Als heute Morgen um 8.00 Uhr der Wecker geklingelt hat, wurde mir nochmal so richtig vor Augen geführt, wie schön Urlaub doch eigentlich ist; selbst wenn man ihn mit Tobic (Huthuthuthut!!!!) und Jonas verbringt! Aber alles von Anfang an...
Am Mittwoch ging es nach Seeheim wo ich für eine Nacht Asyl bekam um dann am Donnerstagmittag noch eine Audienz bei König Ben wahrzunehmen. Gegen Nachmittag ging es dann nach Bonn wo nach Autopacken dann ein Umtrunk im Hause Kirchhoff/Duhme anstand. Am Freitag morgen ging es dann mit Ein-Stop-Strategie nach Cadzand wo wir unsere Bleibe in Beschlag nahmen und uns an den nächsten 3 Tagen bei nasskaltem Wetter bemühten, die Stimmung nicht in den Keller fallen zu lassen.
So paradox das auch klingen mag: als Jonas am Montag kam wurde es besser. Also das Wetter zumindest. Ansonsten hatten Tobias und ich uns jetzt mit einem Sozialfall rumplagen müssen; naja: ich im Prinzip ja sogar gleich mit Zweien.
Als Lauftrainingslager kann ich den Aufenthalt leider unmöglich durchgehen lassen. Ich habe zweimal versucht zu laufen. Beim ersten Mal habe ich es circa 500 Meter weit geschafft bevor ich wieder meine Quoten-Blase hatte. Trainingsabbruch und Versorgung mit Compeed-Wunderpflastern waren die Folge. Am nächsten Tag kam der nächste Laufversuch; wenn auch eher unfreiwillig da ich auf dem Fussweg nach Cadzand-Bad etwas vergessen hatte und zurück musste. Um die beiden Bonner einzuholen musste ich dann in den Laufschritt übergeben. Das Blasenpflaster hat Wunder gewirkt; dafür habe ich mir 2 neue Blasen gelaufen – WIDERLICH!!! Da fiel dann auch die Entscheidung, es diesen Urlaub nicht mehr mit Laufen zu probieren.
Stattdessen konzentrierten wir uns (bei mittlerweile bestem Wetter) auf Strand, Sonne, Heineken und die ein oder andere Postkarte an den daheimgebliebenen Joscha. Parallel zu den Temperaturen stieg auch die Stimmung, sodass der Urlaub dann letztendlich uneingeschränkt überragend war. Mal abgesehen von unseren pfälzer Nachbarn, die uns nüchtern betrachtet dazu nötigten, immer weniger Zeit auf dem Balkon zu verbringen. Waren zwar phasenweise ziemlich unterhaltsam und sie hinterliessen einen bleibenden Eindruck, war unterm Strich aber auch reichlich anstrengend. Naja, typisch deutsch halt…
Mit Geschick und Tetris-Erfahrung (sowie einer grosszügigen Auslegung des Recycle-Gedankens) schafften wir es sogar, unser ganzes Hab und Gut in die grüne Golf-Rakete zu stopfen und wieder wohlbehalten Heim zu kommen.
Dort stand dann erstmal ein bisschen Entspannung an, bevor Joscha dann seine „Du-kommst-aus-dem-Krankenhaus-frei“-Karte ausspielte und zu einer pompösen Feier einlud. Die war wirklich mal der absolute Knaller; was nicht zuletzt daran lag, dass (so komisch das auch klingen mag) die Godesberg-Connection da einen extrem angenehmen Freundeskreis aufgebaut hat. Wie gesagt, man kann sich nur darüber wundern, welche netten Leute sich mit so nem Fall wie dem Joscha so alles abgeben! Naja, man mag sich darüber wundern, bedauern muss man es hingegen nicht! Ich denke mal es kristallisiert sich immer weiter heraus, wo es für mich in der Zukunft räumlich weitergehen sollte. Aber gut, hab noch genug Zeit, in den nächsten Monaten sentimental zu werden. Zurück zur Feier: an diesem Termin konnte ich das letzte Mal mit richtig gutem Gewissen gegen meine zukünftigen Ernährungsprinzipien verstossen, wovon ich auch reichlich Gebrauch machte. Tobi tat das ebenfalls und zollte (was man so hört) dafür noch bis spät in den folgenden Tag Tribut dafür. Vor allem der Heimweg war hochgradig amüsant, aber lassen wir das... Positiv sei noch zu berichten, dass ich mit Elena eine zusätzliche Beraterin für den sportmedizinischen Bereich des Stabs gewinnen konnte, die nicht nur ein abgeschlossenes Sportstudium hat, sondern in erster Linie auch beste Kenntnisse über die Marathon-Strecke in Frankfurt, da sie das große Glück hatte in der deutschen Stadt mit der höchsten Lebensqualität studieren zu dürfen. Gerade lokale Kräfte mit der geforderten Qualifikation sind ja immer besonders schwer zu finden. By the way: Jonas, könntest du Elena mal fragen, ob sie mir erwähnten Glykolyse-Quatsch mal per Mail zukommen lassen könnte? Meine Adresse haste ja...
Am Samstagmittag wurden Tobic und ich dann noch Zeitzeuge vom Sieg des FC Bury über Ajax Amsterdam und Manchester United; nachdem die am Vortag bereits den FC Arsenal schlagen konnten. Absolut krasse Mannschaft und schon jetzt ein echter englischer Pokalschreck! … unser Hätz schlägt för de FC Bury, und eins dat blievt bestonn: der FC Bury, ja der FC Bury, der wird niemols unterjohn!!!
Nach diesen dramatischen sportlichen Bildern hiess es für mich dann Abschied nehmen. Und mit einem kleinen Beitrag zum Thema „regendominiertes Unwetter“ nahm Nordrhein-Westfalen von mir Abschied. Das war wirklich krass; innerhalb von einer Minute stand etwa 10 Zentimeter hoch das Wasser auf der A3. Neben Aquaplaning vom Feinsten konnte man auch von den Strassenmarkierungen nichts mehr erkennen; weder Steuerbord, noch Backbord. Aber ich habs überlebt und gegen 16 Uhr war ich wieder in hessischen Gefilden, wo ein konspiratives Treffen mit Baby Ben witterungsbedingt scheiterte. Nach kurzem Familien-Aufenthalt ging es dann nach Hahn, wo Nastja und Morris sich endlich mal wieder haben blicken lassen. Allerdings verging der Abend etwas zu schnell und am nächsten Tag haben sich die beiden auf ins Land des Europameisters gemacht; was ich (nach dem Finale) schonmal als Vaterlandsverrat ersten Ranges bezeichnen würde!
Seit gestern Abend bin ich wieder in der Schweiz, heute hatte ich meinen (hoffentlich) letzten Termin beim Orthopäden, wo an den 3 (Blasen-)Stellen meiner Einlage etwas abgeschliffen und dann über das ganze Ding eine Schutzschicht gezogen wurde. Eigentlich sollte jetzt alles funzen; falls nicht bleibe ich eben Dauergast bei „Pompa Orthopädie“ und lerne weiter die schweizer Gala-Verschnitte im Wartezimmer auswendig.
Ach ja, arbeiten war ich heute dann auch noch und man kann wirklich sagen, dass es übertriebenen Spass gemacht hat. Vermutlich deswegen, weil ich ausnahmsweise mal einen Urlaub wirklich dazu genutzt habe, mich zu erholen. Nachdem ich den heutigen Arbeitstag mit grossem Erfolg zu Ende gebracht habe, machte ich gegen 18.30 Uhr Feierabend um mich wieder dem eigentlichen Sinn und Zweck dieses Blogs zu widmen...
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