Freitag, 29. August 2008

27. Dresdner Kleinwort Frankfurt Marathon - Starterinformationen

Tja, der Joscha hat sich mittlerweile aus der Verantwortung gezogen. Finde das zwar nicht ganz in Ordnung; WARUM FRAG ICH EIGENTLICH EXTRA??? Aber gut, man kann den Jungen ja nicht zu seinem Glück zwingen. Damit Ihr Euch mal ein etwa näheres Bild davon machen könnt, worauf ich mich mit meiner fixen Idee genau eingelassen habe (und was der Joscha so alles verpasst), hier mal ein paar Infos zum 27. Dresdner Kleinwort Frankfurt Marathon, der sich am 26. Oktober 2008 zutragen wird:

Die Streckenführung sieht wie folgt aus (zum vergrössern einfach anklicken):

Wenn man die ganzen Wendungen und Zickzackkurse (insbesonder im Start-/Zielbereich) sieht, kann man nur froh sein, dass ich so langsam laufe. Sonst würde mir bestimmt schwindlig werden. Erst jetzt wo ich mir den Plan mal genauer ansehe, wird mir bewusst, wie viel 42 Kilometer eigentlich sind. Junge, worauf hast du dich da eingelassen!?!

Die Startbereiche:

Gemäss der zu erwartenden Zielzeit werden die Läufer schon beim Start gestaffelt. Alle Läufe, die erstmals an einem Marathon teilnehmen, kommen in den hintersten Startblock, den sogenannten „Festhallen-Block“. Die absolute Elite startet ganz vorne im „Asics-Block“. Die genaue Abstufung sieht wie folgt aus:

Asics-Block: Internationale Spitzenläufer und Läufer mit Zielzeit bis 3:00 Stunden

Dresdner Kleinwort-Block: Läufer mit Zielzeit zwischen 3:00 und 3:30 Stunden

Skoda-Block: Läufer mit Zielzeit zwischen 3:30 und 4:00 Stunden

Maritim-Block: Läufer mit Zielzeit zwischen 4:00 und 4:30 Stunden

Rosbacher-Bock: Läufer mit Zielzeit zwischen 4:30 und 5:00 Stunden

Festhalle-Frankfurt-Block: Läufer mit Zielzeiten über 5:00 Stunden und alle Erstteilnehmer an einem Marathonlauf.

Das miese an meinem Starter-Block ist einfach, dass ich einerseits circa 700 Meter mehr laufen muss als die Läufer im ersten Block und ich vor allem nicht vom Start an 4:30-Stunden-Läufer um mich rum habe, sonder die starten 2 Blöcke vor mir. So kann ich mich aber leider nicht von anfang an, an Läufern in meinem Zeitbereich orientieren. Das könnte wirklich zum Problem werden! Womit wir auch schon beim nächsten Punkt wären.

Zielzeit-Orientierung:

Einen ziemlich coolen Service stellt der Veranstalter zur Verfügung. Es werden diverse Organisation-Leute mitlaufen, die darauf getrimmt sind, eine ganz ekxakte Zielzeit zu laufen, während sie übergrosse (für jeden erkennbare) Lufballons tragen, die mit der Zielzeit bedruckt sind. Es läuft also z.B. ein Läufer mit, der genau 4 Stunden für den Marathon braucht und einen Luftballon mit der Aufschrift „4:00 Stunden“ trägt. Die Kerle nennen sich Zug- bzw. Bremsläufer und helfen Marathonis, sich dank der Luftballons ständig an der eigenen Zielzeit zu orientieren. Mein Problem ist dabei: ich starte im Festhallen-Block und werde dadurch (laut Veranstalter) die Startlinie erst 10 Minuten nach dem ersten Läufer überqueren (Kilometer-Durchlaufzeiten). Das bedeutet, sämtliche Luftballons haben vom Startschuss an, bereits 10 Minuten Vorsprung auf mich! Zwar kann es auch motivierend sein, den ein oder anderen Läufer zu überholen, aber darauf würde ich gerne verzichten wenn ich von Anfang an gleichschnelle Läufer, bzw. die Lufballons um mich hätte. Aber auch da muss ich wohl durch.

Marathon-Regeln:

Wer die 42,195 Kilometer (fuckfuckfuckfuckfuck….) als schnellstes läuft, hat gewonnen! Den Marathon muss man innerhalb von 6:15 Stunden schaffen, sonst wird man nicht gewertet. Ziemlich cool, zwischendurch dachte ich mal, es wären nur 5:30 Stunden. Und noch viel besser: sofern man ankommt, erhält man in jedem Fall die Finisher-Medaille; auch wenn man 8-12 Stunden braucht!

Zeitmessung:

Für die Zeitmessung wird den Läufern (sofern sie keinen eigenen haben) ein Chip zur Verfügung gestellt, der an den Laufschuhen zu befestigen ist und der die Zeiten an den einzelnen Kontrollpunkten (Messmatten) misst. Für den Chip zahlt man 31 Euro, bekommt aber nach Rückgabe 25 Euro Pfand wieder zurück. So gesehen kostet der Chip also nur 6 Euro. Eine der Messmatten (bei Kilometer 35) ist eine „Spendenmatte“. Mit überlaufen dieser Matte werden automatisch 3 Euro an „Caritas Frankfurt“ gespendet. Dann zahlt man sozusagen nur 3 Euro für den Chip und tut mit 3 Euro etwas Gutes für Jermaines Nachkommen…

Zeitverfolgung aus der Ferne:

Ich bin mir nicht 100%ig sicher ob das auch in Frankfurt angeboten wird. Aber vermutlich gibt es die Möglichkeit, die einzelnen Zwischenzeiten auch aktuell online zu verfolgen. Wer von Euch also nicht am 26. Oktober 2008 nach Frankfurt kommen kann, von dem erwarte ich zumindest eine 6:15 Stunden lange Unterstützung aus der Ferne. Ob das aber wirklich möglich ist, versuche ich nochmal abzuklären. A propos nicht nach Frankfurt kommen können. Eine absolute Hiobsbotschaft kommt hierzu vom Deutschen Fussballbund. An besagtem Wochenende spielt der FC gegen wen? Genau, gegen die Pillendreher aus Vizekusen! Da kann ich jetzt schon sagen: ich nehme es keinem Kölner übel, wenn er (bei Spielansetzung am Sonntag) nicht kommen kann. Der DFB ist halt aber auch sowas von ne dumme Hure!!! Die Eintracht spielt in Cottbus; das lasse ich hingegen als Absagegrund NICHT durchgehen!!!

Verpflegung:

Es gibt Versorgungs- und Erfrischungsstellen aufgebaut. Abwechselnd alle 2,5 Kilometer. Bei den Erfrischungsstellen gibt es nur Wasser zum Trinken und Wasser zum Eintauchen der Erfrischungsschwämme (die man sich dann über den Kopf ausfringt). An den Versorgungsstellen gibt es zudem Tee und Nahrung (umso später das Rennen wird, umso grösser das Nahrungsangebot). Ab Kilometer 15 gibt es z.B. Bananen und Trockenobst, ab Kilometer 30 gibt es dann auch Cola.

Es gibt auch die Möglichkeit, sich mit Eigenverpflegung versorgen zu lassen. Diese muss man morgens um 8.00 Uhr abgeben. Dieses Angebot wird aber nur ambitionierten Läufern mit Zielzeiten von maximal 2:45 Stunden zur Verfügung gestellt. Wäre das mit der Zeit nicht gewesen, hätte ich als ambitionierter Läufer natürlich davon gebraucht gemacht. Dann hätte ich den Pennern mal schön ne Rolle Pringles gegeben, mit der Bitte, sie mir bei Kilometer 8 zu reichen. Aber geht ja leider nicht…

Toiletten hat es analog zu den Versorgungsständen ebenfalls alle 2,5 Kilometer. Jeweils ganze 2 Stück. Ich dachte erst, ich lese nicht richtig. Auf der ganzen Strecke 32 Toiletten für 12.000 Läufer? Wie soll das bitte gehen? Gut, ich heisse weder Fabian, noch Tobi, aber trotzdem: immerhin nimmt man ja während so nem Marathon 4-6 Liter Flüssigkeit zu sich. Und davon schwitzt man nun mal nicht alles aus. Also ich bin mal sehr gespannt wie das gut gehen soll…

Zu beachten:

Wer seine Startnummer (bzw. die Schriftzüge darauf) verändert, verdeckt oder umknickt wird disqualifiziert. Wer sich auf seinem Lauf von einem Fahrradfahrer begleiten lässt, wird disqualifiziert. Wer eine der Zeitmessmatten nicht überläuft, die entsprechenden Zwischenzeiten also nicht nachweisen kann, wird disqualifiziert. Uiuiui, da schwebt ja der Hammer der Gerechtigkeit. Wobei die Frage erlaubt sei: welcher Schwachkopf hat sich bitte mal von nem Fahrradfahrer begleiten lassen, sodass sich die Regelmacher dazu genötigt sahen, dies zu verbieten???

Naja, wie auch immer. Immer wenn ich dieses Info-Heftchen hier lese werde ich sofort komplett nervös. Allerdings ist es eine positive Nervosität. Ich werde echt immer heisser dieses Ding zu laufen und kann nur hoffen, dass bis dahin alles einigermassen gut läuft.

Heute Abend war ich ein bisschen mit dem Fahrrad unterwegs. Es waren zwar nur 45 Minuten, aber es reichte, um meine 15 Kilometerstrecke komplett abzufahren und mir dabei genaue Kilometermarkierungen zu machen. Diese brauche ich, um meine Zeiten per Kilometer besser überwachen zu können und um schnelle Läufer bewusster zu absolvieren! Z.B. in Fällen, in denen es heisst: „die letzten 5 Kilometer im Marathonrenntempo (MRT)“ oder ähnliches.

Nun sitze ich hier und schaue den FC beim KSC. Was für ein übler Kick; irgendwie ganz anders als ihn der Joscha mir per Email angekündigt hatte. Und zu allem Übel wurde der normale Premiere-Zuschauer beinahe Live-Zeuge eines Todesfalls in der Bundesliga. Der Kölner Ümiz Özat hat seine Zunge verschluckt, ist umgefallen und liegen gebliegen. Erst nach einigen Minuten konnte Entwarnung gegeben werden. Das waren einfach nur Minuten, in denen es einem eiskalt den Rücken runtergelaufen ist. Der Schiri hat die Kölner sogar gefragt, ob sie weiterspielen wollen. Wollten sie, was eine gute Entscheidung war. Denn in diesem Moment treffen sie zum 2:0 durch Radu und tüten die ersten 3 Punkte in der neuen Saison ein. Glückwunsch!

Ich erfreue mich jetzt noch ein bisschen an meinen Knieschmerzen und gehe dann pennen. Morgen früh muss ich kurz nach Deutschland einkaufen. Danach heisst es dann mal wieder Intervalltraining: 7 x 1000 Meter. Das mache ich wieder im Stadion des FC Brugg. Danach holt sich die Eintrach in Wolfsburg ne Klatsche ab und den Sporttag schliesse ich mit dem Spiel FC Frick II – FC Wettingen 95 II, wo ein Kollege aus der Logistik mitspielt. Sonntag wird dann ein Ruhetag. Auf den freue ich mich jetzt schon wieder…

Donnerstag, 28. August 2008

Trainings(wieder)einstieg - 10 Kilometer Vol. 17

Also mal eines vorab: Ihr braucht Euch keine Sorgen um mich zu machen; ich lebe NICHT im verklärten Glauben, dass mich die Ansammlung von 10 Kilometer – Läufen meinem Marathon-Ziel näher bringt. Das dürfte auch einer meiner letzten dieser Läufe gewesen sein. Ab jetzt folgen eigentlich nurnoch langsame längere, oder aber kurze schnelle Läufe. Jedoch: nach meiner einwöchigen Zwangspause war die 10 KM-Hausstrecke wohl der sinnvollste Wiedereinstieg.

Zwar waren meine Beine nach wie vor etwas lädiert, allerdings wollte ich es heute endgültig wissen. Zumal ich im Moment dabei bin, krank zu werden. Und so hätte ich im Zweifelsfall dann zumindest zwischendurch mal was gemacht. Eigentlich wollte ich nach 30 Metern (in Höhe des Restaurant Tannegg) schon wieder abbrechen, aber ich biss auf die Zähne und merkte, dass die Schmerzen zumindest nicht schlimmer wurden – fühlte sich einfach an wie ein starker Muskelkater. So liess sich dann eigentlich alles einigermassen aushalten auch wenn es natürlich nicht sonderlich intelligent war, unregeneriert zu laufen. Allerdings habe ich es einfach nicht mehr ausgehalten, hier untätig rumzuhängen.

Besonders erfreuliches gibt es noch von meinen Füssen zu berichten. Ich lief heute wieder die „Brooks“, diesmal aber auf Anraten des City-Sport-Verkäufers ohne meine Einlagen. Und siehe da: ich habe keine Blase, nicht einmal eine gereizte Stelle. Meinen Füssen geht es BLENDEND!!! Daraus ergeben sich zwei Erkenntnisse: 1.) Das Problem scheinen die Einlagen zu sein, die ich am 10 September dann nochmals werde anpassen lassen! 2.) Notfalls steht mir immer noch die Option offen, den Marathon ohne die Einlagen zu laufen. Schliesslich habe ich nach dem heutigen Laufe auch keine Anzeichen darauf, dass meine Fussentzündung zurückkommt. Aber natürlich setze ich meine Hoffnungen eher in die erste Option.

Zum Lauf selbst: mit 1:06 Stunden habe ich eine verhältnismässig passable Zeit erreicht; insbesondere im Hinblick darauf, dass ich durch die Muskeln sehr gehandicapt war und ich zudem ja eine Woche lang gar nichts gemacht habe! Weiterhin erfreulich ist, dass ich den ersten und den zweiten Teil der Route in exakt der gleichen Zeit gelaufen bin; ich also eine sehr konstante Leistung abgeliefert hat. Das ist eigentlich die erfreulichste Erkenntnis, da "normalerweise" (besser üblicherweise; normal ist das nämlich nicht) meine Kilometerzeiten immer schlechter wurden!

Leider hatte ich nicht den allerbesten Puls und vor allem (laut meiner Uhr) einen maximalen Puls von 195. Also ich kann es natürlich nicht vollkommen ausschliessen, aber eigentlich kann da nur ein Fehler vorliegen. Ich war an keiner Stelle des Laufs auch nur annähernd an meiner Leistungsgrenze und bei einem Puls von 195 wird mir normalerweise schon dunkel vor den Augen. Ich tippe also auf einen Messfehler. Aber dennoch: mein Puls war nicht wirklich gut; allerdings auch nicht so schlecht, dass er mir jetzt Kopfzerbrechen bereiten würde.

Da der Joscha zu den Leuten gehört, die sich in Büchern (auch in seriösen wie z.B. Geschichtsbüchern) vornehmlich über die Bilder freuen, kam von ihm die Bitte, die Berichte meiner sportlichen Betätigungen vermehrt visuell auszuschmücken. Konkret wünscht sich der Bub vermehrt selbst erstellte Videos. Diesem Wunsch werde ich natürlich gerne entsprechen und wollte dies eigentlich auch heute schon beginnen. Aber da mein Digicam-Akku leer war, musste die Sache verschoben werden. Allerdings wünscht sich der Joscha vermutlich eh allenfalls ein Video, auf dem zu sehen ist, wie die tollwütige Hundebestie mir die Unterschenkel abreisst. Und da das heute nicht passiert ist, war es sicher auch kein Problem, dass ich nicht gefilmt habe. By the way: dem Wauzi habe ich mittlerweile nen Namen gegeben. Ich nenne ihn von jetzt an „Jermaine“ – das soll bezwecken, dass gegebenenfalls meine Pfefferspray-Einsatz-Hemmschwelle kleiner ist wenn es zum grossen Show-Down zwischen uns beiden kommt!

Wie geht’s weiter: eigentlich wollte ich morgen wieder laufen, allerdings will mein Boss abends mit mir ein schweizer Bier trinken gehen und ich fürchte es könnte ein Kündigungsgrund sein, wenn ich mich dem entziehe. Ja ne, aber ich will muskelbedingt mit Laufen eher mal ruhig machen und morgen lieber ein Stündchen (oder ein halbes) Radfahren gehen. Am Samstag gibt es dann ein Intervalltraining; 7 x 1000m. Ach was freu ich mich darauf...

Lauf 17:
Zeit: 1:06 Stunden
Avr- HF: 160 / min
Geschw.: 9,09 km/h

Vergleich zum letzten Lauf:
Zeit: 1:05 Stunden (+1,5 %)
Avr. HF: 158 / min (+1,3 %)
Geschw.: 9,23 km/h (-1,5 %)

Vergleich zum ersten Lauf:
Zeit: 1:23 Stunden (-20,5 %)
Avr. HF: 157 / min (+1,9 %)
Geschw.: 7,23 km/h (+25,8 %)

Mittwoch, 27. August 2008

Laaaaaaangweilig...

Ey, noch zwei Tage sportliche Untätigkeit und ich drehe hier komplett durch. Ich würde echt nichts lieber tun als Laufen oder irgendnen anderen Sport. Meine Unausgeglichenheit macht mich langsam echt wahnsinnig. Morgen MUSS es einfach wieder mal soweit sein. Und eigentlich sieht es gar nicht mal soooooo aussichtslos aus!

Die Wärmetherapie scheint nämlich langsam aber sicher zu Verbesserungen zu führen. Was aber leider nicht bedeutet, dass alles wieder in Ordnung ist. Ich sitze jetzt aber schon wieder mit Wärmflaschen auf den Beinen rum und hoffe, morgen wirklich wieder laufen zu können. Die Chance schätze ich momentan so auf 50%.

Mittlerweile habe ich wohl auch den Grund für die Beschwerden festgestellt. Offensichtlich habe ich das Intervalltraining völlig falsch durchgeführt. Und zwar in praktisch sämtlichen Bestandteilen!

Zunächst mal sollten die schnellen Teile des Intervalltrainings NICHT volle Pulle gelaufen werden. Das ist komplett kontraproduktiv. Die schnellen Einheiten sollten so gelaufen werden, dass man beim ersten Durchgang genauso schnell laufen kann, wie beim letzten. Weiter ist auch das Tempo genau vorgegeben. Die schnellen Passagen sind im Marathon-Renntempo zu absolvieren, es soll also mitnichten „alles“ gegeben werden. Der dritte Fehler liegt in den zwischenzeitlichen Ruhephasen. Diese sollten 3 Minuten lang sein und nicht, wie von mir falsch angesetzt, 30 Sekunden lang sein.

In Summe kann es da nicht verwundern, dass ich mich total Überbelastet habe. Das schlimmste daran ist eigentlich: wegen meiner eigenen Dummheit habe ich mir nur eine komplette Trainingswoche geklaut. Ich kann versprechen, dass mir sowas schwachsinniges definitiv nicht nochmal passieren wird!

Morgen Abend versuche ich meinen angekündigten Lauf; sollte das nicht möglich sein, werde ich zumindest mal 60 Minuten Fahrrad fahren. Sollte das auch nicht gehen, halte ich mir die Option offen, am Freitag beim Arzt aufzulaufen…

Statt laufen habe ich den heutigen Abend mit Champions-League-Qualifikation (FC Basel gegen Vitoria Guimaraes) verbracht. Entgegen dem Spiel gegen den IFK Göteborg war ich heute aber für den Gast. Das sind zwar Portugiesen, aber irgendwie waren sie mir sympathisch. Einerseits erinnerte ich mich an meine Zeit in Guimaraes, wo ich 1993 ein 4wöchiges Terrorcamp bei der Separatistenbewegung CISV absolvierte. Und zum anderen hätte ich es den etwa 2`000 mitgereisten Gästen gegönnt. Denn Guimaraes ist einfach nur ein kleines Kaff und die Chance auf die CL war für diesen Verein sicherlich historisch einzigartig! Nebenbei ist der FC Basel auch nicht grade mein schweizer Liebling. Ich sag nur: „SüdkurveZürich - gmeinsam unufhaltsam!!!“

Naja, aber wie alles immer: kaum schenke ich einem Club Sympathien, schon wird er mit Erfolglosigkeit gestraft. Der FC Basel schlägt die Portugiesen mit 2:1 und zieht in die Champions League ein. War schon ein bewegender Augenblick, als dann die CL-Musik eingespielt wurde. Herr im Himmel, lass mich das einmal mit der Eintracht erleben; am besten gegen Basel!

In der CL-Hauptrunde werde ich entsprechend nicht mehr in Basel am Start sein. Auch wenn Thomas mich (als ich ihm das gesagt habe) angeschaut hat, als hätte ich grade auf eine Gehaltsverdoppelung verzichtet… Naja, ich bin wieder dabei, sobald der FCZ in der Champions League am Start ist. Ach ja, eine gute Nachricht gab es heute wenigstens auch noch: Schalke 04, das neue Therapiezentrum von JJ, hat sich mit einer demütigenden 0:4-Klatsche gegen Athletico Madrid erstmal aus der CL verabschiedet. Freude herrscht!!!

Anbei noch zwei Eindrücke, wie lustig Fernsehen manchmal sein kann. 2 absolute Klassiker aus „Kalkofes Mattscheibe“, dir mir gestern über den Weg gelaufen sind:

Und natürlich der absolute OBERKNALLER:

Dienstag, 26. August 2008

Laufschuhe: Klappe, die Fünfte - Equipment IIX

So, der Joscha ist jetzt für den 26. Oktober angemeldet – echt cool, dass sich jemand gefunden hat, der mitläuft. Ja, das war es dann aber auch schon wieder zum Thema Marathon von meiner Seite. Denn: gelaufen bin ich schon wieder nicht. Nach dem Aufstehen musste ich feststellen, dass meine Muskelverhärtung immer noch präsent war/ist. Ebenso war es heute Abend nach dem Heimkommen. Habe weiterhin mit meinen komischen Entspannungscremes und einem heissen Bad entgegengewirkt. Mal sehen, wann das endlich anschlägt! Nach reiflicher Recherche konnte ich folgendes zu Muskelverhärtungen herausfinden:

Eine Muskelverhärtung entsteht durch eine anhaltende Verspannung der Muskulatur, deren Ursache meist eine Überbelastung beim Sport ist. Sie entsteht dadurch, dass die anhaltend angespannten Muskelfasern die Kapillaren innerhalb der Muskulatur zusammendrücken was zu einer Einschränkung der Durchblutung und so zu einer anhaltenden Entzündung führen kann. Um weitere Verletzungen zu vermeiden, spannt sich die Muskulatur automatisch an, so dass eine sich selbstverstärkende Wirkung von Anspannung, verminderter Durchblutung und Entzündung entsteht. Die verbreitetste Maßnahme, um eine Muskelverhärtung zu behandeln, ist eine Massage, daneben fördert auch die Anwendung von Wärme die lokale Durchblutung und reduziert die Verspannung. In schweren Fällen werden zur Behandlung auch Entzündungshemmer und zentrale Muskelrelaxantien eingesetzt. Durchschnittlich dauert eine Muskelverhärtung bis zur Regenerierung 4 Tage. Jedoch kann es gut sein, dass die Verletzung auch nach einer Woche noch bestehen bleibt.

Zuletzt gelaufen bin ich am Mittwoch. Seit Freitag sind mir die Beschwerden bekannt, aber es ist davon auszugehen, dass sie auch schon Donnerstag, bzw. Mittwoch Abend vorlagen. Damit wäre es morgen genau eine Woche. Ich gehe also davon aus, dass der Quatsch bis Donnerstag weg ist. Sollte dem nicht so sein, werde ich dazu einen Arzt aufsuchen!

Anyway, heute hatte ich also erneut einen trainingsfreien Tag. Morgen wird es nicht anders sein, da ich ab 8 Uhr morgens Meetings habe und Abends wieder nach Basel zur CL-Quali (diesmal gegen Geromels Ex-Verein Vitoria Guimaraes) fahre. Oh Mann, so sehr wie morgen habe ich Basel noch nie die Daumen gedrückt. Denn sollte der FCB die CL-Quali nicht schaffen, wird das Supertalent Derdiyok allem Anschein nach zum grössten Drecksclub der Welt, TSG Hoppenheim, wechseln. Die 8 Millionen Euro zahlt der Dietmar ("Du bist der Sohn einer H*re") gerne. So läuft das heutzutage nunmal. Aber zu dem Thema mache ich irgendwann mal nen eigenen Blog auf!

Ich schweife schon wieder ab: Laufen kann ich daher erst wieder am Donnerstag. A propos laufen: mir läuft VERDAMMT NOCHMAL die Zeit weg (wie Morris richtig feststellte, sogar wortwörtlich). Ich bin mittelmässig verzweifelt und bin auch äusserst unausgeglichen. Habe hier mehrmals täglich mittelmässige Aggressionsanfälle. Ich glaube ich brauche den Sport inzwischen regelrecht.

Aber zurück zu meinem Problem: ich muss die ganze Sache wohl einfach hinnehmen und sie komplett auskurieren. Alles andere macht keinen Sinn. Schliesslich kann so was passieren; ich könnte ja genauso gut eine Grippe haben oder sonst wie krank sein. In solchen Fällen müsste ich den Sport ja auch auslassen. So gesehen nehme ich es (un) sportlich und warte brav!

Dennoch kann ich ja nicht ganz reglos hier rumsitzen. Daher habe ich soeben (als erste Massnahme) diesen Blogtitel umbenannt: von „Lauf!“ in „Lauf, du Pienser!“. Das hat jetzt nicht unbedingt was mit der aktuellen Muskelgeschichte zu tun, aber im grossen und ganzen verpasse ich hier deutlich zu viele Trainingseinheiten aufgrund irgendwelcher Wehwehchen. Zwar würde ich auch im Nachhinein nur jedes Training machen, dass auch wirklich geht, dennoch kann ich mich langsam ruhig mal wieder ein bisschen mehr unter Druck setzen!

Mein Plan ist, am Donnerstag dann einen langsamen, bzw. lockeren Lauf zu machen (über circa 10-12 Kilometer), am Freitag möchte ich dann 7 x 1000m – Intervalle angehen. Das bedeutet dann übrigens auch, dass ich am Wochenende nicht nach Seeheim kommen werde. In weiterer Konsequenz bedeutet dies auch, dass ich meinen Geburtstag nicht feiern werde. Stattdessen möchte ich Euch dann nach erfolgreichem (bzw. auch erfolglosem) Marathon gerne zu einer kleinen Feier nach Seeheim einladen. Die Einladungen folgen irgendwann!

Aber darum geht es jetzt eigentlich gar nicht. Zum wiederholten Mal möchte ich Euch über einen Teil meines Equipments informieren. Wie erwähnt habe ich mir am Freitag mal wieder ein Paar Laufschuhe gekauft; mein fünftes nun schon, seit ich mit dieser grandiosen Marathon-Idee angeschissen kam!

Es stammt von der Firma „Saucony“, die ich bis Freitag (bzw. bis zu meinem vorletzten Besuch bei City-Sport) noch nicht kannte. Allerdings machten die Schuhe schon beim ersten Anziehen einen tollen Eindruck. Sie sassen extrem fest, hatten vorne genug Platz und waren überaus bequem.

Direkt nachdem ich sie angezogen hatte, beschloss ich, sie zu meinen Wettkampf-Schuhen zu machen; vorausgesetzt natürlich, sie einigem sich mit meinen Füssen auf den Verzicht von Blasen und sonstigen Beschwerden. Am Freitag werde ich sie ggf. das erste Mal laufen; wobei sich neue Schuhe wohl nicht unbedingt dafür eignen, damit direkt Intervalle zu laufen!

Anyway, auch wenn es dafür prinzipiell noch keinen Grund gibt, habe ich ein gutes Gefühl mit den Schuhen. Da bleibt mir eigentlich nur zu hoffen, dass ich mich ausnahmsweise mal NICHT in meinem ersten Gefühl täusche!!!

Bevor ich mich jetzt (mit Wärmflaschen auf den lädierten Beinen) ins Bett verdrücke noch ein kurzes politisches Statement: was erlaubt sich eigentlich unsere heuchlerische Kanzlerin, die Russen für die Anerkennung Südosetiens „scharf zu kritisieren“. Mit welcher Begründung bitte? Hat nicht die gleiche Kanzlerin vor rund 6 Monaten die Absplitterung und definitiv völkerrechtlich unrechtmässige Ausrufung des Staates „Kosovo“ begrüsst und diesen Staat umgehend anerkannt? Hier wurde einem souveränen Staat ein Teil seines Landes gestohlen und darauf ein Schurkenstaat par Excellence gegründet (KOSOVO IS SERBIA!!!). Aber wohlgemerkt: das soll nicht bedeuten, dass ich mit den Russen in ihrer Georgien/Südosetien-Politik übereinstimme. Das tu ich nämlich NICHT IM GERINGSTEN!!!

Montag, 25. August 2008

Bonn II

Nun, sportlich ist an diesem Wochenende (verletzungs- bzw. ermüdungsbedingt) garnichts passiert. So gesehen ist es kein Problem, dass ich schon zum zweiten Mal (nach meinem April-Besuch) einen kompletten, wertvollen Post meines Blogs einem Besuch in der Ex-Bundeshauptstadt widme. Dass es nun ausgerechnet der prestigeträchtige 100. Post wird, hat das elende Pack zwar eigentlich nicht verdient, aber das kann ich halt jetzt auch nicht ändern! Man hört es schon raus: ich war nicht zum Spaß im „grossen Kanton“, sondern (ganz im Gegenteil) um abermals Tobi & die anderen Geissbockanbeter aus Godesberg zu besuchen. Aber wie immer: alles der Reihe nach!

Auf dem Heimweg aus der Schweiz machte ich wie angekündigt einen Zwischenstopp bei City-Sport in Lörrach. Entgegen meinem eigentlichen Plan tauschte ich mein zuletzt gekauften Schuhe aber nicht um, sondern kaufte mir einmal mehr ein zusätzliches Paar. Der Verkäufer empfahl mir aufs Heftigste, meine bisherigen Schuhe zu behalten. Er hätte mir die gleichen wieder verkauft, da sie für so starke Überpronierer (Einknicker, d.Red.) wie mich die besten sind. Er war sich auch zu 100% sicher, dass mein Blasenproblem von den Einlagen kommt und empfahl mir, zunächst nochmal die Dinger anpassen zu lassen.

Die zusätzlichen Schuhe, die ich jetzt habe, kommen aus dem Hause „Saucony“ (kannte ich ebenfalls nicht) und haben eine ähnlich starke (Überpronations-) Stütze wie die „Brooks“. Naja, werde sie die nächsten Tage dann mal hier vorstellen – wie gehabt...

Auf dem Heimweg holte ich noch in Mannheim meine Karte fürs sonntagliche Kölle-Spiel ab und verbrachte dann den Abend (ernährungsplanignorierend) mit Conny und Markus! Als ich Abends heim bin und etwa 30 Meter durch den Regen zu meinem Auto rennen musste, merkte ich, dass ich ganz komische Schmerzen in den vorderen Oberschenkeln hatte. Fühlte sich an wie ein Muskelkater, aber mit Faktor 1000. Sowas habe ich definitiv noch nie in meinem Leben gehabt; wie ich heute weiss, handelt es sich dabei um eine Muskelverhärtung. Da ich das aber am Freitag Abend noch nicht wusste, war ich für meinen Samstagslauf noch ziemlich zuversichtlich.

Als es dann aber circa 7 Stunden später losgehen sollte, merkte ich, dass doch ÜBERHAUPTNIX ging. Als ich loslief hatte ich immer noch die Schmerzen. Ich hielt sie aber für einen Muskelkater und wollte den (auch wenn man das eigentlich nicht machen sollte) einfach rauslaufen. Wurde aber mit jedem Meter schlimmer, sodass ich die Sache dann nach einem Kilometer abbrach und wieder heimging. Hat mich zwar ziemlich abgefuckt, da ich so mindestens 4 trainingsfreie Tag in folge hatte, aber ich konnte es nun mal nicht ändern. Von nun an brannten meine Beine auch wie nach ner Alpe D`Huez Sprintankunft – sogar noch 3-4 Stunden nach meinem Laufversuch.

Naja, dann ging es erstmal nach Darmstadt und von da weiter nach Bonn, wo ich gegen 13 Uhr einrollte. Schon als ich Tobi und Jonas sah, wollte ich eigentlich wieder direkt zurück fahren, aber da ich ja am Sonntag die Eintracht sehen wollte behielt ich meine Stimmung für mich...

Den Nachmittag verbrachten wir standesgemäss mit der Bundesliga-Konferenz und reichlich ungesunder Ernährung. In Punkto Ernährung sollte das auch das ganze Wochenende so bleiben. Die Schnittmenge zwischen der Woche zuvor und der Zeit von Freitag bis Sonntag war mal original 0,0. Aber ohne jede Übertreibung. Das ganze Wochenende habe ich halt mal auch GARNICHTS gesundes gegessen, evtl. mit Ausnahme der Mehrkornbrötchen, die wir Sonntags Morgens bei Gülcans Schwiegervater gekauft haben. Aber ich will mich nicht beschweren. Hatte ja drei Ernährungsplan-Aussetzer angekündigt. Zwei habe ich jetzt schon hinter mir…

Gegen 20.30 Uhr gingen wir dann von Jonas zu Joscha, wo wir einen (später rege genutzten) Pavillon aufbauten. Als dann die Vor-Feierlichkeiten zu Joschas Geburtstag losging, wurde ich erstmal gemassregelt und als Schleimer betitelt, weil ich mich nach meinem letzten Bonn-Besuch vor 4 Wochen wohl ein wenig zu „positiv“ über die Leute da geäussert habe. Tschuldigung, war nicht so gemeint. Ich will auf keinen Fall als Schleimer durchgehen! Richtigstellung: Alles totale Penner, die sich da im Freundeskreis vom Joscha tummeln. Echt zum kotzen dieses Zigeunerpack, kann mir kaum vorstellen, dass ich wirklich nach Bonn ziehe wenn ich aus der Schweiz weggehe. Das ist ja echt nicht zu ertragen da. Wer will bitte schön mit so Leuten zusammen in ner Stadt leben? Dann doch lieber Salzgitter, Castrop-Rauxel oder Zwickau.

Als Joscha dann endlich Geburtstag hatte bekam er von „uns“ (uns klingt jetzt komisch, weil ich mich ja nur ungern zu dieser Zigeunerbande von Joschas Freunden zähle, aber ist jetzt egal) einen Gutschein für neue Laufschuhe. Ich denke mal, der Junge wird den Gutschein umgehend einlösen und dann aber mal RICHTIG durchstarten. Also Joscha: Nachmeldungen für den Frankfurt Marathon sind bis 25. Oktober möglich. So lange müssen wir aber nicht warten. Ich würde folgendes vorschlagen: ich melde dich einfach dort an. Solltest du das NICHT wollen, gib mir bitte bis morgen Vormittag (26.08.2008) um 10.30 Uhr bescheid! Ansonsten gehe ich fest davon aus, dass du dabei bist!!!

Nachdem Tobi und ich den Gegenwert unseres Geschenkanteils in Form von Kölsch und Chili konsumiert hatten, verabschiedeten wir uns und rannten zum Nachtbus. Wobei rennen ein nettes Wort dafür ist. Ich sach mal, wenn uns ein Scout beobachtet hätte, hätte der mich direkt geworben; für die Paralympics. Ey, ich konnte echt so was von gar nicht laufen. Meine Oberschenkel waren einfach nur komplett hin. Scheiss Muskelverhärtung...

Da wir schon um kurz vor 3 daheim waren, konnten wir uns richtig ausschlafen. Gegen 12 standen wir auf und frühstückten. Vorher beim duschen ergab sich wieder mein typisches Tobi-Wohnung-Dusch-Problem. Sobald ich mich in der 0,5m²-Dusche nach dem Shampoo bücke, verstellte ich mit meinem Rücken den Temperaturregler, was (je nachdem) ein schmaler Grad zwischen Erfrierungen und Verbrennungen ist. Zeigt ja eigentlich nur wieder, wie gefährlich es sein kann, sich beim Duschen (nach der Seife) zu bücken… Aber ich komm vom Thema ab! Nach dem obligatorischen Fleischwurst-Frühstück ging es dann los nach Köln, wo wir vor dem Spiel noch einen Umtrunk im „Tiebolds Eck“ einnahmen. Gewohnt ruhig und gelassen sass ich vor meinem Kölsch und sah entspannt dem Anpfiff entgegen. Während die Kölner die ganze Zeit rumstressten und zum Stadion wollten. Oder war es umgekehrt? Keine Ahnung, weiss ich nicht mehr genau. Naja, nachdem ich meine Fingernägel dann bis aufs Nagelbett runtergekaut hatte, hatte die Hennes-Fraktion ein Einsehen und wir brachen zum Stadion auf.

Selbstverständlich blendete ich an diesem Tag mal wieder aus, dass der FC eventuell doch ganz in Ordnung ist. Entsprechend war ich eigentlich schon ab der Ankunft in Köln Süd vom kleinen Zeh bis in die Haarspitzen voll mit Hass auf den 1. Fußballclub Köln. Und diese Skala (man könnte fast sagen: dieses Barometer) stieg mit jedem Meter, dem wir dem Stadion näher kamen noch immer weiter an. Um 16.45 Uhr trennten sich dann unsere Wege. Ich ging zu den Guten, die anderen in die Südkurve.

Vor dem Spiel wartete dann ein Kölner Kinderchor mit dem Absingen der üblichen Kölner Stadionlieder auf; was im Übrigen wohl auch die ganzen belgischen Autos auf dem Parkplatz erklärte. Aber mal im Ernst: das war absolut peinlich. Ich verstehe nicht wie sich ein Verein mit solch einer Aktion oder aber auch mit der Fanbox, rsp. dem Fanbett (???) so dermassen der Lächerlichkeit preisgeben kann. Naja, wenigstens im Gästeblock liegen sich zu solchen Anlässen alle vor Belustigung weinend in den Armen...

„Wenn nicht jetzt, wann dann“ war das Stichwort, dass die Dreijährigen vor dem Spiel gesungen hatten. Vorerst bleibt es für uns beim „dann“. Ich bin mir sicher: wir werden niemals in Köln gewinnen!!! Das Spiel war dann absolut bemerkenswert. Die ganzen Chancen in den ersten 30 Minuten kann ich gar nicht alle aufzählen. Was aber leider nicht daran lag, dass es so viele waren, sondern dass es schlichtweg keine gab! Was wir spielten war die absolute Frechheit; Gott sei Dank war der FC aber auch schlecht wie die Nacht. Hätte aber alles schnell vorbei sein können, wenn die Kölner ihren Strafstoss gemacht hätten. So blieb es dann bis zum Ende spannend. Wobei die Frage erlaubt sein muss, wie die Eintracht mit solchen Leistungen in der Liga bleiben will. Der durchschnittliche Eintracht-Spieler lebt wohl im Glauben, dass ein erfolgreicher Zweikampf ist, wenn man den Gegenspieler sieht, oder zumindest grob dessen Aufenthaltsort kennt. Es ist einfach nur traurig diesem Treiben zuzusehen, wobei gestern wirklich eines der schlimmsten Spiele war, dass ich in den letzten 3 Jahren erleben musste.. Wobei: wir sind zu schlecht, wir sind zu dumm und wir kämpfen nicht. Ansonsten kann man unseren Jungs aber keinen Vorwurf machen; alles tip top; Daumen hoch!!! Der FC auf der anderen Seite konnte hingegen mit seiner Aufstellung glänzen. Da Thomas Broich wohl am Sonntag seinen Turnbeutel vergessen hatte, musste Marvin Matip die Rolle des Quotendeutschen übernehmen! Ansonsten standen halt einfach 10 Ausländer auf dem Platz, wenn ich mich nicht täusche sogar 10 verschiedene Nationen. Die drei Einwechselspieler machten es dann auch nicht deutscher. Wie identifiziert man sich eigentlich mit so nem Verein? Aber egal...

Auch sonst war nicht alles bestens. Was den Support anging war es sowohl quantitativ, als auch qualitativ wohl unser schwächster Auftritt in Köln. Der Feind war 25 Minuten einigermassen zu hören, stellte dann aber die Stimmung auch weitgehend ein. In bester „we only sing when we’re winninge“-Manier ging es bei uns erst 9 Minuten vor Schluss mit dem Ausgleich nochmal richtig zur Sache. Generell muss ich auch mal sagen, dass das Klientel immer schlimmer wird; und immer jünger. Was da so alles in den Block gelassen wird, ist schon wirklich verwunderlich. Ich würde im Übrigen gerne mal die Drogenfahndung durch so nen durchschnittlichen Frankfurter Gästeblock schicken. Ich bin mir sicher, die Drogenhunde kämen da mit ner kompletten Reizüberflutung völlig verstört wieder raus.

Der Ausgleich fiel zwar etwas überraschend, aber eigentlich nicht unverdient, da der FC in Halbzeit zwei praktisch NOCH weniger machte als wir. Erst nach dem Ausgleich war das Spiel dann eigentlich ansehnlich, da sich plötzlich so was wie ein offener Schlagabtausch ergab. Ich war mir sicher, dass noch ein Tor fällt – auf welcher Seite auch immer – aber wie gewohnt täuschte ich mich!

Fazit: ein Punkt; at least. Ich beschwere mich nicht darüber, schliesslich ist ein Punkt in Köln für mich wie ein Sieg. Und zumindest musste ich so nach dem Spiel nicht dem üblichen Grinsebacken-Komitee unter die Augen treten (oder in die Fresse). Anyway: mit so nem Punkt macht das Verabschieden viel mehr Spass als mit der üblichen Klatsche. So gesehen war alles gut!

Zum ersten Mal nach langer, langer Zeit gab es auf dem Vorplatz des Stadions auch keine Rennereien; wie gesagt: Muskelverhärtung! Lag aber wahrscheinlich an der überragenden Polizeitaktik, die vorsah, dass man nicht auf normalem Wege aus dem Block durfte, sondern über einen etwa 100 Meter langen Umweg. Keine Ahnung, ob die Bullen in ihrer Taktikbesprechung nur den Plan falsch rum gehalten hatten, oder ob dieser 100 Meter Umweg wirklich verhindern sollte, dass Kölner und Frankfurter aufeinandertrafen. Wie so oft macht alles nicht wirklich Sinn. Schlimmerweise mussten wir so durch den Ausgang „Marathontor“ nach draussen, was mich direkt wieder mit dem schlechten Gewissen daran erinnerte, dass ich eigentlich in diesem Moment irgendwo hätte Kilometer abspulen sollen... Nach Abpfiff trafen wir uns kurz noch mit den Kölnern und machten uns dann auf den Weg Richtung Heimat. Fabian und Kilian parkten in welcher Strasse? Rrrrrüschdisch, in der Marathonstrasse. Langsam aber sicher bekam ich dann schon ein mulmiges Gefühl!!! Die Heimfahrt war unspektakulär, davon mal abgesehen, dass uns der Eintracht-Bus wie immer (IMMER, IMMER, IMMER!!!) noch vor Ortsausgang überholte. Es stellt sich echt die Frage, ob die Jungs nachm Spiel duschen... Ach ja, und natürlich kam ich haargenau so zu Hause an, dass ich die DSF-Zusammenfassung vom Spiel exakt verpasste!

Fazit: wenn ich ehrlich bin muss ich halt doch sagen, dass Bonn/Bad Godesberg an diesem Wochenende wieder einiges an Standortwerbung betrieben hat – ob sie’s wollen oder nicht! Aber bevor ich wieder der Schleimer bin, bedanke ich mich einfach bei Tobi, Jonas und Joscha für die Gastfreundlichkeit und die Einladung! Übrigens Jonas: hab ganz verplant, die Pizza zu bezahlen. War keine Absicht und ich werde mich natürlich bei nächster Gelegenheit revanchieren!

Heute Nacht habe ich in Seeheim gepennt und war hatte eigentlich um 10 Uhr einen Termin bei meinem Patenkind. Da aber Baby Ben ebenso erkrankt ist wie Andrea (GUTE BESSERUNG!!!) fiel das leider aus. Auf dem Heimweg kaufte ich in der Apotheke noch etwas gegen Muskelverhärtungen. Das Zeug heisst „Retterspitz äusserlich“ und man tränkt irgendwelche Stofffetzen darin, um dann Umschläge für die betroffenen Körperteile zu machen. Auf der Packung wird damit geworben, dass „Profifussballer Andres Wolf auf die Produkte von Retterspitz vertraut". Andi Wolf??? HALLO??? Alles klar, ich sach nur: ABSTEIGER!!! Ausserdem hilft ihm Retterspitz bei seinem Kreuzbandriss wahrscheinlich auch nicht. Da kann der Junge sein Knie wahrscheinlich reintauchen, bis es schimmelt. Aber gut, lassen wir Andi Wolf auch ein paar Mark dazuverdienen!

Seit 12.30 Uhr bin ich wieder in der Schweiz, war kurz im Büro und wollte dann eigentlich heute Abend laufen. War allerdings immer noch nicht zu machen, weshalb ich dann das Retterspitz-Zeug direkt mal zum Einsatz brachte. Mit meinen ganzen anderen komischen Cremes und dem Bad, dass ich vorhin genommen habe, hoffe ich morgen wieder am Start sein zu können. Am liebsten würde ich vor der Arbeit laufen. Ich werde es in jedem Fall probieren, aber alles weitere bleibt abzuwarten...

[Copyright der Photos: sge4ever.de]

Freitag, 22. August 2008

Trainingspause & Ausblick Wochenende

Da ich nun im Büro sitze und meine teure Arbeitszeit natürlich nicht fürs blogen aufwenden sollte, nur rein kurzer Statusbericht; viel zu erzählen gibt es eh nicht!

Mein gestriger Lauf hat nicht stattgefunden, da ich um 16 Uhr auf dem Umtrunk (schwyzertütsch: Apero) eingeladen war, dem ich bis rund 21 Uhr beiwohnte. Als ich heim kam war es zu dunkel zum Laufen. Mein Vorhaben, den Lauf stattdessen heute morgen zu machen, müsste ich müdigkeitsbedingt ebenfalls verwerfen. Allerdings habe ich das Gefühl, dass mir meine Beine das absolut danken!

Ich werde heute im Lauf des Tages entscheiden, ob ich heute Abend oder morgen früh laufe. Hat beides seine Vor- und Nachteile. Allerdings denke ich, dass es eher auf morgen früh rausläuft. Da ich ja am Sonntag nicht laufen kann, hätte ich sonst wieder mehr als 2 Tage Pause zwischen meinen Läufen; und das will ich eigentlich nicht!

Heute mache ich etwa gegen 14 Uhr Feierabend und werde auf dem Heimweg in Lörrach bei City-Sport vorbeifahren. Dort werde ich mit dem Verkäufer gemeinsam erörtern, ob ich meine Laufschuhe behalten oder umtauschen sollte! Weiterhin werde ich mir ggf. ein zusätzliches Paar besorgen. Das werde ich dann aber sehen…

Am Samstag (vermutlich nach einem morgendlichen Lauf) geht es dann mit dem Zug nach Bonn, wo ich Tobic besuche und gemeinsam mit der ganzen Brigade Godesberg in Joschas Geburtstag reinfeiern werde. Am Sonntag steht dann das alljährliche Punkte-Lieferant-Spiel beim 1. FC Köln an. Wenn wir diesmal wieder verlieren, mache ich der Eintracht einen Vorschlag: in Zukunft einfach nicht mehr zu Spielen beim 1. FC Köln antreten. Spart einerseits Reisekosten und andererseits kann es sich sogar noch gut auf die Tordifferenz auswirken. Nicht angetreten bedeutet ja, dass das Spiel nur 0:3 gewertet wird!

Anyway, nach dem Spiel fahre ich dann mit meinen Eintracht-Buben zurück in hessische Gefilde, wo ich in Seeheim die Nacht verbringen und dann am Montag zurück in die Schweiz tingeln werde. An besagtem Montag mache ich dann entweder RECOMP (Radfahren, Schwimmen oder Wohnung putzen) oder einen kleinen Lauf. Aber auch das werde ich dann sehen…

Mittwoch, 20. August 2008

1-2-3-2-1 Fahrtenspiel - Intervalle Episode 2

Ich habe Schmerzen!

Eigentlich ist damit alles gesagt, und ich könnte diesen Post hier getrost beenden. Da ich aber (was meine Marathonanmeldung und mein langjähriges Dasein als Eintracht-Fan zeigt) stark masochistisch veranlagt bin, kann ich die ganze Misere auch nochmal in allen Einzelheiten aufarbeiten.

Der Tag begann mit einer fantastischen Neuigkeit. Als ich heute ins Büro kam, hatte ich eine Email vom Platzwart des FC Brugg in meinem Postfach. Der Platz gehört nicht dem Fussballclub, sondern der Stadt Brugg und die Tartanbahn ist allen Menschen öffentlich zugänglich. Einzig der Trainingsbetrieb des FC Brugg darf bei etwaigen Aktivitäten auf der Bahn nicht gestört werden! Mach ich natürlich nicht...

Damit war meine Vorfreude auf das heutige Training eigentlich ungetrübt, auch wenn sich später herausstellen sollte, dass ich die Tartanbahn gar nicht gebraucht hätte... Nach der Arbeit war ich kurz zu Hause um mich kurz auszuruhen und umzuziehen. Gegen halb 8 machte ich mich dann auf den Weg nach Brugg. Zuerst dachte ich noch darüber nach, das Fahrrad zu nehmen. Aber da ich wusste, dass ich sowieso (auch ohne eine Bergetappe als Finish) Blut kotzen würde, liess ich es sein. Und das war auch gut so!

Am Sportplatz angekommen stellte ich fest, dass die Laufbahn von vermutlich privaten Leuten sehr rege genutzt wird; ich also wohl keinen Sonderfall darstelle. Nachdem ich meine Tasche abgelegt hatte, machte ich mich gleich ans aufwärmen. Aber schon auf diesen 3-4 Runden merkte ich, dass meine Beine alles andere als regeneriert waren. Das sind sie zwar grundsätzlich nicht zu 100%, aber im heutigen Fall fühlten sich meine Beine fast an, wie am Montag als ich von meinem Lauf zurückkam. Ich WUSSTE, dass heute wirklich gar nichts ging. Da ich jetzt aber schon mal die ganzen 2 Minuten extra hergefahren war, wollte ich zumindest ein kleines (Intervall-)Training machen.

Ich erinnerte mich an meine alte Vorstellung vom 1-2-3-2-1-Fahrtenspiel; nämlich die Einheiten als Minuten zu nehmen und machte mich entsprechend an dieses Training. Das ist im übrigen auch der Grund, warum ich letztlich keine Tartanbahn gebraucht hätte; für Minuten muss man ja keine Distanzen kennen.

Schon in der ersten Tempominute merkte ich, dass Kilometer wirklich GARNICHT gegangen wären. Ich machte zwischen den Tempoabschnitten immer 30 Sekunden langsam, musste diese Passagen aber schon bald verlängern, da ich komplett fertig war. Zwar dauerte das ganze Fahrtenspiel „nur“ etwa 15 Minuten, allerdings fühlte ich mich danach wie nach einem Gewaltmarsch der übelsten Sorte. Nach 2-3 Minuten Pause ging es mir dann aber wieder ganz gut; ZU GUT offensichtlich. Denn ich entschied mich für eine zweite Runde Fahrtenspiel. Dies tat zwar anfangs wieder besonders weh, wurde aber besser, so dass es mir zum Ende hin beinahe „Spass“ machte. Es ist aber wirklich krass, wie man sich während dem Laufen Schmerzen zufügt, beisst, und einfach weitermacht. Irgendwann kommt der Punkt, an dem man alleine dadurch Kräfte freisetzt, weil man seine Beine eh nicht mehr spürt und man zudem Stolz darauf ist, durchzuhalten, bzw. durchgehalten zu haben! Vor allem jetzt, gut 3 Stunden danach, ströme ich irgendwie Glückshormone aus wie ein Bekloppter. Obgleich meine Knie, Oberschenkel und Waden brennen wie die Sau und ich heute nur sehr schwer werde einschlafen können!

Leider habe ich keine vernünftigen Aufzeichnungen zu meinem heutigen Lauf. Der Grund ist, dass ich vergass auf „Stop“ zu drücken als ich fertig war. Erst nachdem ich schon wieder im Auto nach Riniken sass, fiel mir das ein. Aber unterm Strich ist die Analyse von Puls und Zeit bei Intervallläufen natürlich eh etwas schwierig. Daher: sei’s drum!

In meinen letzten zwei Laufminuten kam mir dann eine noch bessere Idee für das Fahrtenspiel. Ich hätte die 1-2-3-2-1 Einheiten weder in Kilometern, noch in Minuten absolvieren sollen. Ich hätte einfach Runden nehmen sollen. Wäre bei vorhandener 400m-Bahn absolut perfekt gewesen. Aber gut, falls ich nochmal so ein Fahrtenspiel mache, weiss ich bescheid!

Als Fazit für heute bleibt aber auch bestehen, dass ich es tunlichst vermeiden sollte, müde zu trainieren. Das heute war definitiv nicht besonders intelligent, allerdings kann man ja auch nicht von „Übertrainiertheit“ reden, wenn man einmal mit Muselkater läuft. Dazu gehört schon ein bisschen mehr. Mein Problem ist, morgen will ich eigentlich wieder laufen. Wollen ist zwar relativ, aber ich habe am Freitag keine Zeit zu laufen; ebenso wie Sonntag. Und wenn ich nun morgen wegen Müdigkeit nicht laufe, dann müsste ich ja zwei Tage Pause machen; das will ich natürlich auch nicht. Stichwort Superkompensation; zu lange sollte man nach einem Intervalltraining nicht bis zum nächsten Lauf warten… Ich denke schon, dass ich morgen laufen werde; wenn auch einen SEHR ruhigen Lauf, der eher so was wie Auslaufcharakter haben wird!

Dienstag, 19. August 2008

Wetterbeding trainingsfrei - Vorbereitung Intervalle Vol. 2

Heute ist einer dieser Tage, an denen ich zufrieden darüber bin, dass ich meinen Trainingsplan in die Tonne getreten habe. Laut Trainingsplan gibt es kein schlechtes Wetter ebenso gibt es kein „keine Zeit“. DOCH, gibt es wohl; guck doch einfach mal ausm Fenster!!!

Da ich mir für heute eh nur Fahrradfahren ausgesucht hatte, konnte ich die Geschichte (aufgrund akuten Regenfalls) ohne schlechtes Gewissen absagen. Grundsätzlich wollte ich eh nur meine Laufstrecke abfahren und mir (geistige) Kilometermarkierungen machen. Zudem wollte ich am meinem Waldrand-Abschnitt 1-, 2- und 3-Kilometer lange Strecken für mein Intervalltraining abmessen. Die brauche sich für morgen. Aber da Fahrradfahren ja nicht so wahnsinnig anstrengend ist, sollte es machbar sein, dass ich diese Ausmessungen erst morgen unmittelbar vor den Intervallen durchführe.

Ein kleinen Schock habe ich gestern übrigens noch bekommen, als ich mir in meinem Buch die Passage Intervallläufe nochmal verinnerlicht habe. Hierbei hat mich (aus aktuellem Anlass) natürlich insbesondere das 1-2-3-2-1-Fahrtenspiel interessiert. By the way: dem Sadist, der die Geschichte „Spiel“ genannt hat, gehört mal sowas von übelst die Fresse poliert. Aber okay, keine Gewaltphantasien an dieser Stelle. Ja, zurück zu meinem Schock. Bei diesem Fahrtenspiel war ich eigentlich davon ausgegangen, dass man 1 Minute schnell, eine Minute langsam, 2 Minuten schnell, 2 Minuten langsam, etc… laufen sollte. Hatte mich schon regelrecht auf morgen gefreut. Hätte ja bedeutet, dass ich gerade mal 18 Minuten trainieren müsste; davon nur 9 Minuten mit hoher Intensität. Hatte sogar schon drüber nachgedacht, die Geschichte dann einfach zweimal zu absolvieren. Und selbst das wäre ja – mit gerade mal 18 Minuten Training – eher ein Witz. Das mit dem Witz nehme ich seit gestern zurück. Denn wie ich feststellen musste, stehen die Ziffern beim Fahrtenspiel nicht für Minuten, sondern für Kilometer. Und dazwischen vor allem nicht die gleiche Distanz in langsam, sondern jeweils nur 3 Minuten Pulsberuhigung. Oh fuck! Oh fuck, OH FUCK!!!

Wenn ich daran denke, wie ich bei den 400m-Intervallen eingebrochen bin, wie soll das dann bitte morgen bei 3000 Metern werden? Ich muss ja fast schon lachen (so traurig das auch ist) wenn ich nur daran denke wie ich mich morgen zurichten werde. Und dazwischen grade mal 180 Sekunden langsam, das geht echt gar nicht. Naja, mal abwarten...

Mit dem Abmessen der Strecke habe ich natürlich ein kleines Problem. Erstens ist meine Waldstrecke keine 3 Kilometer lang und selbst wenn sie es wäre, würde mir das nicht ausreichen. Bräuchte eine mindestens 10 Kilometer lange Strecke, da ich es ja nicht schaffe in den jeweils 3 Minuten Zwischenphase die 1, 2 oder 3 Kilometer zurückzulaufen und dann wieder direkt an der richtigen Kilometermarkierung rauszukommen. Ein Dilemma… Da mir dieser Umstand gestern schon klar wurde, kam ich zum Ergebnis, dass mir eigentlich nur ne richtige Tartanbahn helfen kann. Aus diesem Grund habe ich auch (per Mail) nochmal beim FC Brugg angefragt, ob ich auch als Nicht-Mitglied auf den Rundkurs darf. Bisher noch keine Antwort und ich fürchte die bekomme ich auch vor morgen nicht. Ersatzweise kann ich die Distanzen also entweder nach bestem Wissen und Gewissen laufen, oder aber ich gehe nach Turgi zur ABB aufs Laufband. Da habe ich allerdings nicht so wirklich Bock drauf. Ist halt einfach nicht das gleiche wie draussen und (zumindest sofern das Wetter mitspielt) sollte das eher die Notlösung werden, als der Normalfall.

Zwei sehr positive Nachrichten haben sich gestern übrigens noch ergeben. Ich habe (in weiser Voraussicht) die 3 Tage nach meinem Marathon Urlaub genommen, um dann zumindest ein paar Tage regenerieren zu können. Nun hat mich mein Chef gestern gefragt, ob ich nicht die ganze Woche Urlaub nehmen will. Ich konnte es gar nicht fassen. Hatte extra nur bis Mittwoch beantragt und hätte nie von selbst gefragt ob ich die ganze Woche haben kann, da ich mit den zwei Zusatztagen ja die komplette letzte Oktoberwoche verpasse. Unglaublich, damit verpasse ich in meinen fast 3 Jahren ABB erstmals überhaupt einen Monatsabschluss – das hat es wirklich noch nie gegeben. Habe meinen Chef auch auf den Monatsabschluss hingewiesen, aber für ihn war es in Ordnung. Später kam es noch besser. Keine Ahnung, ob sie ihm irgendwas ins Frühstück gemischt haben, aber als wir dann schon beim Thema Marathon waren, bot er mir für den Fall, dass ich den Marathon in 4:30 Stunden schaffe, sage und schreibe 5 KÄSTEN BIER an. Es handelt sich dabei zwar wahrscheinlich nur um schweizer Bier, aber immer noch besser als nix. Damit wäre natürlich meine „Finishen ist alles“-Motivation nochmal zu überdenken...

Ansonsten noch eine schlechte Nachricht: mein Orthopädie-Fachgeschäft-Berater ist bis Mitte September in Flitterwochen. Somit kann ich die Einlagen bis 12. September nicht anpassen lassen. Das bedeutet für mich zunächst einmal, dass ich am Freitag meine Brooks-Schuhe umtausche und mir andere hole (sie aber als mögliche Alternative im Hinterkopf behalte). Vielleicht behalte ich auch die Brooks und hole mir am Freitag noch ein zusätzliches Paar. Aber das lasse ich vom (mit Sicherheit objektiven) Rat des Verkäufers abhängig machen. Ich werde es sehen! So, „Dr. Psycho“ ist leider Dienstags nicht mehr; die Staffel ist zu Ende. Stattdessen kommt aber die neue Staffel „Switch Reloaded“, was ein mehr als adäquater Ersatz ist! Morgen nach meinem (mentalen Misshandlungs-) Lauf melde ich mich wieder; sofern ich ihn überlebe!

Montag, 18. August 2008

Ich hab´s gewusst - 12 Kilometer

Ich hab´s gewusst, ich hab´s gewusst, ICH HAB´S GEWUSST. Kaum nehme ich die anderen Einlagen raus aus den Schuhen, schon laufe ich mir Blasen damit. Ich muss allerdings einschränkend sagen, dass ich die Blase während dem Laufen nicht gespürt habe. Habe es die ganze Zeit nur für eine gereizte Stelle gehalten. Nachdem ich die Schuhe aber ausgezogen hatte, wurde ich leider eines Besseren belehrt.

Die Folge wird zunächst sein, dass ich am Mittwoch nochmal einen Termin bei meinen Einlagen-Machern ausmachen werde. Die sollen vielleicht nochmal ein paar Milimeter wegnehmen. Dann kommt am Donnerstag der nächste Test mit den Schuhen. Sollte es dann aber immer noch nicht besser sein, werde ich sie wohl umtauschen müssen. Wäre kein allzu grosses Drama; da ich mit ihnen eh noch nicht so 100%ig zufrieden bin. Musste heute auf meinem Lauf auch kurzzeitig pausieren; da eine Stelle an meinen Zehen geschrubbt hat. Das Problem liess sich zwar über das Verstellen der Lasche ablegen, aber ich glaube danach fing die Blasenbildung an. Wie gesagt: Donnerstag kommt nochmal ein Test; falls die Brooks den nicht bestehen, fahr ich auf dem Heimweg am Freitag über Lörrach und hole mir andere. Problem: MIR LÄUFT DIE ZEIT WEG!!! Ich kann jetzt nicht noch zehnmal irgendwelche Schuhe testen und diese dann vor allem schon gar nicht „langsam“ mit kurzen Läufen an meine Füsse heranführen. Ab übernächste Woche laufe ich wohl nicht mehr unter 15 Kilometer – wann soll ich da neue Schuhe „behutsam“ aufbauen?

Ansonsten habe ich mich heute mal wieder mit den widrigen Bedingungen hier oben rumgeärgert. Es war eigentlich viel zu heiß zum Laufen. Dazu stinkt es auf dem ganzen Lauf überall nach Kuh- und Pferdescheiße, bzw. allgemein nach Dünger. Das ist echt nicht zu ertragen. Als wäre das nicht schon schlimm genug, werden so auch Viecher en masse angelockt. Und diese Drecks-Fliegen etc. haben mich teilweise echt über mehrere Minuten begleitet und belästigt. Dazu hat’s teilweise echt ganze Schwärme von kleinen Fliegen. Da kann man nicht mit offenem Mund laufen. Und was das für meine Sauerstoffversorgung, alias meinen Puls, bedeutet, brauche ich wohl nicht zu erwähnen. Alles in Allem kann man echt nur sagen, dass ich hier unter absolut irregulären Bedingungen arbeiten muss. Daher bereite ich derzeit ein Klage vorm CAS vor.

Von oben Umständen abgesehen war der Lauf eigentlich ganz in Ordnung. Meine Beine waren nur leider komplett übermüdet. Und ab sofort muss ich darauf gut achten, und nicht mehr darauf oder darüber trainieren. Superkompensation ist nur möglich, wenn der Körper ausreichend regeneriert ist. Schlimmstenfalls führt mein „Übertraining“ (wenn es das denn wäre) zu einer negativen Superkompensation; die absolute Horrorvorstellung für Ausdauertraining!!! Anyway, werde mein Training wohl bald ein bisschen zurückschrauben. Aber erst Ende der Woche!

Ich beschloss, heute mit einem bewusst tiefen Puls zu laufen. Denn wenn ich im Moment irgendetwas dringend brauche, dann sind es Läufe im aeroben Bereich. Durch die brütende Hitze und meine müden Beine musste das Tempo sehr zurückstecken um einen tiefen Puls zu erreichen! So gesehen war der Lauf eigentlich dann auch ganz erfolgreich. Einer Zeit von 1:29 Stunden stand eine Durchschnittspuls von 158 gegenüber. Von der Zeit sollte ich 2 Minuten abziehen, da ich ungefähr so lang brauchte um (im Schneidersitz auf dem Waldweg sitzend) meinen Schuh zurechtzuzubbeln. Allerdings hat sich in der Zeit natürlich auch mein Puls beruhigt; daher lasse ich die Zeit einfach drin. Mein Höchstpuls war 170; ich schätze mal das war irgendwo bergauf inmitten eines meiner Insekten-Aggressions-Anfällen. Aber selbst wenn nicht wäre 170 noch gerade so am Rande des akzeptablen – zumindest für einen kurzen Moment.

Oh fuck, schon wieder nach 12. Das liegt vor allem daran, dass mich Fabian und Tobic jeweils stundenlang am Telefon belästigt haben. Schrecklich sowas... Jup, und jetzt mache ich dann mal lieber Feierabend. Muss außerdem noch dringend meine Oberschenkel daumendick mit Entmüdungscreme einreiben. Richtig gelesen! Entmüdungscreme; NICHT Enthaarungscreme – ich nutze schließlich nicht alle Produkte der Firma meiner Schwester; nur weil ich sie kostenlos bekomme. Wobei das auf jeden Fall ne Option wäre. Mit Beine rasieren könnte ich wahrscheinlich locker auf einen Schlag 2 Kilo abnehmen. Würde mich meinem Marathon-Kampfbericht schon mal etwas näher bringen. A propos: Ernährungsplan läuft soweit super, auch wenn ich nicht das Gefühl habe, dass er (in Fett-/Gewichtsabbau ausgedrückt) wirklich anschlägt. Ist schon clever wenn man einerseits Gewicht abbauen muss und dann aber andererseits keine Batterien für seine Waage hat. Naja, anderes Thema.

Zurück zur eigentlichen Sache: die Entmüdungscreme werde ich dringend brauchen. Denn morgen ist RECOMP Fahrradfahren auf dem Programm. Und das für mich die absolute Hölle; da kann von Regeneration/Kompensation mal gar keine Rede sein. Wenn ich mich da nur an meine letzte Radtour erinnere (und vor allem an den Morgen danach) wird mir ganz anders. Am Mittwoch laufe ich dann wieder; und dann wird es ganz übel. Ich habe mir da ein 1-2-3-2-1-Fartenspiel reingelegt. Das klingt jetzt erstmal ganz lustig, aber hinter diesem närrischen Begriff verbirgt sich leider wieder ein Intervalltraining. Naja, we´ll see!