Sonntag, 9. März 2008

Koordination

“Fan von Eintracht Frankfurt zu sein bedeutet, seine Ansprüche längst auf Null heruntergeschraubt zu haben, und trotzdem Wochenende für Wochenende aufs Neue enttäuscht zu werden”. Am gestrigen Samstag hat die Mannschaft mal wieder die Chance genutzt, ein AUSRUFEZEICHEN hinter diese Weisheit zu setzen. Als wäre das Training am Samstag nicht schon schlimm genug gewesen, hat die West-Pest aus Bochum doch tatsächlich noch einen Punkt aus Frankfurt mitgenommen. Der Tag war mal wieder gelaufen…

Während des Spiels erhielt ich allerdings den Anruf eines Kollegen. Der hatte in seinem Keller eine grössere Menge Bier lokalisiert und eingekesselt. Nun rief er an um mit mir das weitere Vorgehen abzuklären. In solchen Notfällen spüre ich meine soziale Verantwortung zu helfen; entsprechend sass ich kurz später im Auto um Thomas und Laura in Basel-Muttenz einen Besuch abzustatten.

Mal wieder war es schwer zu verbergen, dass ich derzeit Sport treibe; meine Bewegungsabläufe waren gestern Abend so filigran, als hätte man mir die Kniegelenke einbetoniert! Es hat aber niemand Misstrauen geschürt; ich hatte nämlich schon vorab (wirklich) behauptet, dass ich einen leichten Hexenschuss hätte. Manchmal bin ich echt ein Genie…

Da der Abend sich ein wenig in die Länge zog, begann mein heutiger Tag zu verhältnismässig nachgerückter Stunde. Was aber auch nicht schlimm war; so stand doch heute nur ein bisschen „Koordination“ auf dem Programm.

Die 5 motorischen Grundeigenschaften eines Marathon-Läufers sind: Schnelligkeit, Beweglichkeit, Ausdauer, Kraft und Koordination (zufällige Reihenfolge!). Koordination ist nichts anderes als das Zusammenspiel von Gehirn, Nerven und Muskulatur; dazu zählen die Fähigkeiten für Gleichgewicht, Rhythmus, Koppelung, Differenzierung, Orientierung und Reaktion“. Eigentlich sollte man kurze Koordinationsübungen vor jedem Training machen. Da ich mich mit dem Thema bisher noch nicht beschäftigt hatte, habe ich den heutigen Ruhetag für das Einstudieren einiger Koordinationsübungen genutzt.

Eigentlich wollte ich zu diesem Zweck auf den Sportplatz in Riniken. Von dem Gedanken nahm ich aber Abstand, da ich die Befürchtung hatte, der F-Jugend des FC Riniken auf dem Platz zu begegnen und mich KOMPLETT der Lächerlichkeit preiszugeben. Also verlegte ich das Training in meine Wohnung. Das war allerdings von den Rahmenbedingungen nicht perfekt – falls ich so was noch mal mache, lasse ich mich dabei doch lieber von kleinen Fünfjährigen auslachen. Wie auch immer: den Mittag verbrachte ich also mit Hüpf- und Hinkeleinlagen in meiner Wohnung – was auch nicht gerade eine überragende, motorische Figur abgab! Erfreulich war, dass meine ganze Muskulatur heute schon auf dem Niveau war, dass sie nach meinem letzen Lauf erst nach 3 Tagen erreicht hatte. Vielleicht macht mein Körper ja doch ein paar Fortschritte!

Den Rest vom heutigen Nachmittag widmete ich zunächst meiner Spielsucht bei BWIN. Dazu übrigens eine kurze Information: Spielsucht ist nur negativ wenn man verliert; wenn man gewinnt geht’s eigentlich! Gegen 16 Uhr bekam ich dann einen Anruf von Dejan mit der Information: „Ich habe noch jede Menge Bier zu Hause“. Das ist WIRKLICH KEIN WITZ. Als ich gefühlte 3 Sekunden später im Auto auf dem Weg zu ihm war, machte ich mir dann doch mal Gedanken über meine Aussenwirkung im Büro. Schon etwas beängstigend, wenn man anscheinend das Image eines Alkoholikers hat; hab so ne Einladung noch nie bekommen; und jetzt gleich 2 Stück innerhalb von 24 Stunden. Auch interessant: Kaum finde ich mich mit dem Gedanken ab, in der Schweiz nicht vermittelbar zu sein und beginne ein zeitintensives Hobby – schon kommen überall Leute aus ihren Löchern gekrochen und laden mich ein! Anyway, stört mich keineswegs…

Morgen steht Krafttraining auf dem Plan; ach was freu ich mich darauf!

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