Mittwoch, 6. August 2008

Das wars vorerst mal...

Echt ziemlich erbärmlich, dass ich gestern noch von irgendwelchen Zielen geträumt habe, denn heute lief es SOWAS VON BEHINDERT, dass ich entschlossen habe, den Trainingsplan per sofort nicht mehr weiterzumachen. Ich habe mir heute einfach eingestanden, dass ich den einfach nicht schaffen werde. Wohlgemerkt: ich trete am 26. Oktober 2008 in Frankfurt zum Marathon an. Allerdings werde ich mich darauf nicht mit dem angedachten Trainingsplan vorbereiten. Auch sonst habe ich diverse Veränderungen beschlossen, aber alles von Anfang an:

Heute morgen wollte ich vor der Arbeite laufen, was ich nach Aufstehen um 6.45 Uhr aber direkt verwarf, da mein Rücken trotz der gestrigen Wärmekur (inkl. Wärmflaschen bis spät in die Nacht wie ein billiger Rheumapatient) überhauptnicht wollte. Ich entschied, es am Nachmittag mit Laufen zu probieren und ging ins Büro, von wo ich schon um 16 Uhr zurückkehrte. Mittlerweile hatte ich erfahren, dass heute der heisseste Tag des Jahres werden sollte; nicht gerade die perfekte Grundlagen für einen Lauf um 16 Uhr.

Zur perfekten Vorbereitung entschied ich mich heute mal wieder für andere Laufschuhe – mein zweitneuesten von Adidas, die mir schon immer Probleme mit Blasen gemacht haben. Zur Vorsorge klebte ich mir schon gestern Abend ein Compeed-Pflaster auf die übliche Stelle, sodass ich dann heute um 16 Uhr fast ohne Rückenschmerzen und vermeintlich bestens ausgestattet auf die Piste ging.

Schon nach Kilometer 2 war eine erneute Blasenbildung aber weit fortgeschritten. Es ist echt UNFASSBAR, das Ding hat sich einfach schön direkt am Rand vom Blasenpflaster gebildet. Ich weiß einfach nicht mehr weiter!!! Zudem wäre ich an dem Sauerstoffanteil von weniger als 0% in der Luft beinahe erstickt. Und endlich kamen auch die Rückenschmerzen wieder. Bei Kilometer 5,5 brach ich daher ab und traf folgende Entscheidungen:

1.) Der Trainingplan ist gestrichen. Wenn ich nichtmal 3 Kilometer laufen kann, ohne eine Blase zu bekommen, wäre es leicht vermessen, davon auszugehen, dass ich jemals 20-35 Kilometer in einem Training absolvieren kann. Davon mal abgesehen, dass ich nach jeder Blase ein bisschen regenerieren muss und ich ja die 10 Kilometer nur mit Ach und Krach überstehen (und sich sogar dabei immer mindestens eine neue Blase bildet).

2.) Ich werde ab sofort so viel trainieren wie möglich, mich aber an keiner Art von Plan mehr orientieren. Und wenn ich bis zum 26. Oktober immer noch keinen Lauf über 10 Kilometer gemacht habe, dann scheiß ich drauf und lauf im Marathon halt nur 10 Kilometer und gehe danach die restlichen 32 Kilometer. Notfalls trainiere ich bis zum Marathon gar nicht mehr, und gehe dann komplett unfit in den Wettkampf. Ist mir SCHEISSEGAL. Ich sollte schließlich nicht so tun, als hätten diese dümmlichen 10 KM-Blasenläufe auch nur IRGENDEINEN SINN! Mit dem Verzicht auf den Trainingsplan verhinder ich wenigstens auch, dass ich mich hier Tag für Tag aufs Neue beim blogen der Lächerlichkeit preisgebe. Darauf habe ich ebenfalls keinen Bock mehr!

3.) Ich werde von nun an nicht mehr mit meinen neuen Assics-Schuhen und ebenfalls nicht mehr mit meinen zweitneuesten Adidas-Schuhen laufen. Ab sofort nutze ich nurnoch meine alten New Balance. Sollte ich mir mit denen immer noch Blasen laufen, weiß ich wenigstens, dass es an den Einlagen liegt, und kann sie bei Pompa nochmal anpassen lassen. Bei den New Balance ist zwar die Dämpfung längst hin, aber das ist im Prinzip vollkommen egal. Das Buch sagt, man soll mindestens zwei verschiedene Paare nutzen und täglich wechseln, da man sich sonst die Füße ruiniert. Allerdings: meine Erfahrungen haben gezeigt, dass ich mir mit meinen beiden neuen Paaren die verfickten Füße ruiniere. Ich wüsste nicht, was die ungedämpften New Balance noch Schlimmeres anrichten könnten, als täglich eine neue Blase. Wenn es mit den Schuhen einigermaßen klappt, kann ich mich immer noch dazu entscheiden, mir neue New Balance zusätzlich zu kaufen, und diese dann abwechselnd zu tragen. Überhaupt nehme ich mir generell zu Herzen, weniger auf irgendwelche schwachsinnigen Gesundheitstipps zu hören. Ich halte mich an absolut alles was vorgeschrieben wird, habe aber trotzdem permanent irgendwelche Kleinigkeiten, die mich außer Gefecht setzen. Was könnte ich also dadurch verschlimmern, dass ich nicht mehr alles 100%ig beachte? Das alles soll allerdings nicht heißen, dass ich jetzt fahrlässig oder vorsätzlich meine Gesundheit ruiniere...

4.) Der Ernährungsplan bleibt bestehen

5.) In meinen täglichen Terminplanungen nimmt das Marathontraining per sofort wieder einen der hinteren Ränge ein. In meiner Freizeit setze ich erste Priorität jetzt mal auf die Suche nach einem neuen Job. Ich muss echt erstmal dringend raus aus diesem Drexx-Land hier. Weiterhin hat mein Besuch des dramatischen Kicks des FC Basel die Augen geöffnet. Fußball ist JEDERZEIT wichtiger als Laufen. Das bedeutet, die Wochenenden gehören der Eintracht und nicht dieser Lauf-Scheiße hier. Gelaufen wird nur, wenn ich nicht ins Stadion gehe, und kein Eintr8-Spiel im Fernsehen kommt. Ebenso ist eigentlich jedes Spiel auf dieser Welt dem Joggen vorzuziehen; und sei es aus der zweiten österreichischen Liga. Dank Teleclub komme ich sogar in den Genuss davon. Aber à propos unterklassiger Fußball: der FC Basel hat in einem dramatischen Kick gegen IFK Göteborg mit 4:2 die Oberhand behalten und steht in der nächsten Runde zur CL-Qualifikation. Und dieses Spiel heute Abend hat wieder Lust gemacht auf jede Menge Fußball!!! Aber neben dem Fußball werde ich meine Freizeit wieder vermehrt anderen Dingen widmen, seien es Freunde, Familie, Aufräumen, Lesen oder was auch immer. In Zukunft laufe ich, wenn ich Lust darauf habe; nicht wenn ein gehirnamputierter Trainingsplan es vorschreibt!

6.) Am 26. Oktober 2008 trete ich zu diesem verf*** Drecks-Marathon an. Notfalls ohne einen einzigen Tag Training vorher und im Zweifelsfall lasse ich mir danach auch die Füße abhacken. Auf diese dämlichen, blasenproduzierenden Drexx-Dinger scheiß ich inzwischen nämlich ebenfalls...

So, jetzt geht´s mir besser. Entschuldigung bitte für die Fäkalsprache, aber manchmal kann man es mit normalen Worten eben nicht ausdrücken. Huch, ich muss ins Bett. Und da ich viel zu müde bin, diesen Scheiß-Text (ooops, schon wieder) jetzt noch Korrektur zu lesen, folgende Info: Rechtschreibfehler sind gewollt und dienen der allgemeinen Belustigung!!!

Gute Nacht!

Dienstag, 5. August 2008

Zielsetzung

Wäre ich gestern lieber mal nicht zu euphorisch gewesen. Heute sieht die ganze Geschichte schon wieder ganz anders aus. Ich habe asozial Rückenschmerzen; vergleichbar mit denen, die ich mit 16 damals bei meinem Bandscheibenschaden hatte. Allerdings wird es so schlimm nicht sein; mittlerweile kenne ich die Schmerzen und weiß auch den Grund dafür. Ich habe mich vor dem Laufen zu schlecht aufgewärmt, bzw. danach zu schlecht gedehnt. Das ist ärgerlich und kostet mich den heutigen Tag – hoffentlich ziehe ich die Lehren daraus...

Rückenschmerzbedingt bin ich heute schon um 5 Uhr heimgegangen und versorge mich seitdem mit heißen Kompressen und ABC-Salbe. Letztere hätte ich aber lieber weglassen sollen; das Zeug bringt mich irgendwann nochmal um! Seit ich zu Hause bin liege ich außerdem im Bett und habe mich eben nur dazu aufgerafft, mir den Laptop zu holen – zum blogen nachher muss ich dann schon wieder aufstehen. Ich könnte echt durchdrehen.

Nachher will ich aber auf jeden Fall versuchen nochmal ein paar Dehnübungen und ein paar leichte Krafteinheiten zu machen. Mit der Betonung auf LEICHT. Fahrradfahren habe ich ersatzlos gestrichen – das geht gar nicht. Soweit ich meinen Rücken aber kenne, dürfte morgen wieder mehr oder weniger alles in Ordnung sein. Das muss es auch, da morgen die nächsten 10 Kilometer auf dem Programm stehen. Dummerweise werde ich diese morgen Vormittag laufen müssen, da es ja Abends zum FCB geht (Hopp Basel!!!). Aus diesem Grund gehe ich heute auch früh pennen und hoffe mal, dass ich dann morgen einigermaßen gut aus der Kiste komme. Sollten alle Stricke reißen, fahre ich zwischen Arbeit und FCB doch noch mal kurz heim; aber das ist eigentlich nicht in meinem Sinn!

Da ich nun aber heute nicht viel zu erzählen habe, kann ich mich mal ein wenig meinen persönlichen Zielen beim sportlichen GAU am 26. Oktober 2008 widmen. Ursprünglich wollte ich einfach „nur“ den Marathon in weniger als 4 Stunden laufen, inzwischen habe ich aus verschiedensten Gründen aber entschlossen, mir mehrere Ziele zu setzen, um im Zweifelsfall nicht ganz enttäuscht zu werden. Zumal die 4 Stunden-Zeit wohl nicht mehr erreichbar ist. Mein Marathon-Buch prognostiziert bei meinem derzeitigen Fitnessstand eine erreichbare Zielzeit von etwa 4:45 Stunden. Aber egal, meine Ziele für den Marathon bauen aufeinander auf und lauten wie folgt:

  1. Ankommen
  2. Nicht Letzter werden
  3. Schneller als mein Chef laufen (4:22 Stunden)
  4. Nicht mehr als doppelt so lang brauchen wie der Sieger
  5. Schneller als 4:00 Stunden laufen
  6. Schneller als mein Schwager laufen (3:55 Stunden)

Ziel 1 & 2 würde ich WENN wohl zusammen schaffen. Ich denke mal falls ich ankomme, wird schon noch irgendein Hansel hinter mir bleiben. Notfalls lauf ich die ganze Zeit im Windschatten vom vorletzten und grätsche den dann in der letzten Runde ab. Aber mal Ernst beiseite: letztes Jahr sind 9´156 Läufer angekommen; gestartet waren rund 12´000. Das bedeutet eine Ausfallquote von knapp 15%. Macht mir schon ein bisschen Sorgen. Im Übrigen: Ankommen alleine reicht nicht ganz. Als Finisher gilt, wer (ohne Betrügereien) innerhalb von 6:15 Stunden im Ziel ist. Oh Mann, ich sehe das Reinigungsfahrzeug und mich schon nach 6:14 Stunden Kopf-an-Kopf in die Zielgerade einbiegen. Dann werden wir sehen, wer den längeren Atem hat...

Ziel 3 wäre der absolute Hammer, vor allem wenn ich mich an das überhebliche Lächeln meines Bosses erinner, als ich ihm von meinem Vorhaben berichtet habe. Die Stunde des Siegers kommt für jeden irgendwann!!!

Ziel 4 ist das Ziel auf das wohl am schwersten, aber noch realistisch ist (was für 5 & 6 nicht gilt). Könnte letztlich auch sein, dass ich Ziel 4 erreiche, die Nummer 3 aber nicht. Allerdings war die Sieger-Zeit letztes Jahr 2:07:58 Stunden und auch in den letzten 5 Jahren war kein Sieger "langsamer" als 2:10 Stunden.

Das Ziel 5 habe ich mittlerweile schon abgeschrieben, aber ganz aus den Augen lassen möchte ich es nicht. Wer weiß, vielleicht bekomme ich ja noch den totalen Flash und es kommt ein großer (um nicht zu sagen RIESIGER) Leistungssprung! Ja, und wenn ich schon am Träumen bin, dann mache ich mal gleich weiter. Sollte sich bei Kilometer 35 abzeichnen, dass ich sogar die Zeit meines Schwagers schlagen kann, würde ich natürlich ALLES dafür geben und (bei Erfolg) mit Weltfamilienbestzeit meinen Rücktritt vom Marathonsport verkünden! Oh mein Gott, WÄRE DAS EIN FEST!!!

Naja, Träumen kann ich dann immer noch; erstmal sollte ich vielleicht ein bisschen was tun. Morgen 10 Kilometer Frühlauf ohne irgendwelche Wehwehchen wären in jedem Fall ein guter Anfang...

Montag, 4. August 2008

Tag 1 - So soll es sein, so kann es bleiben....

...so hab ich es mir gewünscht. Alles passt perfekt zusammen, weil endlich Alles stimmt!

Naja, ALLES ist vielleicht etwas übertrieben. Dreimal dürfter raten raten: ne Blase. Aber das war auch ein amateurhafter Fehler meinerseits – hab die bekannte Stelle nicht abgeklebt; somit habe ich die Blase grob fahrlässig in Kauf genommen!

Das Wetter war angenehm kühl, es hat ganz leicht geregnet, was ebenfalls angenehm war. Die neue Lauftechnik stimmt mich immer noch positiv, auch wenn ich damit nach wie vor nicht schaffe, richtig langsam zu laufen. Neben der Blase machte ich erneut den Fehler, kurz vor dem Lauf zu essen. Aber ich hätte nicht gewusst, wie das zu verhindern. Als ich nach Hause kam, war ich am verhungern und direkt loslaufen wollte ich noch nicht, da es noch zu heiss draussen war. Also blieb mir nichts anderes übrig als zu essen. War zwar nicht optimal, aber gut. War jetzt auch keine Katastrophe...

Meine Beine waren zwar irgendwie immer noch etwas müde, aber das Laufen hat übertrieben Spaß gemacht. Es kam mir auch nicht nur deutlich schneller vor als sonst; es war auch deutlich schneller. Habe für die 8 Kilometer nun 50:23 Minuten gebraucht. Gut, die 8 Kilometer habe ich nicht abgemessen, sondern sie basieren auf einer Schätzung, aber selbst wenn es nur 7,5 Kilometer waren, wäre das eine gute Zeit für mich. Zumal ich bei einem Durchschnittspuls von 163 noch in einem verhältnismäßig tiefen Bereich bin. Darüber hinaus bin ich mir relativ sicher, dass ich ein ziemlich konstantes Tempo gelaufen bin, was eigentlich am wichtigsten für mich ist!

Mein komisches Zeh-Problem ist heute nicht aufgetreten, allerdings ist da vorhin (vor dem Laufen) jede Menge komisches Blut rausgekommen (iiiieeehhh!). Hat mich schon etwas besorgt, aber ich habe heute die Schuhe extrem fest zugeschnürt und dadurch scheine ich wohl nicht mehr mit dem Fuß nach vorne zu rutschen. Ich hoffe, das war jetzt keine Eintagsfliege (evtl. bedingt durch die NUR 8 Kilometer), aber ganz ausschließen kann ich es leider nicht! Durch meine neue, fesche und körperbetonte Laufhose habe ich nun zudem keine Probleme mehr am Oberschenkel.

Wie auch immer: so kann es weitergehen. Das tut es morgen mit Krafttraining. Allerdings werde ich dieses nicht machen, sondern zunächst mal meine 10 Kilometer-Strecke nochmal mit dem Fahrrad abfahren und mir Kilometer-Markierungen machen; dann werde ich auch wissen, ob ich heute wirklich 8 Kilometer gelaufen bin. Danach mache ich ein paar Koordinationsübungen auf dem Fußballplatz – vorausgesetzt der FC Riniken trainiert nicht. Zum Ende werde ich dann zumindest noch ein bisschen „Krafttraining“ machen – sofern man das bei meinem privaten Equipment so nennen kann! Nächster Lauf ist am Mittwoch Vormittag; da ich Abends im St. Jakobs-Park in Basel bin und mir die CL-Quali zwischen dem FCB und IFK Göteborg reinziehe!

Ach ja: ich habe noch einen Auftrag zu vergeben. Ich bin – getrieben durch die Einlagen, die mich dazu nötigen, ein komplett neues Schuhsortiment aufzubauen – auf der Suche nach einem Paar Schuhe. In Darmstadt und Mannheim habe ich schon alles abgegrast. Auch im Internet kann ich es nicht finden. Es geht dabei um jenes Paar (*klick*) in Größe 11 (= EU 45,5-46). Der ehrliche Finder bekommt eine attraktive Prämie! Das mit dem CHF/EUR-Kurs hat sich im Übrigen erstmal erledigt. Der Franken steht im Moment so beschissen, dass ich eh komplett ruiniert bin. Also FAST...

Sonntag, 3. August 2008

Dann beginnt es also - Trainingsplan Woche 1

Die heutige Heimfahrt verlief gewohnt ereignislos. Abgesehen davon, dass ich jeden Moment Angst hatte, in einen Sekundenschlaf zu fallen. Daher drehte ich die Musik so laut auf, dass ich mir vermutlich einen Hörsturz zugefügt habe! Ansonsten hatte ich mir aber für die Fahrt eine perfekte Null-Stop-Strategie zurechtgelegt, die auch reibungslos aufging. Ich war praktisch der Timo Glock der A5. Die 3 Stunden Zeit nutzte ich zu grundsätzlichen Überlegungen, ob und wie es mit meinem Marathon-Ziel weitergehen soll. Ich habe mich zwar für den Lauf im Oktober 2008 angemeldet, kann aber gemäss AGBs, wenn es verletzungsbedingte Gründe gibt, auch meine Teilnahme um ein Jahr verschieben. Das hätte den Vorteil, dass ich mich wirklich vernünftig vorbereiten könnte um dann auch wirklich mein Ziel zu erreichen! Derzeit steht praktisch fest, dass ich mein angestrebtes Zeitziel (auf das werde ich die nächsten Tage mal eingehen) nicht erreichen werde. Und zwar DEUTLICH nicht erreichen werde!

Andererseits habe ich ja nun mal wirklich schon drin im Marathon-Fieber und ich weiss nicht, ob ich diese Lust auf den Marathon 15 Monate aufrecht erhalten kann – mal davon abgesehen, dass ich keine Ahnung habe, wo ich in einem Jahr sein werde.

Ich bin zu keiner abschliessenden Entscheidung gekommen, werde aber jetzt folgendermassen verfahren. Ich werde meinen Trainingsplan durchziehen wie er ursprünglich angedacht war. Ich kann zwar mein Ziel nicht mehr erreichen, aber mit dem Trainingsplan komme ich zumindest einigermassen in die Nähe. Ich werde mich durchbeissen soweit es geht; wenn ich aber merke, dass mein Körper GARNICHT mitspielt, werde ich mir ein Attest holen und meinen Marathon-Start um ein Jahr verschieben. Ein Zwischenfazit werde ich dann jedes Wochenende ziehen und jeden Sonntag aufs Neue entscheiden, ob ich weitermache oder es sein lasse (in 2008).

Morgen geht es also los mit meinem 12 Wochen dauernden Trainingsplan. Meine erste Trainingswoche sieht wie folgt aus:

Montag: 8 Kilometer langsamer DL, GA1, 70% HFmax

Dienstag: Krafttraining

Mittwoch: 10 Kilometer lansamer DL, GA1, 75% Hfmax

Donnerstag: Ruhetag

Freitag: 10 Kilometer lockerer DL, GA2, 80% HFmax

Samstag: 2 Std. Radfahren RECOM, 65% HFmax – gestrichen wegen Hochzeit in Hamburg

Sonntag: 12 Kilometer langsamer DL, GA1, 70% HFmax

RECOM steht im übrigen für „Regeneration & Kompensation“. Als RECOM mache ich Schwimmen oder Radfahren, also einfach einen sportlichen Ausgleich zum Laufen in einer niedrigen Pulsfrequenz.

Wie oben schon erwähnt kann ich am Samstag nichts machen, da ich auf der Hochzeit meiner Cousine verweile. Fliege am Samstagmorgen los und komme erst Sonntagabend wieder. Den Sonntags-Lauf kann ich auf jeden Fall machen. ÜBRIGENS: ich brauche am Samstag nen Ticker. Will über jedes „Tor in Pfullendorf“ informiert werden – werden ja hoffentlich nur für die Gäste fallen!

Anyway: morgen steht erstmal der 8-Kilometer-Lauf an. Die Pulsfrequenz wird definitiv etwas höher werden als die vorgeschriebenen 70% des HFmax, aber das wird schon in Ordnung gehen!

Neue Technik, altes Lied - 10 Kilometer Vol. 15

Einmal mehr kann ich nicht von einem astreinen Lauf berichten. Langsam wird es wirklich auffällig, aber was soll man machen. Und daran, dass ich wehleidig bin, habt Ihr Euch ja eh alle gewöhnt.

Am Freitag besuchte ich (mitten in der Nacht gegen 8.30 Uhr) erstmal den kleinen Ben und seine Eltern. Leider war er nicht wirklich gut auf mich zu sprechen. Total am fremdeln der Kleine, sodass er sofort mit dem Meckern angefangen hat, sobald ich auch nur in die Nähe kam. Naja, geht vorbei; hoffe ich zumindest! Nach Ben stand erstmal einkaufen auf dem Plan. Ich war auf der Suche nach Schuhen für die Hochzeit. Dies gestaltete sich praktisch als unmöglich. Nicht nur, dass ich jetzt dank der Einlagen eine Nummer grösser brauch und damit nicht mehr in den totalen Standardgrössen bin. Zudem brauche ich auch Schuhe, wo das Fussbett herausnehmbar ist, damit meine Einlagen reingehen. Wie gesagt: unmöglich! Nach den gefühlten 10 Kilometern die ich zusammen mit meiner Mama in Darmstadt abgespult habe, beschloss ich trotz Müdigkeit noch meine geplanten 2 Stunden laufen zu gehen. Ich kann schon mal vorausnehmen: es hat nicht geklappt!

Gemäss meinen neuesten Recherchen, war meine Lauftechnik bisher falsch. Wobei falsch ist eigentlich nicht ganz korrekt; eigentlich ist „ungeübt“ der richtige Begriff dafür. Und das musste ich dann auch leidvoll ertragen. Das Buch sagt, dass für diese Lauftechnik ein gewisses Grundmass an Kondition erforderlich ist. Und damit kann ich leider im Moment nicht wirklich dienen!

Ich lief los gemeinsam mit meiner Mama, da mein Lauftempo (besonders bei einem Lauf über 2 Stunden) nicht schnell sein sollte – im Gegenteil. Macht langsam eigentlich mehr Sinn. Ich merke aber schnell, dass ich die neue Lauftechnik einfach nicht langsam laufen konnte. So bin ich dann ziemlich unrythmisch gelaufen, mit kleineren Geh- und Stretching-Passagen! Wir liefen eine grosse Runde, die 42 Minuten dauerte, meine Mama verabschiedete sich dann von mir und ich lief weiter, da ich ja noch 78 Minuten vor mir hatte. Nun lief ich auch den Laufstil in dem Tempo, dass mir als angemessen erschien. Leider war das für meinen Puls zu schnell – der schnellte alsbald stark nach oben! Allerdings merkte ich regelrecht, wie ich mit der neuen Technik deutlich schneller wurde, bei einem Puls der relativ gesehen nicht so stark stieg, wie er es bei dem Tempo mit meiner alten Technik gewesen wäre. Ich habe richtig gemerkt wie deutlich schneller ich wurde und mich in einen richtig coolen Rhythmus lief.

Nach der Hälfte der zweiten Runde machte mir aber die Haut wieder zu schaffen – ich habe mir abermals 2 Blasen gelaufen; die eine sogar trotz, bzw. wegen des dämlichen Blasenpflasters. Zudem hat mein, zweiter Zeh (nennt man den „Zeigezeh“?) die ganze Zeit vorne am Schuh angeschlagen, sodass der dann auch ziemlich schnell im Arsch war. Das ist eigentlich das, was auf keinen Fall passieren darf; dass die Zehen den Schuh berühren! Aber das liegt halt an den dämlichen Einlagen; theoretisch brauch ich alle Schuhe eine halbe Nummer grösser. Nur gut, dass ich mir mein drittes Paar Laufschuhe UNMITTELBAR vor dieser behinderten Fussentzündung zugelegt habe! Naja, ich muss mal schauen wie es die nächsten Tage weiterläuft; Notfalls muss eben Paar Nummer 4 her – ich könnte kotzen…

Zurück zum Lauf, neben den Blasen und der Stelle am Zeigezeh lief ich mir auch nen Wolf am Oberschenkel – war also ein rundum gelungener Lauf. Nach etwa 1,75 Runden kam plötzlich meine Mama auf dem Fahrrad an, die die Strecke ausgemessen hat. Neben ihr lief ich die Runde dann zu Ende und brach das Training ab. Nach geeichter Messung ist eine Runde 5,350 Kilometer lang. Ich bin also 10,7 Kilometer gelaufen und habe dafür 1:13 Stunden gebraucht. Das ist für mich eine beachtliche Leistung, da ich die erste Runde getrödelt bin wie ein Weltmeister und ich in der zweiten Runde nicht gerade an meine Pulsgrenze gegangen bin. Zudem hatte ich wieder leistungshemmende Wehwehchen. Und zudem waren es ja 10,7 Kilometer also immerhin 700 Meter weiter (was etwa 3-4 Minuten ausmacht). Weiterhin hatte ich vorher schon 10 Kilometer Darmstädter Strassenpflaster in den Beinen. Ich war auf jeden Fall zufrieden: und die neue Lauftechnik ist merklich energieeffizienter!

Das Wundenlecken danach hat in etwa nochmal genausolang gedauert wie das Laufen selbst. Körperästheten sollten jetzt mal lieber weglesen… Ich habe mir zwei Blasen gelaufen; einen extrem fiesen Wolf am Oberschenkel der auch heute (Sonntag) noch da ist und dazu eine wunde Stelle am linken Zeigezeh. Dies ist besonders unangenehm, da ich nach dem Duschen mit genau der Stelle gegen eine Türzarge geknallt bin und ich nun unter Hornhaut und wunder Stelle nun auch gleich noch einen Bluterguss habe. Sieht ganz schön komisch aus der Zeh und anfühlen tut er sich noch schlimmer. Ich bin mal wieder leicht frustriert. Samstag und heute konnte ich entsprechen nicht laufen und ich kann nur hoffen, dass sich das mit dem Zeh legt; was ich aber für 100% unmöglich halte. Habe gestern festgestellt, dass tatsächlich mein Zeigezeh länger ist als mein grosser Zeh. Wusste nicht, dass so was geht, IST ABER SO. Und so eine Konstellation sieht ein Laufschuh nun mal nicht vor. Daher werde ich wohl an jedem Laufschuh damit anecken – wie gesagt: ich muss das mal beobachten. Vor allem werde ich vielleicht keinen grösseren Laufschuh nehmen können, da die Einlagen ja auch nicht rutschen dürfen. Wie gesagt: im Moment bin ich nüchtern betrachtet auf dem absoluten Tiefpunkt meiner Zuversicht. Und das Timing könnte nicht besser sein. Morgen geht der Trainingsplan los…

Nun, den Freitag-Abend verbrachte ich dann mit Conny und Markus in der Villa. Wobei ich an dem Punkte echt mal sagen muss: Conny, Markus, KOMMT MAL WIEDER RUNTER VON EUREM HOHEN ROSS!!! Naja, lassen wir das!

Am Samstag ging es dann nach Mannheim zum Schuhe kaufen; abermals gefühlte 10 Kilometer später haben wir dann auf dem Rückweg in Viernheim ein passendes Paar Schuhe für die Hochzeit gefunden. Kann man zwar nicht die Einlagen rausnehmen, aber man muss halt Prioritäten setzen; ausserdem kann ich ja auch nicht Barfuss oder in Laufschuhen auf der Hochzeit auflaufen. Ansonsten nutze ich die Tour durch Mannheim für eine paar Laufausrüstungs-Zukäufe! So kaufte ich mir zwei (radlerhosenähnliche) enge Laufhosen, die in Zukunft dafür Sorgen werden, dass ich mir keinen Wolf mehr laufe. Weiterhin kaufte ich kleinere Laufsocken, die vielleicht mein Blasenproblem lösen werden; aber da bin ich mir nicht so sicher. Notfalls laufe ich jetzt aber immer mit Blasenpflastern oder der Anti-Blasen-Creme. Als Problem bleibt nur mein „Zeigezeh“.

Abends besuchte ich dann Anna (die gerade West-Urlaub macht) und Bruno in Pfungstadt was ebenfalls ein höchst unterhaltsamer Abend war! Eigentlich war für heute Morgen wieder ein Lauf angedacht, ging aber eben wegen dem Zeh nicht. Somit ging es dann nach dem Mittagessen (ganz ohne Sport) zurück in die Schweiz wo ich nun angekommen bin. Von meinen Eltern habe ich den Monitor gezockt, sodass ich jetzt auch wieder jeden Abend blogen kann und das nicht mehr aus dem Büro machen muss!

Fazit: das Wochenende hatte lauftechnisch Höhen und Tiefen, wobei es zwar im Nachhinein 90% Höhen und nur 10% Tiefen waren; aber diese 10% könnten das Feuer ganz schnell ausgehen lassen, wenn ich mit den Flossen nicht laufen kann. Naja, wie gesagt: ich warte mal ab und sehe wie es sich in den nächsten Tagen entwickelt. Morgen laufe ich definitiv; als erste Einheit meines nun beginnenden, 12wöchigen Trainingsplans…

Lauf 15:
Zeit: 1:13 Stunden
Avr- HF: 162 / min
Geschw.: 8,22 km/h

Vergleich zum letzten Lauf:
Zeit: 1:12 Stunden (+1,4 %)
Avr. HF: 166 / min (-2,4 %)
Geschw.: 8,33 km/h (-1,4 %)

Vergleich zum ersten Lauf:
Zeit: 1:23 Stunden (-12,0 %)
Avr. HF: 157 / min (+3,2 %)
Geschw.: 7,23 km/h (+13,7 %)

Mittwoch, 30. Juli 2008

No risk, no run - 10 Kilometer Vol. 14

Nachdem ich bei meinem vorgestrigen Lauf beinahe wieder von meiner Lieblings-Hundebestie in einen Hinterhalt gelockt wurde, hatte ich mir eigentlich geschworen, NIE WIEDER ohne das Pfefferspray und die Hundeleckerli laufen zu gehen. Heute habe ich dieses Vorhaben aber schon gebrochen – ich habe das Zeug schlichtweg vergessen. Als es mir nach etwa einem Kilometer eingefallen ist, wollte ich dann aber auch nicht rumdrehen! Bereut habe ich das spätestens, als ich schon rund 1,5 Kilometer vor dem Bauernhof das Kläffen des Köters hören konnte. Als ich den Hof aber passierte, war von dem Kerl nichts zu sehen. Also alles richtig gemacht; nicht umdrehen müssen und vor allem kein unnützes Gewicht dabei gehabt!

Soviel zum Positiven. Alles andere war leider nicht so optimal. Meine Beine waren vom Radfahren gestern SOWAS von müde – echt unfassbar. Ausserdem habe ich wieder direkt vor dem Lauf ein ausgewogenes Abendessen bestehend aus Fleischkäse, Russischem Zupfkuchen, Haribo-Fröschen und Erdnüssen gehabt. Zwar von allem nur ganz wenig, aber die Mischung war teuflisch. Mir war sowas von übel; unfassbar! Ich habe mich praktisch die ersten 5 Kilometer so gefühlt als müsste ich jederzeit… äh… mir einiges durch den Kopf gehen lassen. Dazu hatte es wieder ungefähr 30 Grad Celsius und eine Luftfeuchtigkeit von 100% - mindestens. Unschön, sehr unschön!!!

Der Puls war wieder zu hoch, meine Lauftechnik muss ich wohl noch mal überarbeiten. Irgendwie gehen die Meinungen zur richtigen Landephase massiv auseinander. Ich bin jetzt erstmal ein bisschen verwirrt und muss mich nochmal etwas breiter informieren. Zu allem Überfluss habe ich mir wieder eine Blase mit nach Hause gebracht. Im Prinzip ist es die gleiche wie vorgestern, daher weiss ich auch nicht ob sie jetzt nur entstanden ist, weil die Stelle schon gereizt war. Ich werde jetzt aber morgen nicht schon wieder zu Pompa gehen, sondern mal das Wochenende abwarten; ausserdem habe ich ja auch noch Blasenpflaster (von Compeed), die absolute Wunder bewirken.

So, Freitag ist in der Schweiz Feiertag (Rütlitag), daher geht es für mich schon morgen Abend zurück nach Deutschland. Morgen ist trainingsfrei, was ich auch dringend brauche! Am Freitag habe ich wieder eine Audienz bei König Ben („Zum Imperator; eilt herbei!!!). Das bedeutet, dass ich entweder davor oder danach laufen gehen werde. Eher wohl erst danach, da ich dringend mal wieder ausschlafen muss. Den Freitagslauf plane ich ausnahmsweise mal über eine etwas grössere Distanz. Da ich in Seeheim keine Laufstrecke ausgemessen habe, werde ich wohl einfach um die 2:00 Stunden laufen. Das müsste dann so auf 15 Kilometer rauskommen. Mal gucken ob das funktioniert. Samstag wird dann entweder trainingsfrei oder ich lege mal wieder eine Schwimmsession ein. Gugge mer emol! Blogen werde ich daher möglicherweise erst wieder am Sonntag; oder wenn mein Rechner daheim immer noch nicht funzt; erst am Montag. A propos Montag: da beginnt mein Trainingsplan. Darauf werde ich dann aber auch Sonntag, spätestens Montag nochmal eingehen! Und dann geht es ohne Gnade in die heisse Phase. Freu mich aber wie Depp darauf!!!

Lauf 14:
Zeit: 1:12 Stunden
Avr- HF: 166 / min
Geschw.: 8,33 km/h

Vergleich zum letzten Lauf:
Zeit: 1:10 Stunden (+2,9 %)
Avr. HF: 172 / min (-3,5 %)
Geschw.: 8,57 km/h (-2,8 %)

Vergleich zum ersten Lauf:
Zeit: 1:23 Stunden (-13,3 %)
Avr. HF: 157 / min (+5,7 %)
Geschw.: 7,23 km/h (+15,3 %)

L’Alpe d’Huez - Radfahren I

Ich kann mich eigentlich ziemlich kurz fassen. Meine Füsse haben sich irgendwie komisch angefühlt; vor allem im Linken hatte ich Schmerzen. Allerdings wurde ich darauf von meinem Orthopäden vorbereitet. Da ich meine Füsse am Montag erstmals mit Einlagen richtig belastet habe, hat der Körper da anfänglich noch ein paar Probleme mit. So gesehen kein Grund zur Sorge. Da ich aber nichts riskieren wollte, entschied ich mich heute (Dienstag) für das Rad.

Angesetzt hatte ich die Einheit für 2 Stunden. Ging letztlich aber nur 1:56 Stunden, da es mir dann doch etwas zu blöd gewesen wäre, noch 4 Minuten sinnlos durch Riniken zu kurven. Ausserdem war ich auch so ordentlich geschafft. Wohin ich genau gefahren bin, weiss ich nicht mehr. Allerdings habe ich einige Flecken gesehen, an denen ich bis heute noch nie gewesen bin. Ich muss mal wieder feststellen, dass es hier landschaftlich wirklich ausgesprochen schön ist und es gibt ne ganze Menge ziemlich coole Wohngebiete hier. Also wenn ich das nächste Mal dringend Kohle brauche, weiss ich wo ich einbrechen gehe!

Leistungsnachweis: Gefahrene Zeit: 1:56 Stunden; absolvierte Strecke: 31,92 Kilometer, Durchschnittlicher Puls: 143, Höchster Puls: 169. Auf der Route befanden sich mal wieder einige extrem fiese Berge – davon mindestens zwei mit höchster Kategorie!

Tja, mehr gibt es eigentlich auch nicht zu melden. Von daher halt ich dann eben auch einfach mal die Schnauze und seh zu, dass ich vor 2 Uhr ins Bett komme. Zumindest bietet sich mir heute aber noch die Chance, auf die Erziehungsfehler im Fall „Baby Ben“ einzugehen! Der/die ein oder andere erinnert sich vielleicht noch an die Misstände im Haus Dippel (Foto: *klick*; Bericht: *klick*). Daher haben meine Mama und ich uns gezwungen gesehen, zu reagieren. Schon am Tag als ich mit Ben beim Babyschwimmen waren, haben wir gehandelt. Getreu dem Motto „Seit 5.45 Uhr wird zurückgeschossen“ (also: Fotos natürlich) entstanden folgende Werke, die auf eine bessere Zukunft für mein Patenkind hoffen lassen: Morgen laufe ich wieder die 10 Kilometer. Wenn das blasenfrei klappt, dürfte ich mich (hauttechnisch) mit den Einlagen arrangiert haben. Wenn nicht geht es am Donnerstag dann endgültig zum letzen Mal zum Orthopäden um ihnen den letzten Schliff zu geben!

Ach ja, eine Info noch an Holmes und Wattson in Bonn. Der Lebensmittelkorb ist auf mysteriöse Art und Weise wieder aufgetaucht; in meiner Küche. Die Soko 4565 ermittelt...

Bis morgen!

Dienstag, 29. Juli 2008

Zurück im Geschäft - 10 Kilometer Vol. 13

So sieht’s aus; heute war ich endlich (ENDLICHENDLICHENDLICH) mal wieder meine 10 Kilometer laufen. TEUFEL, ist das lange her. Am 14 Juni – also vor 6 Wochen – war der 8,6-Kilometer lange Willi-Nickel-Stadtlauf und seitdem plag(t)en mich die Fußschmerzen. Mit den 10´000 Metern ist es sogar noch länger her, die habe ich letztmals am 1. Juni – also vor 2 Monaten – abgespult. Umso schöner, dass es heute mal wieder ging; auch wenn das Wort „abgespult“ wohl keine adäquate Leistungsbeschreibung darstellt. Ich musste vom ersten Meter an kämpfen!

Ich bin gegen 19 Uhr losgelaufen und habe dabei mal wieder alle Grundregeln des Laufens missachtet. Ich hatte unmittelbar vor dem Lauf gut gegessen. Draußen waren es gefühlte 30 Grad Celsius, dazu ein Sauerstoffanteil in der Luft, der irgendwo weit unter einem Prozent gelegen haben muss; ich habe schon gepumpt, als ich nur die Tür aufgemacht hatte. Als kleinen Bonus konnte man dann praktisch nur durch die Nase atmen, da ich sonst noch eine weitere Mahlzeit (diverse Variationen an Insekten) zu mir genommen hätte. Zuletzt stank es auf den Feldern wieder nach Gülle, dass es kein Halten mehr gab. Aber was solls, rumheulen hilft nix; mit den Bedingungen muss ich jetzt wohl irgendwie klarkommen.

Da ich mich, nach einigen Tipps von „Pompa Orhopädie“ heute sehr stark meiner Lauftechnik widmete und dafür der Grossteil meiner Konzentration draufging, hatte ich weder meine Geschwindigkeit, noch meinen Puls unter Kontrolle. Beide waren somit etwas höher als ich für diesen ersten Lauf nach 6 Wochen Nichtstun eigentlich geplant hatte. Aber unterm Strich muss ich schon sagen, dass ich relativ zufrieden war. Bin auf jeden Fall schon schlechter gelaufen!

Nachdem das Wetter Anfangs noch ziemlich unangenehm war, wurde es später RICHTIG unangenehm. Als ich kehrt machte sah ich, dass über Riniken ein Grauer Regenschleier hing. Das war echt sehr krass, da ich mich (etwa einen Kilometer Luftlinie und 20 Höhenmeter darüber) nicht allzu weit entfernt befand, aber im strahlenden Sonnenschein lief. Dann fing mit einem Krachen von dem ich heute Nacht wahrscheinlich noch Albträume bekommen werde eine Regen an, wie er sich (wortwörtlich) gewaschen hatte. Ich war innerhalb von vielleicht 5-6 Sekunden KOMPLETT durchnässt, meine Schuhe waren ohne Witz randvoll mit Wasser zugelaufen – was mir im Übrigen ziemliche Sorgen um meine Einlagen bereitete – und meine Füße/Socken machten bei jedem Auftreten ein widerliches Gefühl und ein ebenso widerliches Geräusch. Erst circa 300 Meter vor meiner Wohnung ließ der Regen etwas nach. Nachdem ich das Wasser aus meinen Schuhen habe ablaufen lassen und die Füße aus den Socken rausgeschnitten habe, kam dann auch schon (surprise, surprise) mein neuer, täglicher Begleiter meinen Einlagen-Zeit zum Vorschein. Rüüüüschdüschh – ich habe mir SCHON WIEDER eine GOTTDERDAMMTE Blase gelaufen! Allerdings ist die erstmal mit Vorsicht zu genießen, da mein Wasservollgesogener Socken natürlich schon etwas extrem in dem klitschnassen Schuh rumgerutscht ist. Ich beobachte das die nächsten Tage und dann muss ich eben noch mal zum Abschleifen. Ist kein Problem, habe 4 Monate Garantie auf die Lappen!

Fazit: das Laufen hat richtig weh getan, hauptsächlich durch das Wetter. Meine Füße und Knie müssen sich auch noch an die Einlagen gewöhnen und spielen noch nicht so 100%ig mit. Trotzdem strotze ich schon jetzt wieder vor absoluter Motivation (wohlgemerkt: Motivation, NICHT KRAFT) und würde am liebsten direkt wieder loslaufen. Ich hoffe, das kann ich morgen dann tun, aber mal abwarten. Auf jeden Fall bin ich total heiß auf das Training und gerade der ganze Frust der trainingsfreien Zeit hat meinen Willen, dieses 42,195 KM-Monster zu packen nurnoch mehr gesteigert! Jetzt heißt es dann halt klotzen und beißen...

Ach ja, mit einem zusätzlichen Sportprogramm habe ich mir übrigens heute noch den Abend versüßt (für den Fall, dass sich jemand wundert, warum ich um 2 Uhr Nachts noch bloge). Beim Versuch, eine Waschmaschine anzustellen, ist mir diese nämlich ausgelaufen. Dummerweise habe ich das erst gemerkt, als ich runter kam um meine Wäsche rauszuholen. Und Ausgelaufen bedeutet nicht, dass ETWAS ausgelaufen ist, sondern halt doch ALLES. Im gesamten Waschkeller stand etwa 1 Zentimeter hoch das Wasser; beinahe wäre es schon in den Flur geflossen. Mit einem mittelgroßen Lappen machte ich mich an die Arbeit und bin vor 30 Minuten (nach etwa 2 Stunden Arbeit) fertig geworden – SCHÖN WARS! Und ich hab ja auch sonst nichts zu tun...

Morgen wäre eigentlich kicken, aber ohne mich. Ich lasse kicken jetzt bis zum Marathon komplett aus. Die Verletzungsgefahr ist mir einfach zu groß und ab sofort darf ich keine Trainingseinheiten mehr aufgrund von irgendwelchen Blessuren verpassen. Dazu kommt, dass „wir“ vorletzte schon den zweiten Knochenbruch in nichtmal einem Jahr hatten. Diesmal war es aber eine Schien/Wadenbeinbuch, also richtig übel! Das brauch ich jetzt für die nächsten 3 Monate mal gar nicht! Stattdessen versuche ich morgen wieder zu laufen, aber das lasse ich von meinen Beinen und Füssen abhängen!

Lauf 13:
Zeit: 1:10 Stunden
Avr- HF: 172 / min
Geschw.: 8,57 km/h

Vergleich zum letzten Lauf:
Zeit: 1:02 Stunden (+12,9 %)
Avr. HF: 178 / min (-3,4 %)
Geschw.: 9,68 km/h (-11,4 %)

Vergleich zum ersten Lauf:
Zeit: 1:23 Stunden (-15,7 %)
Avr. HF: 157 / min (+9,6 %)
Geschw.: 7,23 km/h (+18,6 %)

Montag, 28. Juli 2008

Cadzand-Überfall 2008

Als heute Morgen um 8.00 Uhr der Wecker geklingelt hat, wurde mir nochmal so richtig vor Augen geführt, wie schön Urlaub doch eigentlich ist; selbst wenn man ihn mit Tobic (Huthuthuthut!!!!) und Jonas verbringt! Aber alles von Anfang an...

Am Mittwoch ging es nach Seeheim wo ich für eine Nacht Asyl bekam um dann am Donnerstagmittag noch eine Audienz bei König Ben wahrzunehmen. Gegen Nachmittag ging es dann nach Bonn wo nach Autopacken dann ein Umtrunk im Hause Kirchhoff/Duhme anstand. Am Freitag morgen ging es dann mit Ein-Stop-Strategie nach Cadzand wo wir unsere Bleibe in Beschlag nahmen und uns an den nächsten 3 Tagen bei nasskaltem Wetter bemühten, die Stimmung nicht in den Keller fallen zu lassen.

So paradox das auch klingen mag: als Jonas am Montag kam wurde es besser. Also das Wetter zumindest. Ansonsten hatten Tobias und ich uns jetzt mit einem Sozialfall rumplagen müssen; naja: ich im Prinzip ja sogar gleich mit Zweien.

Als Lauftrainingslager kann ich den Aufenthalt leider unmöglich durchgehen lassen. Ich habe zweimal versucht zu laufen. Beim ersten Mal habe ich es circa 500 Meter weit geschafft bevor ich wieder meine Quoten-Blase hatte. Trainingsabbruch und Versorgung mit Compeed-Wunderpflastern waren die Folge. Am nächsten Tag kam der nächste Laufversuch; wenn auch eher unfreiwillig da ich auf dem Fussweg nach Cadzand-Bad etwas vergessen hatte und zurück musste. Um die beiden Bonner einzuholen musste ich dann in den Laufschritt übergeben. Das Blasenpflaster hat Wunder gewirkt; dafür habe ich mir 2 neue Blasen gelaufen – WIDERLICH!!! Da fiel dann auch die Entscheidung, es diesen Urlaub nicht mehr mit Laufen zu probieren.

Stattdessen konzentrierten wir uns (bei mittlerweile bestem Wetter) auf Strand, Sonne, Heineken und die ein oder andere Postkarte an den daheimgebliebenen Joscha. Parallel zu den Temperaturen stieg auch die Stimmung, sodass der Urlaub dann letztendlich uneingeschränkt überragend war. Mal abgesehen von unseren pfälzer Nachbarn, die uns nüchtern betrachtet dazu nötigten, immer weniger Zeit auf dem Balkon zu verbringen. Waren zwar phasenweise ziemlich unterhaltsam und sie hinterliessen einen bleibenden Eindruck, war unterm Strich aber auch reichlich anstrengend. Naja, typisch deutsch halt…

Mit Geschick und Tetris-Erfahrung (sowie einer grosszügigen Auslegung des Recycle-Gedankens) schafften wir es sogar, unser ganzes Hab und Gut in die grüne Golf-Rakete zu stopfen und wieder wohlbehalten Heim zu kommen.

Dort stand dann erstmal ein bisschen Entspannung an, bevor Joscha dann seine „Du-kommst-aus-dem-Krankenhaus-frei“-Karte ausspielte und zu einer pompösen Feier einlud. Die war wirklich mal der absolute Knaller; was nicht zuletzt daran lag, dass (so komisch das auch klingen mag) die Godesberg-Connection da einen extrem angenehmen Freundeskreis aufgebaut hat. Wie gesagt, man kann sich nur darüber wundern, welche netten Leute sich mit so nem Fall wie dem Joscha so alles abgeben! Naja, man mag sich darüber wundern, bedauern muss man es hingegen nicht! Ich denke mal es kristallisiert sich immer weiter heraus, wo es für mich in der Zukunft räumlich weitergehen sollte. Aber gut, hab noch genug Zeit, in den nächsten Monaten sentimental zu werden. Zurück zur Feier: an diesem Termin konnte ich das letzte Mal mit richtig gutem Gewissen gegen meine zukünftigen Ernährungsprinzipien verstossen, wovon ich auch reichlich Gebrauch machte. Tobi tat das ebenfalls und zollte (was man so hört) dafür noch bis spät in den folgenden Tag Tribut dafür. Vor allem der Heimweg war hochgradig amüsant, aber lassen wir das... Positiv sei noch zu berichten, dass ich mit Elena eine zusätzliche Beraterin für den sportmedizinischen Bereich des Stabs gewinnen konnte, die nicht nur ein abgeschlossenes Sportstudium hat, sondern in erster Linie auch beste Kenntnisse über die Marathon-Strecke in Frankfurt, da sie das große Glück hatte in der deutschen Stadt mit der höchsten Lebensqualität studieren zu dürfen. Gerade lokale Kräfte mit der geforderten Qualifikation sind ja immer besonders schwer zu finden. By the way: Jonas, könntest du Elena mal fragen, ob sie mir erwähnten Glykolyse-Quatsch mal per Mail zukommen lassen könnte? Meine Adresse haste ja...

Am Samstagmittag wurden Tobic und ich dann noch Zeitzeuge vom Sieg des FC Bury über Ajax Amsterdam und Manchester United; nachdem die am Vortag bereits den FC Arsenal schlagen konnten. Absolut krasse Mannschaft und schon jetzt ein echter englischer Pokalschreck! … unser Hätz schlägt för de FC Bury, und eins dat blievt bestonn: der FC Bury, ja der FC Bury, der wird niemols unterjohn!!!

Nach diesen dramatischen sportlichen Bildern hiess es für mich dann Abschied nehmen. Und mit einem kleinen Beitrag zum Thema „regendominiertes Unwetter“ nahm Nordrhein-Westfalen von mir Abschied. Das war wirklich krass; innerhalb von einer Minute stand etwa 10 Zentimeter hoch das Wasser auf der A3. Neben Aquaplaning vom Feinsten konnte man auch von den Strassenmarkierungen nichts mehr erkennen; weder Steuerbord, noch Backbord. Aber ich habs überlebt und gegen 16 Uhr war ich wieder in hessischen Gefilden, wo ein konspiratives Treffen mit Baby Ben witterungsbedingt scheiterte. Nach kurzem Familien-Aufenthalt ging es dann nach Hahn, wo Nastja und Morris sich endlich mal wieder haben blicken lassen. Allerdings verging der Abend etwas zu schnell und am nächsten Tag haben sich die beiden auf ins Land des Europameisters gemacht; was ich (nach dem Finale) schonmal als Vaterlandsverrat ersten Ranges bezeichnen würde!

Seit gestern Abend bin ich wieder in der Schweiz, heute hatte ich meinen (hoffentlich) letzten Termin beim Orthopäden, wo an den 3 (Blasen-)Stellen meiner Einlage etwas abgeschliffen und dann über das ganze Ding eine Schutzschicht gezogen wurde. Eigentlich sollte jetzt alles funzen; falls nicht bleibe ich eben Dauergast bei „Pompa Orthopädie“ und lerne weiter die schweizer Gala-Verschnitte im Wartezimmer auswendig.

Ach ja, arbeiten war ich heute dann auch noch und man kann wirklich sagen, dass es übertriebenen Spass gemacht hat. Vermutlich deswegen, weil ich ausnahmsweise mal einen Urlaub wirklich dazu genutzt habe, mich zu erholen. Nachdem ich den heutigen Arbeitstag mit grossem Erfolg zu Ende gebracht habe, machte ich gegen 18.30 Uhr Feierabend um mich wieder dem eigentlichen Sinn und Zweck dieses Blogs zu widmen...