Samstag, 30. August 2008

7 x 1000 Meter Schmerzen - Intervalle Vol 3

Nach demk Aufstehen stand zunälchst eine Einkaufstour im Vaterland auf dem Plan. Eigentlich musste ich nur zu meiner Bank, aber es bot sich an, diese dann gleich mit einem Besuch des E-Centers zu verbinden. Ist zwar viel teurer als der der Lidl, aber da ich die Stiftung boykottiere blieb mir gar nichts anderes übrig. Und schliesslich ist es immer noch rund 20% billiger als bei den Eidgenossen. Mein Einkaufszettel liess sich, wie der von Christian Ströble oder einer anderen ökofaschistischen Lichtgestalt. Bananen, Nektarinen, Salat, geschmacksloser Joghurt, Calcium-Tabletten, Magnesium-Tabletten, Gelenk-Tabletten, Vollkornnudeln (8 Packungen), Vollkornbrötchen, eine Öko-Papiertüte und (als einzige Sünde) Tomatensauce. Wie gesagt, klingt wie von nem Öko; oder aber wie von nem Leistungssportler (*hüstel*).

Nach dem Abklappern diverser Einrichtungen in Deutschland und der Schweiz, war ich gegen 13 Uhr wieder zu Hause, wo ich ein ausgedehntes Frühstück nahm: einen „Power Bar“-Riegel mit Apfel-Zimt-Geschmack. Dazu muss man jetzt wissen, dass ich Zimt hasse wie die Pest. Ekelhaft, aber was anderes hatte ich grade nicht da; zumindest nichts, was sich kurz vorm Laufen zu essen eignet. Nach diesem tollen Mahr machte ich mich bereit (das Wort „fertig“ hebe ich mir für später auf) und lief um 13.50 Uhr auf der Tartanbahn des FC Brugg auf:

Nach 2-3 Runden warmlaufen begann ich dann bei unzumutbarer Hitze meine Intervalle. Die Geschwindigkeit für die schnellen Abschnitte sollte gemäss 10-Kilometer-Wettkampftempo sein. Ich habe mir hier mal eine theoretische Zeit von 50 Minuten, also einer Kilometerzeit von 5 Minuten gesetzt. Hitzebedingt war mir aber fast klar, dass ich das nicht durchhalten würde. Die Luft war einfach zu dünn. Ich erlegte mir daher auf, immer zwischen 5 und 6,5 Minuten zu laufen.

Zwischen den „schnellen“ Kilometern durfte ich 400 Meter traben, was ich beinahe im Gehtempo machte. Diese Abschnitte nutzte ich dann auch jedes Mal um mich mit Wasser zu versorgen. Es war einfach zu heiss, um ohne Wasser auszukommen. Vor allem nachdem ich heute hörte, dass Ümit’s Zusammenbruch daher rührte, dass er vor dem Spiel zu wenig gegessen oder getrunken hatte. Jetzt mal ganz ehrlich: das nehme ich absolut Ernst. Vor allem weil ich gegebenenfalls keine so schnelle medizinische Versorgung bekomme wie er. Und wenn das tatsächlich von zu wenig Nahrung kommen kann, dann habe ich (bei meinem Verzicht auf das morgendliche Frühstück und sonstige Ess-Unregelmässigkeiten) da definitiv ein Risiko. Aber zurück zum Trinken: durch den ekelhaften Riegel vorher und das permanente Wasseraufnehmen musste ich jeweils rund 200 Meter hinter der Tränke total widerlich Apfel-Zimt-Geschmack aufstossen. Das ist natürlich kein Zustand, der mir für den Marathon akzeptabel erscheint.

Das erste Intervall lief noch ziemlich gut und ich blieb sogar unter den 5 Minuten, dafür wurde es dann aber immer schlechter. So ab dem 4. Intervall dürfte ich dann konstante Zeiten gelaufen sein; um die 6 Minuten. Allerdings wurde mein Puls immer höher und meine Beine waren mehr als gefordert. Das hat ab dem 3. Durchgang schon wehgetan und wurde bis einschliesslich des sechsten noch immer übler. Erst mit Beginn des siebten schnellen Teils kam so was wie Euphorie über das baldige Trainingsende auf und Kopf und Beine bekamen nochmal einen kleinen Schub. Das Pulsabklingen hat nicht sonderlich gut funktioniert. Trotz der Trabpausen erholte sich mein Puls ab dem vierten Intervall nicht mehr auf unter 180. Und ich japste sogar in meinem Gehtempo nach Luft wie bekloppt.

In Zahlen ausgedrückt: mein höchster Puls während des Laufs war 189, mein durchschnittlicher Puls lag bei 182. Für die 7 x 1000 Meter-Intervalle (inkl. sechs 400m-Trabpausen) brauchte ich 56:59 Minuten; sagen wir einfach 57 Minuten. Ich schätze für die Trabpausen brauchte ich jeweils etwa 3 Minuten. Das bedeutet für die 7000 Meter schnelle Strecke brauchte ich 39 Minuten; pro Kilometer also 5:35 Minuten. Das kann man natürlich nicht hochrechnen, da ich ja zwischendurch langsame Abschnitte hatte. Aber die langsamen Passagen haben natürlich nicht nur Vor- sondern auch Nachteile. Dieses ständige Geschwindigkeitswechseln verhindert schlichtweg, dass man auch nur annähernd zu einem Rhythmus findet. Im Hinblick auf nicht ganz regenerierte Beine, das suboptimale Essen zuvor und die brütende Hitze bin ich eigentlich sehr zufrieden. Ach ja, zwei weitere Dinge waren ebenfalls noch stark leistungsmindernd. Zum einen wurden während meinem Lauf auf der Tartanbahn irgendwelche provisorischen Trainerbänke (für ein wohl später folgendes Spiel) aufgebaut, viel schlimmer war aber: das Stadion wurde in den letzten 15 Minuten meines Trainings mit Musik beschallt. Unter anderem mit „Chum bring en hei“ – dem schweizer Song zur Weltmeisterschaft 2006. Wer das Lied kennt, wird verstehen, warum das stark leistungshemmend wirkt!

Nachdem sich (nach dem Auslaufen) mein Puls wieder auf etwa 200 halbiert hatte, kam ich sogar noch zu einem kleinen Video-Fazit:

Beachtlich war mal wieder, dass ich schon wenige Minuten nach dem Lauf wieder Glückshormone ohne Ende ausschüttete. Ist wirklich der Hammer wie gut man sich fühlt, sobald der unangenehme Teil auch nur ein paar Minuten zurückliegt. Und es gab für mich noch einen weiteren Grund zur Freude; um genauer zu sein hatte ich ein Jubiläum. Im Rahmen des heutigen Intervalllaufs spulte ich meinen 250. Trainingskilomter ab. Eigentlich sollte ich zwar schon viel mehr haben, aber diese Tatsache konnte meine Freude heute nicht wirklich trüben!

Noch mehr Glückshormone gab es dann während der Premiere-Konferenz wo die Eintracht (begrenzt verdient) zu einem Auswärtspunkt beim VFL Wolfsburg kam. Auch wenn sich mal wieder 2 verletzt haben. Wie lang soll das eigentlich noch so weitergehen? Um 18 Uhr fuhr ich dann noch nach Frick, wo ich mir den Kick meines Kollegen Elias ansah. Der verlor beim FC Frick allerdings mit seinem FC Wettingen mit 1:4.

Jetzt sitze ich zu Hause und schreibe diesen Quatsch hier, während gleich einer meiner absoluten Lieblingsfilme im Fernsehen kommt; „Falling Down“. Daher jetzt in aller Schnelle: morgen ist trainingsfrei, allerdings muss ich aufräumen. Ich muss wohl mal wieder der nuhrschen Philosophie folgen und „aufräumen, bevor die Fruchtfliegen den Haushalt übernehmen!“. Am 20. September (also in 3 Wochen) laufe ich den Greifenseelauf; einen Halbmarathon. Daher werde ich die nächsten 3 Wochen nun auf diesen Termin ausrichten. Ein Paar Infos zum Greifenseelauf und zu der Rolle, die er in der Marathon-Vorbereitung einnimmt, werde ich morgen oder übermorgen folgen lassen! Weiter geht es mit Laufen für mich entweder am Montag mit 12 Kilometern, oder aber am Dienstag mit 15 Kilometern. Das ist abhängig, ob ich am Montag schon wieder kann oder noch einen Tag länger brauche.

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