich sollte beim ersten Mal wirklich nur ne Runde ums Haus laufen. Selbst das war allerdings schon mehr als übel. Nach 3 Minuten musste ich schon abbrechen, weil mein rechter Fuss aber auch mal GARNICHT mitmachen wollte! Gestern habe ich es erst garnicht probiert; der rechte Fuss kann orginal NIX mehr. Zumindest der linke findet die Einlage aber regelrecht bequem. Und heute habe ich wieder einen Termin abgemacht und werde meine rechte Einlage ein bisschen zurechtfeilen lassen! Ich hoffe mal, dass sie dann bis spätestens Mittwoch auf einem Niveau sind, dass ich im Urlaub wirklich richtig laufen gehen kann!

Nun, da ich ja nun nicht laufen kann, kann ich mich hier mal wieder mit was anderem beschäftigen. Überhaupt ist es in den letzten Tagen ja etwas ruhiger hier geworden; das liegt aber daran, dass mein verdammter Rechner sich ebenso anstellt wie mein rechter Fuss. Anyway, heute werde ich Euch dann (wenn wir eh schon beim Thema sind) mal meine Wundereinlagen vorstellen. So sehen die Kerle aus:

Sie bestehen aus einem harten, schalenähnlichen Untergrund und aus einer festen, aber leicht nachgebenden Schicht darüber, die insbesondere meine Innenseite nach oben drückt (damit ich wieder lerne auf dem Aussenrand zu laufen), als auch meinen Fuss mittig unter dem vorderen Fussballen nach oben drückt, damit ich eben nicht mehr zentral auf dem Fussballen auftrete.

Wie ich letzte Woche schonmal erwähnt habe, ist diese Praxis mit total krassem High-Tech-Zeug ausgestattet mit dem meine Füsse genau untersucht wurden. Zudem macht das Personal einen hochgradig kompetenten Eindruck. Entsprechend bietet sich mir ja an, mal ein kleines bisschen Werbung für „Orthopädie und Rehatechnik Pompa“ zu machen. Am interessantesten ist natürlich die ganze Technik, von daher werde ich jetzt mal erklären (bzw. abschreiben) wie der ganze Einlagen-Herstellungsprozess so verläuft:

So sieht es aus, das Einlagenherstellungssystem:

Und so funktioniert es: Durch ein drei-dimensionales Einlesen des Fusses besteht die Möglichkeit auf dem Computer die Einlagen/Fussbettungen mittels CAD Software zu modellieren und so auf die Problematik jedes einzelnen Fusses einzugehen.

Zudem wird jeder Fuss auch noch von unten gescannt um die Entwicklung beispielsweise der Hornhaut zu dokumentieren.

Durch die Druckmessplatte von Medicapteurs wird wie bis anhin die Fussfehlstellung erkannt und nach Ärztlicher Verordnung mittels Einlagen/Fussbettungen therapiert. In dieser Messplatte befinden sich tausende kleine Drucksensoren die den Fuss unter Belastung ausmessen. Anhand dieser Messung kann erkannt werden ob auch in der Statik der Beine/Bewegungsapparat irgendwelche Defizite zu erkennen sind. Solche Defizite können Beispielsweise eine X-Bein-, O-Bein-Stellung oder sogar eine Beinlängendifferenz beinhalten.

Nach all den Messungen wird die Einlage/Fussbettung auf dem Computer mittels CAD Software modelliert und schliesslich mit einer CNC Fräsmaschine aus einem Schaumstoffblock unterschiedlicher Shore Härte gefräst.

Ja, so entstehen sie, die kleinen Wunderdinger (Copyright an Text und Bildern liegt im Übrigen bei der Firma Pompa in Hausen). Wie man sieht steck da also ne ganze Menge Technology mit drin. Meine Füsse gewöhnen sich auch langsam an die neuen Bedingungen. Zumindest mein linker. Der Rechte hat noch ein paar Probleme, weshalb ich auch nachher noch mal zur „Orthopädie & Rehatechnik Pompa“ fahren und sie ein bisschen anpassen lassen werde!

Diese Teile kosten zwar tatsächlich 400 CHF, allerdings ob der ganzen benötigten Technik, des überaus kompetenten Personals und des krassen Service (ich kann praktisch sooft hingehen wie ich will, bis die Einlagen endgültig passen) absolut vertretbar! Schliesslich gehe ich davon aus, dass sie ihren Dienst tun werden; wenn es auch noch etwas dauert bis meine Füsse sich daran gewöhnen...

Mittwoch, 9. Juli 2008

Superkompensation - Theorie IV

Seit heute (wobei heute eigentlich gestern ist; mein Rechner daheim ist kaputt, so dass ich diesen Post hier erst am Mittwoch im Büro blogen werde) lerne ich das Laufen von grundauf neu. Und mit Laufen meine ich nicht Joggen, sondern wirklich auch das einfachste gehen. Ich bin nun im Besitz meiner Wunder-Einlagen, die ich von nun an ständig tragen muss. Allerdings muss ich immer auch die normalen Einlagen der Schuhe mit mir führen, falls es mit den orthopädischen Einlagen gar nicht geht. Heute musste ich die Kerle 4 Stunden im normalen Alltagsgebrauch tragen. Ab morgen darf ich damit dann auch joggen gehen. Allerdings erstmal nur ein paar hundert Meter. Am Donnerstag dann ein bisschen mehr, und so weiter… Ich hoffe somit am Wochenende wieder mal meine 10 Kilometer laufen zu können. Allerdings zeigt sich das in den nächsten Tagen; ob und wie meine Füsse die Einlagen annehmen und keinen Stress machen. Die Knochen dürften eigentlich nicht zum Problem werden, aber die Haut wird über die neuen Druckstellen am Fuss etwas irritiert sein und gegebenenfalls Blasen im Überfluss produzieren. In jedem Fall, egal ob sie von den Knochen oder der Haut kommen: sobald Schmerzen auftreten muss ich die Einlagen weglassen und die Füsse schonen. Ich hoffe mal, dass derartiges mir weitgehend erspart bleibt…

Ansonsten habe ich mir heute noch bei Migros eine Yoga/Gymnastik-Matte /das heisst so) gekauft. Allerdings dachte ich erstmal es hackt: die richtig professionellen dieser Matten kosten 110 CHF. Kann ja wohl nur ein Witz sein, oder? Hab mir dann mal nur die Billigvariante „Made in China“ für 40 CHF besorgt. Jetzt kann ich dann mit besten Vorraussetzungen mein ausgefeiltes Gymnastik- und Krafttraining durchführen. Ich KANN! Das bedeutet nicht, dass ich das auch mache!

Heute geht es aber noch mal um was anderes. Es steht die vorerst letzte Theorie-Lektion an. Die ist im Prinzip die wichtigste überhaupt: es geht nämlich um die gute, alte Superkompensation! Superkompensation beinhaltet das eigentliche Prinzip des Trainingserfolges und wird auch als Leistungssprung bezeichnet.

Bei einer starken, kontrollierten Trainingsbelastung wirkt auf die auf die Muskulatur ein Reiz durch den der Körper ermüdet und geschwächt wird. In der darauffolgenden Ruhepause regeneriert sich der Körper und versucht, sich der vorangegangenen sportlichen Belastung anzupassen. Er vergrössert deshalb die Muskulatur und die Energiespeicher gegenüber dem Ausgangsniveau vor der Belastung. Dieser Effekt wird als Superkompensation bezeichnet; der Körper muss geschwächt werden, damit er sich stärken kann!!! Dabei gibt es 5 Phasen:
1.) Während des Laufes ist das Leistungsniveau konstant, bis die Ermüdung eintritt und dadurch die Leistungsfähigkeit abnimmt.
2.) Mit Ende des Trainings sollte der Körper weitgehend erschöpft, sein Leistungsniveau also auf einem Tiefpunkt sein
3.) Der Körper beginnt nun die Regenerierung, es tritt also durch die ausbleibende Belastung eine Erholung ein und das Leistungsniveau steigt wieder
4.) Durch ausreichende Erholung wird wieder das Ausgangsleistungsniveau erreicht
5.) Wartet man allerdings noch länger mit einem erneuten Trainingsreiz, dann erhöht sich das Leistungsniveau durch die Regeneration sogar über das anfängliche Leistungsniveau hinaus
6.) Wartet man hingegen zu lange, fällt das Leistungsniveau wieder ab; je nach Wiederaufnahme des Trainings sogar unter das anfängliche Niveau

Wird im Rahmen von Punkt 5 ein erneuter Trainingsreiz ausgeübt, dann wiederholt sich der Superkompensations-Effekt. Bestenfalls sollte man also immer auf dem jeweils neuen Höhepunkt seines Leistungsniveaus einen erneuten Trainingsreiz ausüben:Soweit der wissenschaftliche Teil, jetzt kommt der weitaus kritischere. Denn entscheidend für einen Superkompensationseffekt ist, dass man den richtigen Zeitpunkt findet, an dem ein erneuter Trainingsreiz ausgeübt wird. Denn trifft man den falschen Moment, kann es auch zu einem negativen Effekt kommen. Nämlich dann, wenn entweder im noch müden (also nicht vollständig regenerierten) oder eben erst nach zu langer Pause wieder trainiert wird. In diesem Fall nimmt die Leistungsfähigkeit mit jedem Training weiter ab:Aber wann ist der richtige Moment, ab dem wieder trainiert werden kann, um den Superkompensationseffekt zu nutzen? Die Sportwissenschaften gibt darauf keine Antwort, sondern gibt nur folgende „Faustregel“:

„Das Timing für die Folgebelastung ist sehr individuell, kann aber mit einem guten Körpergefühl gespürt werden. Es muss in der Muskulatur positiv kribbeln und das Gefühl vorliegen, vor Kraft nur so zu strotzen, dann ist der Maximalwert der Superkompensation erreicht und der Körper bereit für eine neue, stärkere Trainingsbelastung“.

Ein Superkompensationseffekt kann nicht mit jeden Lauf erreicht werden. GA1- und GA2-Läufe belasten den Körper viel zu wenig, als dass daraus eine Erholung mit Superkompensation eintreten könnte. Der Körper gewöhnt sich einfach daran und erhöht nicht die Leistungsfähigkeit. Für einen Superkompensationseffekt empfehlen sich eigentlich nur Schwellen- und Intervallläufe, da sie (da sie im anaeroben Bereich gelaufen werden) eine viel höhere Reizintensität und Reizdichte (= Verhältnis von Belastung und Erholung) haben.

Nun, mal sehen wie gut ich das hinkriege. Schliesslich bin ich im Regenerieren ein ganz Grosser. Kann nur hoffen, dass ich den richtigen Punkt zum erneuten Training nicht verpasse. Ich warte gespannt auf das positive Kribbeln und das Strotzen vor Kraft!

Montag, 7. Juli 2008

Warum ich laufe wie ich laufe - Theorie III

Nun, die Überschrift erscheint möglicherweise etwas albern; schliesslich bin ich nun seit fast 3 Wochen nicht mehr gelaufen. Als gute Nachricht kann ich verkünden, dass diese Spiralgen-Placebo-Kur nun endlich anzuschlagen scheint. Ich habe seit heute morgen das Gefühl, dass die Schmerzen im Fuß weg sind. Allerdings will ich es jetzt auch nicht gerade 100%ig austesten und auf dem Fuß rumspringen. Schliesslich bekomme ich morgen meine Einlagen, von da an werde ich mein Gelaufe wieder aufnehmen.

Da ich heute aber keinen Sport mache, finde ich zumindest mal Zeit, eine der letzten Theorie-Sessions abzuhandeln. Denn es gibt noch ein paar Informationen, die notwendig sind, mein ganzes Laufverhalten zu verstehen. Ihr solltet verstehen, welche verschiedenen Läufe ich absolviere und natürlich auch warum ich das mache. Den Punkt Superkompensation – das absolute A und O des Ausdauersports - werde ich morgen thematisieren! Danach seid ihr erstmal befreit von jedem Lernstoff. Jetzt bitte Ruhe und Hefte raus:

Bald werde ich meinen Marathon-Trainingsplan beginnen und in diesem werden die einzelnen Läufe in verschiedene Kategorien aufgeteilt. Die Unterschiede liegen in den jeweiligen Pulsbereichen – bzw. damit verbunden natürlich den unterschiedlichen Geschwindigkeiten. Die 4 verschiedenen Laufarten sind:

1. langsamer Dauerlauf
2. lockerer Dauerlauf
3. Schwellenlauf
4. Intervalllauf

1. Langsamer Dauerlauf (la DL, GA1)

Der langsame Dauerlauf wird gerne auch als GA1-Lauf (GA=Grundlagenausdauer) bezeichnet. Er wird in etwa 70-75% des maximales HF – also einer äusserst tiefen Pulsfrequenz – gelaufen! In meinem Fall würde das einem Puls von 140 bis 150 entsprechen, allerdings kann ich in so tiefen Pulsfrequenzen gar nicht laufen. Ich bin auch bei langsamsten Läufen direkt bei 155, sodass ich meine Grenze für GA1-Läufe auf einen Puls von 160 gelegt habe.

Sinn dieser Läufe ist zum einen den Herzkreislauf zu stärken, indem er in diesen tiefen Pulsfrequenzen ans Laufen gewöhnt wird. Ausserdem ist es natürlich für einen so ungeübten Läufer wie mich wichtig, dass Knochen, Gelenke und Muskeln sich langsam aber sich an das Laufen – eben in tiefen Geschwindigkeiten – gewöhnt. Vor allem aber verbessern langsame Läufe den Stoffwechsel des Körpers.

Vor allem bei langen GA1-Läufen wird dem Körper sozusagen beigebracht, die vorhandenen Kohlenhydrate des Körpers optimal zu nutzen. Wie in der Einheit „Energieversorgung“ berichtet, sind Kohlenhydrate der wichtigste Energielieferant, da sie durch Oxidation ATP bilden. Durch das langsame Tempo wird gewährleistet, dass der ganze Verbrennungsprozess aerob abläuft, dem Körper zum Laufen also genügend Sauerstoff vorliegt. Bei sehr langsamen Tempo nutzt der Körper zur Energiebereitstellung aber eben nicht nur Kohlenhydrate, sondern in deren Feuer werden auch Fette (ein extrem dichter Energielieferant) verbrannt. Dies bedeutet nicht nur, dass der Körper fett verbrennt (was optische Vorteile mit sich bringt), sondern er verbraucht auch weniger Kohlenhydrate als bei schnellen Läufen, da er im aeroben Bereich eben verstärkt Fette heranzieht. Über eben lange GA1-Läufe wird dem Körper antrainiert, weniger Kohlenhydrate und (proportional) mehr Fette zu nutzen.

Dieses Fettstoffwechseltraining führt zu einer Erhöhung des aeroben Leistungspotentials und einer Erhöhung der zur Verfügung stehenden Fettsäuren. Somit wird das Laktat erst bei höheren Geschwindigkeiten gebildet. Für diesen ganzen Effekt müssen sich aber erst die Mitochondrien der Muskelzellen vergrössern, die sich erst nach mehrmonatigem Ausdauertraining durch lange Läufe jenseits der 100 Minuten anpassen. Womit wir auch schon beim großen Problem wären.

Denn die wirklich entscheidenden GA1-Läufe gehen über 35 Kilometer; davon habe ich vor dem Marathon 4 Stück zu laufen (allerdings werde ich vermutlich aus Zeitgründen nur 2 davon machen, da ich insgesamt 3 Halbmarathons laufen möchte); mal sehen. Ich merke eh schon, dass ich ein großes Zeitproblem bekommen werde, da ich mir den Knaller gegen 1899 Hoffenheim (*ruhig Matze, jetzt keine Beleidigungen und Gewaltphantasien*) im CBS sicherlich nicht entgehen lassen werde – dafür werde ich dann aber einen langen Lauf streichen müssen; denn wann soll man sonst die Zeit für einen 35 KM-Lauf (schätzungsweise 5 Stunden) aufbringen, wenn nicht am Wochenende! Naja, mal schauen...

2. Lockerer Dauerlauf (lo DL - GA2)

Der ein oder andere wird schon kombiniert haben, wofür GA2 steht. Korrekt, der lockere Dauerlauf wird auch als GA2 – Lauf (=Grundlagenausdauer 2) bezeichnet. „Locker“ bedeutet gegenüber „langsam“, dass das Tempo etwas gesteigert wird, allerdings nicht gerade in halsbrecherische Geschwindigkeiten. Der GA2-Bereich wird als Übergangsbereich zwischen aeroben und anaeroben Stoffwechsel bezeichnet. Dem Körper steht hierbei noch genug Sauerstoff zur Verfügung; die Pulsfrequenz liegt zwischen 75% und 89% vom HFmax. Joah, und mehr gibt es zu GA2-Läufen auch wirklich nicht zu erwähnen. Also gleich weiter...

3. Schwellenläufe

Schwellenläufe sind schnelle, intensive Dauerläufe, die im Belastungsbereich der anaeroben Schwelle (circa 90% des HFmax) gelaufen werden. Schwellentraining ist die hohe Kunst des fortgeschrittenen Marathontrainings, da nur durch dieses Training die Superkompensation (auf die ich morgen eingehen werde) stattfindet.

Schwellenläufe sind Läufe über eine bestimmte Distanz (z.B. 10-12 Kilometer), bei denen das Tempo konstant gehalten wird (welches unbedingt über dem Marathonlauftempo sein sollte). Die Schwelle liegt an dem Punkt, wo man gerade noch genug Sauerstoff bekommt und die Atmung gleichmäßig gehalten werden kann.

Beim Schwellentraining werden die maximale Ausdauerleistung und die Sauerstoffaufnahme VO²max trainiert mit dem Ziel, die anaerobe Leistungsfähigkeit zu verbessern und die Laktatentwicklung zu reduzieren. Die Leistungsfähigkeit nimmt zu, das heißt bei gleicher Pulsbelastung wird eine höhere Geschwindigkeit erzielte. So kann (wohlgemerkt IDEALERWEISE) eine höher Belastung gelaufen werden, ohne dabei in den anaeroben Bereich zu gelangen. Das mag zwar alles ein bisschen komisch klingen, dass man durch Läufe im anaeroben Bereich die anaerobe Schwelle erhöht, aber spätestens morgen mit der Superkompensation wird sich dann alles aufklären!

4. Intervallläufe

Intervallläufe bestehen aus einem kurzen, sehr schnellen Lauf mit sehr hoher Belastung und einer darauf folgenden kurzen, sehr langsamen Lauf bis zu einer Pulserholung von 70-75% des HFmax. Diese Belastungsfolge wird als Intervall bezeichnet, welche mehrfach wiederholt wird. Bei Intervallläufen wird der Puls sozusagen einer Achterbahnfahrt unterzogen. Er wird innerhalb kürzester Zeit extrem belastet und dann wieder fast völlig entlastet. So wird der Körper an die schnelle Wettkampfgeschwindigkeit in kleinen Einheiten gewöhnt!

Das Intervalltraining bewirkt eine schnelle Pulsabklingzeit und eine gute Pulsstabilität, es führt auch zu einer Erhöhung der maximalen Sauerstoffversorgung (VO²max) und einer Stärkung der Schnellkraft-Muskulatur. Dadurch kann eine höhere Grundschnelligkeit gelaufen werden, ohne dass die Muskulatur übersäuert.

Die Art von Intervallläufen ist sehr unterschiedlich. Es gibt zum Beispiel „Fahrtenspiele“ (auch wenn mir Spiel als ein eher sarkastischer Begriff erscheint), bei dem im Minuten-Takt schnell und langsam gelaufen wird. Eine Minute schnell, eine Minuten langsam, zwei Minuten schnell, zwei Minuten langsam, etc.. Davon gibt es dann z.B. das 1-2-3-2-1-Fahrtenspiel, also eine Gesamtlaufzeit von 18 Minuten. Klingt nicht viel, aber danach ist man wohl so ziemlich tot. Andere Varianten sind z.B. 15 x 200m-Läufe, mit jeweils 200m „Trabpause“ oder eben 10 x 400m-Läufe, mit jeweils 400m „Trabpause“.

Ein zusätzlichen Effekt hat dieses Trainings allerdings noch, der zwar nicht allzu wissenschaftlich ist, aber praktisch von allen Marathonläufern (die ich kenne) als wichtigster Punkt genannt wird. Intervallläufe haben eine große Funktion: sie verpassen dem Läufer Wettkampfhärte. Da man sich beim Intervalltraining de facto körperliche Schmerzen zufügt, gewöhnt man sich einfach daran, nicht aufzugeben und einfach immer zu beissen! Wenn im Marathon bei Kilometer 30 dann der Körper streiken will, hält der Intervalltraining-Läufer eher durch, als der, der darauf verzichtet. Ich bin zwar (abgesehen von meinem Dasein als Eintr8-Fan) nicht masochistisch veranlagt, aber ich freue mich jetzt schon darauf, endlich an die Intervallläufe zu kommen und mir Wettkampfhärte zu verpassen. Ich hoffe, ich komme jemals soweit :-)

So, das sind die 4 Arten von Läufen, die ich im Rahmen meines Trainingsplan in verschiedenen Distanzen absolvieren werde. Wie mehrmals erwähnt folgt morgen noch die Lektion „Superkompensation“, dann seid Ihr praktisch theorietechnisch auf dem gleichen Stand wie ich und könnt praktisch am 26. Oktober in Frankfurt mitlaufen! Praxis ist eh total überbewertet...

Samstag, 5. Juli 2008

NIE DZIĘKUJĘ!!!

Genau das trifft es in etwa: NIE DZIĘKUJĘ! NIE DZIĘKUJĘ ist polnisch und bedeutet ins deutsche übersetzt nichts anderes als NEIN DANKE!

Ich habe heute meinem Chef und dem Projektleiter für die Auslagerung unserer Produktion nach Polen bescheid gegeben, dass ich für die entsprechende Stelle als Controller NICHT zur Verfügung stehe. Bei der Gelegenheit habe ich auch gleich eine Quasi-Kündigung zum 1. Januar 2009 ausgesprochen. Und schwimmen war ich heute auch; also ein absolut ereignisreicher Tag!

Das Schwimmen war echt der Knaller. Einerseits endlich mal wieder Sport und seit ich diese verf**** Zukunftsentscheidung getroffen habe, geht es mir so blendend, dass ich nur so vor Motivation und Kraft strotze. Ich wünschte echt ich könnte Laufen. Ich bin in absoluter Vorfreude auf Dienstag, wenn ich meine Einlagen bekomme und dann hoffentlich ENDLICH wieder raus kann auf meine Strecke!

Zum Schwimmen war ich heute wieder in Nussbaumen im Schwimmbad, diesmal aber im Garten-(also Frei-)bad. War etwa eine Stunde dort und habe in 40 Minuten Netto-Schwimmzeit etwa 1,3 Kilometer abgespult. Nicht grade wahnsinnig schnell, aber hat übertrieben Spaß gemacht!

Jetzt ist etwa 16 Uhr und ich habe schon Feierabend gemacht (Anmerkung: wurde gestern geschrieben; konnte ich aber nicht mehr hier einstellen), da mich gleich meine Eltern auf dem Heimweg aus ihrem Italien-Urlaub besuchen. Samstag und Sonntag werde ich vermutlich auch schwimmen gehen – zudem werde ich Euch dann nochmal ein bisschen mit Theorie langweilen. Ich behandle die verschiedenen Arten von Läufen, die man im Marathon-Training macht und zudem das Thema „Superkompensation“, das in der Wichtigkeit des ganzen Trainings unangefochten an der Spitze steht. Aber dazu dann am Wochenende mehr. Aber ich verspreche, dass es das dann auch erstmal war mit Theorie und ich mich hoffentlich ab Dienstag wieder meinen blamablen Leistungen beim Laufen widmen kann!

Noch ein paar Worte zu meiner beruflichen Zukunft: ich werde mich jetzt intensiv auf dem Arbeitsmarkt umschauen. Aller Voraussicht nach irgendwo auf der Achse des Bösen (Riniken-Seeheim-Godesberg). Also Großraum versteht sich. Meine Priorität gilt den Regionen Köln/Bonn und Mannheim/Frankfurt, allerdings ist es auch noch nicht ganz ausgeschlossen, dass ich nicht vielleicht doch in der Schweiz bleibe. Eines ist aber definitiv: die 3 roten Buchstaben lasse ich hinter mir, und allein das versetzt mich in eine Freude, die nicht in Worte zu fassen ist!

Mittwoch, 2. Juli 2008

Power and Energy for a better world - Theorie II

So, schwimmen war ich schon wieder nicht. Der Quartalsabschluss hat dann erstmal doch eine höhere Priorität und heute haben wir gegen 17 Uhr den totalen Worst-Case entdeckt, dessen Behebung uns bis fast halb 8 gedauert hat. Und um solche Zeiten hat ein schweizer Schwimmbad schon längst geschlossen. Morgan dann neuer Versuch. Wir werden sehen...

Aber wie angekündigt ist Sport heute nicht das Thema, sondern wir reden ein bisschen über Energie. Aus der Branche komme ich ja, so gesehen ist es für mich ein absolutes Heimspiel. Spätestens seit meiner E-Technikschulung. Die Überschrift ist im Übrigen der leicht abgewandelte Slogan meines geliebten Arbeitgebers!

Das Thema Energie ist für den menschlichen Körper extrem wichtig und stellt gerade für den Ausdauersport das absolute Herzstück dar. Körperliche Leistung wird über die Muskulatur abgegeben, die wiederum Energie benötigt, um Arbeit zu leisten! Die Muskulatur hat hierbei 5 Energielieferanten:

1. Adenosin-Triphosphat (ATP)
2. Kreatinphosphat (KP)
3. Glukose, Glykogen (Kohlenhydrate)
4. Fette
5. Proteine/Eiweisse

1. ATP:

„ATP ist der Energielieferant im Intermediärstoffwechsel und der Treibstoff für alle Körperzellen. ATP ist zu einem sehr geringen Teil in den Zellen gespeichert und wird laufend durch den Abbau der Makronährstoffe gebildet“. Klingt jetzt erstmal kompliziert, ist aber eigentlich gar nicht so schlimm. Anders ausgedrückt kann man sagen, dass ATP der einzig „echte Energieerzeuger“ ist, da nur Adenosin-Triphosphat die Muskelkontraktion bewirkt. Kohlenhydrate etc. liefern Energie, können aber den Körper nicht zur Bewegung bringen – dies tut AUSSCHLIESSLICH ATP. Der ATP-Energiespeicher reicht allerdings leider nur für etwa zwei Sekunden aus. Auch bei grösstem Optimismus werden mir 2 Sekunden leider nicht reichen, um die 42,195 Kilometer hinter mich zu bringen. Wie soll das also funktionieren, wenn das ATP nur so kurz hält? Die Antwort ist letztlich ganz einfach – das ATP muss ständig nachproduziert werden.

2.) Kreatin

Die Kreatinspeicher-Vorräte im Körper reichen länger aus, als ATP. Im trainierten Zustand kann sich der Körper maximal 20 Sekunden versorgen. Kreatin spielt daher insbesondere in Sportarten eine Rolle, in denen es auf kurze, sehr kraftaufwändige Intervalle ankommt. So wird Kreatin vor allem im Kraftsport (Gewichtheben) und in der Leichtathletik (Sprints, Hochsprung, Weitsprung, Kugelstossen, etc…) gebraucht. Im Ausdauersport spielt Kreatin absolut KEINE Rolle, da man in einem Marathon niemals sprinten würde. Und selbst wenn, bringt eine 20sekündige Energieversorgung im Körper gar nichts… Kreatin ist ein körpereigener Stoff; deshalb ist seine Einnahme de facto nicht nachweisbar. Aus diesem Grund hat man sich die Mühe erspart, Kreatin auf die Dopingliste zu setzen. So hat sich dieser Stoff als beliebtes Einsatzmittel in den „Ernährungsplänen“ vieler Sportvereine etabliert. So wird beispielsweise in Profifussballvereinen Kreatin gerne als Nahrungsergänzungsmittel eingesetzt – bis hinunter in Jugendmannschaften. Ach ja: auch für den Fussball ist Kreatin weitgehend sinnlos, denn weiterhin reicht es nur für 20 Sekunden und ist danach aufgebraucht. Nur wenn man es permanent zuführen würde, könnte ein Fussballer davon wirklich profitieren! Aber zurück zum eigentlichen Problem: Wenn ATP also ständig neu gebildet werden muss und Kreatin dafür langfristig nicht ausreicht, woher nimmt dann der Ausdauersportler seine Energie für einen langen Lauf?

3.) Kohlenhydrate:

Ganz einfach, aus den guten, alten Kohlenhydraten! Sie sind (neben den Fetten) der wichtigste Energielieferant beim Ausdauersport. Im Körper kommen sie als Glukose und Glykogen vor, wobei ein Glykogen nichts anderes ist als eine langkettige Verbindung von vielen bzw. mehreren Glukoseeinheiten! Durch den Stoffwechsel werden Kohlenhydrate in Glukose aufgeschlüsselt und entweder direkt zur Energiegewinnung verbraucht oder in Form von Glykogen in den Muskeln (4/5) und der Leber (1/5) gespeichert. Braucht der Körper nun Energie zur Muskelkontraktion, wird die gespeicherte Glukose durch Sauerstoff zu ATP umgewandelt. MERKE: man brauch nicht alleine Kohlenhydrate, sondern zur Energiegewinnung ist jederzeit auch Sauerstoff notwendig.

Klar ist: je grösser der der Glukosespeicher, desto länger die Ausdauerleistung. Durch Training und Carbo-Loading (extrem konzentrierte Kohlenhydrate-Zuführung in den Tagen vorm Wettkampf) kann der Mensch seine Speicher um etwa 50% erhöhen. Ein durchschnittlicher Läufer kann dann etwa 400g Glukose (entspricht 1800 Kalorien) speichern; etwa 80g in der Leber und 320g in den Muskeln. Je nach Intensität sind nach circa 90-100 Minuten Lauf aber auch diese Vorräte weitgehend entleert. Daher ist es besonders wichtig, dass während des Laufes nach rechtzeitig (also schon VOR dem Hungerast, bzw. dem „Mann mit dem Hammer“) konzentrierte Kohlenhydrate zugeführt werden. Das passiert am ehesten über Elektrolytgetränke, Power-Gel oder Power-Riegen! Nun ist natürlich die Frage: wenn Kohlenhydrate so ein totaler Knaller sind, warum braucht der Körper eigentlich diese verdammten Fette, die sich an allen Ecken und Enden des Körpers bilden und da nicht gerade der äusseren Attraktivität förderlich sind! Die Antwort ist letztendlich ganz einfach...

4.) Fette

Fette sind aufgrund ihrer hohen Energiedichte der mit Abstand grösste Energieträger. Sie liefern mehr als das doppelte an Energie wie Kohlenhydrate und Proteine. Bei Belastungsintensität von mehr als 20 Sekunden (also sobald das Kreatin aufgebraucht ist) zieht der Körper zur Bildung von ATP nicht nur Kohlenhydrate heran, sondern ein Gemisch aus Kohlenhydraten und Fetten. Vereinfacht lässt sich sagen, dass die Fette nur mithilfe von Kohlenhydraten zum Einsatz kommen. Sie verbrennen sozusagen im Feuer der Kohlenhydrate. Das bedeutet also auch, dass der Körper keine Fette verbrennen kann, wenn keine Kohlenhydrate vorhanden sind. Um die vielen Energien der vorhandenen Fette optimal auszunutzen, muss er das „Feuer der Kohlenhydrate“ optimal steuern. Diese Fähigkeiten lernt der Körper bei sehr langen (3-4 Stunden) und langsamen Ausdauerläufen in extrem tiefen Pulsfrequenzen. Durch dieses gezielte Ausdauertraining werden die Kohlenhydratespeicher langsamer aufgebraucht, weil die arbeitende Muskulatur lernt, mehr Fettsäuren zur Energiegewinnung zu verbrennen.

Trotz (oder eben gerade wegen) der hohen Energiedichte in Fetten, reicht dem Ausdauerathlet schon ein geringer Anteil an Körperfett (Männer 8%, Frauen 12%). Wird die Energiebilanz durch Zuführung von Kohlenhydraten im Gleichgewicht gehalten und findet ein aerober (Erklärung später!) Stoffwechsel statt, kann ein gut trainierter Athlet theoretisch „ewig“ laufen. Die Fettreserven reichen normalerweise aus, um damit 300 Marathons in Folge laufen zu können. Logischerweise lässt das aber die Belastung des Bewegungsapparates nicht zu!

5.) Proteine/Eiweisse

Hauptsächlich haben Proteine den Zweck, beim Muskelaufbau und Muskelerhalt zu helfen. Sie werden mitunter aber auch zur Energiegewinnung herangezogen. Sind die Kohlenhydrate im Körper aufgebraucht, kann der Körper ohne Hilfe keine weiteren Fette verbrennen. Er greift in diesem Fall also auf die Eiweisse zurück. Allerdings ist dies ein Zustand, der alles andere als wünschenswert ist. Er hat gleich zwei negative Auswirkungen. Zunächst einmal verbrennt er die Proteine, die in Form von Muskeln gespeichert sind. Das bedeutet, er vernichtet Muskeln um die Maschine am Laufen zu halten. Aber nicht nur, dass so Muskelmasse sinnlos zerstört wird; zudem dauert der Verbrennungsprozess von Fetten durch Proteine extrem lange, was zu einer starken Leistungseinbruch führt!

Das sind die 5 Energielieferanten des Körpers. Um aber den ganzen Prozess der Energieversorgung zu verstehen, muss auch das Thema Sauerstoff noch ein wenig behandelt werden. Für den ganzen Prozess der Energiegewinn ist der Energielieferant nur der eine Aspekt. Zur Umwandlung in ATP braucht der Körper jederzeit genug Sauerstoff. Die Fähigkeit, eine maximale Menge an Sauerstoff (VO²max) aufzunehmen und den Verbrennungsprozess über eine lange Belastungszeit effektiv zu aktivieren, ist bei der Ausdauer DER entscheidende Leistungsfaktor! Denn die Verbrennung von Fettsäuren und Glukose (zu CO2 und H20) unter Bildung von ATP ist nichts anderes als eine Oxidation – also wie wir das früher in der Schule gelernt haben eine Reaktion mit Sauerstoff.

Die Sauerstoffaufnahmefähigkeit VO²max ist also entscheidend für die Ausdauerleistung eines Sportlers. Anhand des VO²max kann die Marathonlaufzeit fast exakt prognostiziert werden! Mehr Sauerstoff im Blut bedeutet mehr aerobe Energieaufbereitung und somit mehr Kraftausdauer (und weniger Laktat-Bildung) denn eine grössere Sauerstoffaufnahme bewirkt eine niedrigere Pulsfrequenz.

Der VO²max nimmt mit dem Alter immer weiter ab. Ausserdem negative Auswirkungen auf den VO²max hat Rauchen und das Gewicht. Pro KG Gewichtsverlust verbessert sich der VO²max um etwa 1%, was zu einer Zeitverbesserung von 15-20 Sekunden auf 10 Kilometern führt! Ein Verbesserung des VO²max wird durch Asthmaspray erreicht. Dies ist allerdings ohne medizinische Notwendigkeit verboten und fällt unter Doping. Das ist auch der Grund warum – wie wahrscheinlich jeder weiss – jeder Rad-Rennfahrer Asthma hat, bzw. es attestiert bekommt!

Die zweite Möglichkeit, den VO²max zu erhöhen ist schlicht und einfach Training. Allerdings ist es schwer auszudrücken, welche VO²max-Wert-Verbesserungen durch welches Training zu erreichen sind. Ebenso ist die Bestimmung des VO²max nicht ohne aufwendigere Mittel möglich. Man könnte ihn in sportmedizinischen Instituten untersuchen lassen, aber darauf habe ich natürlich verzichtet!

Abhängig von der Sauerstoffversorgung des Körpers werden auch die verschiedenen Bereiche genannt, in denen man läuft, bzw. Energien verbrennt. Stark vereinfacht gibt es hier zwei verschiedene:

1. aerobe Verbrennung, wenn ausreichend Sauerstoff zur Verfügung steht

2. anaerobe Verbrennung, wenn zu wenig Sauerstoff vorhanden ist. Bei der anaeroben Energiezerlegung entsteht das unerwünschte (weil leistungshemmende) Laktat, welches den Körper vor Überlastung schützt!

Zusammenfassung:

Das ATP ist der Energieträger nach dessen Aufspaltung es zu einer direkten Muskelkontraktion kommt. Der ATP-Speicher in der Muskulatur reicht aber nur für wenige dieser Muskelkontraktionen und muss ständig neu gebildet werden. Das passier über

- aeroben Stoffwechsel (langsame Energieaufbereitung aus Glukose und Fettsäuren)

- anaerob alaktaziden Stoffwechsel (Kreatinspeicher für maximal 20 Sekunden)

- anaerob lakaziden Stoffwechsel (Glukoseverbrennung ohne Sauerstoff unter Bildung von Laktat)

Zur Veranschaulichung, wann (bzw. wie lange) der Körper auf welche Energieträger zurückgreift, hier noch eine kleine Graphik:

So, das war es dann aber auch. Jetzt lasse ich das Thema erstmal ein bisschen setzen! Ich sollte noch erwähnen, dass es (meiner Meinung nach) das absolut schwierigste dieser ganzen sportbiologischen und/oder sportmedizinischen Theorie ist. Ich habe dieses Kapitel in meinem Buch mindestens 25 Mal (vielleicht sogar 45 Mal) gelesen! Es ist hochkompliziert und in hier erwähnter Form ziemlich stark vereinfacht. Das Thema ist deutlich komplexer, als dass man es jetzt mal nebenbei hier erklären könnte. Es dürften zwar keine ganz grossen inhaltlichen Fehler enthalten sein, allerdings empfehle ich niemanden, mich hier als Quelle für eine wissenschaftliche Arbeit zu zitieren. Vermutlich wird jeder Erstsemester-Sportstudent die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, wenn er das liest. Aber ich wiederhole noch mal: es ist eben STARK VEREINFACHT!

So, geschafft. Ist mir wirklich unangenehm, dass es jetzt so lang geworden ist, aber wer von Euch es wirklich verstehen will, der soll halt auch die Möglichkeit dazu erhalten. Und alles was hier vorkommt (insbesondere der Teil über Sauerstoff, den VO²max und die aeroben und anaeroben Bereiche) wird in meinem Blog noch das ein oder andere Mal thematisiert werden; spätestens wenn ich damit beginne, auf meinen Trainingsplan einzugehen! Jetzt ist aber erstmal Schluss. Ich muss dringend was essen und meine statistische Erhebung zu meiner Zukunftsplanung (die die meisten von Euch schon über sich haben ergehen lassen müssen) fortsetzen! Bisher sieht es zwar ziemlich eng aus, allerdings hatte ich eben ein einschneidendes Gespräch mit dem Kollegen Knoben aus Bonn. Dieser hat mir wohl den rechten Weg gezeigt! Sozusagen ein Prophet im Poldi-Trikot…

Ich sage bescheid, sobald die Sache durch ist; ich schätze mal noch diese Woche! Dann weiß ich, ob es für mich in der Zukunft „Grüezi“, „Gude“ oder „Dzien Dobry“ heißt!

Dienstag, 1. Juli 2008

Fußknochenwurzelköpfchenentzündung

Achtung uffbasse, schwierische Wort! Allerdings immer noch besser als ein Mittelfußbruch wie es zwischenzeitlich mal im Raume stand. Anyway, nun bin ich also im Besitz einer Fußknochenwurzelköpfchenentzündung in linken Fuß. Behandelbar in dem Sinne ist der Quatsch leider nicht. Ich nehme jetzt „Sprialgin 500“ zur Entzündungshemmung. Weiterhin brauche ich per sofort orthopädische Einlagen, die ich nicht nur beim Sport sondern auch in meiner sonstigen Freizeit und im Büro tragen muss. Mehr kann man nicht machen; außer eben darauf warten, dass die Entzündung wieder weggeht. Als Dauer wurde mir der präzise Zeitraum „kann übermorgen wieder gut sein, kann aber auch 6 Monate dauern“ genannt. Allerdings mit einem Unterton dem ich persönlich entnehmen würde, dass es nicht so tragisch ist und es vielleicht wenn’s gut läuft schon bald (hoffentlich maximal 2-3 Wochen) wieder gut ist.

Soweit das Ergebnis meines Arzttermins gestern, heute war ich dann in einem Institut für Orthopädie und Rehatechnik wo ich ein paar Messungen und Tests mit den Füßen gemacht, und dann direkt meine Einlagen in Auftrag gegeben habe. Oh Mann, was die da für krasse Ausrüstung hatten. Wurden verschiedenste Sachen auf verschiedensten High-Tech-Geräten gecheckt, die alles aussahen als würden sie Milliarden kosten. Die schlauen Geräte garantieren dann, dass perfekte Einlagen erstellt werden. Die Gerätschaften rechtfertigen dann irgendwie auch den Preis von 400 CHF für die verf**** Dinger; und das mein ich ganz ohne Sarkasmus!

Mein Problem ist, dass ich offensichtlich extreme Plattfüsse habe. Eigentlich sollte der Fuß beim Auftreten über die Ferse, den Außenspan und den Fußballen vom großen Zeh gestützt werden. Der Körper hat an diesen Stelle Fettlager die diese Belastung aushält.

Bei mir hingegen setzt der ganze Fuß auf und das aber nicht ausgeglichen, sondern alleine auf der Mitte meines Fußballen; also praktisch auf der Verlängerung meines mittleren Zehs. Wobei das „alleine“ nicht übertrieben ist. Habe heute noch ein paar Tests gemacht. Der Ergebnis ergab, dass auf dem linken Fuß der Druck zu circa 95% über die Mitte des Fußballen läuft und nur etwa 5% über die Ferse. Meine Seite macht hingegen garnix! Auf diesen beiden Beispielen hier ganz gut zu erkennen, wie ein Fuß eigentlich sein sollte, wie ein Plattfuß aussieht und warum das so ungesund ist (links, bzw. oben ist gut; rechts, bzw. unten ist schlecht):

Anyway, das habe ich mir wohl über die Jahre so angewöhnt. Da mein Körper damit aber selbst wohl nicht so glücklich ist, befindet sich der Schwerpunkt meines Körpers stark auf der rechten Seite – das ist ebenfalls bei den heutigen Tests rausgekommen. Sprich: ich verteile mein Gewicht beim Gehen und Laufen nicht gleichmäßig auf rechts und links, sondern deutlich mehr auf rechts – möglicherweise um meinen linken Fuß zu entlasten; keine Ahnung.

Jedenfalls wird dadurch mein rechter Fuß überbelastet und dürfte zeitnah die gleichen Probleme aufweisen wie jetzt der Linke. Den Plattfuss habe ich dort nämlich auch schon, wenn auch nicht ganz so extrem. Der Arzt heute hat meinen rechten Fuß als „tickende Zeitbombe“ bezeichnet, was ich einen ziemlich glatten Begriff dafür finde! Anyway, ich brauche also auch ne Einlage für den rechten Fuß, aber okay; wenn’s der Gesundheit dient...

Die Wundereinlagen sind nächsten Dienstag fertig, dann muss ich sie eine Woche tragen, bevor die dann die Feinjustierung kommt. Ich kann nur hoffen, dass sie bis zu meinem Urlaub fertig sind; alles andere wäre eine totale Katastrophe!

Naja, da ich mich immer noch in der Trauerphase für den großartigsten Kater der Welt befinde, habe ich die letzten Tage kein Sport gemacht. Jetzt dürfte ich dann bald drüber weg sein, auch wenn ich zumindest noch jeden Tag meine 5 Minuten habe… Ein kleiner Trost ist, dass Findus das absolut beste Leben hatte, dass sich eine Katze auf diesem Planet wünschen kann. Naja, mal davon abgesehen, dass wir ihn kastriert haben – das gibt vielleicht Abzüge in der B-Note. Aber trotzdem: er war der absolute Held in der ganzen Odenwaldstrasse, der Dorf-Sherrif unter den Katzen der Nachbarschaft und er wurde von allen, aber auch absolute ALLEN Leuten aus der Nachbarschaft geliebt, vergöttert, gehätschelt und getätschelt! Hoffentlich behält er uns alle so gut in Erinnerung wie wir ihn!!!

Die nächsten Tage werde ich dann mal meinen Schwimm-Pläne durchführen; bisher habe ich ja nur fleißig darüber geredet! Eventuell morgen; vielleicht aber auch erst übermorgen gehe ich dann mal wieder schwimmen. Klar ist: solange es nicht anders kommt, gehe ich davon aus, dass mein Fuß es in 3 Wochen zulässt, dass ich meinen Trainingsplan wie vorgesehen starten kann! Ich hoffe das beste…

Morgen werde ich dann meine kleine Theoriesession über die Energieversorgung nachholen, musste jetzt halt alles ein bisschen nach hinten rutschen! Bevor ich aufhöre noch ein letztes Wort: Wer von Euch auch in Zukunft zu meinem Freundeskreis gehören möchte, sollte es unterlassen zwei Fernsehsendungen zu schauen. Bei der ersten handelt es sich um „Colien und Gülcan ziehen aufs Land“ aus der Kategorie „Paris-Hilton-TV“. Als zweites wäre dann noch die Fortsetzung von der damaligen Realitiy-TV-Hochzeitsscheisse mit Sarah Connner und Marc irgendwas. Heißt jetzt irgendwie „Sarah & Marc – crazy in love“ oder so ähnlich! Wer von Euch das auch nur eine Sekunde anschaut; mit dem will ich nichts mehr zu tun haben. Folgende Ausreden gelten nicht:

- Ich hab es ja nicht richtig geguckt; es lief nur im Hintergrund

- Ich gucke es ja nicht wirklich, war nur mal neugierig

- Überall anders lief nur Scheiße

- Hab in der Werbepause mal rübergeschaltet

- Meine Frau hat es geguckt; hätte ich etwa aus dem Zimmer gehen sollen?

Auch alle anderen Ausreden lasse ich nicht zu. Ich wollte es nur gesagt haben, nicht dass es später dann Tränen gibt!