Mittwoch, 3. September 2008

Wo soll ich wie laufen?

Langsam beginne ich, mir ernsthaft Sorgen zu machen. Als ich heute aufgestanden bin, konnte ich fast nicht laufen. Zwar wurde es nach einer heissen (wieder mal ist Wärme das Stichwort) Dusche besser, allerdings sind die Schmerzen deutlich präsenter als noch in den letzten Tagen. Daher suchte ich nach dem Mittagessen unsere ABB-Betriebsärztin auf. Und obwohl ich über seltsame Schmerzen im Oberschenkel klagte (die genaue Definition über Ort und Art der Schmerzen habe ich ja gestern gegeben), fragte die gute Frau direkt, ob ich schon mal Probleme mit dem Rücke hatte. Hatte ich, ja. Als ich 16 war hatte ich mal ne Bandscheibenverschiebung. Als ich das erwähnte sagte sie nur „oh-oh“. Ich verwies zwar nochmal darauf, dass ich Schmerzen im Oberschenkelgelenk habe, woraufhin sie aber nur entgegnete, dass einige Rückennerven bis in den Oberschenkel reinlaufen. Sie verwies mich daraufhin an einen Sportmediziner in Baden, wo ich nun am Montag einen Termin habe. Vorerst mache ich mir aber nun ziemliche Sorgen. Bei meiner damaligen Bandscheibenverschiebung durfte ich 12 Monate lang kein Sport machen. Das wäre definitiv das Ende meines Marathons. Und das schlimmste ist: seit heute Nachmittag habe ich nun auch fiese Rückenschmerzen. Aber kann sein, dass ich mir das jetzt nur einbilde...

Am Montag habe ich wie gesagt den Termin in Baden. Bis dahin werde ich mein Training aber normal weiter durchziehen. Das bedeutet morgen sind wieder Intervalle am Start (10 x 400m) und am Samstag kommt es dann zu einem neuen (persönlichen) Weltrekordversuch: 25 Kilometer! Und am Montag werde ich dann wissen, ob und wie es weitergeht. Ich will ja nicht zu pessimistisch sein, aber irgendwie hab ich gar kein gutes Gefühl. Das die Scheisse wohl vom Rücken kommt, hat mich reichlich geschockt!!!

Äh, wie geil ist das denn? Hier in SAT1 kommt grad ne Reportage über das Sozialamt Offenbach – Abteilung Sozialhilfebetrüger. Herrlich; sämtliche Klischees werden innerhalb von wenigen Sekunden vollumfänglich bestätigt. Und das ganze dann auch noch im Furunkel an unserem Frankfurter Ostend! Sat 1 „Gnadenlos gerecht – Sozialfahnder ermitteln“.

Im Prinzip geht es aber heute weder um „Gnadenlos gerecht“, noch um meinen Rücken, sondern um die Frage wo ich in Zukunft meine langen Läufe absolvieren werde. Bis zum Marathon werde ich jetzt dreimal täglich laufen – wenn es perfekt läuft sogar viermal, aber ich fürchte das schaffe ich nicht. Einer der drei Läufe ist ein kurz-bis-mittellanger und mittelschneller Lauf (4-15 Kilometer). Als Zweites mache ich einmal wöchentlich ein Intervalltraining – also kurz und schnell. Zuletzt werde ich jedes Wochenende einen langen, langsamen Lauf (25-35 Kilometer) absolvieren. Und mein Problem ist, dass ich nicht weiss, wo ich diesen langen Lauf absolvieren soll.

Problemstellung:

Während eines langen Laufes (z.B. über 35 Kilometer) brauche ich eine permanente Versorgung mit Trinkwasser, sowie mit konzentrierten Kohlenhydraten. Die Kohlenhydrate könnte ich einfach in die Tasche packen, aber die 4-5 Liter, die ich trinken muss, kann ich leider nicht mitnehmen. Weiterhin brauche ich eine Strecke, auf der ich ohne allzugrosse Probleme einzelne Kilometer feststellen kann. Selbstverständlich sollte die Strecke einigermassen abwechslungsreich und der Untergrund idealerweise Beton/Asphalt sein. Zuletzt wäre es gut, auch meinen anderen Stuff (Cremes, Kühlspray, Ersatzeinlagen, Ersatzschuhe, Nahrung) in der Nähe zu haben.

Folgende 3 Optionen stehen mir zum Laufen zur Verfügung:

1.) Meine Haus-Strecke

Ich könnte einfach meine 15 Kilometer lange Hausstrecke 2 1/3 mal laufen. Somit käme ich auf die 35 Kilometer und hätte von der Umgebung eine einigermassen abwechslungsreiche Strecke. Zudem habe ich genaue Kilometermarkierungen im Kopf und könnte mich an diesen orientieren. Das Problem: die Versorgung mit Wasser ist nicht gewährleistet, da mein Laufgürtel nur knapp einen Liter fasst und ich unterwegs nicht die Möglichkeit habe, Wasser zu deponieren. Weiterhin besteht das Problem, dass ich während des Trainings zweimal meine Wohnung passieren würde – und mich dann zu überwinden in die zweite, bzw. dritte Runde zu gehen stelle ich mir unmöglich vor. Zuletzt besteht meine Strecke zu 80% aus Feld- und Waldböden und hat nur einen geringen Asphaltanteil (der aber besser grösser wäre; schliesslich findet der Marathon nur auf Asphalt statt).

2.) Die Tartanbahn in Brugg

Als zweite Option könnte ich die Strecke auch auf meiner Intervalltraining-Tartanbahn in Brugg abspulen. Hier könnte ich mich perfekt mit Wasser versorgen, das ich einfach neben der Bahn in meiner Tasche deponieren könnte. Auch meine Kohlenhydrate und anderes Equipment könnte ich hier in ständiger Reichweite lagern. Mit 2,5 Runden sind die Kilometer perfekt bestimmbar. Weiterhin habe ich es jederzeit während meines Laufes nur eine Minute zu meinem Auto und 3 Minuten bis nach Hause – für den Fall, dass z.B. eine Verletzung /Krankheit oder z.B. ein Gewitter dazwischenkommt. Negativ ist, dass der Tartanboden sehr weich und gelenkschonend ist. Was ja eigentlich gut ist, aber in meinem Fall (siehe oben) eben nicht wirklich förderlich. Zudem ist die Tartanbahn natürlich komplett eben, was zwar für den Puls gut ist, aber natürlich hat es auch auf dem Frankfurter Marathon die eine oder andere Passage bergauf und bergab. Weiterhin suboptimal wirkt sich vor allem die Kulisse aus. Ein 35-Kilometerlauf auf einer 400m-Bahn bedeutet, dass ich 87,5 Runden laufen müsste. Ich glaube es gibt einfachere Wege, bekloppt zu werden. Davon mal ganz abgesehen, dass es mir fast unmöglich erschein, 90 Runden zu zählen, damit ich auch die richtige Distanz laufe.

3.) Laufband im ABB-Fitnessstudio

Die Vorteile liegen auf der Hand. Das Laufband ist im Fitnessraum, was ein Training unabhängig des Wetters zulässt. Zudem kann ich einerseits die Kilometer perfekt verfolgen – digital auf dem Display. Und der besondere Bonus: ich könnte exakte Geschwindigkeiten laufen. Schliesslich ist auf dem Laufband die Km/h-Zahl beliebig einstellbar. Der grosse Nachteil ist das triste Umfeld. 35 Kilometer auf der Tartanbahn würde ja noch gehen, aber im Fitnessraum, ohne dass sich nur irgendwas im Umfeld ändert: das geht wirklich gar nicht! Weiterhin ist auch die Versorgung nicht perfekt. Zwar könnte ich Wasser und sonstiges Equipment direkt neben mir abstellen, aber von einem Laufband kann man ja nicht mal eben absteigen, eine Flasche Wasser nehmen und einfach weiterlaufen.

Ergebnis:

Auch wenn keine der 3 Optionen optimal ist, ich habe mich für meine langen Läufe für die Tartanbahn entschieden. Kann gut sein, dass ich dort komplett durchdrehe, aber ich fühle mich (spätestens seit Ümit Özat) einfach sicherer, wenn ich permanent Wasser, mein Equipment, mein Handy und auch andere Sportler (bzw. Menschen generell) in meiner Nähe habe. Zudem hat die ebene Bahn (zumindest beim Training) bei genauerer Betrachtung natürlich schon Vorteile. Diese langen, langsamen Läufe trainieren ja insbesondere den Puls, bzw. die aerobe Leistungsfähigkeit. Und da hat eine ebene Bahn natürlich schon ein Plus. Gut ist auch, dass ich notfalls innerhalb von wenigen Momenten zu Hause bin (wenn es gewittert oder ich z.B. doch das Power-Gel nicht vertrage). Und wenn es perfekt läuft, sehe ich vielleicht ein Spiel des FC Brugg und langweile mich zumindest einen Teil (90 Minuten) meines Laufes nicht. Nicht zuletzt mache fiel die Entscheidung auch aus Rücksicht auf die vielen Kühe auf meiner Hausstrecke. Und ich bleibe im Gegenzug vor Jermaine verschont! Fürs zählen der Runden habe ich noch keine endgültige Lösung. Im Moment geht die Tendenz dahin, dass ich einfach 5-Rappen-Münzen (die sind federleicht) mitnehme; 87 Stück. Und dann werfe ich einfach jede Rund eine der Münzen in die Tasche. Was noch den perfekten Nebeneffekt hat, dass ich sogar jede Runde leichter werde! Zwar kann ich mich damit immer noch verzählen, aber im Grossen und Ganzen ist das denke ich die beste Lösung.

Dennoch werde ich auch die anderen beiden Optionen nutzen. Meine Hausstrecke nutze ich für alle normalen Läufe über 6-15 Kilometer. Das Laufband werde ich insbesondere für meine Läufe mit vorgeschriebenem Tempo nutzen. Diese Läufe im Marathonrenntempo (MRT) werden nämlich auch bald auf meiner Agenda auftauchen. Und wenn ich feststellen sollte, dass das Laufen auf der Tartanbahn GARNICHTS ist, kann ich ja immer noch auf eine der anderen beiden Alternativen zurückkommen!

Nun, das hätten wir geklärt. Jetzt widme ich mich meinem Feierabend. Morgen habe ich wieder ein Intervalltraining, wie oben erwähnt übe r10 x 400 Meter. Das mache ich natürlich auf der Laufbahn. Ich hoffe mal, mein Oberschenkel-/Hüft-/ Rückenproblem lässt das Training morgen normal zu. Aber wie ich gestern feststellen konnte, verschwinden die Schmerzen ja nach etwa einem Kilometer. Ich hoffe morgen wieder auf diesen Effekt!

Dienstag, 2. September 2008

15 Kilometer - IN REKORDZEIT

Oha, auf die Strom- und Wasserrechnung bin ich mal gespannt. Seit ner Woche bade ich (muskelbedingt) jeden Tag; heute tat ich das nach meinem Lauf sogar dreimal. Also ich liess zweimal das Wasser ablaufen und neues Wasser ein, da es mir viel zu schnell wieder zu kalt wurde. Wie auch immer: diese Badesessions habe ich dringend nötig, anders ausgedrückt: meine Beine werden es mir danken! Alle anderen Möglichkeiten, die Muskel zu wärmen haben leider versagt. Ich gehe jeden Abend mit zwei Wärmflaschen ins Bett, trage tagsüber im Büro inzwischen Radlerhosen (wohlgemerkt: ich habe schon noch eine Jeans drüber) und hantiere aktiv mit ABC-Salbe und Voltaren. Wobei ich mit ABC-Salbe jetzt aufhören werde; das Zeug hat mir heute die asozialste Nacht meines Lebens beschert.

Ja, notwendig ist das Muskelwärmen nach wie vor, da ich diese komische Sache in meinem linken Oberschenkel nach wie vor habe. Es fühlt sich aber nicht an, wie ein Zerrung, sondern eher so als sei das Oberschenkelgelenk ausgekugelt – in einer leichten Form. Also das klingt jetzt dramatischer als es ist. Aber Ihr kennt sicher dass Gefühl (z.B. aus den Armen), dass irgendwas nicht stimmt. Also dass man den Eindruck hat, es müsste irgendwie mal kurz „knack“ machen und dann ist das Gelenk wieder da wo es hinsoll. So fühlt sich das an!

Diese komische Muskel- oder Gelenkscheisse hat mich dann aber nicht davon abgehalten, heute laufen zu gehen; ich wollte es zumindest mal probieren. Nach etwa einem Kilometer waren dann diese anfänglichen (leichten) Schmerzen auch weg und ich konnte ganz „normal“ laufen; leider kann ich aber auch schon sagen: mittlerweile ist das komische „ausgekugelte Gelenk“ leider wieder am Start. Ach ja, und weil das letzte mal schon wieder so lang her ist: eine Blase habe ich mir ausnahmweise auch mal wieder gelaufen. Ist aber nicht so überraschen, hab ja erst nächste Woche meine Einlagen-Anpassung!

Vorgenommen hatte ich mir heute einen GA2-Lauf - also einen „lockeren Dauerlauf“ - über 15 Kilometer. Da ich aber eh unterwegs nicht steuern kann, ob mein Lauf nun „langsam“ oder „locker“ ist, entschied ich mich, ihn zügig durchzuführen. Mein kleiner Traum dabei war, die 15 Kilometer mit einer Kilometerzeit von 6 Minuten zu absolvieren. Dazu sei zu sagen, dass ich das bis heute noch nichtmal 10 Kilometer in einer Stunde gelaufen bin; dies also sehr herausfordernd für mich war!

Erstmals legte ich heute auch meinen Laufgürtel (mit 3 Flasks) an und nahm ein Päckchen „Power Gel“ als Wegzehrung (schwäbisch „Väschber“) mit. Zwar war es die ersten 2-3 Kilometer etwas ungewohnt mit dem Gürtel zu laufen, aber danach gewöhnte ich mich daran und später war ich einfach nur froh, dass ich ihn dabeihatte.

Wieder mal vergessen hatte ich mein Hundespray, war aber nicht so schlimm denn Jermaine war offensichtlich drinnen und/oder er hatte heute schon einen Läufer gerissen. Diesmal hatte ich sogar die Kamera dabei, aber irgendwas stimmt damit nicht. Hatte sich ja schon in Cadzand angedeutet - irgendwie spinnt der Akku. Echt saubehindert! Naja, statt wieder Stress mit Jermaine anzufangen, gab es heute mal Konfrontationen mit einem anderen Tier; das ist kein Witz. Circa 500 Meter nach dem Hunde-Bauernhof kam mir ein Bauer mit Kuh an der Leine entgegen, neben ihm lief ein Stallbursche oder was auch immer. Da der eine links, der andere rechts lief, entschied ich zwischen den beiden durchzulaufen. Erst circa zwei Meter vor den dreien bemerkte ich eine riesige Pfütze in der Mitte und machte einen ruckartigen Schritt nach rechts; dummerweise in Richtung Kuh. Zwar war zwischen Kuh und mir immer noch locker 1-2 Meter Platz, aber das Vieh erschrak komplett und beschloss ein bisschen durchzudrehen. Das Ding wäre fast komplett abgegangen und der Bauer hatte reichlich Probleme, das Amok laufende Vieh wieder zu beruhigen. Für einen kleinen Moment sah es sogar so aus als würde sich die Kuh losreissen. Aber nachdem der Bauer kurz mal durchgeschüttelt wurde, hatte er wieder die Kontrolle übernommen. Das Fluchen und seine Beschimpfungen in meine Richtung hörte ich (der ich mit Blick in Richtung des Geschehens) meinen Lauf nicht unterbrochen hatte noch locker 200 Meter später. Ich entschuldigte mich zwar lautstark, sehe aber eigentlich nicht unbedingt meine Schuld. Ganz im Ernst: ich hätte nie gedacht, dass ein 500 Kilo-Monster so schreckhaft ist, wenn ich mal ruckartig nen Meter näher komme. Anyway, ging ja alles gut und auf dem Heimweg war ich nicht ganz unglücklich darüber, dass der Kollege und ich uns auf meinem Rückweg nicht nochmal trafen!

Kurz mal was anderes: WAS IST DANN DENN für eine übel inszenierte Abschiedsfeier vom Oliver? Habt Ihr das gesehen? Wie in die Katakomben geht und einfach durch die Flure der Arroganz-Arena läuft ohne irgendwen zu treffen. Um dann in der Kabine erstmal was zu trinken und zwei Minuten stumm dazustehen und gefilmt zu werden? Naja egal, zurück zu meinem Lauf:

Ich merkte zwar, dass meine Kilometerzeiten immer etwas weiter abnahmen, versuchte aber gegen die Uhr anzukämpfen. Und bei Kilometer 10 zog ich dann meinen Joker: das Päckchen „Power Gel“. Dieses Zeug sollte man bei längeren Läufen alle 30-45 Minuten nehmen und wenige Sekunden später mit 400ml Wasser nachspülen. Letzteres liess ich mir nicht zweimal sagen, denn die Konsistenz dieses Gels ist wirklich hochgradig WIDERLICH. Das fühlt sich im Mund an wie Zahnpaste, die mit einerschimmeligen Pelzschicht überzogen. Also das Zeug im Mund zu haben ist so was von ekelhaft, dass man es automatisch runterschluckt. Die Hälfte davon bleibt aber im Hals kleben, was auch die 400ml zum runterkriegen erklärt. Geschmacklich war das Zeug zwar absolut nicht definierbar, aber es hat nicht so schlecht geschmeckt. Eben habe ich auf der Packung nachgelesen: es war Zitrone!

Zu meiner grossen Verwunderung fiel es mir auch nicht schwer, das Zeug bei mir zu behalten. Mein Magen nahm es in jedem Fall deutlich besser an als die „Power Bar“-Riegel. Das Gel sollte also eine geeignete Option für meine langen Läufe darstellen! Ich redete mir sogar ein, dass ich kurz nach Einnahme des Gels wieder mehr Kraft hatte; allerdings war das vermutlich eher ein Placebo-Effekt; keine Ahnung...

In meinem Kampf gegen die Uhr hatte ich fast die ganze Zeit eine Minute Vorsprung. Allerdings kam das Ticken immer näher und genau bei Kilometer 13 war es dann soweit und die Uhr und ich waren gleichauf. Da es bergauf ging, konnte ich leider nichts mehr entgegensetzen. Ich musste die verf**** Zeit einfach ziehen lassen. Als es dann 1,2 Kilometer vor meiner Wohnung wieder eben wurde, schlug ich zurück. Und auf diesen letzen Metern schaffte ich dank einem Kraftakt (Endspurt kann man das aber DEFINITIV NICHT nennen), die rund 15 Sekunden aufzuholen und kam tatsächlich vor der Uhr an meiner Wohnung an. Die Uhr zeigte 1:29 Stunden. Sekunden werden nicht angezeigt, aber es dürften schon so 45-50 gewesen sein. Anyway, ich habe es geschafft und meinen bisher besten Lauf abgeliefert. Wobei „bester“ natürlich relativ ist; denn meiner Zeit stand ein durchschnittlicher Puls von 175 gegenüber also über 85% von meinem HFmax. Mein höchster Puls heute belief sich auf 184 was eigentlich noch ein ganz akzeptabler Wert ist; aber wohlgemerkt: auch RELATIV!

Leider muss ich sagen, dass das heute meine absolute Leistungsgrenze war. Schneller kann ich nicht – also zumindest nicht 15 Kilometer. Ab jetzt hilft vermutlich nurnoch Beine rasieren oder so. Was den positiven Nebeneffekt hätte, dass ich auf einen Schlag sogar noch 2 Kilo abnehme (Notiz im Geiste!). Ansonsten ruht meine Hoffnung auf dem Training. Das muss aber schon richtig anschlagen, damit ich das Tempo 42,195 Kilometer laufen kann. Im Moment sehe ich das aber nicht...

Nun sitze ich hier im Wohnzimmer, trinke Wasser mit Magnesium und „Gelenk-5in1-Brause“. Das Magnesium ist mit Geschmackssorte Zitrone noch einigermassen annehmbar. Das Gelenk-Zeug (was wahrscheinlich nur für 87jährige nach der Hüftoperation gedacht ist) ist da deutlich kreativer: Rhabarber-Vanille. Das ist nicht nur von der Grundidee her schon total widerlich, sondern es schmeckt auch genauso wie man sich das vorstellt.

Nun freue ich mich aufs Bett und auf einen trainingsfreien Tag morgen. Dennoch werde ich mich morgen mal melden um meine Planungen für die langen Läufe vorzustellen. Und vor allem die Frage zu diskutieren, wo ich diese langen Läufe absolvieren sollte. Da bin ich noch immer nicht so ganz sicher, werde die Frage aber bis spätestens nächste Woche entschieden haben müssen!

Ach ja, solange noch der 2. September ist, kann ich noch 4 Zeilen aufbringen um dem Kollegen aus Kessnich herzlich zum Geburtstag zu gratulieren. Herzlichen Glückwunsch und alles Gute, mein Bester! Und morgen erkläre ich dir vielleicht mal, wie man mit seinem Mobiltelefon eingehende Anrufe annimmt!

Montag, 1. September 2008

Greifenseelauf

Wie man der Überschrift schon entnehmen kann: gelaufen bin ich heute nicht. Das liegt daran, dass ich aufgrund Monatsabschluss heute bis kurz vor 7 im Büro war und es hier dann schon stockdunkel war. Allerdings kam mir das auch entgegen, da ich mal wieder muskuläre Beschwerden habe. Diesmal geht es allerdings nicht in Richtung Verhärtung, sondern es fühlt sich an wie eine leichte Zerrung. Zur Entwarnung kann ich allerdings sagen: das hatte ich bereits bei meinen Intervallen am Samstag und die habe ich ja auch überlebt. Dennoch: ich operiere (wie schon die letzten Tage) mit Voltaren, ABC-Salber, Wärmflaschen und heissen Bädern und vielleicht ist es ja dann bis morgen ganz weg und ich kann meine 15 Kilometer normal absolvieren. Bis es soweit ist, kann ich aber nochmal auf meine Wettkampfplanung eingehen:

Denn nach dem Willi-Nickel-Stadtlauf steht nun in knapp 3 Wochen also “Road to Frankfurt – Part II” auf dem Plan. Am 20. September 2008 nehme ich am Greifenseelauf – einem Halbmarathon in der Nähe von Zürich – teil.

Der Halbmarathon 5 Wochen vor dem eigentlichen Wettkampf ist ein wichtiger Milestone – für die Vorbereitung praktisch unerlässlich. Zum einen lernt man dabei einen Lauf unter Wettkampfbedingungen, erlebt also den Druck und den Stress, bzw. das Lampenfieber. Und zum anderen lässt die Halbmarathon-Zeit eine ziemlich exakte Aussage über die spätere Marathon-Zeit aus. Die Faustregel lautet hier, die Halbmarathonzeit mit dem Faktor 2,1 zu multiplizieren.

Rückwärts gerechnet sollte ich somit übernächsten Samstag nicht mehr als 2:08 Stunden für die Geschichte brauchen! Bei allem Zweckpessimusmuss auf der einen Seite, und jedem noch so grossen Glauben an meine Fähikeiten auf der andere Seite: DAS WERDE ICH LEIDER UNMÖGLICH SCHAFFEN! Ich schaffe ja gerade mal 10 Kilometer in einer Stunde. Wie soll ich da bitte über 21 Kilometer in 2:08 Stunden schaffen? Um das zu schaffen habe ich 6 Minuten pro Kilometer. Das ist – wie gesagt – auf 10 Kilometer für mich machbar. Aber auf über 20 Kilometer läuft der Hase (bzw. der Haile) da halt ganz anders.

Naja, ich verlass mich darauf, dass das Training in den letzten zwei Wochen Wunder wirkt und ich den Greifenseelauf dann einigermassen akzeptabel hinter mich bringe. Entgegen erster Ankündigungen wird mein Chef (Gott sei Dank) nicht teilnehmen – das wäre wirklich eine ganz üble Demütigung geworden. Allerdings wird mit Thomas, aus Basel mit dem ich auch zu den Basel-Spielen gegangen bin, ein anderer Kollege starten. Dummerweise ist auch der auf einem völlig anderen Leistungsniveau sodass es definitiv ein übler Tag werden wird. Die einzige Motivation, das Ding in 2:08 Stunden zu laufen kommt ausnahmsweise mal vom Deutschen Fussballbund. Denn an jenem Samstag spielt die Eintracht bei den königs(pilsener)blauen, arbeitslosen Bergarbeitern in Gelsenkirchen. Ich würde zwar viel lieber Gegenstände auf NADW schmeissen, aber das geht dieses Jahr dann halt mal nicht. Gibt schliesslich Sachen, die wichtiger sind.

Der Lauf beginnt um 12.30 Uhr, ich brauche wenns wie erhofft läuft, also bis 14.40 Uhr. Und dann werde ich aber mal so was von direkt in mein Auto springen und wie ein Bekloppter Heimfahren. Von Uster (wo das Ziel ist) bis braucht man mit dem Auto etwa 55 Minuten. Wenn es perfekt läuft, könnte ich dann kurz nach dem Anpfiff daheim sein. Ja, eine bessere Motivation kann es eigentlich nicht geben. Selbst Geld würde mich wahrscheinlich nicht schneller laufen lassen!

Korrektur: VON WEGEN!!! Lese eben nochmal auf der Homepage nach. Die Kinderläufe beginnen um 12.30 Uhr, aber nicht der Halbmarathon. Die Halbmarathons beginnen um 14.45 Uhr – und da wird Blockweise alle 8 Minuten gestartet. Ich weiss natürlich noch nicht, in welchen Block ich komme, aber da ich als angepeilte Zielzeit 2:00 Stunden angegeben habe, wird es sicherlich ziemlich weit hinten sein. Etwa 6000 Meldungen hat es bis jetzt; ich hoffe mal es werden nicht zu viele Blöcke! Aber so oder so: ich werde sicherlich nicht vor 18 Uhr im Ziel sein und man bekommt sein Zeitmess-Chip-Pfandgeld auch erst nach der „gemeinsamen Zielversorgung“ zurück. Geil, muss ich erst mit 5'000 Eidgenossen Nudeln essen bevor ich gehen darf? Pf, was für ne Verarsche... Ach ja, und dann muss man noch auf den Bus warten, der einem zum Parkplatz bringt. Das wird wahrscheinlich Mitternacht bis man da wegkommt.

Naja, brauch also dann am Samstag auf jeden Fall die Ergebnisse aufs Handy. Komme darauf aber nochmal zurück. Ach ja: habe noch 4 Sitzplatzkarten, Gästeblock, Veltins-Arena für den 20. September 2008 abzugeben. Interessenten einfach melden!

So, morgen nächster Lauf. 15 Kilometer dann, ich hoffe mal der linke Oberschenkel macht mit. Werde voraussichtlich etwas früher im Büro Schluss machen, heute wurde es nämlich schon um 18.30 Uhr ziemlich dunkel hier!

Samstag, 30. August 2008

7 x 1000 Meter Schmerzen - Intervalle Vol 3

Nach demk Aufstehen stand zunälchst eine Einkaufstour im Vaterland auf dem Plan. Eigentlich musste ich nur zu meiner Bank, aber es bot sich an, diese dann gleich mit einem Besuch des E-Centers zu verbinden. Ist zwar viel teurer als der der Lidl, aber da ich die Stiftung boykottiere blieb mir gar nichts anderes übrig. Und schliesslich ist es immer noch rund 20% billiger als bei den Eidgenossen. Mein Einkaufszettel liess sich, wie der von Christian Ströble oder einer anderen ökofaschistischen Lichtgestalt. Bananen, Nektarinen, Salat, geschmacksloser Joghurt, Calcium-Tabletten, Magnesium-Tabletten, Gelenk-Tabletten, Vollkornnudeln (8 Packungen), Vollkornbrötchen, eine Öko-Papiertüte und (als einzige Sünde) Tomatensauce. Wie gesagt, klingt wie von nem Öko; oder aber wie von nem Leistungssportler (*hüstel*).

Nach dem Abklappern diverser Einrichtungen in Deutschland und der Schweiz, war ich gegen 13 Uhr wieder zu Hause, wo ich ein ausgedehntes Frühstück nahm: einen „Power Bar“-Riegel mit Apfel-Zimt-Geschmack. Dazu muss man jetzt wissen, dass ich Zimt hasse wie die Pest. Ekelhaft, aber was anderes hatte ich grade nicht da; zumindest nichts, was sich kurz vorm Laufen zu essen eignet. Nach diesem tollen Mahr machte ich mich bereit (das Wort „fertig“ hebe ich mir für später auf) und lief um 13.50 Uhr auf der Tartanbahn des FC Brugg auf:

Nach 2-3 Runden warmlaufen begann ich dann bei unzumutbarer Hitze meine Intervalle. Die Geschwindigkeit für die schnellen Abschnitte sollte gemäss 10-Kilometer-Wettkampftempo sein. Ich habe mir hier mal eine theoretische Zeit von 50 Minuten, also einer Kilometerzeit von 5 Minuten gesetzt. Hitzebedingt war mir aber fast klar, dass ich das nicht durchhalten würde. Die Luft war einfach zu dünn. Ich erlegte mir daher auf, immer zwischen 5 und 6,5 Minuten zu laufen.

Zwischen den „schnellen“ Kilometern durfte ich 400 Meter traben, was ich beinahe im Gehtempo machte. Diese Abschnitte nutzte ich dann auch jedes Mal um mich mit Wasser zu versorgen. Es war einfach zu heiss, um ohne Wasser auszukommen. Vor allem nachdem ich heute hörte, dass Ümit’s Zusammenbruch daher rührte, dass er vor dem Spiel zu wenig gegessen oder getrunken hatte. Jetzt mal ganz ehrlich: das nehme ich absolut Ernst. Vor allem weil ich gegebenenfalls keine so schnelle medizinische Versorgung bekomme wie er. Und wenn das tatsächlich von zu wenig Nahrung kommen kann, dann habe ich (bei meinem Verzicht auf das morgendliche Frühstück und sonstige Ess-Unregelmässigkeiten) da definitiv ein Risiko. Aber zurück zum Trinken: durch den ekelhaften Riegel vorher und das permanente Wasseraufnehmen musste ich jeweils rund 200 Meter hinter der Tränke total widerlich Apfel-Zimt-Geschmack aufstossen. Das ist natürlich kein Zustand, der mir für den Marathon akzeptabel erscheint.

Das erste Intervall lief noch ziemlich gut und ich blieb sogar unter den 5 Minuten, dafür wurde es dann aber immer schlechter. So ab dem 4. Intervall dürfte ich dann konstante Zeiten gelaufen sein; um die 6 Minuten. Allerdings wurde mein Puls immer höher und meine Beine waren mehr als gefordert. Das hat ab dem 3. Durchgang schon wehgetan und wurde bis einschliesslich des sechsten noch immer übler. Erst mit Beginn des siebten schnellen Teils kam so was wie Euphorie über das baldige Trainingsende auf und Kopf und Beine bekamen nochmal einen kleinen Schub. Das Pulsabklingen hat nicht sonderlich gut funktioniert. Trotz der Trabpausen erholte sich mein Puls ab dem vierten Intervall nicht mehr auf unter 180. Und ich japste sogar in meinem Gehtempo nach Luft wie bekloppt.

In Zahlen ausgedrückt: mein höchster Puls während des Laufs war 189, mein durchschnittlicher Puls lag bei 182. Für die 7 x 1000 Meter-Intervalle (inkl. sechs 400m-Trabpausen) brauchte ich 56:59 Minuten; sagen wir einfach 57 Minuten. Ich schätze für die Trabpausen brauchte ich jeweils etwa 3 Minuten. Das bedeutet für die 7000 Meter schnelle Strecke brauchte ich 39 Minuten; pro Kilometer also 5:35 Minuten. Das kann man natürlich nicht hochrechnen, da ich ja zwischendurch langsame Abschnitte hatte. Aber die langsamen Passagen haben natürlich nicht nur Vor- sondern auch Nachteile. Dieses ständige Geschwindigkeitswechseln verhindert schlichtweg, dass man auch nur annähernd zu einem Rhythmus findet. Im Hinblick auf nicht ganz regenerierte Beine, das suboptimale Essen zuvor und die brütende Hitze bin ich eigentlich sehr zufrieden. Ach ja, zwei weitere Dinge waren ebenfalls noch stark leistungsmindernd. Zum einen wurden während meinem Lauf auf der Tartanbahn irgendwelche provisorischen Trainerbänke (für ein wohl später folgendes Spiel) aufgebaut, viel schlimmer war aber: das Stadion wurde in den letzten 15 Minuten meines Trainings mit Musik beschallt. Unter anderem mit „Chum bring en hei“ – dem schweizer Song zur Weltmeisterschaft 2006. Wer das Lied kennt, wird verstehen, warum das stark leistungshemmend wirkt!

Nachdem sich (nach dem Auslaufen) mein Puls wieder auf etwa 200 halbiert hatte, kam ich sogar noch zu einem kleinen Video-Fazit:

Beachtlich war mal wieder, dass ich schon wenige Minuten nach dem Lauf wieder Glückshormone ohne Ende ausschüttete. Ist wirklich der Hammer wie gut man sich fühlt, sobald der unangenehme Teil auch nur ein paar Minuten zurückliegt. Und es gab für mich noch einen weiteren Grund zur Freude; um genauer zu sein hatte ich ein Jubiläum. Im Rahmen des heutigen Intervalllaufs spulte ich meinen 250. Trainingskilomter ab. Eigentlich sollte ich zwar schon viel mehr haben, aber diese Tatsache konnte meine Freude heute nicht wirklich trüben!

Noch mehr Glückshormone gab es dann während der Premiere-Konferenz wo die Eintracht (begrenzt verdient) zu einem Auswärtspunkt beim VFL Wolfsburg kam. Auch wenn sich mal wieder 2 verletzt haben. Wie lang soll das eigentlich noch so weitergehen? Um 18 Uhr fuhr ich dann noch nach Frick, wo ich mir den Kick meines Kollegen Elias ansah. Der verlor beim FC Frick allerdings mit seinem FC Wettingen mit 1:4.

Jetzt sitze ich zu Hause und schreibe diesen Quatsch hier, während gleich einer meiner absoluten Lieblingsfilme im Fernsehen kommt; „Falling Down“. Daher jetzt in aller Schnelle: morgen ist trainingsfrei, allerdings muss ich aufräumen. Ich muss wohl mal wieder der nuhrschen Philosophie folgen und „aufräumen, bevor die Fruchtfliegen den Haushalt übernehmen!“. Am 20. September (also in 3 Wochen) laufe ich den Greifenseelauf; einen Halbmarathon. Daher werde ich die nächsten 3 Wochen nun auf diesen Termin ausrichten. Ein Paar Infos zum Greifenseelauf und zu der Rolle, die er in der Marathon-Vorbereitung einnimmt, werde ich morgen oder übermorgen folgen lassen! Weiter geht es mit Laufen für mich entweder am Montag mit 12 Kilometern, oder aber am Dienstag mit 15 Kilometern. Das ist abhängig, ob ich am Montag schon wieder kann oder noch einen Tag länger brauche.

Freitag, 29. August 2008

27. Dresdner Kleinwort Frankfurt Marathon - Starterinformationen

Tja, der Joscha hat sich mittlerweile aus der Verantwortung gezogen. Finde das zwar nicht ganz in Ordnung; WARUM FRAG ICH EIGENTLICH EXTRA??? Aber gut, man kann den Jungen ja nicht zu seinem Glück zwingen. Damit Ihr Euch mal ein etwa näheres Bild davon machen könnt, worauf ich mich mit meiner fixen Idee genau eingelassen habe (und was der Joscha so alles verpasst), hier mal ein paar Infos zum 27. Dresdner Kleinwort Frankfurt Marathon, der sich am 26. Oktober 2008 zutragen wird:

Die Streckenführung sieht wie folgt aus (zum vergrössern einfach anklicken):

Wenn man die ganzen Wendungen und Zickzackkurse (insbesonder im Start-/Zielbereich) sieht, kann man nur froh sein, dass ich so langsam laufe. Sonst würde mir bestimmt schwindlig werden. Erst jetzt wo ich mir den Plan mal genauer ansehe, wird mir bewusst, wie viel 42 Kilometer eigentlich sind. Junge, worauf hast du dich da eingelassen!?!

Die Startbereiche:

Gemäss der zu erwartenden Zielzeit werden die Läufer schon beim Start gestaffelt. Alle Läufe, die erstmals an einem Marathon teilnehmen, kommen in den hintersten Startblock, den sogenannten „Festhallen-Block“. Die absolute Elite startet ganz vorne im „Asics-Block“. Die genaue Abstufung sieht wie folgt aus:

Asics-Block: Internationale Spitzenläufer und Läufer mit Zielzeit bis 3:00 Stunden

Dresdner Kleinwort-Block: Läufer mit Zielzeit zwischen 3:00 und 3:30 Stunden

Skoda-Block: Läufer mit Zielzeit zwischen 3:30 und 4:00 Stunden

Maritim-Block: Läufer mit Zielzeit zwischen 4:00 und 4:30 Stunden

Rosbacher-Bock: Läufer mit Zielzeit zwischen 4:30 und 5:00 Stunden

Festhalle-Frankfurt-Block: Läufer mit Zielzeiten über 5:00 Stunden und alle Erstteilnehmer an einem Marathonlauf.

Das miese an meinem Starter-Block ist einfach, dass ich einerseits circa 700 Meter mehr laufen muss als die Läufer im ersten Block und ich vor allem nicht vom Start an 4:30-Stunden-Läufer um mich rum habe, sonder die starten 2 Blöcke vor mir. So kann ich mich aber leider nicht von anfang an, an Läufern in meinem Zeitbereich orientieren. Das könnte wirklich zum Problem werden! Womit wir auch schon beim nächsten Punkt wären.

Zielzeit-Orientierung:

Einen ziemlich coolen Service stellt der Veranstalter zur Verfügung. Es werden diverse Organisation-Leute mitlaufen, die darauf getrimmt sind, eine ganz ekxakte Zielzeit zu laufen, während sie übergrosse (für jeden erkennbare) Lufballons tragen, die mit der Zielzeit bedruckt sind. Es läuft also z.B. ein Läufer mit, der genau 4 Stunden für den Marathon braucht und einen Luftballon mit der Aufschrift „4:00 Stunden“ trägt. Die Kerle nennen sich Zug- bzw. Bremsläufer und helfen Marathonis, sich dank der Luftballons ständig an der eigenen Zielzeit zu orientieren. Mein Problem ist dabei: ich starte im Festhallen-Block und werde dadurch (laut Veranstalter) die Startlinie erst 10 Minuten nach dem ersten Läufer überqueren (Kilometer-Durchlaufzeiten). Das bedeutet, sämtliche Luftballons haben vom Startschuss an, bereits 10 Minuten Vorsprung auf mich! Zwar kann es auch motivierend sein, den ein oder anderen Läufer zu überholen, aber darauf würde ich gerne verzichten wenn ich von Anfang an gleichschnelle Läufer, bzw. die Lufballons um mich hätte. Aber auch da muss ich wohl durch.

Marathon-Regeln:

Wer die 42,195 Kilometer (fuckfuckfuckfuckfuck….) als schnellstes läuft, hat gewonnen! Den Marathon muss man innerhalb von 6:15 Stunden schaffen, sonst wird man nicht gewertet. Ziemlich cool, zwischendurch dachte ich mal, es wären nur 5:30 Stunden. Und noch viel besser: sofern man ankommt, erhält man in jedem Fall die Finisher-Medaille; auch wenn man 8-12 Stunden braucht!

Zeitmessung:

Für die Zeitmessung wird den Läufern (sofern sie keinen eigenen haben) ein Chip zur Verfügung gestellt, der an den Laufschuhen zu befestigen ist und der die Zeiten an den einzelnen Kontrollpunkten (Messmatten) misst. Für den Chip zahlt man 31 Euro, bekommt aber nach Rückgabe 25 Euro Pfand wieder zurück. So gesehen kostet der Chip also nur 6 Euro. Eine der Messmatten (bei Kilometer 35) ist eine „Spendenmatte“. Mit überlaufen dieser Matte werden automatisch 3 Euro an „Caritas Frankfurt“ gespendet. Dann zahlt man sozusagen nur 3 Euro für den Chip und tut mit 3 Euro etwas Gutes für Jermaines Nachkommen…

Zeitverfolgung aus der Ferne:

Ich bin mir nicht 100%ig sicher ob das auch in Frankfurt angeboten wird. Aber vermutlich gibt es die Möglichkeit, die einzelnen Zwischenzeiten auch aktuell online zu verfolgen. Wer von Euch also nicht am 26. Oktober 2008 nach Frankfurt kommen kann, von dem erwarte ich zumindest eine 6:15 Stunden lange Unterstützung aus der Ferne. Ob das aber wirklich möglich ist, versuche ich nochmal abzuklären. A propos nicht nach Frankfurt kommen können. Eine absolute Hiobsbotschaft kommt hierzu vom Deutschen Fussballbund. An besagtem Wochenende spielt der FC gegen wen? Genau, gegen die Pillendreher aus Vizekusen! Da kann ich jetzt schon sagen: ich nehme es keinem Kölner übel, wenn er (bei Spielansetzung am Sonntag) nicht kommen kann. Der DFB ist halt aber auch sowas von ne dumme Hure!!! Die Eintracht spielt in Cottbus; das lasse ich hingegen als Absagegrund NICHT durchgehen!!!

Verpflegung:

Es gibt Versorgungs- und Erfrischungsstellen aufgebaut. Abwechselnd alle 2,5 Kilometer. Bei den Erfrischungsstellen gibt es nur Wasser zum Trinken und Wasser zum Eintauchen der Erfrischungsschwämme (die man sich dann über den Kopf ausfringt). An den Versorgungsstellen gibt es zudem Tee und Nahrung (umso später das Rennen wird, umso grösser das Nahrungsangebot). Ab Kilometer 15 gibt es z.B. Bananen und Trockenobst, ab Kilometer 30 gibt es dann auch Cola.

Es gibt auch die Möglichkeit, sich mit Eigenverpflegung versorgen zu lassen. Diese muss man morgens um 8.00 Uhr abgeben. Dieses Angebot wird aber nur ambitionierten Läufern mit Zielzeiten von maximal 2:45 Stunden zur Verfügung gestellt. Wäre das mit der Zeit nicht gewesen, hätte ich als ambitionierter Läufer natürlich davon gebraucht gemacht. Dann hätte ich den Pennern mal schön ne Rolle Pringles gegeben, mit der Bitte, sie mir bei Kilometer 8 zu reichen. Aber geht ja leider nicht…

Toiletten hat es analog zu den Versorgungsständen ebenfalls alle 2,5 Kilometer. Jeweils ganze 2 Stück. Ich dachte erst, ich lese nicht richtig. Auf der ganzen Strecke 32 Toiletten für 12.000 Läufer? Wie soll das bitte gehen? Gut, ich heisse weder Fabian, noch Tobi, aber trotzdem: immerhin nimmt man ja während so nem Marathon 4-6 Liter Flüssigkeit zu sich. Und davon schwitzt man nun mal nicht alles aus. Also ich bin mal sehr gespannt wie das gut gehen soll…

Zu beachten:

Wer seine Startnummer (bzw. die Schriftzüge darauf) verändert, verdeckt oder umknickt wird disqualifiziert. Wer sich auf seinem Lauf von einem Fahrradfahrer begleiten lässt, wird disqualifiziert. Wer eine der Zeitmessmatten nicht überläuft, die entsprechenden Zwischenzeiten also nicht nachweisen kann, wird disqualifiziert. Uiuiui, da schwebt ja der Hammer der Gerechtigkeit. Wobei die Frage erlaubt sei: welcher Schwachkopf hat sich bitte mal von nem Fahrradfahrer begleiten lassen, sodass sich die Regelmacher dazu genötigt sahen, dies zu verbieten???

Naja, wie auch immer. Immer wenn ich dieses Info-Heftchen hier lese werde ich sofort komplett nervös. Allerdings ist es eine positive Nervosität. Ich werde echt immer heisser dieses Ding zu laufen und kann nur hoffen, dass bis dahin alles einigermassen gut läuft.

Heute Abend war ich ein bisschen mit dem Fahrrad unterwegs. Es waren zwar nur 45 Minuten, aber es reichte, um meine 15 Kilometerstrecke komplett abzufahren und mir dabei genaue Kilometermarkierungen zu machen. Diese brauche ich, um meine Zeiten per Kilometer besser überwachen zu können und um schnelle Läufer bewusster zu absolvieren! Z.B. in Fällen, in denen es heisst: „die letzten 5 Kilometer im Marathonrenntempo (MRT)“ oder ähnliches.

Nun sitze ich hier und schaue den FC beim KSC. Was für ein übler Kick; irgendwie ganz anders als ihn der Joscha mir per Email angekündigt hatte. Und zu allem Übel wurde der normale Premiere-Zuschauer beinahe Live-Zeuge eines Todesfalls in der Bundesliga. Der Kölner Ümiz Özat hat seine Zunge verschluckt, ist umgefallen und liegen gebliegen. Erst nach einigen Minuten konnte Entwarnung gegeben werden. Das waren einfach nur Minuten, in denen es einem eiskalt den Rücken runtergelaufen ist. Der Schiri hat die Kölner sogar gefragt, ob sie weiterspielen wollen. Wollten sie, was eine gute Entscheidung war. Denn in diesem Moment treffen sie zum 2:0 durch Radu und tüten die ersten 3 Punkte in der neuen Saison ein. Glückwunsch!

Ich erfreue mich jetzt noch ein bisschen an meinen Knieschmerzen und gehe dann pennen. Morgen früh muss ich kurz nach Deutschland einkaufen. Danach heisst es dann mal wieder Intervalltraining: 7 x 1000 Meter. Das mache ich wieder im Stadion des FC Brugg. Danach holt sich die Eintrach in Wolfsburg ne Klatsche ab und den Sporttag schliesse ich mit dem Spiel FC Frick II – FC Wettingen 95 II, wo ein Kollege aus der Logistik mitspielt. Sonntag wird dann ein Ruhetag. Auf den freue ich mich jetzt schon wieder…

Donnerstag, 28. August 2008

Trainings(wieder)einstieg - 10 Kilometer Vol. 17

Also mal eines vorab: Ihr braucht Euch keine Sorgen um mich zu machen; ich lebe NICHT im verklärten Glauben, dass mich die Ansammlung von 10 Kilometer – Läufen meinem Marathon-Ziel näher bringt. Das dürfte auch einer meiner letzten dieser Läufe gewesen sein. Ab jetzt folgen eigentlich nurnoch langsame längere, oder aber kurze schnelle Läufe. Jedoch: nach meiner einwöchigen Zwangspause war die 10 KM-Hausstrecke wohl der sinnvollste Wiedereinstieg.

Zwar waren meine Beine nach wie vor etwas lädiert, allerdings wollte ich es heute endgültig wissen. Zumal ich im Moment dabei bin, krank zu werden. Und so hätte ich im Zweifelsfall dann zumindest zwischendurch mal was gemacht. Eigentlich wollte ich nach 30 Metern (in Höhe des Restaurant Tannegg) schon wieder abbrechen, aber ich biss auf die Zähne und merkte, dass die Schmerzen zumindest nicht schlimmer wurden – fühlte sich einfach an wie ein starker Muskelkater. So liess sich dann eigentlich alles einigermassen aushalten auch wenn es natürlich nicht sonderlich intelligent war, unregeneriert zu laufen. Allerdings habe ich es einfach nicht mehr ausgehalten, hier untätig rumzuhängen.

Besonders erfreuliches gibt es noch von meinen Füssen zu berichten. Ich lief heute wieder die „Brooks“, diesmal aber auf Anraten des City-Sport-Verkäufers ohne meine Einlagen. Und siehe da: ich habe keine Blase, nicht einmal eine gereizte Stelle. Meinen Füssen geht es BLENDEND!!! Daraus ergeben sich zwei Erkenntnisse: 1.) Das Problem scheinen die Einlagen zu sein, die ich am 10 September dann nochmals werde anpassen lassen! 2.) Notfalls steht mir immer noch die Option offen, den Marathon ohne die Einlagen zu laufen. Schliesslich habe ich nach dem heutigen Laufe auch keine Anzeichen darauf, dass meine Fussentzündung zurückkommt. Aber natürlich setze ich meine Hoffnungen eher in die erste Option.

Zum Lauf selbst: mit 1:06 Stunden habe ich eine verhältnismässig passable Zeit erreicht; insbesondere im Hinblick darauf, dass ich durch die Muskeln sehr gehandicapt war und ich zudem ja eine Woche lang gar nichts gemacht habe! Weiterhin erfreulich ist, dass ich den ersten und den zweiten Teil der Route in exakt der gleichen Zeit gelaufen bin; ich also eine sehr konstante Leistung abgeliefert hat. Das ist eigentlich die erfreulichste Erkenntnis, da "normalerweise" (besser üblicherweise; normal ist das nämlich nicht) meine Kilometerzeiten immer schlechter wurden!

Leider hatte ich nicht den allerbesten Puls und vor allem (laut meiner Uhr) einen maximalen Puls von 195. Also ich kann es natürlich nicht vollkommen ausschliessen, aber eigentlich kann da nur ein Fehler vorliegen. Ich war an keiner Stelle des Laufs auch nur annähernd an meiner Leistungsgrenze und bei einem Puls von 195 wird mir normalerweise schon dunkel vor den Augen. Ich tippe also auf einen Messfehler. Aber dennoch: mein Puls war nicht wirklich gut; allerdings auch nicht so schlecht, dass er mir jetzt Kopfzerbrechen bereiten würde.

Da der Joscha zu den Leuten gehört, die sich in Büchern (auch in seriösen wie z.B. Geschichtsbüchern) vornehmlich über die Bilder freuen, kam von ihm die Bitte, die Berichte meiner sportlichen Betätigungen vermehrt visuell auszuschmücken. Konkret wünscht sich der Bub vermehrt selbst erstellte Videos. Diesem Wunsch werde ich natürlich gerne entsprechen und wollte dies eigentlich auch heute schon beginnen. Aber da mein Digicam-Akku leer war, musste die Sache verschoben werden. Allerdings wünscht sich der Joscha vermutlich eh allenfalls ein Video, auf dem zu sehen ist, wie die tollwütige Hundebestie mir die Unterschenkel abreisst. Und da das heute nicht passiert ist, war es sicher auch kein Problem, dass ich nicht gefilmt habe. By the way: dem Wauzi habe ich mittlerweile nen Namen gegeben. Ich nenne ihn von jetzt an „Jermaine“ – das soll bezwecken, dass gegebenenfalls meine Pfefferspray-Einsatz-Hemmschwelle kleiner ist wenn es zum grossen Show-Down zwischen uns beiden kommt!

Wie geht’s weiter: eigentlich wollte ich morgen wieder laufen, allerdings will mein Boss abends mit mir ein schweizer Bier trinken gehen und ich fürchte es könnte ein Kündigungsgrund sein, wenn ich mich dem entziehe. Ja ne, aber ich will muskelbedingt mit Laufen eher mal ruhig machen und morgen lieber ein Stündchen (oder ein halbes) Radfahren gehen. Am Samstag gibt es dann ein Intervalltraining; 7 x 1000m. Ach was freu ich mich darauf...

Lauf 17:
Zeit: 1:06 Stunden
Avr- HF: 160 / min
Geschw.: 9,09 km/h

Vergleich zum letzten Lauf:
Zeit: 1:05 Stunden (+1,5 %)
Avr. HF: 158 / min (+1,3 %)
Geschw.: 9,23 km/h (-1,5 %)

Vergleich zum ersten Lauf:
Zeit: 1:23 Stunden (-20,5 %)
Avr. HF: 157 / min (+1,9 %)
Geschw.: 7,23 km/h (+25,8 %)

Mittwoch, 27. August 2008

Laaaaaaangweilig...

Ey, noch zwei Tage sportliche Untätigkeit und ich drehe hier komplett durch. Ich würde echt nichts lieber tun als Laufen oder irgendnen anderen Sport. Meine Unausgeglichenheit macht mich langsam echt wahnsinnig. Morgen MUSS es einfach wieder mal soweit sein. Und eigentlich sieht es gar nicht mal soooooo aussichtslos aus!

Die Wärmetherapie scheint nämlich langsam aber sicher zu Verbesserungen zu führen. Was aber leider nicht bedeutet, dass alles wieder in Ordnung ist. Ich sitze jetzt aber schon wieder mit Wärmflaschen auf den Beinen rum und hoffe, morgen wirklich wieder laufen zu können. Die Chance schätze ich momentan so auf 50%.

Mittlerweile habe ich wohl auch den Grund für die Beschwerden festgestellt. Offensichtlich habe ich das Intervalltraining völlig falsch durchgeführt. Und zwar in praktisch sämtlichen Bestandteilen!

Zunächst mal sollten die schnellen Teile des Intervalltrainings NICHT volle Pulle gelaufen werden. Das ist komplett kontraproduktiv. Die schnellen Einheiten sollten so gelaufen werden, dass man beim ersten Durchgang genauso schnell laufen kann, wie beim letzten. Weiter ist auch das Tempo genau vorgegeben. Die schnellen Passagen sind im Marathon-Renntempo zu absolvieren, es soll also mitnichten „alles“ gegeben werden. Der dritte Fehler liegt in den zwischenzeitlichen Ruhephasen. Diese sollten 3 Minuten lang sein und nicht, wie von mir falsch angesetzt, 30 Sekunden lang sein.

In Summe kann es da nicht verwundern, dass ich mich total Überbelastet habe. Das schlimmste daran ist eigentlich: wegen meiner eigenen Dummheit habe ich mir nur eine komplette Trainingswoche geklaut. Ich kann versprechen, dass mir sowas schwachsinniges definitiv nicht nochmal passieren wird!

Morgen Abend versuche ich meinen angekündigten Lauf; sollte das nicht möglich sein, werde ich zumindest mal 60 Minuten Fahrrad fahren. Sollte das auch nicht gehen, halte ich mir die Option offen, am Freitag beim Arzt aufzulaufen…

Statt laufen habe ich den heutigen Abend mit Champions-League-Qualifikation (FC Basel gegen Vitoria Guimaraes) verbracht. Entgegen dem Spiel gegen den IFK Göteborg war ich heute aber für den Gast. Das sind zwar Portugiesen, aber irgendwie waren sie mir sympathisch. Einerseits erinnerte ich mich an meine Zeit in Guimaraes, wo ich 1993 ein 4wöchiges Terrorcamp bei der Separatistenbewegung CISV absolvierte. Und zum anderen hätte ich es den etwa 2`000 mitgereisten Gästen gegönnt. Denn Guimaraes ist einfach nur ein kleines Kaff und die Chance auf die CL war für diesen Verein sicherlich historisch einzigartig! Nebenbei ist der FC Basel auch nicht grade mein schweizer Liebling. Ich sag nur: „SüdkurveZürich - gmeinsam unufhaltsam!!!“

Naja, aber wie alles immer: kaum schenke ich einem Club Sympathien, schon wird er mit Erfolglosigkeit gestraft. Der FC Basel schlägt die Portugiesen mit 2:1 und zieht in die Champions League ein. War schon ein bewegender Augenblick, als dann die CL-Musik eingespielt wurde. Herr im Himmel, lass mich das einmal mit der Eintracht erleben; am besten gegen Basel!

In der CL-Hauptrunde werde ich entsprechend nicht mehr in Basel am Start sein. Auch wenn Thomas mich (als ich ihm das gesagt habe) angeschaut hat, als hätte ich grade auf eine Gehaltsverdoppelung verzichtet… Naja, ich bin wieder dabei, sobald der FCZ in der Champions League am Start ist. Ach ja, eine gute Nachricht gab es heute wenigstens auch noch: Schalke 04, das neue Therapiezentrum von JJ, hat sich mit einer demütigenden 0:4-Klatsche gegen Athletico Madrid erstmal aus der CL verabschiedet. Freude herrscht!!!

Anbei noch zwei Eindrücke, wie lustig Fernsehen manchmal sein kann. 2 absolute Klassiker aus „Kalkofes Mattscheibe“, dir mir gestern über den Weg gelaufen sind:

Und natürlich der absolute OBERKNALLER:

Dienstag, 26. August 2008

Laufschuhe: Klappe, die Fünfte - Equipment IIX

So, der Joscha ist jetzt für den 26. Oktober angemeldet – echt cool, dass sich jemand gefunden hat, der mitläuft. Ja, das war es dann aber auch schon wieder zum Thema Marathon von meiner Seite. Denn: gelaufen bin ich schon wieder nicht. Nach dem Aufstehen musste ich feststellen, dass meine Muskelverhärtung immer noch präsent war/ist. Ebenso war es heute Abend nach dem Heimkommen. Habe weiterhin mit meinen komischen Entspannungscremes und einem heissen Bad entgegengewirkt. Mal sehen, wann das endlich anschlägt! Nach reiflicher Recherche konnte ich folgendes zu Muskelverhärtungen herausfinden:

Eine Muskelverhärtung entsteht durch eine anhaltende Verspannung der Muskulatur, deren Ursache meist eine Überbelastung beim Sport ist. Sie entsteht dadurch, dass die anhaltend angespannten Muskelfasern die Kapillaren innerhalb der Muskulatur zusammendrücken was zu einer Einschränkung der Durchblutung und so zu einer anhaltenden Entzündung führen kann. Um weitere Verletzungen zu vermeiden, spannt sich die Muskulatur automatisch an, so dass eine sich selbstverstärkende Wirkung von Anspannung, verminderter Durchblutung und Entzündung entsteht. Die verbreitetste Maßnahme, um eine Muskelverhärtung zu behandeln, ist eine Massage, daneben fördert auch die Anwendung von Wärme die lokale Durchblutung und reduziert die Verspannung. In schweren Fällen werden zur Behandlung auch Entzündungshemmer und zentrale Muskelrelaxantien eingesetzt. Durchschnittlich dauert eine Muskelverhärtung bis zur Regenerierung 4 Tage. Jedoch kann es gut sein, dass die Verletzung auch nach einer Woche noch bestehen bleibt.

Zuletzt gelaufen bin ich am Mittwoch. Seit Freitag sind mir die Beschwerden bekannt, aber es ist davon auszugehen, dass sie auch schon Donnerstag, bzw. Mittwoch Abend vorlagen. Damit wäre es morgen genau eine Woche. Ich gehe also davon aus, dass der Quatsch bis Donnerstag weg ist. Sollte dem nicht so sein, werde ich dazu einen Arzt aufsuchen!

Anyway, heute hatte ich also erneut einen trainingsfreien Tag. Morgen wird es nicht anders sein, da ich ab 8 Uhr morgens Meetings habe und Abends wieder nach Basel zur CL-Quali (diesmal gegen Geromels Ex-Verein Vitoria Guimaraes) fahre. Oh Mann, so sehr wie morgen habe ich Basel noch nie die Daumen gedrückt. Denn sollte der FCB die CL-Quali nicht schaffen, wird das Supertalent Derdiyok allem Anschein nach zum grössten Drecksclub der Welt, TSG Hoppenheim, wechseln. Die 8 Millionen Euro zahlt der Dietmar ("Du bist der Sohn einer H*re") gerne. So läuft das heutzutage nunmal. Aber zu dem Thema mache ich irgendwann mal nen eigenen Blog auf!

Ich schweife schon wieder ab: Laufen kann ich daher erst wieder am Donnerstag. A propos laufen: mir läuft VERDAMMT NOCHMAL die Zeit weg (wie Morris richtig feststellte, sogar wortwörtlich). Ich bin mittelmässig verzweifelt und bin auch äusserst unausgeglichen. Habe hier mehrmals täglich mittelmässige Aggressionsanfälle. Ich glaube ich brauche den Sport inzwischen regelrecht.

Aber zurück zu meinem Problem: ich muss die ganze Sache wohl einfach hinnehmen und sie komplett auskurieren. Alles andere macht keinen Sinn. Schliesslich kann so was passieren; ich könnte ja genauso gut eine Grippe haben oder sonst wie krank sein. In solchen Fällen müsste ich den Sport ja auch auslassen. So gesehen nehme ich es (un) sportlich und warte brav!

Dennoch kann ich ja nicht ganz reglos hier rumsitzen. Daher habe ich soeben (als erste Massnahme) diesen Blogtitel umbenannt: von „Lauf!“ in „Lauf, du Pienser!“. Das hat jetzt nicht unbedingt was mit der aktuellen Muskelgeschichte zu tun, aber im grossen und ganzen verpasse ich hier deutlich zu viele Trainingseinheiten aufgrund irgendwelcher Wehwehchen. Zwar würde ich auch im Nachhinein nur jedes Training machen, dass auch wirklich geht, dennoch kann ich mich langsam ruhig mal wieder ein bisschen mehr unter Druck setzen!

Mein Plan ist, am Donnerstag dann einen langsamen, bzw. lockeren Lauf zu machen (über circa 10-12 Kilometer), am Freitag möchte ich dann 7 x 1000m – Intervalle angehen. Das bedeutet dann übrigens auch, dass ich am Wochenende nicht nach Seeheim kommen werde. In weiterer Konsequenz bedeutet dies auch, dass ich meinen Geburtstag nicht feiern werde. Stattdessen möchte ich Euch dann nach erfolgreichem (bzw. auch erfolglosem) Marathon gerne zu einer kleinen Feier nach Seeheim einladen. Die Einladungen folgen irgendwann!

Aber darum geht es jetzt eigentlich gar nicht. Zum wiederholten Mal möchte ich Euch über einen Teil meines Equipments informieren. Wie erwähnt habe ich mir am Freitag mal wieder ein Paar Laufschuhe gekauft; mein fünftes nun schon, seit ich mit dieser grandiosen Marathon-Idee angeschissen kam!

Es stammt von der Firma „Saucony“, die ich bis Freitag (bzw. bis zu meinem vorletzten Besuch bei City-Sport) noch nicht kannte. Allerdings machten die Schuhe schon beim ersten Anziehen einen tollen Eindruck. Sie sassen extrem fest, hatten vorne genug Platz und waren überaus bequem.

Direkt nachdem ich sie angezogen hatte, beschloss ich, sie zu meinen Wettkampf-Schuhen zu machen; vorausgesetzt natürlich, sie einigem sich mit meinen Füssen auf den Verzicht von Blasen und sonstigen Beschwerden. Am Freitag werde ich sie ggf. das erste Mal laufen; wobei sich neue Schuhe wohl nicht unbedingt dafür eignen, damit direkt Intervalle zu laufen!

Anyway, auch wenn es dafür prinzipiell noch keinen Grund gibt, habe ich ein gutes Gefühl mit den Schuhen. Da bleibt mir eigentlich nur zu hoffen, dass ich mich ausnahmsweise mal NICHT in meinem ersten Gefühl täusche!!!

Bevor ich mich jetzt (mit Wärmflaschen auf den lädierten Beinen) ins Bett verdrücke noch ein kurzes politisches Statement: was erlaubt sich eigentlich unsere heuchlerische Kanzlerin, die Russen für die Anerkennung Südosetiens „scharf zu kritisieren“. Mit welcher Begründung bitte? Hat nicht die gleiche Kanzlerin vor rund 6 Monaten die Absplitterung und definitiv völkerrechtlich unrechtmässige Ausrufung des Staates „Kosovo“ begrüsst und diesen Staat umgehend anerkannt? Hier wurde einem souveränen Staat ein Teil seines Landes gestohlen und darauf ein Schurkenstaat par Excellence gegründet (KOSOVO IS SERBIA!!!). Aber wohlgemerkt: das soll nicht bedeuten, dass ich mit den Russen in ihrer Georgien/Südosetien-Politik übereinstimme. Das tu ich nämlich NICHT IM GERINGSTEN!!!

Montag, 25. August 2008

Bonn II

Nun, sportlich ist an diesem Wochenende (verletzungs- bzw. ermüdungsbedingt) garnichts passiert. So gesehen ist es kein Problem, dass ich schon zum zweiten Mal (nach meinem April-Besuch) einen kompletten, wertvollen Post meines Blogs einem Besuch in der Ex-Bundeshauptstadt widme. Dass es nun ausgerechnet der prestigeträchtige 100. Post wird, hat das elende Pack zwar eigentlich nicht verdient, aber das kann ich halt jetzt auch nicht ändern! Man hört es schon raus: ich war nicht zum Spaß im „grossen Kanton“, sondern (ganz im Gegenteil) um abermals Tobi & die anderen Geissbockanbeter aus Godesberg zu besuchen. Aber wie immer: alles der Reihe nach!

Auf dem Heimweg aus der Schweiz machte ich wie angekündigt einen Zwischenstopp bei City-Sport in Lörrach. Entgegen meinem eigentlichen Plan tauschte ich mein zuletzt gekauften Schuhe aber nicht um, sondern kaufte mir einmal mehr ein zusätzliches Paar. Der Verkäufer empfahl mir aufs Heftigste, meine bisherigen Schuhe zu behalten. Er hätte mir die gleichen wieder verkauft, da sie für so starke Überpronierer (Einknicker, d.Red.) wie mich die besten sind. Er war sich auch zu 100% sicher, dass mein Blasenproblem von den Einlagen kommt und empfahl mir, zunächst nochmal die Dinger anpassen zu lassen.

Die zusätzlichen Schuhe, die ich jetzt habe, kommen aus dem Hause „Saucony“ (kannte ich ebenfalls nicht) und haben eine ähnlich starke (Überpronations-) Stütze wie die „Brooks“. Naja, werde sie die nächsten Tage dann mal hier vorstellen – wie gehabt...

Auf dem Heimweg holte ich noch in Mannheim meine Karte fürs sonntagliche Kölle-Spiel ab und verbrachte dann den Abend (ernährungsplanignorierend) mit Conny und Markus! Als ich Abends heim bin und etwa 30 Meter durch den Regen zu meinem Auto rennen musste, merkte ich, dass ich ganz komische Schmerzen in den vorderen Oberschenkeln hatte. Fühlte sich an wie ein Muskelkater, aber mit Faktor 1000. Sowas habe ich definitiv noch nie in meinem Leben gehabt; wie ich heute weiss, handelt es sich dabei um eine Muskelverhärtung. Da ich das aber am Freitag Abend noch nicht wusste, war ich für meinen Samstagslauf noch ziemlich zuversichtlich.

Als es dann aber circa 7 Stunden später losgehen sollte, merkte ich, dass doch ÜBERHAUPTNIX ging. Als ich loslief hatte ich immer noch die Schmerzen. Ich hielt sie aber für einen Muskelkater und wollte den (auch wenn man das eigentlich nicht machen sollte) einfach rauslaufen. Wurde aber mit jedem Meter schlimmer, sodass ich die Sache dann nach einem Kilometer abbrach und wieder heimging. Hat mich zwar ziemlich abgefuckt, da ich so mindestens 4 trainingsfreie Tag in folge hatte, aber ich konnte es nun mal nicht ändern. Von nun an brannten meine Beine auch wie nach ner Alpe D`Huez Sprintankunft – sogar noch 3-4 Stunden nach meinem Laufversuch.

Naja, dann ging es erstmal nach Darmstadt und von da weiter nach Bonn, wo ich gegen 13 Uhr einrollte. Schon als ich Tobi und Jonas sah, wollte ich eigentlich wieder direkt zurück fahren, aber da ich ja am Sonntag die Eintracht sehen wollte behielt ich meine Stimmung für mich...

Den Nachmittag verbrachten wir standesgemäss mit der Bundesliga-Konferenz und reichlich ungesunder Ernährung. In Punkto Ernährung sollte das auch das ganze Wochenende so bleiben. Die Schnittmenge zwischen der Woche zuvor und der Zeit von Freitag bis Sonntag war mal original 0,0. Aber ohne jede Übertreibung. Das ganze Wochenende habe ich halt mal auch GARNICHTS gesundes gegessen, evtl. mit Ausnahme der Mehrkornbrötchen, die wir Sonntags Morgens bei Gülcans Schwiegervater gekauft haben. Aber ich will mich nicht beschweren. Hatte ja drei Ernährungsplan-Aussetzer angekündigt. Zwei habe ich jetzt schon hinter mir…

Gegen 20.30 Uhr gingen wir dann von Jonas zu Joscha, wo wir einen (später rege genutzten) Pavillon aufbauten. Als dann die Vor-Feierlichkeiten zu Joschas Geburtstag losging, wurde ich erstmal gemassregelt und als Schleimer betitelt, weil ich mich nach meinem letzten Bonn-Besuch vor 4 Wochen wohl ein wenig zu „positiv“ über die Leute da geäussert habe. Tschuldigung, war nicht so gemeint. Ich will auf keinen Fall als Schleimer durchgehen! Richtigstellung: Alles totale Penner, die sich da im Freundeskreis vom Joscha tummeln. Echt zum kotzen dieses Zigeunerpack, kann mir kaum vorstellen, dass ich wirklich nach Bonn ziehe wenn ich aus der Schweiz weggehe. Das ist ja echt nicht zu ertragen da. Wer will bitte schön mit so Leuten zusammen in ner Stadt leben? Dann doch lieber Salzgitter, Castrop-Rauxel oder Zwickau.

Als Joscha dann endlich Geburtstag hatte bekam er von „uns“ (uns klingt jetzt komisch, weil ich mich ja nur ungern zu dieser Zigeunerbande von Joschas Freunden zähle, aber ist jetzt egal) einen Gutschein für neue Laufschuhe. Ich denke mal, der Junge wird den Gutschein umgehend einlösen und dann aber mal RICHTIG durchstarten. Also Joscha: Nachmeldungen für den Frankfurt Marathon sind bis 25. Oktober möglich. So lange müssen wir aber nicht warten. Ich würde folgendes vorschlagen: ich melde dich einfach dort an. Solltest du das NICHT wollen, gib mir bitte bis morgen Vormittag (26.08.2008) um 10.30 Uhr bescheid! Ansonsten gehe ich fest davon aus, dass du dabei bist!!!

Nachdem Tobi und ich den Gegenwert unseres Geschenkanteils in Form von Kölsch und Chili konsumiert hatten, verabschiedeten wir uns und rannten zum Nachtbus. Wobei rennen ein nettes Wort dafür ist. Ich sach mal, wenn uns ein Scout beobachtet hätte, hätte der mich direkt geworben; für die Paralympics. Ey, ich konnte echt so was von gar nicht laufen. Meine Oberschenkel waren einfach nur komplett hin. Scheiss Muskelverhärtung...

Da wir schon um kurz vor 3 daheim waren, konnten wir uns richtig ausschlafen. Gegen 12 standen wir auf und frühstückten. Vorher beim duschen ergab sich wieder mein typisches Tobi-Wohnung-Dusch-Problem. Sobald ich mich in der 0,5m²-Dusche nach dem Shampoo bücke, verstellte ich mit meinem Rücken den Temperaturregler, was (je nachdem) ein schmaler Grad zwischen Erfrierungen und Verbrennungen ist. Zeigt ja eigentlich nur wieder, wie gefährlich es sein kann, sich beim Duschen (nach der Seife) zu bücken… Aber ich komm vom Thema ab! Nach dem obligatorischen Fleischwurst-Frühstück ging es dann los nach Köln, wo wir vor dem Spiel noch einen Umtrunk im „Tiebolds Eck“ einnahmen. Gewohnt ruhig und gelassen sass ich vor meinem Kölsch und sah entspannt dem Anpfiff entgegen. Während die Kölner die ganze Zeit rumstressten und zum Stadion wollten. Oder war es umgekehrt? Keine Ahnung, weiss ich nicht mehr genau. Naja, nachdem ich meine Fingernägel dann bis aufs Nagelbett runtergekaut hatte, hatte die Hennes-Fraktion ein Einsehen und wir brachen zum Stadion auf.

Selbstverständlich blendete ich an diesem Tag mal wieder aus, dass der FC eventuell doch ganz in Ordnung ist. Entsprechend war ich eigentlich schon ab der Ankunft in Köln Süd vom kleinen Zeh bis in die Haarspitzen voll mit Hass auf den 1. Fußballclub Köln. Und diese Skala (man könnte fast sagen: dieses Barometer) stieg mit jedem Meter, dem wir dem Stadion näher kamen noch immer weiter an. Um 16.45 Uhr trennten sich dann unsere Wege. Ich ging zu den Guten, die anderen in die Südkurve.

Vor dem Spiel wartete dann ein Kölner Kinderchor mit dem Absingen der üblichen Kölner Stadionlieder auf; was im Übrigen wohl auch die ganzen belgischen Autos auf dem Parkplatz erklärte. Aber mal im Ernst: das war absolut peinlich. Ich verstehe nicht wie sich ein Verein mit solch einer Aktion oder aber auch mit der Fanbox, rsp. dem Fanbett (???) so dermassen der Lächerlichkeit preisgeben kann. Naja, wenigstens im Gästeblock liegen sich zu solchen Anlässen alle vor Belustigung weinend in den Armen...

„Wenn nicht jetzt, wann dann“ war das Stichwort, dass die Dreijährigen vor dem Spiel gesungen hatten. Vorerst bleibt es für uns beim „dann“. Ich bin mir sicher: wir werden niemals in Köln gewinnen!!! Das Spiel war dann absolut bemerkenswert. Die ganzen Chancen in den ersten 30 Minuten kann ich gar nicht alle aufzählen. Was aber leider nicht daran lag, dass es so viele waren, sondern dass es schlichtweg keine gab! Was wir spielten war die absolute Frechheit; Gott sei Dank war der FC aber auch schlecht wie die Nacht. Hätte aber alles schnell vorbei sein können, wenn die Kölner ihren Strafstoss gemacht hätten. So blieb es dann bis zum Ende spannend. Wobei die Frage erlaubt sein muss, wie die Eintracht mit solchen Leistungen in der Liga bleiben will. Der durchschnittliche Eintracht-Spieler lebt wohl im Glauben, dass ein erfolgreicher Zweikampf ist, wenn man den Gegenspieler sieht, oder zumindest grob dessen Aufenthaltsort kennt. Es ist einfach nur traurig diesem Treiben zuzusehen, wobei gestern wirklich eines der schlimmsten Spiele war, dass ich in den letzten 3 Jahren erleben musste.. Wobei: wir sind zu schlecht, wir sind zu dumm und wir kämpfen nicht. Ansonsten kann man unseren Jungs aber keinen Vorwurf machen; alles tip top; Daumen hoch!!! Der FC auf der anderen Seite konnte hingegen mit seiner Aufstellung glänzen. Da Thomas Broich wohl am Sonntag seinen Turnbeutel vergessen hatte, musste Marvin Matip die Rolle des Quotendeutschen übernehmen! Ansonsten standen halt einfach 10 Ausländer auf dem Platz, wenn ich mich nicht täusche sogar 10 verschiedene Nationen. Die drei Einwechselspieler machten es dann auch nicht deutscher. Wie identifiziert man sich eigentlich mit so nem Verein? Aber egal...

Auch sonst war nicht alles bestens. Was den Support anging war es sowohl quantitativ, als auch qualitativ wohl unser schwächster Auftritt in Köln. Der Feind war 25 Minuten einigermassen zu hören, stellte dann aber die Stimmung auch weitgehend ein. In bester „we only sing when we’re winninge“-Manier ging es bei uns erst 9 Minuten vor Schluss mit dem Ausgleich nochmal richtig zur Sache. Generell muss ich auch mal sagen, dass das Klientel immer schlimmer wird; und immer jünger. Was da so alles in den Block gelassen wird, ist schon wirklich verwunderlich. Ich würde im Übrigen gerne mal die Drogenfahndung durch so nen durchschnittlichen Frankfurter Gästeblock schicken. Ich bin mir sicher, die Drogenhunde kämen da mit ner kompletten Reizüberflutung völlig verstört wieder raus.

Der Ausgleich fiel zwar etwas überraschend, aber eigentlich nicht unverdient, da der FC in Halbzeit zwei praktisch NOCH weniger machte als wir. Erst nach dem Ausgleich war das Spiel dann eigentlich ansehnlich, da sich plötzlich so was wie ein offener Schlagabtausch ergab. Ich war mir sicher, dass noch ein Tor fällt – auf welcher Seite auch immer – aber wie gewohnt täuschte ich mich!

Fazit: ein Punkt; at least. Ich beschwere mich nicht darüber, schliesslich ist ein Punkt in Köln für mich wie ein Sieg. Und zumindest musste ich so nach dem Spiel nicht dem üblichen Grinsebacken-Komitee unter die Augen treten (oder in die Fresse). Anyway: mit so nem Punkt macht das Verabschieden viel mehr Spass als mit der üblichen Klatsche. So gesehen war alles gut!

Zum ersten Mal nach langer, langer Zeit gab es auf dem Vorplatz des Stadions auch keine Rennereien; wie gesagt: Muskelverhärtung! Lag aber wahrscheinlich an der überragenden Polizeitaktik, die vorsah, dass man nicht auf normalem Wege aus dem Block durfte, sondern über einen etwa 100 Meter langen Umweg. Keine Ahnung, ob die Bullen in ihrer Taktikbesprechung nur den Plan falsch rum gehalten hatten, oder ob dieser 100 Meter Umweg wirklich verhindern sollte, dass Kölner und Frankfurter aufeinandertrafen. Wie so oft macht alles nicht wirklich Sinn. Schlimmerweise mussten wir so durch den Ausgang „Marathontor“ nach draussen, was mich direkt wieder mit dem schlechten Gewissen daran erinnerte, dass ich eigentlich in diesem Moment irgendwo hätte Kilometer abspulen sollen... Nach Abpfiff trafen wir uns kurz noch mit den Kölnern und machten uns dann auf den Weg Richtung Heimat. Fabian und Kilian parkten in welcher Strasse? Rrrrrüschdisch, in der Marathonstrasse. Langsam aber sicher bekam ich dann schon ein mulmiges Gefühl!!! Die Heimfahrt war unspektakulär, davon mal abgesehen, dass uns der Eintracht-Bus wie immer (IMMER, IMMER, IMMER!!!) noch vor Ortsausgang überholte. Es stellt sich echt die Frage, ob die Jungs nachm Spiel duschen... Ach ja, und natürlich kam ich haargenau so zu Hause an, dass ich die DSF-Zusammenfassung vom Spiel exakt verpasste!

Fazit: wenn ich ehrlich bin muss ich halt doch sagen, dass Bonn/Bad Godesberg an diesem Wochenende wieder einiges an Standortwerbung betrieben hat – ob sie’s wollen oder nicht! Aber bevor ich wieder der Schleimer bin, bedanke ich mich einfach bei Tobi, Jonas und Joscha für die Gastfreundlichkeit und die Einladung! Übrigens Jonas: hab ganz verplant, die Pizza zu bezahlen. War keine Absicht und ich werde mich natürlich bei nächster Gelegenheit revanchieren!

Heute Nacht habe ich in Seeheim gepennt und war hatte eigentlich um 10 Uhr einen Termin bei meinem Patenkind. Da aber Baby Ben ebenso erkrankt ist wie Andrea (GUTE BESSERUNG!!!) fiel das leider aus. Auf dem Heimweg kaufte ich in der Apotheke noch etwas gegen Muskelverhärtungen. Das Zeug heisst „Retterspitz äusserlich“ und man tränkt irgendwelche Stofffetzen darin, um dann Umschläge für die betroffenen Körperteile zu machen. Auf der Packung wird damit geworben, dass „Profifussballer Andres Wolf auf die Produkte von Retterspitz vertraut". Andi Wolf??? HALLO??? Alles klar, ich sach nur: ABSTEIGER!!! Ausserdem hilft ihm Retterspitz bei seinem Kreuzbandriss wahrscheinlich auch nicht. Da kann der Junge sein Knie wahrscheinlich reintauchen, bis es schimmelt. Aber gut, lassen wir Andi Wolf auch ein paar Mark dazuverdienen!

Seit 12.30 Uhr bin ich wieder in der Schweiz, war kurz im Büro und wollte dann eigentlich heute Abend laufen. War allerdings immer noch nicht zu machen, weshalb ich dann das Retterspitz-Zeug direkt mal zum Einsatz brachte. Mit meinen ganzen anderen komischen Cremes und dem Bad, dass ich vorhin genommen habe, hoffe ich morgen wieder am Start sein zu können. Am liebsten würde ich vor der Arbeit laufen. Ich werde es in jedem Fall probieren, aber alles weitere bleibt abzuwarten...

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