Mittwoch, 20. August 2008

1-2-3-2-1 Fahrtenspiel - Intervalle Episode 2

Ich habe Schmerzen!

Eigentlich ist damit alles gesagt, und ich könnte diesen Post hier getrost beenden. Da ich aber (was meine Marathonanmeldung und mein langjähriges Dasein als Eintracht-Fan zeigt) stark masochistisch veranlagt bin, kann ich die ganze Misere auch nochmal in allen Einzelheiten aufarbeiten.

Der Tag begann mit einer fantastischen Neuigkeit. Als ich heute ins Büro kam, hatte ich eine Email vom Platzwart des FC Brugg in meinem Postfach. Der Platz gehört nicht dem Fussballclub, sondern der Stadt Brugg und die Tartanbahn ist allen Menschen öffentlich zugänglich. Einzig der Trainingsbetrieb des FC Brugg darf bei etwaigen Aktivitäten auf der Bahn nicht gestört werden! Mach ich natürlich nicht...

Damit war meine Vorfreude auf das heutige Training eigentlich ungetrübt, auch wenn sich später herausstellen sollte, dass ich die Tartanbahn gar nicht gebraucht hätte... Nach der Arbeit war ich kurz zu Hause um mich kurz auszuruhen und umzuziehen. Gegen halb 8 machte ich mich dann auf den Weg nach Brugg. Zuerst dachte ich noch darüber nach, das Fahrrad zu nehmen. Aber da ich wusste, dass ich sowieso (auch ohne eine Bergetappe als Finish) Blut kotzen würde, liess ich es sein. Und das war auch gut so!

Am Sportplatz angekommen stellte ich fest, dass die Laufbahn von vermutlich privaten Leuten sehr rege genutzt wird; ich also wohl keinen Sonderfall darstelle. Nachdem ich meine Tasche abgelegt hatte, machte ich mich gleich ans aufwärmen. Aber schon auf diesen 3-4 Runden merkte ich, dass meine Beine alles andere als regeneriert waren. Das sind sie zwar grundsätzlich nicht zu 100%, aber im heutigen Fall fühlten sich meine Beine fast an, wie am Montag als ich von meinem Lauf zurückkam. Ich WUSSTE, dass heute wirklich gar nichts ging. Da ich jetzt aber schon mal die ganzen 2 Minuten extra hergefahren war, wollte ich zumindest ein kleines (Intervall-)Training machen.

Ich erinnerte mich an meine alte Vorstellung vom 1-2-3-2-1-Fahrtenspiel; nämlich die Einheiten als Minuten zu nehmen und machte mich entsprechend an dieses Training. Das ist im übrigen auch der Grund, warum ich letztlich keine Tartanbahn gebraucht hätte; für Minuten muss man ja keine Distanzen kennen.

Schon in der ersten Tempominute merkte ich, dass Kilometer wirklich GARNICHT gegangen wären. Ich machte zwischen den Tempoabschnitten immer 30 Sekunden langsam, musste diese Passagen aber schon bald verlängern, da ich komplett fertig war. Zwar dauerte das ganze Fahrtenspiel „nur“ etwa 15 Minuten, allerdings fühlte ich mich danach wie nach einem Gewaltmarsch der übelsten Sorte. Nach 2-3 Minuten Pause ging es mir dann aber wieder ganz gut; ZU GUT offensichtlich. Denn ich entschied mich für eine zweite Runde Fahrtenspiel. Dies tat zwar anfangs wieder besonders weh, wurde aber besser, so dass es mir zum Ende hin beinahe „Spass“ machte. Es ist aber wirklich krass, wie man sich während dem Laufen Schmerzen zufügt, beisst, und einfach weitermacht. Irgendwann kommt der Punkt, an dem man alleine dadurch Kräfte freisetzt, weil man seine Beine eh nicht mehr spürt und man zudem Stolz darauf ist, durchzuhalten, bzw. durchgehalten zu haben! Vor allem jetzt, gut 3 Stunden danach, ströme ich irgendwie Glückshormone aus wie ein Bekloppter. Obgleich meine Knie, Oberschenkel und Waden brennen wie die Sau und ich heute nur sehr schwer werde einschlafen können!

Leider habe ich keine vernünftigen Aufzeichnungen zu meinem heutigen Lauf. Der Grund ist, dass ich vergass auf „Stop“ zu drücken als ich fertig war. Erst nachdem ich schon wieder im Auto nach Riniken sass, fiel mir das ein. Aber unterm Strich ist die Analyse von Puls und Zeit bei Intervallläufen natürlich eh etwas schwierig. Daher: sei’s drum!

In meinen letzten zwei Laufminuten kam mir dann eine noch bessere Idee für das Fahrtenspiel. Ich hätte die 1-2-3-2-1 Einheiten weder in Kilometern, noch in Minuten absolvieren sollen. Ich hätte einfach Runden nehmen sollen. Wäre bei vorhandener 400m-Bahn absolut perfekt gewesen. Aber gut, falls ich nochmal so ein Fahrtenspiel mache, weiss ich bescheid!

Als Fazit für heute bleibt aber auch bestehen, dass ich es tunlichst vermeiden sollte, müde zu trainieren. Das heute war definitiv nicht besonders intelligent, allerdings kann man ja auch nicht von „Übertrainiertheit“ reden, wenn man einmal mit Muselkater läuft. Dazu gehört schon ein bisschen mehr. Mein Problem ist, morgen will ich eigentlich wieder laufen. Wollen ist zwar relativ, aber ich habe am Freitag keine Zeit zu laufen; ebenso wie Sonntag. Und wenn ich nun morgen wegen Müdigkeit nicht laufe, dann müsste ich ja zwei Tage Pause machen; das will ich natürlich auch nicht. Stichwort Superkompensation; zu lange sollte man nach einem Intervalltraining nicht bis zum nächsten Lauf warten… Ich denke schon, dass ich morgen laufen werde; wenn auch einen SEHR ruhigen Lauf, der eher so was wie Auslaufcharakter haben wird!

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