Nach zwei vergeblichen Versuchen, habe ich am gestrigen Freitag wieder meine Hausstrecke absolviert. Die ersten beiden Versuche waren ziemlich erbärmlicher Natur. Ich hatte beschlossen, am Donnerstag früh morgens zu laufen – und diesmal wirklich FRÜH! Mein Plan war absolut wasserdicht: 5:40 Uhr aufwachen, 6:00 Uhr aufstehen und Kreislauf in Gang bringen, 6:30 Uhr loslaufen, 8:00 Uhr spätestens zurück sein & duschen, 8:30 Uhr Stretching, 9:00 Uhr im Büro auflaufen! Soviel zum Plan, anfangs klappte es auch ganz gut, aber eben nur anfangs...
Um 5.40 Uhr klingelte also der Wecker, was mich ziemlich glücklich machte. Als ich dann um 6.00 Uhr aus dem Bett gekrabbelt bin, habe ich mich einfach nur selbst verflucht, aber zu diesem Zeitpunkt war ich noch entschlossen. Ich hab mich dann verkabelt und mein Laufzeug angezogen. Gegen etwa 6:03 Uhr war ich also parat, aber ich hatte immer noch 27 Minuten um meinen Kreislauf aufzuwecken. Also lief ich ein bisschen in de Wohnung rum und versuchte was zu essen. Nach 5 Minuten war ich aber schon wieder so müde, dass ich mich hinsetzten musste. Da blieb ich dann auch sitzen bis 6.30 Uhr um dann runter zu gehen und loszulaufen. Das war halt aber echt mal die erbärmlichste Nummer, die jemals zu sehen war. Ich bin sowas von vor mir hingestolpert, dass es schon nicht mehr lustig war. Nach 300 Metern (in denen ich zweimal fast auf die Fresse geflogen wäre – kein Witz) gab auf, lief zurück zu meiner Wohnung und direkt wieder ab ins Bett.
Bei der späteren Fehleranalyse erkor ich dann mein spätes Zu-Bett-gehen als Schuldigen für meine morgendliche Unsportlichkeit. Ich verordnete mir also für den Abend Bettruhe ab 23 Uhr um am Freitag einen neuerlichen Anlauf zu nehmen. Ich war Abends dann in Melligen, wo der FC Fislisbach (trainiert von einem Kollegen von mir) sein letztes Saisonspiel hatte. Der FCF gewann, weshalb noch das ein oder andere Bierchen verhaftet werden musste. Zu Hause war ich um halb zwei und damit hatte ich auch vom Gedanken verabschiedet, 4,5 Stunden später joggen zu gehen.
Also musste es am Freitag Abend passieren. Nach der Arbeit (und den Simpsons) lief ich dann um 19.10 Uhr los. Das Wetter war ein absoluter Traum – wie im übrigen die ganze Woche. Es war um sieben Uhr weitgehend abgekühlt aber immer noch sehr sommerlich. Genervt haben allerdings die Millionen von Viechern, die rumgeflogen sind. Ich musste praktisch die ganze Waldstrecke mit geschlossenem Mund laufen, außerdem andauern irgendwelche von den Dingern aus dem Gesicht wischen. Das war echt ziemlich anstrengend. Weiterhin ist im Augenblick wohl grosse Dünge-Zeit. Diese ganzen Felder stinken wirklich wie die Pest – ich glaube da hatte die Luft 0²-Anteile von weniger als einem Prozent.
Andererseits: man kann ja echt viel gegen diese kleinen Dörfer sagen, aber landschaftlich ist es da oben wirklich wunderwunderschön. Vor allem jetzt, wo einfach nur alles blüht. Werde am Sonntag auf meiner nächsten Radtour mal die Kamera mitnehmen und das festhalten. Aber bevor ich jetzt sentimental werde, zurück zu meinem Lauf!
Der lief eigentlich relativ gut, abgesehen von meinem Puls, der nicht so wirklich stabil ist. Leider lief ich wieder mit meinen Blasen-Mach-Schuhen. Ich hatte ja die Hoffnung, dass sich meine Füsse daran gewöhnen und sich vielleicht sowas wie Hornhaut (iehhh!!!) bildet. Aber Pustekuchen, die Blase war eigentlich schon fast wieder weg, seit gestern ist sie grösser denn je und hat inwzsichen schon ne eigene Blase. Das ist kein Witz: die Blase hat ne Blase. Ich habe sogar ein Foto davon gemacht, will Euch das aber nicht zumuten :-)
Diesmal spürte ich die Blase schon nach 3 Kilometern, wollte es heute aber durchziehen. Die Schmerzen waren letztendlich auch nicht so schlimm (vielleicht wird es ja wirklich langsam besser), sodass ich – wenn auch wieder mal mit Leistungseinbußen – zu Ende laufen konnte.
Die nächsten Schritte:
Heute fahre ich auf die Hochzeit eines Kollegen nach Lörrach – eigentlich wollte ich danach direkt weiterfahren nach Seeheim da unser Mietze-Kater Findus sehr, sehr krank ist. Seit gestern Abend gibt es aber Entwarnung. Er wurde operiert und ist jetzt den Umständen entsprechen wieder putzmunter. Damit bleibe ich das WE wohl doch hier. Morgen fahre ich nochmals meine neue Route ab und werde mir irgendwelche Kilometermarkierungen machen – im Zweifelsfall geistige. Abends gehe ich dann mit Dejan in irgendne Yugo-Disse; da scheint mich wohl einiges zu erwarten... Am Montag ist dann mein nächster Lauf. Eigentlich hatte ich 15 Kilometer geplant. Die mache ich auch wenn die Blase sich vernünftig erholt hat – wenn nicht werden es halt wieder nur 10. Das entscheid ich dann am Sonntag wohl spontan. Bis dahin wünsche ich Euch erstmal ein schönes, erholsames, verlängertes Wochenende!
Lauf 8:
Zeit: 1:18 Stunden
Avr- HF: 161 / min
Geschw.: 7,69 km/h
Vergleich zum letzten Lauf:
Zeit: 1:16 Stunden (+2,6 %)
Avr. HF: 169 / min (-4,7 %)
Geschw.: 7,69 km/h (-2,6%)
Vergleich zum ersten Lauf:
Zeit: 1:23 Stunden (-6,0 %)
Avr. HF: 157 / min (+2,5 %)
Geschw.: 7,23 km/h (+6,4%)
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