Laut einer Umfrage des Stern wissen 10% der Deutschen nicht, was an Weihnachten gefeiert wird. Nun sollte man nicht unbedingt alles glauben, was der Stern den lieben, langen Tag so alles schreibt, aber glauben wir es einfach mal! Wenn also 10% der Deutschen nicht den Hintergrund von Weihnachten kennen, wie viele werden dann über den vom Marathon bescheid wissen? Bevor ich hier jetzt aber eine Pisa-Diskussion lostrete, verliere ich lieber ein paar Worte über die Geschichte des Marathon:
Im Jahre 490 vor Christus fand in einem kleinen Ort westlich von Athen die berühmte Schlacht zwischen Athenern und Persern statt. Die Soldaten der attischen Demokratie konnten der zahlenmäßigen Übermacht der Perser standhalten und die Schlacht für sich entscheiden. Der Name dieses historischen Ortes war (und ist) Marathon.
Soviel zu den Fakten. So traurig es auch ist, aber dies ist leider alles, was historisch belegbar und entsprechend anerkannt ist. Da dies aber nicht erklärt, warum heute hunderttausende Menschen jährlich 42,195 Kilometer unter Wettkampbedingungen laufen, ist dieser kleine geschichtliche Ausflug nicht von allzu großem Nutzen. Um in diesem Punkt weiter zu kommen, muss man sich (wie sollte es auch anders sein) ein wenig der griechischen Mythologie widmen.
Die Mythen und Legenden helfen dann auch schnell weiter auf der Suche nach der Entstehung des Marathon-Laufes. So soll damals der griechischen Kämpfer Pheidippides nach der gewonnenen Schlacht den Weg von Marathon nach Athen gelaufen sein, um dort den Sieg über die Perser zu verkünden. Als er ankam, war er nur noch in der Lage ein letztes „Nike, Nike“ auszustoßen, bevor er tot zusammenbrach und zum Volksheld wurde!
Ganz unbestritten ist diese Geschichte zwar nicht, (so existieren einige verschiedene Versionen) im Grossen und Ganzen ist dies aber die herrschende Meinung – warum sollte ich also nun an ihr rütteln? Der Grund für diese Heldensage rührt wohl daher, dass Historiker damals nicht nur Geschichts- sondern auch Geschichtenerzähler waren. In diesem konkreten Fall war es der Historiker Plutarch, der die Legende des ersten Marathon ins Leben rief!
Die Entfernung von Marathon nach Athen beträgt ziemlich genau 40 km, also nicht die Distanz von 42.195 km, die heute offiziell als Marathon-Distanz anerkannt ist. Wie es zu dieser Distanz kam, ist ebenfalls nicht eindeutig geklärt. 1896 in Athen wurde der Marathonlauf olympische Disziplin und ist seitdem fester Bestandteil. Die Distanz wurde aber (weder bei olympischen Spielen, noch bei sonstigen Wettkämpfen) nicht geeicht. So wurde damals pauschal jeder Lauf zwischen circa 39 und 42 Kilometern als Marathonlauf bezeichnet.
Um nähere Hintergründe zu bekommen, muss man sich abermals einer Legende bedienen. Sie handelt von den olympischen Spiele in London 1908. Da angeblich eine Prinzessin von Schloss Windsor sowohl den Start als auch den Zieleinlauf direkt vom Schloss aus verfolgen wollte, musste eine genau passende Runde erstellt werden. Da die (bis dahin üblichen) 25,835 Meilen nicht genau reichten um direkt vor dem Balkon der Prinzessin anzukommen, wurde die Strecke kurzerhand um 385 Yards verlängert. Aus diesem Grund sollen angeblich auch heute noch einige angelsächsische Marathonläufer auf dem letzen Kilometer ein „God save the Queen“ ausstoßen! Wenige Jahre später wurde die 26,22-Meilen-Distanz (alias 42,195 km) dann offiziell als Marathon-Strecke festgelegt und seitdem bei allen offiziellen Wettkämpfen gelaufen!
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